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Palmsonntag, Lesejahr A, Gremsdorf, 17.04.2011
17.4.2011 von eduard.
Matthäus 21,1-11; Jesaja 50,4-7; Psalm 22(GL 176,2) Philipper 2,6-11; Matthäuspassion 26,14-27,66
Liedvorschläge: Aus dem Diözesananhang: Singt dem König Freudenpsalmen 852, Psalmvers176,2 und 173,1, 179,S: 469,AD: 470, K: 182+D188, Schlusslied 855
ZUR PROZESSION
Robert Locher erzählt in seinem Beitrag in der Zeitschrift „Die Botschaft heute“ Seite 60 von einem Bekannten, der als einfacher Mitarbeiter eines großen Betriebes sein tägliches Brot verdiente. Bei einem Preisausschreiben zog er das große Los seines Lebens: er gewann einen Mercedes. Überglücklich fuhr der Mann schon am nächsten Tag mit seinem neuen Wagen in die Firma zur Arbeit. Kaum hatte er mit dem Arbeiten begonnen, ließ ihn der Chef rufen und sagte ihm in etwa: „Fahren Sie mit ihrem Mercedes am Wochenende mit ihrer Familie spazieren, machen sie damit sonst, was sie immer wollen, aber kommen sie mit dem Mercedes nicht mehr in die Firma. Es gehört sich nicht dasselbe oder gar ein noch größeres Auto zu fahren als der Chef.“ Das ist die Denkweise dieser Welt, die sich so ganz von der Einstellung Jesu unterscheidet.
Der Mercedes heute, war damals das Ross, das Pferd. Es war das Reittier der großen Könige. Zu einem der hoch zu Ross daherkommt, schaut man auf, er stellte jemanden dar. Einen Esel hingegen hatte fast jeder. Als Arbeitstier schultert er die schwersten Lasten. Zudem ist er meist friedlich und genügsam. Soll den darauf der Messias in seine Stadt einziehen? Der Evangelist Matthäus findet schon beim Propheten Sacharja 9,9 einen Hinweis. Der Messiaskönig kommt auf dem Lasttier der einfachen Leute. Jesus zieht von Bet-Phage am Ölberg in seine Stadt Jerusalem ein „auf einem geliehen Esel, den er gleich hernach seinem Besitzer zurückgeben lässt“ – wie Papst Benedikt in seinem neuen Jesusbuch ausführt(Jesus von Nazareth Seite 18) Er macht von dem Vorrecht der Könige gebrauch Transportmittel aus dem Besitz anderer für sich zu beanspruchen und das Tier erstmals zu besteigen. Bezugnehmend auf den Propheten Sacharja 9,9 kommt er somit als ein König der Armen, der den Kriegsbogen zerbricht und Frieden bringt. Jesus baut nicht auf Gewalt. Seine Macht ist anderer Art: es ist der Friede Gottes, indem er die allein rettende Macht sieht.
Statt rotem Teppich und aufwendiger Satteldecke dienen ihm die Kleider der Menschen, statt Fahnen und Standarten die Zweige, statt festlichem Siegeszug, ein spontaner Umzug, bei dem auch Kinder mitmachen können. So ist der Palmsonntag auch besonders ein Tag der Kinder, der „pueri haebraeorum“.
Dabei singen sie Gebetsworte der Pilgerliturgie aus dem Psalm 118: Hosanna, „Hilf doch Gott!“, Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!“ Zunächst war dieser Ausruf ein Bittgebet um Regen während des Laubhüttenfestes, erhielt jedoch recht bald messianische Bedeutung, indem er sich zum Jubelruf wandelte, vor allem bei der Begrüßung der Pilger. Diese Worte werden im Sanktuslied einer jeden hl. Messe wiederholt. „Wie der Herr damals auf dem Esel in die Hl. Stadt einzog, so sah ihn die Kirche in der demütigen Gestalt von Brot und Wein immer neu kommen.“
Fahr keinen größeren Wagen als der Chef, könnte auch bedeuten, der Schüler ist nicht über seinen Meister. Dass wir ihm in dieser Woche besonders intensiv nachfolgen, nicht nur bei seinem Einzug, sondern auch auf seinem Kreuzweg.
Allgemeines Gebet der Gläubigen
Palmsonntag, Gremsdorf, 17. 4. 2011
Jesus ist der einzige Gerechte. Auf ihn vertrauen wir und zu ihm beten wir:
1. - Für die Menschen in großer persönlicher Not: die schwer Kranken und Enttäuschten, für die Arbeitslosen und Hungernden und für alle, die nicht mehr weiter wissen…
ALLE: Preist den großen König heut!
2. – Für die Mächtigen der Welt, denen die Sorge für Gerechtigkeit und Frieden anvertraut ist…
ALLE: Preist den großen König heut!
3.- Für die Menschen im Heiligen Land, die auf einen Retter und Erlöser warten, weil Gewalt und Unterdrückung zu ihrem täglichen Brot geworden sind…
ALLE: Preist den großen König heut!
Gott, unser Vater im Himmel. Deinen Sohn hast du durch Leiden und Tod zur Herrlichkeit geführt. Für ihn danken wir dir, und wir preisen dich, in dieser Zeit und in Ewigkeit. AMEN.
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5. Fastensonntag, Sambach(VAM) und Gremsdorf, 10.04.2011
10.4.2011 von eduard.
Ezechiel 37,12b-14; Ps. 130; Römer 8,8-11; Johannes 11,1-45
Liedvorschläge: 297 oder 164; 175; 191,1; 173,1; 858; 403 oder 834; 161; Kommunionlied 824 oder 826; Dankgesang 178; 584
Es gibt Menschen, die nur bei Licht einschlafen können. Sie haben große Angst vor der Finsternis. Deshalb schalten sie das Licht ein, wenn sie zu Bett gehen, oder ziehen zumindest die Rollläden hoch, damit wenigstens das Licht von der Straßenlaterne in ihr Schlafzimmer scheint. Andere wiederum verwandeln die Nacht in den Tag, indem sie erst spät abends ausgehen und in der Nacht erst anfangen zu arbeiten. Zu diesen Ängsten passt das Psalmwort: „Meine Seele wartet auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen.“
Dazu scheinen mir die geheimnisvollen Worte Jesu zu passen: „Hat nicht der Tag 12 Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht der Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.“ Das Bildwort geht von der Vorstellung aus, dass äußeres und inneres Licht sich entsprechen. Es geht darum, die noch vorhandene Zeit zu nutzen. Mit der Frage nach den 12 Stunden des Tages, ist gemeint, dass noch genügend Zeit zur Verfügung steht, noch ist es Tag, an dem Jesus wirken kann. Erst in der Unzeit der Nacht wird es gefährlich, wegen des fehlenden Lichtes stößt man wegen mangelnder Orientierungsmöglichkeit leicht an oder stürzt gar. Die Zeit Jesu wird nicht durch menschliche Faktoren bestimmt, sondern allein durch den Willen Gottes. Solange aber Gott die Lebenszeit Jesu bestimmt, können auch die Menschen ihre finsteren Anschläge nicht durchführen. Auch sie bleiben dieser Zeit unterworfen; also ist die Angst der Jünger völlig unbegründet.
Zwischen dem Aufbruch nach Bethanien und dem Aufbruch zum Leiden besteht ein enger Zusammenhang. Tod und Auferweckung des Lazarus stehen im engen Zusammenhang mit dem eigenen Los Jesu. Warum eilt Jesus nicht gleich zu seinem Freund Lazarus, sondern lässt noch zwei volle Tage verstreichen, um erst am dritten Tag nach Judäa aufzubrechen? Das ist ein unübersehbarer Hinweis, auf die Auferstehung Jesu am dritten Tag. Die Jünger missverstehen zunächst den Vergleich des Todes mit dem Schlaf des Kranken. Es kommt zu einem weiteren Missverständnis. Jesus spricht vom Schlaf des Todes, die Jünger aber verstehen seine Aussage wortwörtlich. Darauf bestätigt er es: Lazarus ist gestorben. Ja, Jesus erklärt daraufhin noch eins drauf. Er freue sich sogar, dass er nicht dort war und das alles, damit die Jünger und die Menschen zum Glauben kommen.
Die Begegnung Jesu mit Marta und das dabei stattfindende Glaubensgespräch bilden den inneren Höhepunkt der ganzen Lazarusgeschichte. Als der Herr in Bethanien ankommt, lag der schon 4 Tage im Grab. Nur noch 15 Stadien das sind 3 Km trennten ihn von Jerusalem. Der Glaube der Marta ist offensichtlich größer als der ihrer Schwester. Bedauernd und als Erweis des Vertrauens bemerkt sie, wenn Jesus hier gewesen wäre, hätte er sicherlich ihren Bruder geheilt. Ihr Vertrauen besteht aber auch jetzt noch zum Meister. Zunächst bekennt sie auf seine Verheißung hin, ihren Glauben an die große Auferstehung der Toten am Jüngsten Tag, wie wir sie beim Propheten Ezechiel antreffen: „ Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf…Ich huche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig.“ - Daraufhin folgt die überraschende Aussage Jesu: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Das heißt, dass, was die Gläubigen für sich einst erwarten, dass ist schon jetzt in Jesu Person gegeben. Der auf sie gerichtete Glaube, erschließt deshalb auch gleich die Teilhabe an der Auferstehung und am ewigen Leben. Zwar bleibt das Sterben dem Glaubenden nicht erspart, aber auch wenn er stirbt, wird er leben und zwar für immer und ewig. Das ewige Heil erfährt durch den leiblichen Tod keinerlei Beeinträchtigung. Von hier aus verändert sich auch die Einstellung zum irdischen Leben. Auf die ausdrückliche Frage nach ihrem Glauben, bekennt Marta: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jeder Mensch hat Angst vor dem Tod. Diese Angst steckt eigentlich hinter allen unseren Ängsten und Befürchtungen, nicht nur hinter der Angst vor der Dunkelheit und der Nacht. Im Glauben an die Auferstehung können uns diese Ängste weitgehend genommen werden. Ja, wenn unser eigenes Lebensziel in der Vereinigung mit Christus besteht und Teilnahme am ewigen Leben Gottes ist, dann relativiert sich auch der Schmerz um einen lieben Verstorbenen. Denn wir wissen ihn bei Gott gut aufgehoben. „Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er auch euren sterblichen Leib lebendig machen.“ AMEN.
5. Fastensonntag, Sambach und Gremsdorf, 13. April 2011
Durch Profitgier und Unverständnis werden viele Lebensräume in der Dritten Welt zerstört, so viele Regenwälder abgeholzt, dass vielen Menschen kaum noch Hoffnung bleibt. Wir wollen Gott bitten, dass er in dieser Welt seine Macht zeigt, wie er sie durch unseren Erlöser Jesus Christus offenbart hat:
1. - Wenn in der Kirche und in der Christenheit Angst und Kleinmut
um sich greifen, dann stärke alle, die deinen Namen anrufen…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
2. - Wo Menschen in der dritten Welt verarmt oder verzweifelt sind,
dann wecke bei uns viele Spender und Helfer für Misereor…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
3.- Wenn Kinder aus unseren Pfarrgemeinden sich auf die Erstkommunion vorbereiten, dann schenke ihnen viel Eifer und Liebe…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
4.- Was Menschen krank macht an Leib und Seele, das nimm du in deine heilenden Hände…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
5. – Wenn viele Menschen in eine ungesicherte Zukunft blicken, so nimm dich um die Angehörigen der 150 Todesopfer des Flüchtlingsbootes vor Lampeduza an und um die Völker, in den Kriegs- und Katastrophengebieten…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
6.- Wenn unsere Verstorbenen von uns gegangen sind, so nimm sie auf in dein Leben und deine Auferstehung…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
Herr, unser Gott, du hast Erbarmen mit uns Menschen und führst durch Leid und Tod hindurch zum Leben. Dir sei Dank und Lob gesagt jetzt und in Ewigkeit. AMEN.
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4. Fastensonntag, Laetare, Gremsdorf und Neustadt, 3.4.11
3.4.2011 von eduard.
1 Samuel 16,1-13; Psalm 23; Epheser 5,8-14; Johannes 9,1-41
Liedvorschläge: 165 oder 162; Antwortpsalm 527,4; Ruf vor dem Evangelium: 173,1; Gabenbereitung 643; Sanktus: 434; Agnus Dei 435; Kommunion: 555; Dankgesang: 634,1,5,6; Zum Auszug 579
Vor meiner Wohnung blüht zurzeit ein wunderschöner Forsythienstrauch. Ich kann mich nicht satt sehen an dem leuchtenden Gold- Gelb. Das menschliche Auge ist der beste Farbfernseher, den es auf der Welt gibt. Auf der Netzhaut z. B. befinden sich 127 Millionen Lichtrezeptoren und die Nervenleitungen zum Gehirn bilden einen Strang mit einem halben Zentimeter Durchmesser. Das Augenlicht ist eine kostbare Gabe, die wir meistens erst dann schätzen, wenn sie nachlässt oder verloren geht oder wenn mal die Brille kaputt geht oder wieder mal verlegt ist. Vor zwei Wochen waren es die Krokusse, die dies Jahr mit Verspätung schlüpften.
Vom Augenlicht und vom richtigen Sehen, ist auch in den Lesungen des 4. Fastensonntages die Rede. Im Evangelium öffnet der Herr Jesus die Augen des blind geborenen Mannes. Er salbt seine Augenlider mit einem Gemisch aus Speichel und Erde. So erhält er das Augenlicht geschenkt. In der Lesung aus dem 1. Buch Samuel, sucht der Prophet, den aus den 7 Söhnen des Isai, den der Herr erwählt hat, um ihn als König über Israel zu salben. Beinahe hätte Samuel wegen seiner stattlichen Erscheinung den falschen ausgemustert, aber der Herr verwirft seine Wahl und gebietet ihn weiter zu suche. Denn „Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ So wird der jüngste Sohn David von den Herden weg gerufen und zum König über Israel gesalbt.
Propheten waren wie die Könige in Israel - Hirten - und trugen wie diese stets ein Salbhorn mit Öl bei sich, um die Wunden der verletzten Tiere zu behandeln. Öl heilt ja bekanntlich. Im Hirtenpsalm 23: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen, heißt es ausdrücklich: „Du salbst mein Haupt mit Öl“ So vermag der bedrängte Mensch auch durch finstere Schluchten wandern und auch durch die dunkle Schlucht des Todes. Denn Gott ist mit ihm.
Der Epheserbrief zitiert einen alten Hymnus der Urgemeinde, in dem es heißt „Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein.“ Christus, das heißt „der Gesalbte“ ist das Licht der Welt ist, das uns aus der Finsternis zu Kindern des Lichtes berufen hat. Unser Blick weitet sich bereits hin zur Osternacht, die mit dem Entzünden der Osterkerze beginnt. Als Auferstandener erleuchtet er unseren Seelengrund in der heiligen Taufe. Deshalb bezeichnete man in der Urkirche die Neugetauften als die Erleuchteten. (Iluminati – Photistoi) Von hier aus bildet sich erneut eine Klammer zum Evangelium, wo Jesus ausdrücklich sagt: Solange, ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
Es geht Jesus aber nicht nur um eine oberflächliche Heilung des Auges, sondern auch um eine innere, die des Herzens und der Seele. Der Glaube öffnet uns die Augen des Herzens. In der Gemeinschaft mit dem Licht Christi, sind wir selber zum Licht geworden. Deshalb ergeht an uns die Forderung: „Lebt als Kinder des Lichtes…Prüft, was dem Herrn gefällt, habt nichts gemeinsam mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf!“ Das tun wir, wenn wir in den Tagen der österlichen Bußzeit besonders intensiv unser Gewissen erforschen und uns auf eine gute Osterbeichte vorbereiten.
Die Salbung Davids zum König bewirkte, dass der Geist des Herrn auf ihn herabkam und mit ihm und seiner Königsherrschaft war. In der Firmung erhielten auch wir die Gaben des Heiligen Geistes. Der Psalmensänger, der die Salbung seines Hauptes im Angesicht seiner Feinde erlebt, erhält das nötige Licht, um durch die dunkle Schlucht des Leidens hindurch gehen zu können. Mit dem Öffnen der Augen des blind geborenen, öffnet der Herr sein Leben für den Glauben. Während sich die Pharisäer um Vordergründiges und Nebensächliches streiten, ob so eine Heilung am Sabbat erlaubt sei und ob ein Sünder so etwas zu bewerkstelligen vermag, geht es Jesus um Wesentliches.
Auf die Frage Jesu, ob der Geheilte an den Menschensohn glaubte, antwortete dieser mit der Gegenfrage ehrlich: „Wer ist das Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.“ Es muss für ihn umwerfend gewesen zu sein, zu erfahren: „Du siehst ihn vor dir. Er, der mit dir redet, ist es!“ - In unserer Gesellschaft wird viel über Zahlen und Statistiken diskutiert und gestritten. Damit lässt sich am trefflichsten Wahlkampf betreiben. Da geht es um die richtigen oder falschen Zahlen bei den Arbeitslosen, um wie viel die Harz IV. – Empfänger mehr bekommen sollen, wie viele und wie schnell die Atomkraftwerke abgeschaltet werden können. Auch in der Kirche geht es nicht anders zu. Nebensächliches und Zweitrangiges wird hochstilisiert, und die eigentliche Gottesfrage verdrängt. Leicht wird dabei vergessen, dass es sich dabei immer um Menschen handelt und ihre Schicksale.
Es geht neben dem Blick für das Wesentliche auch um den Blick für das Ganze des Glaubens. Das Ziel der Heilung, besteht nicht nur darin, dass jemand wieder sehen kann, sondern, dass jemand ganz neu glauben kann. Das Bekenntnis des Geheilten: „Ich glaube, Herr!“ macht deutlich, hier ist einer, der ganz neu, ganz Mensch geworden ist. Dazu wollen auch wir uns jetzt bekennen:
4. Fastensonntag, Gremsdorf und Neustadt, 3.04.2011
Herr Jesus Christus, du bist als Licht in unsere Welt gekommen, um die Finsternis zu vertreiben. In den Dunkelheiten unseres Lebens dürfen wir dich bitten:
1. – Für alle, die sich Christen nennen: Sei ihnen in den Gefährdungen des Lebens nahe mit deiner Gnade, damit sie als Kinder des Lichtes leben können…
ALLE: Herr, du gibst Trost und Zuversicht!
2. – Für alle, die in einer Lebenskrise stecken oder an einer unheilbaren Krankheit leiden: Schenke ihnen Wegbegleiter, die sie aufrichten und ihnen beistehen…
ALLE: Herr, du gibst Trost und Zuversicht!
3. – Für alle, die blind geworden sind für die Schuld und die Sünden ihres Lebens: damit sie den Mut aufbringen sich selbst anzusehen und zu bekehren
ALLE: Herr, du gibst Trost und Zuversicht!
4. – Für die Menschen, die in Ländern leben, die vom Bürgerkrieg und Katastrophen heim gesucht sind, wie die Elfenbeinküste, Libyen und Japan…
ALLE: Herr, du gibst Trost und Zuversicht!
5. - Für unsere Verstorbenen: Lass ihnen das Licht deiner ewigen Herrlichkeit leuchten…
ALLE: Herr, du gibst Trost und Zuversicht!
Guter Gott, du schaust mit barmherzigen Augen jeden Menschen an. Wir vertrauen deiner Barmherzigkeit mehr als deinem Gericht. Höre und erhöre uns durch Christus, unseren Herrn. AMEN.
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Dritter Fastensonntag, Gremsdorf/Höchstadt, 27. März 2011
27.3.2011 von eduard.
Exodus 17,3-7; Antwortpsalm 95,1-9 (GL 529,5) Römer 5,1-8; Johannes 4,5-42
Liedvorschläge: 521; 529,5; 173,1; 490;491;492;493;637;584
Die Kommunionkinder werden am Tag ihrer Erstkommunion vom Dorfbrunnen aus als Sammelstelle zur Kirche ziehen. Brunnen und Wasserstellen sind seit jeher Orte der Begegnung, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen und wo Glaubenserfahrungen erfolgen. Die Dorfbrunnen sind in einer Zeit entstanden, als es nur wenige Brunnen gab und nur wenige Häuser und Höfe über solche verfügten.
Von so einer Brunnengeschichte erzählt uns das Evangelium. Es ist die Zeit der größten Mittagshitze, Jesus ist müde und möchte sich ein wenig ausruhen. Auch ist er durstig, hat aber kein Schöpfgefäß. In dem Augenblick tritt eine samaritanische Frau heran, um Wasser zu schöpfen.
Jesus wagt das Unvorstellbare: Obwohl dies verpönt war und gegen die damals herrschende Sitte verstößt, spricht er ohne Hemmungen eine Frau in der Öffentlichkeit an und obendrein eine Samariterin. Er stellt sich mit ihr auf eine Stufe und achtet ihre Würde. Er nimmt sie ernst und die Frau erkennt, aus der Einstellung Jesu ihr gegenüber, dass in ihrem Leben noch nicht schon alles gelaufen ist. Da scheint noch einiges offen zu sein, noch einiges möglich zu sein. Das zweite Tabu, das Jesus durchbricht, ist der Kontakt mit den Leuten aus Samaria. Denn die Juden pflegten mit den Samaritern keinen Verkehr. Die Frau reagiert auch prompt darauf mit Unverständnis und Verwunderung. Was hatte es mit dieser Feindschaft auf sich? Wie kam es dazu?
Nach dem Untergang des Nordreiches Israel 722 v. Chr. verschleppten die Assyrischen Machthaber große Teile der Bevölkerung und siedelten an ihrer Stelle 5 verschiedene Völkerschaften an. Die vermischten sich nicht nur mit den verbliebenen Juden, sondern nahmen auch deren Religion an, allerdings nicht in Reinkultur. Deshalb lehnten die zwei Hundert Jahre später aus der Babylonischen Gefangenschaft heimgekehrten Juden das Hilfsangebot der Samariter beim Wiederaufbau des Tempels zu Jerusalem ab. (Esra 4,3) Daraufhin bauten diese sich auf dem Berg Garizim einen eigenen Tempel. (Deuteronomium 27,4) Es blieb jedoch nicht bei den zwei Tempeln. Während des Freiheitskampfes der Makkabäer gegen die griechische Unterdrückung und im Zuge der Wiederherstellung des reinen Kultes, kam es zur Zerstörung des Tempels der Samariter. So geschehen 128- 112 v. Chr. durch Johannes Hyrkanus. Seither herrschte Feindschaft zwischen den beiden Volksgruppen.
Auf die verwunderte Frage der samaritanischen Frau, antwortet Jesus mit einer Aussage, die zunächst zu einem Missverständnis führt: „Wenn Du um die Gabe Gottes wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken! dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ Die Frau versteht die Aussage zunächst wörtlich und bemerkt, dass ja Jesus über kein Schöpfgefäß bzw. Eimer verfüge. Was meint also Jesus mit der geheimnisvollen Gabe Gottes und seinem lebendigen Wasser? – Es geht also gar nicht um das physische Wasser H2O zum Trinken, sondern um die Gabe Gottes. Damit ist wohl die Offenbarung gemeint, dass sich Gott dem Menschen mitgeteilt hat, was er beachten muss, um sein ewiges Glück zu erlangen, sein Heil, eben das ewige Leben. Mit der „Gabe Gottes“ ist nicht nur gesagt, dass der Mensch sich sein ewiges Heil nicht selber geben kann, sondern dass er es erbitten muss. Deshalb bittet Jesus in der Mittagshitze vordergründig um einen Schluck Wasser, in Wirklichkeit ist er es aber, der über die Gabe Gottes verfügt. Er ist bereit sie jedem Menschen mitzuteilen, wenn dieser ihn darum bittet. Die Gabe Gottes verbildlicht sich im Lebendigen Wasser. Im Gegensatz zu stehendem Wasser, das fault, ist damit fließendes und belebendes Wasser gemeint. Die Offenbarung, die der Messias spendet, schenkt das Leben und stillt so das Verlangen, dem kein irdisches Wasser Genüge zu tun vermag. So erweist er sich auch als größer als der Stammvater Jakob, der diesen Brunnen gegraben hat. Im Glauben kann der Mensch schon jetzt Anteil erlangen am ewigen Leben Gottes. Die sprudelnde Quelle im Menschen selber, meint, dass er diese Offenbarung auch anderen Menschen weiter verkündigen kann. Bei der Samaritanischen Frau kommt es bei der Aussage Jesu, zu einem weiteren Missverständnis. Sie versteht die Worte Jesu als Verheißung eines Schlaraffenlandes, das von aller Mühe und Last befreit. Er aber meint damit das neue Gottesverhältnis, das sich in einem neuen Gottesdienst zeigt, der nicht mehr an den Tempel gebunden ist. Das Missverständnis löst sich aber von selber auf, als Jesus vom kommenden Messias sagt: Ich bin es! Der auferstandene Herr tritt an die Stele des Tempels. Wenn der Gottesdienst der Christen in Geist und in Wahrheit zu geschehen hat, so heißt das nicht, dass wir keine Orte bräuchten um zu beten und zu verehren. Aber wichtiger als der Ort, ist die Art und Weise, wie wir verehren. In Jesus Christus ist diese Gottes- Gemeinschaft voll zugänglich.
Gewiss ist die Aufforderung Jesu im Geist und in der Wahrheit zu beten, eine Herausforderung, dass wir unser eigenes Gebetsleben immer wieder neu unter die Luppe nehmen. Anderseits brauchen wir Orte des Gebets, unsere Gotteshäuser. Auch wenn wir wissen, dass die Kirche aus den lebendigen Steinen, die Gemeinde für uns Christen das wichtigere ist. Die Gotteshäuser aus Stein sind für uns wie der Jakobsbrunnen für die samaritanische Frau und die Jünger. Die Fastenzeit eröffnet uns die Chance unser Leben neu auszurichten und unsere Taufe zu leben. Wir nehmen Abstand von falschen Bindungen und versuchen zu durchschauen, was nur kurzfristig sättigt und vielleicht unerkannte Sehnsüchte verdrängt. Vielleicht können Jesus und sein Evangelium uns heute helfen zu erkennen, wo wir uns möglicherweise selbst betrügen und so am wahren Leben vorbeileben.
A) Allgemeines Gebet der Gläubigen
Wir beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der jeden Menschen ohne Vorurteile annimmt:
1. Für die Menschen, die unter Wassermangel und Dürre leiden: dass auch ihnen die kostbare Gabe des Wassers erschlossen wird…
ALLE: Du bist der Quell des Erbarmens!
2. Für die Menschen, die in ihrer Seele vertrocknet und verdurstet sind: dass sie den Brunnen lebendigen Wassers wieder finden…
ALLE: Du bist der Quell des Erbarmens!
3. Für die Taufbewerber bei uns und auf der ganzen Welt: dass sie ihr Herz dem Wort Jesu öffnen…
ALLE: Du bist der Quell des Erbarmens!
4. Für die Menschen, die von der Kernschmelze in Japan und von den kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen und anderswo betroffen sind: um neue Hoffnung…
ALLE: Du bist der Quell des Erbarmens!
5. Für die Menschen, die unter uns leben, aber notleiden und obdachlos sind, hungern und frieren: damit wir sie in christlicher Caritas wahrnehmen und ihnen helfen…
ALLE: Du bist der Quell des Erbarmens!
6. Für unsere Verstorbenen: damit sie die Erfüllung ihrer irdischen Sehnsucht erlangen…
ALLE: Du bist der Quell des Erbarmens! Ewiger Gott! Du bist die Quelle des ewigen Lebens, die nie versiegt. Du tränkst uns mit diesem Wasser und sättigst uns mit deiner Speise. Dafür danken wir dir und preisen dich durch Jesus Christus im Heiligen Geist, jetzt und in Ewigkeit. AMEN.
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9. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf und FG Bamberg
10.3.2011 von eduard.
Deuteronomium 11,18.26-28.32; Psalm 31,2-25; Römer 3,21-28; Matthäus 7, 21-27
Liedvorschläge: 474,1-3; 475; 476;745,1; 530,1;622; 481;482;558;473;579;1+2
In meinem Vorzimmer hängt über der Eingangstür eine farbige Bleistiftzeichnung, die mir ein Brautpaar anlässlich seiner kirchlichen Trauung geschenkt hatte. Es ist überschrieben mit dem Titel: „Vom Haus auf dem Felsen.“ Die Mahlcollage zeigt einen wuchtigen schwarzen Felsen, der aus dem Meer herausragt. Darauf steht ein Haus. Es ist durch das Fundament fest verankert, wie ein gesunder Zahn im Unterkiefer. Obwohl Feuersbrünste, Stürme und Strömungen, dagegen angehen und an den Felsen schlagen, schimmert das Lebenshaus schimmert golden. Regenwolken gießen ihren Inhalt von oben herab, als wollten sie das Haus aufweichen und wegschwemmen, aber es hält stand. Darunter haben die Brautleute ihren Namen geschrieben und ihre Ringe dazu gemalt. Sie wollten damit zum Ausdruck bringen, dass Ihre Liebe, die von Gott gesegnet und genährt wird, allen Prüfungen und Herausforderungen des gemeinsamen Lebens in der Ehe standhalten werden.
Was verleiht dem Leben einen solchen Halt? Oder was lässt es letztendlich gelingen? Danach sehnen wir uns doch alle. Das ist die Botschaft der Bergpredigt, die mit dem Gleichnis vom Hausbau auf dem Felsen endigt. Die Bilder vom letzten Erdbeben in Neu-Seeland sind uns noch in Erinnerung. Ganze Straßen mit ihren Häusern verschwanden vom Erdboden und hunderte Menschen starben. Solche Beben gibt es aber auch im zwischenmenschlichen Leben: wenn etwa eine Ehe auseinander kracht, wenn Missbrauchsfälle unsere Kirche erschüttern, und unsere fähigsten Politiker vom Bundespräsidenten bis zum Verteidigungsminister von einer ganzen Meute gejagt und zu Sturz gebracht werden, wenn Streit Gemeinden heimsucht und Vertrauen verloren geht. Was ist dann zu tun?
Müssten wir da nicht zunächst ein besseres Fundament legen? Nein, das müssen wir nicht, denn es ist schon da. Der tragende Untergrund - der Fels - ist schon vorhanden. Es gibt ungeahnte Kraftquellen und Ressourcen aus der Tiefe. Wir müssen sie nur sichten und heben. Es sind die Worte Jesu, die es gilt in Klugheit aufzunehmen und im Leben umzusetzen. Sie stehen in der Bergpredigt, die wir an den vergangenen Sonntagen gehört haben: selig die arm sind vor Gott, die also mit ihm rechnen und um ihre eigenen Grenzen wissen, vom Salz und Licht der Welt, von der Feindesliebe, die allein den Kreislauf des Bösen durchtrennt und Neues Leben entstehen lässt, vom Vertrauen auf die Vorsehung Gottes und weniger auf das ängstliche Sorgen, von der positiven inneren Haltung und Einstellung.
All diese Eigenschaften fast unser Glaube zusammen. Daraus vermag der Gerechte zu leben. Durch den Glauben wird der Mensch nach Römer 3, 28 gerecht und bekommt den unerschütterlichen Halt, den er braucht und nicht von den Werken des Gesetzes. Recht verstanden gipfelt aber auch das Gesetz des Alten Bundes im Glaubensbekenntnis: „Sch´ma Israel…“ Höre Israel, der Herr dein Gott ist ein einziger Gott…“ Diese Worte schrieben sich die gläubigen Juden auf Pergamentstreifen, verschlossen sie in Kapseln, die ihre Haustüren schmückten, aber sie trugen sie auch in Kapseln, jeweils mit einem Gebetsriemen befestigt an Stirn und Handgelenk. An der Klagemauer, der ehemaligen Tempelmauer, werden uns wohl viele solcher betenden Menschen begegnen.
Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die es mit ihrem festen Glauben geschafft haben, ihr Leben zu meistern und ein Segen für andere zu werden. Letzte Woche feierten wir das Fest unserer Bistumspatronin, der heiligen Kunigunde. Was musste sie alles durchstehen und über sich ergehen lassen! Zunächst war es die Kinderlosigkeit, die sie sehr bedrückte. Dann kamen Verleumdungen der Untreue hinzu. In dem Zusammenhang entstand die Sage von ihrem Schreiten über den glühenden Pflugscharen. Geld- und Finanzierungssorgen beim Bau der vielen Kirchen und Klöster waren ihr nicht fremd. Wohl am schmerzlichsten traf sie das Zerwürfnis in ihrer eigenen Familie. Ihr Bruder hatte sich gegen den Kaiser aufgelehnt, so dass dieser in die Schranken weisen musste d.h. ihre Ländereien zerstörte und in Gewahrsam nahm. Bei all dem nahm Kunigunde ihre Zuflucht zu ihrem Glauben und im Gebet schöpfte sie ungeheuere Kräfte.
Denn wer seine Zuflucht beim Herrn sucht, wird niemals scheitern. (Psalm 31,2) Der Herr selber wird ihm zum schützenden Fels, auf dem er sein Haus und seine Lebensburg zuversichtlich bauen mag.
A) 9. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 6. März 2011
Zu Gott, der alle Menschen in sein Reich ruft, beten wir voll Vertrauen in unseren Anliegen mit der Antwort: Sei ihnen ein schützender Fels!
1. – Für die Christen: dass sie immer mehr von der frohen Botschaft erfüllt werden und diese weitersagen, wie auch für alle Menschen, die in diesen Tagen wahre Freude suchen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
2. – Für die Völker der Erde, besonders für Libyen, Ägypten und Tunesien : Schenke ihnen Frieden und Wohlergehen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
3. – Für unsere Kommunionkinder und Firmlinge: hilf ihnen, dass sie mit ihren Eltern einen bleibenden Zugang zum Glauben erlangen und sich bewähren…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
4. – Für unsere Politiker wie Guttenberg, die in der Öffentlichkeit gnadenlos fertig gemacht werden, damit sie sich auf ihren Glauben besinnen und daraus neue Kraft für den Dienst an unserem Volk schöpfen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
5. – Für alle, die zur Schöngestaltung des Bettages, der Kirche und der Gottesdienste beigetragen haben…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
6. – Für die beiden in Frankfurt erschossenen Amerikaner, für unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde und für alle unsere Toten: Nimm sie auf in deine Herrlichkeit…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
Gott, du willst, dass allen Menschen Glück und Heil zuteil werden. Wir danken dir, dass du uns In Christus den Weg zum Leben zeigst und bei uns bleibst mit deinem Segen, jetzt und alle Tage bis in Ewigkeit. AMEN.
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Aschermittwoch, 9. März 2011 Gremsdorf
9.3.2011 von eduard.
Liturgische Einführung
Die Asche hat dem heutigen Tag seinen Namen gegeben. Sie ist ein starkes Zeichen, das aufrüttelt und sogar schockiert. Wo sehen wir heute noch Asche? Wenn ein Auto ausbrennt oder ein Wohnhaus niedergebrannt ist, oder an Mamas oder Papas Zigarette oder vielleicht bei Urnenbestattungen. In meiner Kindheit war Asche etwas Selbstverständliches. Morgens nach dem Aufstehen, mussten wir als erstes den Aschenschuber aus dem Sparherd herausziehen und im Garten auslehren. Erst dann konnten wir neues Feuer machen.
Asche bleibt übrig, wenn etwas verbrannt worden ist. Meistens ist es nur ein unansehnliches Häuflein. Für einen Menschen der nach seinem Tod verbrannt wird, reicht eine kleine Urne aus. So gesehen, ist Asche Zeichen dafür, dass alles vergeht, wie das Holz im Ofen zu Asche niederbrennt. „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst!“ Diese Worte werden bei jeder Beerdigung gesprochen, wenn der Priester die Erde auf den Sarg wirft.
Die Bibel verbindet das Bild von der Asche mit dem des Staubes. So bekennt Abraham als er sich für die Bewohner von Sodom und Gomorrha einsetzt: „Obwohl ich Staub und Asche bin, habe ich es nun einmal unternommen mit dir zu reden. (Genesis 18,27) Vom gerechten Dulder Hiob im Alten Bund heißt es, dass er sich nach den vielfältigen Schicksalsschlägen in die Asche setzt und trauert.
Das Aschenkreuz fordert uns auf: Stelle dich auch deiner eigenen Vergänglichkeit. Denke an deinen Tod. Denke an das, was dich schmerzt, beschmutzt und Dunkel bleibt. Die Asche kündet uns auch: Manchmal muss etwas in deinem Leben verbrannt werden, damit an seiner Stelle Neues entstehen und wachsen kann. Asche ist auch der beste Dünger für die Pflanzen. In Fortführung dieses Gedankens hat das Christentum das Bild vom sagenhaften Vogel Phönix aufgegriffen, der aus seiner eigenen Asche wieder neu ersteht, und auf die Auferstehung Christi angewandt. Deshalb stellt der Aschermittwoch den Auftakt zur Österlichen Bußzeit dar, an deren Ende das Osterfest steht. Aus Staub und Asche geht neues Leben hervor.
Allgemeines Gebet der Gläubigen an Aschermittwoch A 2011
Jesus selbst hat versprochen bei uns zu sein, auch wenn Nacht und Dunkel, Blindheit und Finsternis über uns hereinbrechen. In dieser Hoffnung dürfen wir bitten:
1. Für alle, deren Gebet in Not, Bitterkeit und Enttäuschung erstorben ist…
2. Für alle, die in diesen Tagen Notleidende unterstützen, und für alle, die auf die Solidarität anderer angewiesen sind…
3. Für alle, die sich vorgenommen haben, in den kommenden 40 Tagen durch Verzicht und Umkehr ihr Leben neu auf dich auszurichten…
Herr Jesus Christus, dein Beispiel fordert uns heraus, dein Ruf zur Umkehr verändert unser Leben. Wir danken dir, dass du unser Leben erleuchtest und uns mit deiner Gnade beistehst. Dir sei Ehre und Lobpreis in alle Ewigkeit. AMEN.
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6. Sonntag im Jahreskreis, Bad Wörishofen, 13. 02.11
26.2.2011 von eduard.
Jesus Sirach 15,15-20; Ps 119, 1-5.17-18.33-34; 1 Kor 2,6-10; Matthäus 5,17-37
Liedvorschläge: 297; 170; 263; Messreihe; 634;
ERÖFFNUNGSVERS
Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet. Denn du bist mein Fels und meine Burg: um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.
HOMILIE
Riesenkräne vor unserem Kurheim transportieren in schwindelnder Höhe Tausende Tonnen Beton, Stahl, Steine und Baumaterialien. Sie fügen sie mit mm- Präzision in das Innere des Häuserkomplexes ein. Dabei entwickeln sie eine ungeheure Kraft. Die Bewegungen mit ihrer ausgefeilten Technik und Präzision sind von einer einmaligen Wucht.
Das scheint mir ein guter Vergleich zu sein zu der Wucht der Worte, die wir soeben in der Bergpredigt gehört haben. Wie Riesenkräne türmen sie sich auf und wir kommen uns dabei richtig klein vor. Sie wuchten die Worte der Bergpredigt in unser Herz hinein. Mit Jesus kommt ein neuer Ton in die Welt, der äußerste Konsequenz und Dringlichkeit fordert, die bis zur Härte geht, die wehtut. Sie entsprechen aber der Nähe des Reiches und des Willens Gottes. Hier lehrt einer mit göttlicher Vollmacht, nicht mit dem Wischi-Waschi menschlicher Führer und Politiker. Beim Muskeltraining der vergangen Tage hieß es immer wieder: „Üben und Dehnen bis zur Schmerzensgrenze!“ Ein Trainingsprogramm, das die befallenen Muskelpartien nur schont taugt nichts.
Die 6 Antithesen: Ich aber sage euch…mögen die judenchristlichen Auseinandersetzungen mit dem Gesetzesverständnis der Thora wiederspiegeln. Denn an die Judenchristen aus Palästina schreibt Matthäus sein Evangelium. Sie tun sich zuweilen schwer, zu akzeptieren, dass das Heil, das Christus uns erworben hat, allen Menschen angeboten wird. Deshalb lässt Matthäus Jesus auftreten, als einen, der das Gesetz der Alten keineswegs abschafft, sondern erfüllt, ja sogar verschärft. Denn er schlägt auf die Wurzel und sieht die Ursachen für menschliches Versagen. Ob ein Mensch gottgefällig lebt, entscheidet sich in seinem Herzen. Für Jesus ist schon die Gesinnung, die innere Haltung wichtig. Der Bergprediger zieht den Willen Gottes vom Himmel herab und will ihn in unser Leben zur Geltung bringen. So wirbelt er hinein in unser oft so lustloses Beten, in unseren Dienst nach Vorschrift, unsere zweideutig schillernden Vorhaben und Absichten. Mit der größeren Gerechtigkeit geht es um das Bestehen können vor Gott, um die Art und Weise, wie wir uns Gott zuwenden, um das Vertrauen auf dem Weg zu Gott.
Demgegenüber versuchen wir oftmals die Aussagen Jesu weichzuspülen, sie zu deuten, sie zu erklären und in ihrer Schärfe zu verharmlosen, ihnen das Sperrige zu nehmen, Den lauten Anruf Gottes zu unterdrücken, wie wir ein Klingeln unseres Handys zur Unzeit unterdrücken. Teresa von Avila entschloss sich immer den schwereren Weg als den vollkommeneren zu beschreiten. Daran muss sich jeder Reform und jeder Reformaufruf messen lassen.
Die größere Gerechtigkeit nimmt uns einfach den Maßstab aus der Hand, mit dem wir andere taxieren und beurteilen möchten. Ja, es gilt das Vollkommenheitsideal anzustreben, wie es uns Gott Vater darstellt, der seine Sonne scheinen lässt über Gerechte und Ungerechte. Dazu ergeht der Aufruf der eine Wucht hat, wie die Wucht eines großen Gusses. „Der Guss hat eine Wucht!“ pflegt Schwester Thimothea zu sagen. AMEN.
A) 6. Sonntag im Jahreskreis, BadWörishofen, 12.02.11
Jesus ist nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern sie zu erfüllen und zu verinnerlichen. Darum wollen wir füreinander beten:
1. Für alle Männer und Frauen, die in der Kirche ein Amt, einen Dienst oder eine Aufgabe übernommen haben und mag sie auch noch so geringfügig sein…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
2. Für unser Land, und alle, die in ihm leben und arbeiten, die es regieren, und für die es schützen im Innen und bei Auslandseinsätzen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
3. Für alle unsere Kurgäste, die hier etwas für ihre Gesundheit tun und ihren Glauben auffrischen möchten…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
4. Für alle, die sich um Menschen in schwierigen Situationen annehmen: für Alten- und Krankenpfleger, für Sozialarbeiter und Therapeutinnen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
5. Für die vielen Menschen: Muslime und Christen in Ägypten, die in Not geraten sind und vor einer ungewissen Zukunft stehen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
6. Für unsere Verstorbenen, die von uns gegangen sind, damit sie Aufnahme finden im Reich des Himmels…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
Herr, dir sei Dank – heute, morgen und an allen Tagen bist in Ewigkeit. AMEN.
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5. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 6. Februar 2011
6.2.2011 von eduard.
Jesaja 58,7-10; Psalm 112,4-9; 1 Korinther 2,1-5; Mt 5,13-16
521,1-3; 907; 645,3; 530,2 ; 622; 940,2; 960; 616; 634,1+2; Ab Lichtmess gilt die marianische Antifon: 579
Am Donnerstag war es infolge des Eisregens wieder mal aalglatt. Er hatte in wenigen Minuten die Straßen und die Gehsteige mit einer Eis- schichte überzogen. Ich hatte gerade einen Arzttermin in Erlangen und konnte vom Auto aus kaum Praxis erreichen. Auf dem Rückweg hatte jemand von den Hauseigentümern etwas Salz auf den Gehsteig gestreut. Ich sehe noch deutlich einige Brocken davon. Sie brachten das Eis in kürzester Zeit zum Schmelzen und man konnte sich wieder fortbewegen. So erweisen sich schon geringe Mengen an Salz hilfreich. Eine kleine Prise genügt auch, um die Speisen zu würzen. Ich musste eine zeitlang Brot völlig ohne Salz essen. Es war nicht nur furchtbar fad, sondern schmeckte nach gar nichts.
Das ist der Vergleichspunkt, wenn Jesus zu denen, die ihm nachfolgen sagt: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Es braucht nur einer Prise überzeugter Christen, um unsere Gesellschaft zu verwandeln, um den christlichen Glauben wieder attraktiv und für die Menschen schmeckbar zu machen, um das Eis des Hasses, des Neids aufzutauen. Sie überzeugen nach Paulus im 1. Korintherbrief durch ihre Lebensweise, weniger durch vollmundige Sonntagsreden oder gelehrte Abhandlungen, durch Überreden oder gar raffinierte Tricks. Werbeagenturen lassen grüßen! Denn unser Glaube stützt sich nicht auf Menschenweisheit, sondern auf die Kraft Gottes.
Wer vielmehr die Werke der Barmherzigkeit, wie sie Jesaja aufzählt, übt bei dem wird das Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und die Wunden werden schnell vernarben. „Dann geht im Dunkel dein Licht auf, und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.“
Ein einziges Licht, auf den Leuchter gestellt, genügt, um dem ganzen Haus Licht zu spenden. Verschiedene Übersetzungen versuchen diese Stelle verständlich zu machen. Die Einheitsübersetzung gebraucht den Ausdruck: „Gefäß“, andere wiederum „Eimer“ oder umschreiben den Vorgang mit dem Zudecken einer Lampe. In der Zeit, in der es noch kein oder nur spärlich elektrisches Licht gab, eignete sich ein Scheffel sehr gut als Lichtfläche. Man stülpte es um und konnte darauf den Leuchter stellen. Unter Scheffel verstehe ich ein flaches Fass, das gewöhnlich zum Salzen der Fleischvorräte diente. Es ließ sich sehr leicht wenden und auf den Kopf stellen. Der flache Boden, abgegrenzt mit einem Reifen, bot ausreichend Schutz vor unvorhergesehenes Entzünden und Bränden.
Wohl dem Menschen, der bereit ist zum Helfen,… sein Herz ist getrost, er vertraut auf den Herrn. Salz und Licht für die Welt sein, dass ist auch unsere Aufgabe. Wer sich darauf einlässt, wirkt nicht nur überzeugend auf andere ein, sondern erfährt auch Gottes Hilfe und wie er mit dieser Aufgabe wächst. Amen.
A) 5. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 6.02. 2011
Jesus Christus hat allen, die an ihn glauben und ihm nachfolgen aufgetragen, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. So bitten wir:
1. – Für alle, die in diesen Tagen Freude und Frohsinn suchen, damit sie es mit rechtem Maß tun und wahre Freude finden…
ALLE antworten mit Stille( 5 Sekunden!)
2. – für die Menschen, die sich wegen ihrer Krankheit oder wegen erlittenen Leidens nicht mehr freuen können…
3. – für die Christen, dass sie Salz der Freude für die Welt sein können…
4. – Für uns selber, dass wir aufmerksam und dankbar sind für die großen und kleinen Freuden des Lebens…
5. – Für die Opfer des Zyklons in Australien und des Tsunamis von den Bergen in Brasilien, damit sich Land und Luft wieder beruhigen…
6. – Für unsere Verstorbenen, damit ihnen dein ewiges Licht
leuchtet…
Gott, du bist Licht und Leben in dreifaltiger Gemeinschaft. Du willst, dass wir Menschen Freude und Leid miteinander teilen. Dafür sei dir Dank und Lobpreis jetzt und in Ewigkeit. AMEN.
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Darstellung des Herrn, 2. 2. 2011(Emskirchen, NEA, Gremsdorf)
2.2.2011 von eduard.
40 Tage nach Weihnachten feiert die Kirche die Erinnerung, dass der Jesusknabe nach seiner Geburt von Maria und Josef in den Tempel gebracht wurde, um ihn Gott darzustellen. Pilgerin Aetheria berichtet schon im 4. Jh., dass man den 40. Tag nach Erscheinung in Jerusalem mit einer festlichen Prozession und Eucharistiefeier begangen habe. Im 5. Jh. feiert die Ostkirche bereits das Fest „Hypapante“ (Fest der Begegnung) mit einer Lichterprozession. Fast zur gleichen Zeit entstand ein ähnliches Fest auch in Rom, um eine heidnische Sühneprozession zu verdrängen. Die Kerzenweihe vor dem Gottesdienst entstand um die Jahrtausendwende in Gallien(das Gebiet des heutigen Frankreichs) Lichterweihe und Prozession führten zur deutschen Bezeichnung „Lichtmess“ Durch die Lichterprozession soll zum Ausdruck gebracht werden: Christus, das Licht der Welt kommt erstmals in den Tempel, in das Haus seines Vaters und begegnet in Simeon und Hanna erstmals seinem Volk.
Die Gottesmutter ordnet sich der Vorschrift unter, die für Wöchnerinnen galt: 33 Tage nach der Geburt galten Mütter als kultisch unrein, mussten zu Hause bleiben. Auf keinen Fall durften sie den Tempel betreten. Die Vorschrift galt für die Geburt eines jeden Kindes, sei es Junge oder Mädchen. Nach dieser Wartezeit mussten sie in den Tempel gehen und das sog. Reinigungsopfer darbringen lassen. Das bestand eigentlich in einem einjährigen Schaf, das die Mutter dem Priester als Brandopfer an den Eingang des Offenbarungszeltes brachte. Er sollte sie entsühnen und so kultisch von ihrem Blutfluss reinigen. Wenn sie die Mittel für ein Schaf nicht aufbringen konnte, durfte sie auch 2 Tauben opfern: die eine als Brandopfer, die andere als Sühneopfer. Bei Maria und Josef scheint es nur für das Armenopfer gereicht zu haben. Am Nikanortor an der Ostseite des Frauenvorhofes wurde Maria von einem Priester für rein erklärt, was sie ja eigentlich immer schon war. Denn sie bringt ja denjenigen in den Tempel, der sein Volk von seinen Sünden reinigen wird. In den beiden Tauben sahen die Kirchenväter stets die beiden Testamente: den alten Bund mit dem Brandopfer und den neuen mit dem Sühneopfer, das Jesus Christus selber darbringen wird.
Zu dem Reinigungsopfer kam noch eine zweite Vorschrift hinzu, wenn es sich beim Kind um einen erstgeborenen Knaben handelte. In Erinnerung an den Auszug der Ägypter, der von Gott dadurch beim Pharao gleichsam erzwungen wurde, dass er die Erstgeboren Söhne der Ägypter mit dem Tod schlug, gehörte jede männliche Erstgeburt dem Herrn und musst ausgelöst werden. Das Lösegeld von 5 Scheckel mussten die Eltern nicht im Tempel, sondern konnten es auch bei jedem Priester in Israel entrichten. Eine Darstellung im Sinne einer Weihe des Erstgeborenen im Tempel, wodurch das Kind an Gott als Eigentum überantwortet wird, sah das Gesetz eigentlich nicht vor. Die Darstellung, von der Lukas spricht erinnert am ehesten an die Erfüllung des Gelübdes der lange Zeit kinderlosen Hanna. Nachdem der Herr ihren Kinderwunsch erfüllt hatte, übergab sie ihren Sohn Samuel dem Priester Heli am Heiligtum in Schilo.
Was bedeutet nun die Darstellung näherhin? Erschöpft sie sich lediglich darin, dass der Knabe Gott gezeigt bzw. vorgestellt wird, oder wird er Gott geweiht, ihm übereignet oder gleichsam geopfert. So heißt es auch im 4. Geheimnis des freudenreichen Rosenkranzes: den du, o Jungfrau, im Tempel geopfert hast. Die Gabe Gottes, die Maria in der Geburt empfangen hatte, gibt sie an den Vater zurück. Diese Darbringung sollte Wirklichkeit werden im Kreuzesopfer des Sohnes auf Golgotha. Maria ist der neue Tempel, in dem Gott Wohnung genommen hat. Der Prophet Maleachi deutet Jesus voraus, der als Bote des Bundes unerwartet in seinen Tempel einzieht.
Innerhalb des neuen marianischen Tempels kommt es zur Begegnung mit dem greisen Simeon. Simeon nahm das Kind in seine Arme und preist es als das Licht, das die Heiden erleuchtet. Gott der sich hinter so vielen Vorhöfen des alten Tempels verbirgt und den der Hohenpriester im Allerheiligsten einmal im Jahr anrufen durfte, wird Simeon von Maria in die Arme gelegt. Der ferne Gott, wird zum Gott mit uns. In seinem Dankgebet bezieht sich Simeon auf den Propheten Jesaja, der vom Gottesknecht aussagt, dass er zum Licht für die Völker wird. (Jes 49,8-9) Nach seinem Lobpreis spricht Simeon von einem Zeichen, dem widersprochen wird. Seine Gegner sehen durch seine Gesetzesauslegung den Glauben in Gefahr und überliefern ihn dem Kreuzestod. Dadurch wird das Kreuz zum Ort der Reinigung und des Loskaufes für jeden Menschen.
Maria hat den Sohn im Tempel Gott zurückgegeben und sie steht auch unter dem Kreuz, wenn der Sohn sich dem Vater darbringt.
In einem Gebet der Ostkirche heißt es: „Schmücke dein Brautgemach Zion, und empfange Christus, den König; umarme Maria, die Pforte des Himmels, denn sie erscheint dem Thron der Cherubim ähnlich. Sie trägt den König in Herrlichkeit. Die Jungfrau ist eine lichte Wolke, die in ihrem Fleisch ihren noch vor dem Morgenstern geborenen Sohn trägt.“
Meditation zu Maria-Lichtmess
„Schmücke dein Brautgemach Zion,
und empfange Christus, den König;
umarme Maria, die Pforte des Himmels,
denn sie erscheint dem Thron der Cherubim ähnlich.
Sie trägt den König in Herrlichkeit.
Die Jungfrau ist eine lichte Wolke,
die in ihrem Fleisch
ihren noch vor dem Morgenstern geborenen Sohn trägt.“
A) Darstellung des Herrn, Emskirchen, NEA, Gremsdorf,
1-2. Februar 2011
In Jesus Christus ist der Welt ein Licht aufgeleuchtet, das alle Dunkelheit vertreibt. Zu ihm beten wir. Christus, unser Licht und Leben, wir bitten dich, erhöre uns:
1. Wir beten für alle, die im Dienst des Evangeliums stehen und durch Wort und Zeugnis auf dich hinweisen, besonders für die Ordensleute…
ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:
2. Für alle, die ihrer Sehnsucht nach Frieden und Heil Raum geben und ihr Leben dafür einsetzen…
ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:
3. Für alle, die nach einer guten Zukunft Ausschau halten und mutig und zuversichtlich den Weg ihres Lebens und Glaubens angehen…
ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:
4. Für alle, die in der Dunkelheit ihres Lebens gefangen sind und keine Hoffnung auf Besserung sehen können…
ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:
5. Für die Opfer des Zugunglücks bei Magdeburg in Sachsen- Anhalt und der Demos in Ägypten, wie auch des Terroranschlags in Moskau…
ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:
6. Für unsere Verstorbenen, die im Glauben an die Begegnung mit dir und im Glauben an die Vollendung ihres Lebens in Gott gestorben sind…
ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:
Gott, Du schenkst das Licht, das wir für alle Menschen erbitten und schaffst das Heil, das uns verheißen ist. Dich loben wir mit Jesus, deinem Sohn, in der Kraft des Heiligen Geistes jetzt und in Ewigkeit. AMEN.
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4. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 30.01.2011
30.1.2011 von eduard.
Zefanja 2,3; 3,12-13; Ps 146; 1 Kor 1,26-31; Mt 5,1-12a
Liedvorschläge: 614,1+2; 464; 630,1; 530,6; 264; 469;470,1+2; Kommunion: 829 und Dankgesang 473,1+2; zum Auszug eventuell 897,1
ERÖFFNUNGSVERS
Der Herr der Herrlichkeit und der Spender jeder Gnade sei mit euch!
Wir wollen deinen heiligen Namen (Gott) preisen, uns rühmen, weil wir dich loben dürfen…Meistens aber jammern und klagen wir. Ich bekenne Gott, dem allmächtigen….
HOMILIE
Es gibt in Bamberg eine schöne moderne Kirche, namens St. Urban im Babenberger Viertel gleich links, wenn man von der B 22 auf dem Münchener Ring von Debring her in die Stadt fährt. Das Gotteshaus bezieht sein Licht aus 8 Fenstern, die 8 breite Lichtströme hereinleiten und den Raum durchfluten. Es sind die Fenster der 8 Seligkeiten. Da ist das Fenster der Armen, der Trauernden, der Gewaltlosen, der Gerechten, der Barmherzigen, derer die reinen Herzens sind, der Friedensstifter, der Verfolgten. Im Heiligen Land gibt es am Ufer des Sees Genesareth ebenfalls eine Kirche der 8 Seligkeiten, die wir voraussichtlich besuchen werden. Die Bamberger Kirche fasziniert mich jedes Mal und ich suche sie gerne auf, um dort zu meditieren. Denn die 8 Seligkeiten spenden das Licht von dem unser christlicher Glaube lebt.
Zunächst sind die Seligpreisungen Glückwünsche für Menschen, die sich an der frohen Botschaft, am Evangelium ausrichten. Sie tun gut daran, denn ihre Heilsgeschichte geht gut aus. Die 8 Seligpreisungen bei Matthäus, - Lukas kennt nur 4 -, hängen inhaltlich zusammen. Der arme und trauernde Mensch rechnet mit dem Trost Gottes. Der gelobte Mensch ist nicht gewalttätig, er nimmt sich in seiner Machtausübung zurück, er ist friedfertig und barmherzig.
Der Lohn, den die Christen für ihr Leiden und Tun erhalten, ist überweltlich und zukünftig. Es gibt einen Ausgleich für Verzicht und Mühen, es gibt Gerechtigkeit für alles Leiden. Es gilt der überschießende Lohn, der im Kreislauf des Gebens und Nehmens noch aussteht und den nur Gott kennt. Alles tun und leiden soll Gott ähnlich machen, der vollkommen ist in seiner Geduld und Barmherzigkeit. Solches Bestreben lässt aber jetzt schon Freude aufkommen. „Freut euch und jubelt!“
Der Auftakt: „Selig sind…makarioi “ ist nicht einfach zu umschreiben. Man hat es in verschiedenen Zeiten versucht anders zu übersetzen. In den 30-er Jahren des Dritten Reiches hieß es „Heil euch, ihr Armen! …“, aber das Wortspiel mit dem Heil, hat sich bald ins Gegenteil gekehrt, dass in Strömen von Blut und Gewalt endete. In den 70-er Jahren hieß es „Wohl euch, ihr Armen, ihr Trauernden, ihr Hungernden…“ Aber das klingt recht flach nach Wohlstand und Wohlergehen. Das kann es wohl auch nicht sein, was Jesus gemeint hat. So ist man wieder zu der seit alters her gewohnten Übersetzung: „Selig“ zurückgekehrt. Der Ausdruck lässt sich gut mit dem Wort umschreiben: „Gesegnet sind vom Herrn, die Armen, die Trauernden, die Friedfertigen…Denn die Seligpreisungen sind doch letztlich gemeint als Segen und Verheißung. Gesegnet sind sie nicht, weil Armut, Trauer, Verfolgung der 100 Millionen Christen weltweit an sich etwas Schönes wären, sondern weil Gott sich auf ihre Seite stellt und die Betroffenen mit ihm rechnen, ihre Hilfsbedürftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit anerkennen. „Denn Gott hat das Schwache in der Welt erwählt, das Niedrige und Verachtete.“ (1 Kor 1,27-28)
Gesegnet sind sie, weil Jesus nie müde wird zu betonen, weshalb er in die Welt gekommen ist, nämlich „um zu retten, was verloren war.“ Denn „ nicht die Gesunden bedürfen des Arztes und der Hilfe Gottes, sondern die Kranken.
Gleichzeitig sind die Seligpreisungen auch ein Appell an alle, das Menschenmögliche zu tun, damit der Hunger nach Gerechtigkeit gestillt wird, die Trauernden Trost erfahren. Gott will nicht alles allein machen, sondern lädt ein mit ihm mitzuwirken. Diese Zusammenarbeit ist wie das Öffnen der Fenster in der Kirche, um das Licht hereinzulassen.
Menschen mit solch einer Grundhaltung werden empfänglich für den Aufruf des Propheten Zefanja: „Sucht den Herrn, sucht Gerechtigkeit, sucht Demut!“ In den Kehrvers des Psalms können auch wir einstimmen: „Wohl dem Menschen, der Gottes Wege geht und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott setzt.“ Amen.
A) 4. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf. , 30.01.2011
Wir wiederholen heute: Du, unser Retter, erbarme dich!
Jesus Christus hat uns gesagt, wer in seinen Augen selig ist. Im Wissen um unsere innere Armut und Erlösungsbedürf-tigkeit beten wir voll Vertrauen:
1.- Wir beten für die anglikanischen Christen, die mit ihren Bischöfen und Priestern sich nach der vollen Einheit mit der katholischen Kirche sehnen und auch schon vollzogen haben…
ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich
2.- Wir beten für die Ordensgemeinschaften, die in unserer Konsum- und Spaßgesellschaft kaum noch Nachwuchs
finden…
ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!
3. - Wir beten für die Menschen im Heiligen Land, in Ägypten und Tunesien: um Frieden, Gerechtigkeit, Verständnis und Toleranz im Alltag…
ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!
4.- Wir beten auch für unsere Pfarrgemeinde, damit wir durch Lesen und Betrachten der Bibel zu einem vertieften Glauben kommen…
ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!
5.- Wir beten für die Toten des Terroranschlags in Moskau und alle unsere Verstorbenen, die von uns gegangen und heimgekehrt sind zu Dir…
ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!
Gott, unser Vater, wir danken dir für die Frohe Botschaft, die uns dein Sohn gebracht hat, und preisen dich jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.
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