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Ostersonntag, Pommersfelden, 4. April 2010 - 10.15 Uhr


Kolosser 3,1-4; Apostelgeschichte 10, 34-43; Johannes 20, 1-9

 

Fast alle Lebensmittel und auch Medikamente tragen einen Verfallsdatum: Mindestens haltbar bis zum 14. Mai 2010 - oder verwendbar bis dann und dann. Eigentlich trägt  alles in unserem Leben ein Verfallsdatum - alles ist der Vergänglichkeit unterworfen: Jugend- Kraft und Gesundheit, Arbeit, menschliche Beziehungen, Erfolg und Besitz. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht: Immer leben wir angesichts der Verwesung.

 

Ostern aber erhebt den Anspruch auf das Gegenteil: Das Leben mit dem auferstanden Christus ist unbegrenzt haltbar - d.h. eine ewige Herrlichkeit. „Ihr seid mit Christus auferweckt, darum strebt nach dem, was im Himmel ist…Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das vergänglich Irdische!“ Selbst wenn wir dem Leib nach sterben, bleibt  unser Leben verborgen in Christus, bis er einst vollständig wieder mit der Seele vereinigt wird. Unbeschränkt gültig bleibt auch das, wie der Herr Jesus Gutes umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren.“  Seine Gegner haben ihn zwar getötet, aber nicht für immer, sondern schon am dritten Tag hat Gott das Verfallsdatum gestoppt und rückgängig gemacht. Nach seiner Auferstehung durften die seinen mit ihm essen und trinken. Auch wir dürfen in der österlichen Feier der Eucharistie teilhaben an der Speise der Unsterblichkeit. Tó pharmakon tees anastasias“ wie ein Kirchenvater die Eucharistie bezeichnet. (Cyrill von Jerusalem?)

Im Evangelium erfahren wir von den ersten Anfängen des Osterglaubens, der durch Maria Magdalena , durch Simon Petrus und Johannes bezeugt ist - Er, der Jünger,  den Jesus liebte, kam als erster zum Glauben: Er sah und glaubte. Es ist Johannes, der Verfasser des Evangeliums, der sich aus Bescheidenheit so umschreibt.

 

Schon recht bald erblickten die Christen in der Auferstehung ihres Herrn, den Schlüssel zu unserer eigenen Auferweckung ist. Sie entdeckten durch die Verheißungen der Propheten, dass der Vater Jesu Christi auch uns dem Tod und der Vergänglichkeit entreißen wird. Bei Beerdigungen sieht das Gotteslob den Gesang vor: „Gesät wird Vergänglichkeit, auferweckt in Herrlichkeit.“  Deshalb bedarf es der lebendigen Verbindung mit Christus.

 

Der griechische Philosoph Aristoteles erzählt von den abscheulichen Praktiken etruskischer Seeräuber. Um ihre Gefangenen zu quälen, banden sie diese an Leichen und zwar von Angesicht zu Angesicht. So etwas klingt in unseren Ohren wie ein schlechter Osterscherz, aber etwas lässt sich auf uns Menschen mit Verfallsdatum anwenden. In der Taufe sind wir mit dem niemals mehr sterbenden Christus verbunden worden.

 

„Ihr seid mit Christus auferweckt!“, versichert Paulus den Christen von Kolossä, einer ehemaligen Stadt in der heutigen Westtürkei. Sie war bekannt für ihre Wollindustrie und ihre Heilquellen. Viele Kurgäste, Händler und Fremde kamen hierher und brachten recht buntes Gedankengut mit. Ein Schüler des Apostels hat in diesem schwierigen Umfeld die Christengemeinde gegründet. Paulus ermutigt und ermuntert sie, dem Zeitgeist nicht zu huldigen und nicht bei allem mitzumachen. „Richtet euren Sinn auf das Himmlische, also auf das, was bleibt, nicht auf das Irdische, das vergeht.“ Ihr habt euch an Christus in der Taufe gebunden. Im Wasser der Taufe seid ihr dem alten Menschen gestorben und euer neues Leben ist bereits wie ein Keim in ihm verborgen. Einmal wird es mit ihm zusammen offenbar werden. Lassen wir uns jetzt schon im Glauben den Stempel aufdrücken: „Unbegrenzt haltbar! Christus lebt, und auch wir werden leben. Amen. Halleluja!“   

 

Allgemeines Gebet der Gläubigen,  OSTERSONNTAG, Pommersfelden: 4.4.2010 

Christus hat die Macht des Todes gebrochen und wurde zur Rechten des Vaters erhöht. Dort ist er unser Mittler und Fürsprecher. Zu ihm rufen wir:

 

1.       Für unsere Kirche und ihre Priester mit Ordensleuten , die vom Skandal der Missbrauchsfälle erschüttert sind,  dass sie kraft der Auferstehung des Herrn  auf dem Weg der Einheit und Erneuerung voranschreiten. Wir beten auch für unser Volk, für die Menschen im heiligen Land und die Völker in den Krisengebieten der Erde, dass sie in Frieden und Freiheit leben können. –

Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme ich

 (GL 358,3)

 

2.       Für Opfer der Missbauchsfälle, aber auch für die ungerecht Beschuldigten und Verurteilten, die Mutlosen und  Kranken, Arbeitslosen und Verzweifelten, für die, die in einer Konfliktsituation oder Trennung leben und alle, die am Boden liegen: für die Erdbebenopfer in Haiti, Chile und der U-Bahnanschläge in Moskau;  dass sie Trost und Zuversicht schöpfen können. Wir beten auch um Freude am Glauben und Mut zum Bekenntnis. –

 

3.       Für die Sterbenden in aller Welt, für alle die seelisch gebrochen und gestorben sind, wie auch für unsere Verstorbenen: dass sie teilhaben an der Auferstehung, wenn Christus die Toten aus den Gräbern auferweckt. - 

 

SEGNUNG  DER OSTERLÄMMER

Herr, du bist nach deiner Auferstehung deinen Jüngern erschienen und hast mit ihnen gegessen. Du hast auch uns zu deinem Tisch geladen.

Seg + ne diese Osterlämmer und alle Speisen. Sei beim österlichen Mahl in unseren Häusern unter uns gegenwärtig. Lass uns wachsen in der brüderlichen Liebe und in der österlichen Freude. Versammle uns alle zu deinem ewigen Ostermahl, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. AMEN.

 

1 Antwort auf “Ostersonntag, Pommersfelden, 4. April 2010 - 10.15 Uhr”

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