Archive for April, 2010

4. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 24.4. und Emskirchen, 25.4.2010

Sunday, April 25th, 2010

Apostelgeschichte 13,14.43b – 52

Offenbarung 7,9.14b-17

Johannes 10,27-30

 

Vor langer Zeit herrschte in Arabien der König Hatim Tai. Ein anderer König wollte ihm sein Reich wegnehmen. Um unnötiges Blutvergießen der Seinen zu vermeiden, trat Hatim Tai zurück und zog sich in eine einsame Berggegend zurück. Doch der neue König konnte sich nicht an den Gedanken gewöhnen, dass sein Vorgänger noch am Leben ist und setzte deshalb eine Belohnung von 5000 Goldstücken aus, um den alten König zu fangen. Eines Tages vernahm Hatim Tai in seiner Höhle das Gespräch eines armen Holzfällers, das er mit seiner Frau führte wegen der ausgesetzten Belohnung. Zusammen mit dem Holzfäller trat er vor den neuen König und stellte sich, um der armen Familie die 5.000 Goldstücke zu sichern. Von soviel Großzügigkeit war der fremde König so überwältigt, dass er mit seinem Heer abzog und Hatim Tai wieder den Thron überließ. Könige trugen früher den Ehrentitel Hirte des Volkes. Wir kennen einen, der nicht nur sein Leben für die Menschen riskiert hat, sondern es auch tatsächlich hingegeben hat.

 

1. Der gute Hirt sorgt für die Schafe, die ihm anvertraut sind. Es gibt aber noch andere Schafe, die nicht aus dem gleichen Pferch sind, auch sie muss er rufen und  sich um sie kümmern. Er kennt sie und sie folgen seiner Stimme. Im hl. Land ging der Hirt stets seiner Herde voraus, und stieß von Zeit zu Zeit einen Laut aus, der typisch für seine Herde war oder er blies eine Melodie auf der Flöte. Auch Überfälle und wilde Tiere können der Herde nichts anhaben. Denn der Schäfer schützt und verteidigt seine Tiere. Ja, er gibt sogar sein Leben für sie hin. Wir erfahren, dass der Menschenhirt Jesus Christus ist, der mit dem Vater eins ist. Deshalb hat er ihn auch von den Toten auferweckt und schenkt denen, die ihm folgen ebenfalls „ewiges Leben“.   Wie der Sohn  in der heiligen  Dreifaltigkeit eins ist mit dem Vater und dem Heiligen Geist, so sollen auch die Menschen einer Gemeinde ein Herz und eine Seele sein. Die Mitglieder einer guten Familie, werden sich immer wieder bemühen, gemeinsam die Mahlzeiten einzunehmen und sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Auch in unserer Zeit  sind  die Gemeinschaft der Familie und die Gemeinschaft der Gemeinde und Kirche  von reißenden Wölfen bedroht.

 

2. Der Herr hat Paulus und Barnabas aufgetragen: „Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.“ Das heißt, dass sie ihre Berufung darin sehen, das Evangelium vom Guten Hirten, der sein Leben hingab für seine Schafe, bei den Heiden zu verkünden. Das brachte ihnen aber seitens ihrer Landsleute nicht nur Eifersucht, sondern auch Verfolgung ein. Es hat damals schon Leute gegeben, die gegen die Glaubensbooten hetzten. Und es gelang ihnen sogar sie aus ihrem Gebiet zu vertreiben. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen und wandten sich einem anderen Gebiet zu.

 

3. In der Offenbarung sieht der Seher eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen, die sich um den Thron  und um das Lamm versammeln, um zu dienen und  anzubeten.

Mit dem Lamm ist der auferstandene und verklärte Christus gemeint, eben das Osterlamm, das Tod und Sünde besiegt hat. – Auch hier haben wir wiederum den Grundgedanken, dass das Heil für alle Menschen bestimmt ist, die durch die Botschaft der Jünger und Missionare zum Glauben kommen. „Das Lamm wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Die Gott anbeten hatten ihrerseits große Drangsale und Bedrängnisse durch zu stehen.

 

Die Menschen, die zu Boten Gottes bestellt sind, ob dies im priesterlichen, bischöflichen oder Laiendienst in der Kirche ist, werden immer Angriffen ausgesetzt bleiben. Alle Welt schlägt Gottes Boten. Wer Jesus nachfolgt, wird von der Welt immer geschlagen werden, weil er sich kraft seines Auftrages einmischen muss in die den Prozess der Selbstverherrlichung und Selbstrechtfertigung der Menschen. Es lässt sich unschwer nachweisen, dass die Atheisten wutentbrannt waren über das öffentliche Sterben Papst Johannes II. und über den Erfolg der ersten Jahre des Pontifikats von Benedikt XVI. Deshalb haben sie alle Mittel und Wege benützt, um diesen Einfluss zurück zu drängen. Ihre Machenschaften haben gerade in den letzten Tagen ein hohes Maß an Gehässigkeit und Feindschaft erreicht. Umso dringlicher wird es für die Getreuen, dass sie auf den Hirten schauen und das Lamm, und auf sein Wort und seine Stimme hören. Das erfolgt vornehmlich in der Anbetung. Die Verehrung der Eucharistie und die Anbetung des anwesenden Herrn, halten letztendlich die Herde zusammen, sei es die konkrete Gemeinde vor Ort oder die große Kirche weltweit.

Der Kehrvers fasst es so zusammen: „Freut euch, wir sind Gottes Volk; erwählt  durch seine Gnade.“ (GL 646,1)

 

C) 4. Sonntag der Osterzeit,  Gremsdorf Anstalt, 24. April  und Emskirchen,  25. April  2010

Herr Jesus Christus, du bist der gute Hirte aller, die dir folgen. Im Vertrauen darauf bitten wir dich:

 

1.- Lass deine Kirche immer mehr zu einer Lebensgemeinschaft aller Völker und Nationen mit dir werden, die ermutigt und stärkt…

ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!

 

 

2.- Nimm dich aller Menschen an, die unter Friedlosigkeit, Ungerechtigkeit und dem Krieg in Afghanistan zu leiden haben…ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!

 

 

3.- Rufe auch heute junge Menschen in deine Nachfolge und gib ihnen Mut gegen den Strom einer gleichgültigen und feindlich gesinnten Welt zu schwimmen…

ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!

 

 

4. – Mehre in unseren Gemeinden die Zahl der Menschen, die für geistliche Berufe beten und dafür werben…

ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!

 

 

5.- Schenke unseren Verstorbenen das Leben in Fülle und sei du der Lohn unserer verstorbenen Wohltäter…

ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!

 

Herr Jesus Christus, du und der Vater sind eins. Dir sei mit dem Vater und dem Heiligen Geist Dank und Lobpreis heute und in Ewigkeit. AMEN.

 

ZUR LITURGIE

Liedvorschläge, die sich auf den Guten Hirten beziehen:

474,1+3; 475; 476;

– Antwortpsalm nach der 1. Lesung: 646,1 oder 535,6; 718; oder 827 „Mein Hirt ist Gott der Herr…“(Diözesananhang)

– Halleluja 531,1 oder 530,2

– Gabenlied: 226; Präfation Nr.  5 von der Osterzeit

– Sanctus und Agnus Dei 481;482;

– Kommunion: 827 oder 225 oder 829 oder 640 

– Dankgesang 227 „Danket Gott, denn er ist gut

– Schlusslied 576 oder 222

E-Mail 24.04.2010

Saturday, April 24th, 2010

Liebe Bibelfreunde,

anbei ein sehr interessanter Ostersegen, den mir eine Einsenderin zur Verfügung gestellt hat. Er lässt sogar kreativ werden, sobald man beginnt ihn auszumalen und auszuführen.
Der 4. Sonntag der Osterzeit gilt als Sonntag des Guten Hirten oder Sonntag der Geistlichen Berufungen. Da die Schriftlesungen, vor allem das Evangelium im Lesejahr C diesmal etwas kürzer ausfallen, kann man etwas mehr singen.

In diesen Tagen haben  Presse und Medien immer wieder die Frage aufgeworfen, was ist Wahrheit, was ist Lüge. Manche Journalisten meinen vollmundig, das
sehr genau zu wissen, vor allem, wenn es um andere geht.

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 1993) definiert dies so: “Die Lüge besteht darin, dass man Unwahres sagt in der Absicht zu täuschen”
(Augustinus, mend.4,5)- Die Lüge ist der unmittelbare Verstoß gegen die Wahrheit. Lügen heißt gegen die Wahrheit reden oder handeln, um jemanden zu täuschen, der ein Recht hat, sie zu kennen. Da die Lüge die Verbindung des Menschen mit der Wahrheit und dem Nächsten verletzt, verstößt sie gegen die grundlegende Beziehung des Menschen und seines Wortes zum Herrn.” (2483) Gleichzeitig heißt es in 2507: “Die Rücksicht auf den guten Ruf und die Ehre der Menschen verbietet üble Nachrede und Verleumdung in Haltung und in Worten.”
Das dies zuweilen zu einer Gratwanderung führt, liegt auf der Hand. Denn Wahrheit ist eine sehr komplexe Wirklichkeit, die oftmals von den Beteilig- ten unterschiedlich wahrgenommen wird. Auch gibt es Grauzonen in Absicht und Erinnerung. Das hängt von den verschiedenen Filtern ab, mit denen wir einer Gegebenheit oder einem Erlebnis begegnen, die wiederum von vielen Faktoren, wie Erziehung und Prägung bestimmt sind. So kann es geschehen, dass widersprüchliche Aussagen über ein und denselben Vorgang möglich sind.

Deshalb empfiehlt es sich in Behauptungen, in denen man nicht ganz sicher ist, von dem persönlichen Eindruck zu sprechen, wobei nicht auszuschließen ist, dass auch eine andere Sicht der Dinge möglich sein könnte, die sich meiner Wahrnehmung entzogen hat. Folgende Redewendungen scheinen mir dabei nützlich zu sein:  “Nach meinem Eindruck…nach meiner Wahrnehmung…Wenn
ich Sie richtig verstanden habe…”

Generell sollte man bei der Wahrheitsfindung die 3 Siebe des Sokrates beherzigen und anwenden. Eines Tages kam ein Schüler zu ihm und wollte ihm den neuesten Tratsch aus der Stadt erzählen. “Halt!” fiel ihm der Weise ins Wort – Hast du das, was du mir erzählen willst, schon durch die drei Siebe laufen lassen: 1.”Ist das, was du mir sagen willst, auch wirklich wahr? D.h.
hast du es selber gesehen und dich davon überzeugt?” –  2. “Wenn es wahr ist, ist es auch gut und nützlich?”  und “Wenn es wahr und gut ist, ist es auch unbedingt notwendig, dass du dies weitersagst?”

Somit verabschiede ich mich für 2 Wochen von der Internetschleife, in denen ich als Hausgeistlicher nach Bad Wörishofen fahre und zugleich eine Kur durchführe. Auf dem Laptop habe ich noch keinen Internetanschluss und von einem fremden Rechner, kann ich zwar meine E-Mail-Post abrufen und beantworten, aber keine neuen Briefe schreiben.
Somit wünsche ich Ihnen(Euch) eine gute Vorbereitung auf den Sonntag und eine gute Zeit
Euer(Ihr) Internetpfarrer Topits

3. Sonntag der Osterzeit, Pommersfelden, 18. 04. 2010

Sunday, April 18th, 2010

Apostelgeschichte 5,27-41; Offenbarung 5,11-14; Joh2, 1- 14

 

Im heutigen Tagesgebet hieß es: „Lass die österliche Freude in uns fortdauern…“ und im Gabengebet wird es gleich heißen: „nimm die Gaben an, die deine Kirche dir in österlicher Freude darbringt. Du hast ihr Grund gegeben zu solchem Jubel, erhalte ihr die Freude bis zur Vollendung.“ Wir könnten den heutigen Sonntag überschreiben mit „Andauernde Osterfreude!“

 

Können wir das so ohne weiteres unterschreiben? Zurzeit sieht es in den Kirchen anbetracht der echten und vermeintlichen Missbrauchsopfer, wie auch der ungerechten Verurteilungen nicht gerade danach aus, in der Gesellschaft und Wirtschaft schon gar nicht. Hinzu kommen persönliche Schicksalsschläge, plötzliche Erkrankungen. Bei einer Frau, deren  Krebs 12 Jahre lang geruht hat, bricht er wieder ganz plötzlich und unerwartet aus. Eine ganze Präsidialmaschine mit 97 Menschen an Bord zerschellt beim Landeanflug auf Smolensk. Zwischen China und Tibet gab es beim Erdbeben dieser Tage hunderte Tote. Da muss einem doch die Freude im Halse stecken bleiben.

 

In der Lesung aus der Apostelgeschichte „freuten sich die Apostel, dass sie gewürdigt worden waren, für Jesu Namen Schmach zu erleiden.“  Vorher waren sie eingesperrt und in das öffentliche Gefängnis geworfen worden, aber ein Engel öffnete nachts die Gefängnistore und hieß sie erneut im Tempel auftreten und zu predigen. Danach bat der Tempelhauptmann sie erneut vor den Hohen Rat zu treten. Hier bezeugten sie ihren Glauben an den auferstandenen Herrn Jesus Christus. Die Hohenpriester verboten ihnen erneut im Namen Jesu zu predigen, aber die Apostel mussten Gott mehr gehorchen als den Menschen. Nach erneuter Festnahme und Auspeitschen erneuern sie ihr Bekenntnis, dass sie sich freuten, gewürdigt worden zu sein für ihren Herrn und Meister Schmach zu erleiden. Kann man in so einer Situation der Auseinandersetzung, der Bedrohung und der Gefahr um Leib und Leben noch von Freude sprechen? Sie konnten es offensichtlich. Sie wussten, dass ihr Herr und Meister, den größten Feind überwunden hat, der die Menschen seit Adam und Eva bedroht, nämlich den Tod. Ein Mensch, der nach solcher  Überzeugung lebt und sich zu Gott hin bekehrt, hat nämlich ein ausgeglichenes Gewissen. Wer Anschluss findet an den, der Macht hat über den Tod, der hat nichts mehr zu fürchten.

 

In der Offenbarung des Johannes stimmen deshalb die unzähligen Engel des Himmels ihr Loblied auf den Herrn Jesus an, der mit einem Lamm verglichen wird, dass am Kreuz geschlachtet wurde. Der Mensch, der Gott lobt und das Lamm lobpreist, der wird von einer geheimnisvollen Freude erfüllt.

 

In der letzten Ausgabe des Heinrichsblattes las ich von einer 90-jährigen Frau aus Forchheim. Dass sie so alt geworden sei  und jetzt inmitten ihrer Kinder, Enkel und Urenkel feiern dürfe, begründet  der Berichterstatter mit dem Hinweis: „Ihr Frohsinn und ihr Glauben – das war das Lebenselixier von Frau Margareta Ziegler.“ Ignatius von Loyola, der Gründer der Gesellschaft Jesu, kam so zu seiner Bekehrung. Als er im Leben Jesu und der Heiligen las, wurde er von einer andauernden Freude ergriffen, während die Ritterromane ihn schon kurz darauf bitter aufstoßen ließen.

 

Der wunderbare Fischfang mit dem Auferstanden ist ein weiterer Grund zur Freude. Das heißt, dass ich im Glauben bei allen Rückschlägen immer soviel Zuwendung und Freude erfahren kann, wie ich gerade brauche. Ein Netz, gefüllt mit 253 großen Fischen, ist doch ein Grund zur Freude! Mit wie viel Freude in der Stimme erkannte Johannes seinen Meister, als er dies Petrus zurief: „Es ist der Herr!“

 

Der Antwortpsalm 30, 6: bringt es auf den Punkt: „Wenn man am Abend auch weint, am Morgen herrscht wieder Jubel. Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, – Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.

 

Allgemeines Gebet: 3. Sonntag der Osterzeit, H + P, 18.4.2010

Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt und an seine rechte Seite erhoben. Er lässt auch uns nicht im Stich. Deshalb hat er allen seinen Heiligen Geist verliehen, die ihm gehorchen. So beten wir voll Vertrauen mit den Worten Gott, höre unser Rufen!

 

1. Für Papst Benedikt, dessen Wahl sich am Montag zum fünften Mal jährt: um Ausdauer und Durchhaltevermögen angesichts der vielfältigen Angriffe in den Krisen der Kirche unserer Zeit.

ALLE: Gott, höre unser Rufen!

 

2. Für den polnischen Staatspräsidenten und seine Begleitung, die  mit ihrer Maschine abgestürzt sind: Um Trost für die Angehörigen…

ALLE: Gott, höre unser Rufen!

 

3. Für alle, die in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Gewerkschaft Verantwortung tragen: um Bewahrung vor Mut- und Hoffnungslosigkeit…

ALLE: Gott, höre unser Rufen!

 

4. Für alle, deren Glauben schwach geworden ist, weil sie krank oder enttäuscht sind  und in diesen Tagen der Kirche den Rücken kehren: um Neubesinnung auf die positiven Werte der Kirche…

ALLE: Gott, höre unser Rufen!

 

5. Für die Opfer des Erdbebens an der Grenze zwischen China und Tibet und alle Erdbebenopfer weltweit: damit ihnen bald geholfen werden kann…

ALLE: Gott, höre unser Rufen!

 

6. Für unsere Verstorbenen, die um den Thron des Lammes stehen: um Erfüllung und Vollendung ihres Lebens…

ALLE: Gott, höre unser Rufen!

 

Herr, unser Gott, wir danken dir, dass Du uns  deinen Sohn Jesus Christus geschenkt hast. Ihm, der auf dem Thron sitzt und dem Lamm gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit.

 

Liedvorschläge: 222,1-3 oder 223,1-3; 831; 233,6 oder beten; 530,8 oder 530,1, 863, 834; 835; 859 oder 860; 864 – Schlusslied 585,1+5

E-Mail 17.04.2010

Saturday, April 17th, 2010

Liebe Bibel- Freunde unserer Internetgemeinde,

besonders gut hat mir bei meiner Osteraushilfe in Oberköst der wuchtige Osterleuchter gefallen, der auf Felsensteinen steht. Es ist ein sehr sinnvoller Hinweis auf das Felsengrab Jesu, aus dem er wie ein Licht auferstanden ist.
Es ist ein sehr stark sprechendes Symbol. Es ist auch wichtig, dass der Osterleuchter nicht vor dem Altar steht und ihn verdeckt.
Mit frohen Ostergrüßen
Ihr(Euer)
Internetpfarrer Topits

2. Sonntag der Osterzeit, 17.00 Uhr VAM in Gremsdorf/ Sonntag, 10. April 2010 in Stappenbach um 9.30 Uhr

Sunday, April 11th, 2010

Apostelgeschichte 5, 12-16; Offenbarung 1,9-19; Johannes 20,19-31

 

Neben meiner Haustüre hängt ein großer Holzschlüssel mit mehreren Hacken, an denen alle anderen Schlüssel hängen. Schlüssel sind wichtig nicht nur für die Wohnung, sondern auch für die Herzen der Menschen und vor allem für den Glauben.

 

In der Geheimen Offenbarung des Johannes, der zweiten Lesung,  spricht der Auferstandene, der sich dem Seher im Glanz seiner Gottheit zeigt: „Ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.“ d.h.  die Schlüssel, um das Reich des Todes in der Unterwelt zu öffnen. Byzantinische Ikonen stellen Christus dar, wie er nach seinem Tod am Kreuz in die Unterwelt geht. und von dort zusammen mit Adam und Eva die Gerechten des Alten Bundes heraufholt und befreit. Drei Tage lang war er dort als Toter, am dritten Tag jedoch ist er von den Toten und aus dem Raum des Todes auferstanden. Deshalb muss er über die Schlüssel für die Tür verfügen. Die Auferstehung Jesu ist ein Lebenszeichen des lebendigen Gottes. Er hat nun an der Lebendigkeit Gottes selbst teil. Wer die Schlüssel zu einer Wohnung hat, der kann auch andere aus dem Todesreich herauslassen. Im Glaubensbekenntnis heißt es denn auch: „Hinab gestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten…“ Wenn er damit aufschließt, so ist es endgültig und für immer.

 

Wenn ich Besitzer von Schlüsseln bin, so kann ich diesen auch weitergeben und gut bekannten Menschen anvertrauen mit der Bitte in meiner Abwesenheit in der Wohnung nach zu schauen und während meines Urlaubs zu lüften und die Blumen zu begießen. So hat Jesus seinen Schlüssel dem Apostel Petrus und den anderen Apostel anvertraut und sie damit betraut: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ So sollen Menschen die Öffnungs- und Schließarbeit des göttlichen Erlösers fortsetzen: d. h. mit anderen Worten sie sollen ihnen den Glauben erschließen und sie zum Glauben führen. In der 1. Lesung aus der Apostelgeschichte erfahren wir vom Wirken des Petrus. Im Auftrag seines Herrn heilt er Kranke. Ihre Angehörigen legten sie auf Betten und Bahren, dass wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel.“ Und es heißt, dass alle geheilt wurden.

 

Im Evangelium verwandelt der Auferstandene Herr die Hand mit den Fingern des Thomas zu einem Schlüssel, der ihm aus seinem Zweifel aufschließt und zum Glauben führt. „Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas hatte zunächst seinen Schlüssel verloren gehabt, aber indem er ihn gesucht hat, hat er ihn auch wieder gefunden.

 

In der Taufe und beim Empfang der Österlichen Sakramente wird auch uns der Schlüssel zum Glauben geschenkt. Der auferstandene Herr legt auch uns seine rechte Hand auf und spricht: „ Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.“ Dafür möchten auch wir dem Herrn danken, „denn seine Huld währt ewig.“ Und mit Thomas bekennen auch wir unseren Glauben: „Du bist mein Herr und mein Gott!“     

 

C) Allgemeines Gebet der Gläubigen am 2. Sonntag der Osterzeit, Gremsdorf in der Anstalt und Stappenbach, 10.04.2010

An diesen österlichen Tagen bitten wir Gott, der uns durch seinen Sohn den Heiligen Geist geschenkt hat: 

 

1.- Für die Kinder, die zum ersten Mal zur Kommunion gehen oder schon gegangen sind, wie auch für ihre Eltern, Lehrer und Seelsorger, die ihnen die Liebe Christi erschließen…

ALLE: Heiliger, unsterblicher Gott, erbarme dich ihrer! 

 

2.- Für alle Christen, die sich ihrer Taufe erinnern und sich mit Gott wieder versöhnt haben durch die  Beichte, Bußgottesdienst oder durch verschiedene Werke der Liebe und Buße…

 ALLE: Heiliger, unsterblicher Gott, erbarme dich ihrer! 

 

3. – Für alle die im Glauben müde geworden sind, weil sie krank, arbeitslos oder enttäuscht sind ob der Missbrauchsfälle und ganz besonders den Tröstergeist brauchen, der ihnen sagt: Fürchte dich nicht! Glaube wieder! …

ALLE: Heiliger, unsterblicher Gott, erbarme dich ihrer! 

 

4. – Für unsere (Gemeinschaft in der Anstalt oder )Gemeinde, unser Arbeitsteam und unsere Familien, die sich nach Erneuerung des christlichen Lebens sehnen…

ALLE: Heiliger, unsterblicher Gott, erbarme dich ihrer! 

 

5.- Für den tödlich verunglückten polnischen Staatspräsidenten und seine Begleitung, wie auch für alle unsere verstorbenen Schwestern und Brüder, die zum Mahl des Lammes gerufen sind und um den Schlüssel in dein Reich bitten…

ALLE: Heiliger, unsterblicher Gott, erbarme dich ihrer! 

Gott, unser Vater, dein auferstandener Sohn rahmt unser Leben als  der Erste und der Letzte, der immer bei uns bleibt. Er legt seine Hand auf uns und schließt uns die Tür zum wahren Leben auf. Darum lobpreisen wir dich in österlicher Freude, durch ihn Christus, unseren Herrn. AMEN. 

Liedvorschläge: 224 oder 220;Gloria 906; 223,1 +Psalm 118 im VI. Ton oder auch einfach beten; 530,8 oder 530,7; 863; 940,1; 959; 861+864; 585,1+2

E-Mail 11.04.2010

Sunday, April 11th, 2010

Liebe Freunde der Predigt- und Liturgieschleife,

anbei einige Anregungen für den 2. Sonntag der Osterzeit. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich den Sambacher Osterbrunnen letztes Mal schon zugesandt, aber die Auferstehungsikone vergessen anzuhängen. Man muss sie etwas aufhellen, was mir nicht gelungen ist. Vielleicht kann man trotzdem die Grundrisse erkennen.

 

Mit vielen Grüßen bis demnächst

Euer(Ihr)Internetpfarrer

Ostersonntag, Pommersfelden, 4. April 2010 – 10.15 Uhr

Sunday, April 4th, 2010

Kolosser 3,1-4; Apostelgeschichte 10, 34-43; Johannes 20, 1-9

 

Fast alle Lebensmittel und auch Medikamente tragen einen Verfallsdatum: Mindestens haltbar bis zum 14. Mai 2010 – oder verwendbar bis dann und dann. Eigentlich trägt  alles in unserem Leben ein Verfallsdatum – alles ist der Vergänglichkeit unterworfen: Jugend- Kraft und Gesundheit, Arbeit, menschliche Beziehungen, Erfolg und Besitz. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht: Immer leben wir angesichts der Verwesung.

 

Ostern aber erhebt den Anspruch auf das Gegenteil: Das Leben mit dem auferstanden Christus ist unbegrenzt haltbar – d.h. eine ewige Herrlichkeit. „Ihr seid mit Christus auferweckt, darum strebt nach dem, was im Himmel ist…Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das vergänglich Irdische!“ Selbst wenn wir dem Leib nach sterben, bleibt  unser Leben verborgen in Christus, bis er einst vollständig wieder mit der Seele vereinigt wird. Unbeschränkt gültig bleibt auch das, wie der Herr Jesus Gutes umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren.“  Seine Gegner haben ihn zwar getötet, aber nicht für immer, sondern schon am dritten Tag hat Gott das Verfallsdatum gestoppt und rückgängig gemacht. Nach seiner Auferstehung durften die seinen mit ihm essen und trinken. Auch wir dürfen in der österlichen Feier der Eucharistie teilhaben an der Speise der Unsterblichkeit. Tó pharmakon tees anastasias“ wie ein Kirchenvater die Eucharistie bezeichnet. (Cyrill von Jerusalem?)

Im Evangelium erfahren wir von den ersten Anfängen des Osterglaubens, der durch Maria Magdalena , durch Simon Petrus und Johannes bezeugt ist – Er, der Jünger,  den Jesus liebte, kam als erster zum Glauben: Er sah und glaubte. Es ist Johannes, der Verfasser des Evangeliums, der sich aus Bescheidenheit so umschreibt.

 

Schon recht bald erblickten die Christen in der Auferstehung ihres Herrn, den Schlüssel zu unserer eigenen Auferweckung ist. Sie entdeckten durch die Verheißungen der Propheten, dass der Vater Jesu Christi auch uns dem Tod und der Vergänglichkeit entreißen wird. Bei Beerdigungen sieht das Gotteslob den Gesang vor: „Gesät wird Vergänglichkeit, auferweckt in Herrlichkeit.“  Deshalb bedarf es der lebendigen Verbindung mit Christus.

 

Der griechische Philosoph Aristoteles erzählt von den abscheulichen Praktiken etruskischer Seeräuber. Um ihre Gefangenen zu quälen, banden sie diese an Leichen und zwar von Angesicht zu Angesicht. So etwas klingt in unseren Ohren wie ein schlechter Osterscherz, aber etwas lässt sich auf uns Menschen mit Verfallsdatum anwenden. In der Taufe sind wir mit dem niemals mehr sterbenden Christus verbunden worden.

 

„Ihr seid mit Christus auferweckt!“, versichert Paulus den Christen von Kolossä, einer ehemaligen Stadt in der heutigen Westtürkei. Sie war bekannt für ihre Wollindustrie und ihre Heilquellen. Viele Kurgäste, Händler und Fremde kamen hierher und brachten recht buntes Gedankengut mit. Ein Schüler des Apostels hat in diesem schwierigen Umfeld die Christengemeinde gegründet. Paulus ermutigt und ermuntert sie, dem Zeitgeist nicht zu huldigen und nicht bei allem mitzumachen. „Richtet euren Sinn auf das Himmlische, also auf das, was bleibt, nicht auf das Irdische, das vergeht.“ Ihr habt euch an Christus in der Taufe gebunden. Im Wasser der Taufe seid ihr dem alten Menschen gestorben und euer neues Leben ist bereits wie ein Keim in ihm verborgen. Einmal wird es mit ihm zusammen offenbar werden. Lassen wir uns jetzt schon im Glauben den Stempel aufdrücken: „Unbegrenzt haltbar! Christus lebt, und auch wir werden leben. Amen. Halleluja!“   

 

Allgemeines Gebet der Gläubigen,  OSTERSONNTAG, Pommersfelden: 4.4.2010 

Christus hat die Macht des Todes gebrochen und wurde zur Rechten des Vaters erhöht. Dort ist er unser Mittler und Fürsprecher. Zu ihm rufen wir:

 

1.       Für unsere Kirche und ihre Priester mit Ordensleuten , die vom Skandal der Missbrauchsfälle erschüttert sind,  dass sie kraft der Auferstehung des Herrn  auf dem Weg der Einheit und Erneuerung voranschreiten. Wir beten auch für unser Volk, für die Menschen im heiligen Land und die Völker in den Krisengebieten der Erde, dass sie in Frieden und Freiheit leben können. –

Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme ich

 (GL 358,3)

 

2.       Für Opfer der Missbauchsfälle, aber auch für die ungerecht Beschuldigten und Verurteilten, die Mutlosen und  Kranken, Arbeitslosen und Verzweifelten, für die, die in einer Konfliktsituation oder Trennung leben und alle, die am Boden liegen: für die Erdbebenopfer in Haiti, Chile und der U-Bahnanschläge in Moskau;  dass sie Trost und Zuversicht schöpfen können. Wir beten auch um Freude am Glauben und Mut zum Bekenntnis. –

 

3.       Für die Sterbenden in aller Welt, für alle die seelisch gebrochen und gestorben sind, wie auch für unsere Verstorbenen: dass sie teilhaben an der Auferstehung, wenn Christus die Toten aus den Gräbern auferweckt. – 

 

SEGNUNG  DER OSTERLÄMMER

Herr, du bist nach deiner Auferstehung deinen Jüngern erschienen und hast mit ihnen gegessen. Du hast auch uns zu deinem Tisch geladen.

Seg + ne diese Osterlämmer und alle Speisen. Sei beim österlichen Mahl in unseren Häusern unter uns gegenwärtig. Lass uns wachsen in der brüderlichen Liebe und in der österlichen Freude. Versammle uns alle zu deinem ewigen Ostermahl, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. AMEN.

 

Osternacht, Sambach, 4. April 2010 – 5.00 Uhr

Sunday, April 4th, 2010

Lukas 24, 1-12; Genesis 1,1- 2,2; Exodus 14,15- 15,1; Ezechiel 36, 16- 28; Römer 6,3-11

 

Als ich kürzlich durch Sambach fuhr, entdeckte ich den schön geschmückten Osterbrunnen. Darauf las ich in der Zeitung, dass  viele Frauen vom Garten- und Verschönerungsverein mehrere Tage hindurch an die 2000 Kunst-Eier bemalt und damit die Girlanden gewunden haben, die ihn jetzt so schön herausputzen. In vielen Ortschaften trifft man zurzeit solche Osterbrunnen an, meistens vor Kirchen und Kapellen. Was ist der Sinn dieser Anlagen? Gibt es einem Zusammenhang mit Kirche und Glaubensleben?

 

1. Brunnen sind meistens durch eine gemauerte Umfriedung und Abdeckung, bei uns aus Beton, geschützt. Denn das Wasser ist ein kostbares Lebensmittel. Damit nicht Ungeziefer und Abfall in den Brunnen fallen konnten, waren sie geschlossen und das Wasser wurde mit einem Baum ähnlichem Gestell herausgepumpt. Als es bei uns  noch keine Wasserleitung und auch noch keine Eigenversorgung durch Hofbrunnen gab, standen in Sambach insgesamt nur 3 Dorfbrunnen zur Verfügung: Der eine bei Raschers, der zweite bei Krapps und der dritte bei Hofmanns und Steinmetz. Es war recht mühsam mit Bütten auf dem Rücken das Wasser für die vielen Tiere zu schleppen.

Von den biblischen Brunnen wissen wir sogar, dass sie mit einem Stein verschlossen waren. So der Brunnen in Paddan- Aram,  an dem Jakob seine spätere Frau Rachel kennen lernte. In Genesis 29, 3 wird eigens vermerkt: „Erst wenn sich alle Herden eingefunden hatten, schob man den Stein von der Brunnenöffnung und tränkte das Vieh“. Die Gefahr des Verdunstens in dem heißen Wüstenklima war sehr groß. Deshalb wartete man in der Regel bis zum Abend mit dem Tränken des Viehs. Ich wage hier einen Gedankensprung, der mir nicht all zu groß vorkommt. Erinnert der mit einem Stein verschlossene und mit Felsensteinen ummauerte Brunnen,  nicht an das hl. Grab Jesu? Zu diesem waren die Frauen in aller Frühe am ersten Tag der Woche unterwegs. Gemeint sind Maria aus Magdala, Johanna die Frau des Chuzas, der bei Herodes Verwalter war, Maria, die Mutter des Jakobus und auch die übrigen Frauen: Lukas 8,1 führt noch eine Susanne und Markus eine Salome an. Als sie zum Grabe kamen war der schwere Stein mit dem die Gräber nach der Beerdigung verschlossen wurden, schon weggewälzt und sie fanden das Grab leer. Als sie hineingingen erschienenen ihnen ganz plötzlich himmlische Boten und verkündeten ihnen die Botschaft von der Auferstehung des Herrn. Wenn wir also unseren Osterbrunnen betrachten, dann mögen wir auch an das leere Grab denken und an die Osterbotschaft der Auferstehung Jesu.

 

2. Die Wasserstrahlen des Antoniusbrunnen werden in Bälde die Steinfassung durchdringen und das Antoniuskreuz bespülen. In meinem ursprünglichen Entwurf zu dem Brunnen befand sich ein Deutewort aus  Psalm 35, 10 „Bei dir ist die Quelle des Lebens.“ Vom hl. Antonius wird berichtet, dass er unterwegs durch Ägyptens heiße Wüste um die Entstehung einer Quelle gebetet hat. Dort, wo er seine Hände zum Himmel erhob, ließ Gott unvermutet Wasser fließen. Nun wage ich einen zweiten Gedankensprung von der Brunnenquelle zum Taufbrunnen. Wir sagen gewöhnlich zum Ort der Taufe „Taufstein“, aber die eigentliche Bezeichnung ist „Taufbrunnen“. Bei der Taufwasserweihe wird gleich die Rede sein vom „Brunnen der Taufe“ : „Wir wollen die Gnade Gottes herab rufen, damit alle, die aus diesem Taufbrunnen das neue Leben empfangen, in Christus Kinder Gottes werden.“ Im Lied GL 245 „Komm, Schöpfer Geist…heißt es in der zweiten Strophe, dass er der „Lebensbrunn, Licht, Lieb und Glut “ ist.  Fast alle Lesungen in der Osternacht sind auf die Taufe ausgerichtet. Bei jeder Taufwasserweihe heißt es, dass am Anfang der Schöpfung  Gottes Geist über den Wassern der Urflut schwebte und in dem Chaos  ordnend wirkte durch die Scheidung von Licht und Finsternis, von dem Wasser oberhalb und unterhalb der Wölbung, durch die Trennung von Wasser und Festland. Im Wasser wimmelt es von Seetieren und Fischen, über die der Mensch herrschen solle. So schenkt das Taufwasser die Kraft zu retten und zu heiligen, indem der Mensch von der Erbsünde befreit und in das Reich Gottes, die Kirche aufgenommen wird. Die Hauptlesung, die sich im Alten Bund auf die Taufe bezieht, ist die des Auszugs aus Ägypten und des Durchzugs des Volkes Israel durchs Rote Meer. Wie die Israeliten dadurch der Verfolgung des Pharao und seiner Streitmacht und somit der Knechtschaft entkamen, so befreit uns die Taufe von der Knechtschaft des Bösen. Sie führt uns ans andere Ufer und lässt das Böse in Gestalt der ägyptischen Krieger  in den Fluten untergehen.  Der Prophet Ezechiel bittet, dass Gott in der babylonischen Gefangenschaft „reinigendes Wasser ausgieße, uns bei Anrufung des Heiligen Namen Gottes ein neues Herz schenke. Die schönste Deutung finden wir jedoch im Römerbrief: „Wir alle, die wir auf Jesus Christus getauft wurden,  sind auf seinen Tod getauft worden. Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod.“  Das kommt in der Liturgie der Osternacht durch das dreimalige Eintauchen der Osterkerze ins Wasser zum Ausdruck. Beim Hochkommen denken wir an die Auferweckung  Christi, die uns verpflichtet als neue Menschen zu leben.

 

So schließt sich der Kreis: Der Osterbrunnen draußen neben der Kirche erinnert uns an Tod und Auferstehung Jesu im heiligen Grab und an den Brunnen unserer Taufe, durch die uns das Leben der Gnade geschenkt worden ist. AMEN.   

 

E-Mail 02.04.2010

Friday, April 2nd, 2010

Liebe Bibel- und Predigtfreunde der Internetgemeinde,

die Predigt zum Karfreitag kommt diesmal dankenswerter Weise von meinem evangelischen Amtsbruder Pfarrer Martin Irmer aus Neustadt/Aisch. Er hat sie letztes Jahr gehalten und sie ging mir persönlich sehr zu Herzen. So bin ich auch überzeugt, dass es auch bei Ihnen(Euch) der Fall sein wird.

Gleichzeitig hänge ich noch einige Gedanken zum Gründonnerstag an, die ich mir gerade heute Vormittag mir zu Recht gelegt habe, wie auch die Fürbitten dazu.

Vom diesjährigen Passions- und Osterrätsel kam bereits ein sehr beachtlicher Beitrag. Die Frage war: warum greift Lukas in seiner Passion die Tradition mit der Begegnung Jesu und den weinenden Frauen als Sondergut auf?

Desgleichen war gefragt, nach weiteren Bibelstellen bei Lukas und ob diese ihm ein besonderes Profil verleihen. Die Einsenderin hat ung. 40 solcher Stellen gefunden! Respekt und Anerkennung! Nimm und surfe auch Du(auch Sie) in deiner(ihrer) Bibel. Es lohnt sich. Mein Osterbrief folgt später.

 

Mit den besten Wünschen zum Auftakt der drei Tage der Feier des christlichen Paschamysteriums

 

Ihr(Euer) Internetpfarrer