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E-Mail 24.04.2010
Liebe Bibelfreunde,
anbei ein sehr interessanter Ostersegen, den mir eine Einsenderin zur Verfügung gestellt hat. Er lässt sogar kreativ werden, sobald man beginnt ihn auszumalen und auszuführen.
Der 4. Sonntag der Osterzeit gilt als Sonntag des Guten Hirten oder Sonntag der Geistlichen Berufungen. Da die Schriftlesungen, vor allem das Evangelium im Lesejahr C diesmal etwas kürzer ausfallen, kann man etwas mehr singen.
In diesen Tagen haben Presse und Medien immer wieder die Frage aufgeworfen, was ist Wahrheit, was ist Lüge. Manche Journalisten meinen vollmundig, das
sehr genau zu wissen, vor allem, wenn es um andere geht.
Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 1993) definiert dies so: “Die Lüge besteht darin, dass man Unwahres sagt in der Absicht zu täuschen”
(Augustinus, mend.4,5)- Die Lüge ist der unmittelbare Verstoß gegen die Wahrheit. Lügen heißt gegen die Wahrheit reden oder handeln, um jemanden zu täuschen, der ein Recht hat, sie zu kennen. Da die Lüge die Verbindung des Menschen mit der Wahrheit und dem Nächsten verletzt, verstößt sie gegen die grundlegende Beziehung des Menschen und seines Wortes zum Herrn.” (2483) Gleichzeitig heißt es in 2507: “Die Rücksicht auf den guten Ruf und die Ehre der Menschen verbietet üble Nachrede und Verleumdung in Haltung und in Worten.”
Das dies zuweilen zu einer Gratwanderung führt, liegt auf der Hand. Denn Wahrheit ist eine sehr komplexe Wirklichkeit, die oftmals von den Beteilig- ten unterschiedlich wahrgenommen wird. Auch gibt es Grauzonen in Absicht und Erinnerung. Das hängt von den verschiedenen Filtern ab, mit denen wir einer Gegebenheit oder einem Erlebnis begegnen, die wiederum von vielen Faktoren, wie Erziehung und Prägung bestimmt sind. So kann es geschehen, dass widersprüchliche Aussagen über ein und denselben Vorgang möglich sind.
Deshalb empfiehlt es sich in Behauptungen, in denen man nicht ganz sicher ist, von dem persönlichen Eindruck zu sprechen, wobei nicht auszuschließen ist, dass auch eine andere Sicht der Dinge möglich sein könnte, die sich meiner Wahrnehmung entzogen hat. Folgende Redewendungen scheinen mir dabei nützlich zu sein: “Nach meinem Eindruck…nach meiner Wahrnehmung…Wenn
ich Sie richtig verstanden habe…”
Generell sollte man bei der Wahrheitsfindung die 3 Siebe des Sokrates beherzigen und anwenden. Eines Tages kam ein Schüler zu ihm und wollte ihm den neuesten Tratsch aus der Stadt erzählen. “Halt!” fiel ihm der Weise ins Wort - Hast du das, was du mir erzählen willst, schon durch die drei Siebe laufen lassen: 1.”Ist das, was du mir sagen willst, auch wirklich wahr? D.h.
hast du es selber gesehen und dich davon überzeugt?” - 2. “Wenn es wahr ist, ist es auch gut und nützlich?” und “Wenn es wahr und gut ist, ist es auch unbedingt notwendig, dass du dies weitersagst?”
Somit verabschiede ich mich für 2 Wochen von der Internetschleife, in denen ich als Hausgeistlicher nach Bad Wörishofen fahre und zugleich eine Kur durchführe. Auf dem Laptop habe ich noch keinen Internetanschluss und von einem fremden Rechner, kann ich zwar meine E-Mail-Post abrufen und beantworten, aber keine neuen Briefe schreiben.
Somit wünsche ich Ihnen(Euch) eine gute Vorbereitung auf den Sonntag und eine gute Zeit
Euer(Ihr) Internetpfarrer Topits
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