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Orzydorfer Friedhofsbuch - Beitrag von Dietmar Giel
Pünktlich zum Heimattreffen am 25.05.2007 in Nürnberg, erschien das von der Heimatortsgemeinschaft Orzydorf (HOG) herausgegebene, umfangreiche Friedhofsbuch der Gemeinde Orzydorf, einer bekannten, einstmals deutschen Gemeinde im Banat.
Die Autoren, Georg und Rainer Kierer, legen mit dem Orzydorfer Friedhofsbuch eine beachtenswerte und äußerst gediegene Arbeit vor. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der gesamte Aufbau und die Gestaltung des Buches Seite für Seite wohltuend, übersichtlich und gefällig sind.
Nach der üblichen Einleitung – Vorwort, Grußwort des jetzigen Pfarrers Petru Velciov, sowie einer Kirchenbeschreibung des ehemaligen Heimatpfarrers Egmont Franz Topits - folgt eine Benutzeranleitung mit Erläuterungen zu den einzelnen Grabstätten, zum Aufbau der Seiten, sowie den Anmerkungen. Sie ermöglicht und erleichtert den Umgang mit den ungewohnt vielen Daten und sollte daher gründlich studiert werden. Selbst Ungeübte werden sich danach in der Benutzung des Buches rasch zurechtfinden. Die so genannten Querverbindungen zu den Gräbern machen die Suche nach den Vorfahren leichter. Darüber hinaus werden in so manchen Fällen verwandtschaftliche Beziehungen erkennbar, die vorher unbekannt waren. Außerdem werden all diejenigen, deren Vorfahren aus Orzydorf stammen, sowie Genealogen darin wichtige Informationen über die Einwohner Orzydorfs finden.
Von den 1108 erfassten Grabstätten, welche im Vorsatz des Buches in Form eines Lageplans zur besseren Orientierung dargestellt wurden, sind 717 Grabsteine mehrfarbig abgebildet. Die Daten weiterer 391 Grabstätten, die keinen Gedenkstein haben, aufgelassen oder mehrfach belegt wurden, sind ebenfalls in dem Buch erfasst worden.
Schon allein die Anzahl der Grabstätten lässt erahnen, welcher Arbeits- und Zeitaufwand nötig war, um dieses Buch zu erstellen. Das schafften die Autoren mit äußerster Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit.
Das Personenregister, die Listen der Orzydorfer Gefallenen und Vermissten im Ersten und Zweiten Weltkrieg, der Opfer der Deportation in die Sowjetunion, sowie der kleine Friedhofsführer runden das Bild des Buches zusätzlich ab. Die im Nachsatz abgedruckte Banat-Karte sowie ein Beilegeblatt mit den Häusern des Dorfes und deren Einwohner um 1940 dienen als Orientierungshilfe.
Das Orzydorfer Friedhofsbuch ist ein Produkt jahrelanger zeitaufwendiger Forschungsarbeit und soll für all jene, die nicht mehr in ihrer einstigen Heimatgemeinde leben, ein wichtiges Kulturgut sein.
Den heute weit verstreut lebenden Orzydorfern ist es nun möglich, ihre Vorfahren zu finden – und die meisten werden feststellen, wie interessant es sein kann, die Familien in die Vergangenheit zurückverfolgen zu können. Dieses Buch kann ebenso aufschlussreich wie spannend sein. Es ist ein Schatz, ein Tor zu unserer eigenen Vergangenheit im Banat und bringt sie auf besondere Art wieder ins Bewusstsein durch Namen, Jahreszahlen und Hinweise, die gegen das Vergessen ankämpfen. Kindeskinder werden vielleicht früher oder später nach ihren Wurzeln fragen: dieses Buch gibt bestens Auskunft.
Es ist gleichzeitig ein Denkmal für die Vorfahren und sollte in jeder Orzydorfer Familie seinen Platz finden und rege genutzt werden. Deshalb ist das Buch allen Orzydorfer Landsleuten zu empfehlen, denn eine große Lesergemeinde wäre ein Zeichen der Anerkennung der kostspieligen ehrenamtlichen Arbeit der Autoren.
Möge das Buch all denen, die sich Orzydorf und ihrer Heimat verbunden fühlen, dazu dienen, die Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen und aus ihrer Geschichte zu lernen.
Dietmar Giel
Georg und Rainer Kierer: Orzydorfer Friedhofsbuch, Herausgeber: Heimatortsgemeinschaft Orzydorf 2007, 312 S., Format A4, Preis: 50 Euro einschließlich Versand innerhalb Deutschlands. Bezugsanschrift: Karin und Eduard Ortmann, Wadackerweg 2a, 90763 Fürth, Telefon 0911/713525.
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