Archive for June, 2010

13. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen/NEA, 27.06.2010

Sunday, June 27th, 2010

1 Könige 19,16-21; Ps. 16,1-11; Galater 5,1-13-18 Lukas 9,51-62

 

ERÖFFNUNGSVERS

Ihr Völker alle, klatscht in die Hände, jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.

 

HOMILIE

Nach meinem Abitur und  vor meinem Eintritt ins Priesterseminar las ich ein Buch über das Wirken von P. Damian de Veuster. Er ist erst letztes Jahr am 11. Oktober von Papst Benedikt im Petersdom heilig gesprochen worden. Er ist 1840 in Tremelo, Belgien als 7. Kind einer Bauernfamilie geboren worden. Sein Vater schickte ihn an die Handelsschule, er aber sehnte sich nach einem Leben in der kirchlichen Mission. Der Ruf war in ihm so stark, dass er mit  20 Jahren in das belgische Mutterhaus der Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens in Löwen eintrat. Schon nach drei Jahren (1863) wurde er in die Mission auf die Hawaiiinseln  entsandt. Dort erbaute er mehrere Kapellen. Doch der Ruf wurde in ihm noch stärker und als es um die Seelsorge für die Leprakranken auf der Insel Molokai ging, meldete er sich freiwillig dorthin. Das bedeutete das? Wer einmal dort war, konnte nicht mehr zurück. Denn die Ansteckung war so gut wie sicher. Dort verband der Pater die Wunden der Kranken und tröstete ihre nicht weniger verwundeten Seelen. So wurde er zum Apostel der Leprakranken. Schließlich infizierte er sich mit der tödlichen Krankheit und starb 4 Jahre später. (15. April 1889 in Kalawao auf Molokai) Dieses Buch hat mich ungemein fasziniert.

 

1. Als ich nach Beispielen für die radikale Nachfolge Christi suchte, fiel mir Damian de Veuster fiel mir ein, im Sinne des Evangeliums: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes!“. Er hat tatsächlich nicht mehr zurück geblickt. Aus Gesprächen mit Landwirten erfuhr ich, dass das Pflügen in früheren Zeiten eine äußerst anstrengende Arbeit war. Man musste sich mit beiden Armen auf die Hörner des Pfluges stemmen. Ganz besonders schwierig wurde es beim umwenden. Da drohte die Pflugschar  aus der Furche zu springen. Wer also so pflügt, der muss sich voll und ganz auf den Pflug konzentrieren. Der palästinensische Pflug war schwer zu führen, noch dazu auf dem dortigen Ackerland, auf dem es viele Steine gab. Pflügen verlangt ganze Hingabe an das Werk. Die radikale Nachfolge für das Reich Gottes, verlangt zuweilen auch die Trennung von der eigenen Familie und von allem, was Heimat in dieser Welt bietet. Denn der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Selbst die unruhigsten Tiere wie Füchse und Vögel haben ihr Heim und verlangen danach. In dem Zusammenhang ist das unmenschlich anmutende Wort zu verstehen: „Lass die Toten, ihre Toten begraben!“ Wer Jesus radikal nachfolgt, muss bereit sein zu wandern, ausgewiesen zu werden. Er muss es in Kauf nehmen auf Ablehnung von feindseligen Samaritern zu stoßen. Entscheidend ist, dass er  wie sein Meister, sein Gesicht fest auf Jerusalem richtet. Nach Jerusalem gehen, bedeutete für Jesus Leiden, Kreuzestod und Verherrlichung.

 

2. Auch in der Lesung aus dem 1. Buch der Könige  ist von Nachfolge die Rede. Der Prophet Elischa wird von Elija beim Pflügen berufen. Die 12 Gespanne beziehen sich wohl auf die 12 Stämme Israels.  Dabei spielt der Mantel des Elija eine große Rolle. Es war das Zeichen für das Prophetenamt.“ Du gehörst jetzt zu meinem Mantel und teilst mein Los als Prophet.  Elischa bittet wie der Mann im Evangelium um Aufschub um sich von Vater und Mutter zu verabschieden. Darin scheint Elija nicht so radikal zu sein wie Jesus. Auf jeden Fall gab es ein Abschiedsessen.       

 

3. Wer es fertig bringt sich mit Gottes Hilfe von solchen Bindungen zu lösen und dem Herrn nachzufolgen, der erlangt eine unbeschreibliche innere Freiheit. Und dies sagt Paulus zu allen Christen: „Ihr seid zur Freiheit berufen!“ Was heißt das? Wir haben es in der Hand uns vom Geist leiten zu lassen  oder den niedrigen Begierden. Der Galaterbrief liefert uns eine Gebrauchsanweisung, wie sie als Packungsbeilage den Medikamenten beigefügt ist.  Zunächst geht es um die Zusammensetzung der Freiheit aus Zwanglosigkeit und der Möglichkeit auszuwählen und zu entscheiden und sich zu informieren.  Hersteller ist Gott selbst. Sein Sohn Jesus Christus hat diese Freiheit wieder hergestellt und der Heilige Geist schenkt sie uns immer wieder neu.  Überdosierung erfolgt dort, wo ich die Freiheit eines anderen verletze. Dann gilt es sich der Erste-Hilfe- Maßnahmen des Heiligen Geistes zu unterwerfen: einsehen, bereuen, entschuldigen, neu anfangen, wieder gut machen. Gegenanzeigen bestehen in den Scheinfreiheiten, denen wir zuweilen erliegen. In dem Zusammenhang ist das Kleingedruckte unbedingt zu beachten. Es enthält nämlich alles, an dem unser Herz krankhaft hängt.  Das kann u. U. zu Nebenwirkungen führen, wie von den anderen missverstanden zu werden. Trotz dieses Risikos wirkt die eigene innere Freiheit ansteckend auf andere. So eingenommen ist die christliche Freiheit unbegrenzt haltbar.

Psalm 16 fasst die Gedanken zusammen:

„Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir. Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr: mein ganzes Glück bist du allein.“ AMEN.

 

Liedvorschläge: 520, 1-3; 457;528,3; 530,6;622;459;461;558,1+4+5; 894

Kyrierufe:
Herr Jesus Christus, du erfüllst den Willen des Vaters. Kyrie, eleison!

du hast uns zur Freiheit berufen. Kyrie, eleison. Christe, eleison!

Du bist die Erfüllung und das Glück derer, die dir nachfolgen! Kyrie, eleison!

 

C) 13. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen/NEA, 27.Juni 2010

Lasst uns unser Herz auf Gott hin ausrichten. Er kommt denen entgegen, die es wagen, ihm nachzufolgen:

 

1.       Wir bitten für alle, die in einem kirchlichen Beruf arbeiten und Verantwortung tragen: Schenke ihnen das Licht des Heiligen Geistes für ihre Aufgaben und bewahre sie vor Enttäuschung…

ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!

 

2. Wir bitten für alle, die in Politik, Wirtschaft, Industrie, Handel und Landwirtschaft tätig sind, um Erschließung neuer Lebensmöglichkeiten…

ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!

 

3. Wir bitten für die 12 jungen Menschen, die in Spanien vom Zug überfahren wurden, wie auch für die 14 Schwerverletzten, die lebenslange Schäden davon tragen…

ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!

 

4. Wir bitten für alle, die schwer krank sind und dem Tod entgegen gehen: Schenke ihnen die Gewissheit, dass sie mit dir den Weg gehen…

ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!

 

5.       Wir bitten für alle unsere Verstorbenen: Schenke ihnen die Fülle der Auferstehung…

ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!

 

Gott, du schenkst uns deinen Geist, der uns wagen lässt, deinem Ruf zu folgen. So ermutigst Du uns, wo wir unsicher sind. Erhöre nun unsere Bitten, durch Christus unseren Herrn. AMEN.  

12. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen und NEA, 20. 06.2010

Sunday, June 20th, 2010

1 Sacharja 12,10-11; 13,1; Ps 63,2-9; Galater 3,26-29; Lukas 9,18-24

Wen halten Sie für den geeigneteren Kandidaten für das Bundespräsidentenamt: Gauck oder Wulf? Die Zeitungen  veröffentlichten in den letzten Tagen die letzten Ergebnisse über die Umfrage nach dem Bundespräsidentenamt: Auch sonst werden fast monatlich die Popularitätswerte namhafter Politiker abgefragt und veröffentlicht: wie bei der Bundeskanzlerin Merkel oder den Präsidenten der Vereinigten Staaten Obama, wie auch der einzelnen Minister.  Meinungsumfragen sind wieder mal an der Tagesordnung. Danach richten sich gewisse wirtschaftliche Trends und nicht zuletzt sind Meinungsumfragen ein Instrument der Meinungsmache.

 

Eine solche Umfrage startet im heutigen Evangelium auch Jesus bei seinen Jüngern: „Für wen halten mich die Leute?“ Die Jünger kamen  ja immer wieder mit dem Volk in Kontakt, sei es bei ihrer Aussendung oder bei der Nahrungsbeschaffung oder beim Auskundschaften von Übernachtungsmöglichkeiten. Sie bekamen die unterschiedlichsten Aussagen zu hören: Einige hielten Jesus für Johannes den Täufer. Von dem war bekannt, dass er am Jordan Umkehr und Buße verkündete, aber persönlich hatten ihn doch nur wenige zu Gesicht bekommen. Außerdem dürfte bekannt gewesen sein, dass er der Verwandter Jesu war. Die anderen gaben vor, Jesus sei der Elija. Das war der große Prophet in Israel, der als der große Nothelfer des Volkes galt. Und die Israeliten waren überzeugt, dass vor dem Kommen des Messias Elija wieder erscheinen werde, um seine Ankunft anzukündigen und vorzubereiten. Interessant ist, dass Elija in einem Atemzug mit Johannes genannt wird. Jesus wird später selbst Johannes den Täufer als den wiedergekommenen Elija bezeichnen, um auf die Erfüllung der Zeichen hinzuweisen.

 

Dann aber kommt die spannende Gretchenfrage an die Jünger: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Denn Jesus identifiziert sich mit keiner der Umfragegestalten des Volkes, weder mit Johannes noch mit Elija. Petrus, der öfters als Sprecher der Apostel auftrat, formuliert das Bekenntnis so: „Für den Messias Gottes.“ Der Evangelist Matthäus 16,16 setzt noch eins drauf: “Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Beim seinem Verhör vor dem Hohen Rat, fragt der Hohenpriester Jesus ausdrücklich: „Ich beschwöre dich  beim lebendigen Gott, sag uns:  Bist du der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes?“   Darauf antwortet Jesus ganz klar und unmissverständlich: „Du hast es gesagt!“.  Wenn Jesus der Messias und der Sohn des lebendigen Gottes ist, dann hat das Konsequenzen bezüglich seiner Autorität, mit der er seine Lehren vorbringt und seiner Vollmacht, mit der er seine  Werke tut.

 

Eine erste Konsequenz, mit der weder die Jünger noch wir gerechnet hätten: ist, dass er vieles erleiden, ja sogar getötet werden müsse. Aber am dritten Tag stellt er seine Auferstehung in Aussicht. Der Prophet Sacharja nimmt gleichsam voraus, dass die Soldaten den Erlöser am Kreuz mit der Lanze durchbohren, wenn er schreibt: „Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.“ Selbst die geheimnisvolle Quelle, die der Prophet verheißt, lässt sich mit dem Blut und dem Wasser vergleichen, das aus der geöffneten Seite Jesu flossen. 

 

Der Brief des Apostels Paulus an die Galater greift den Gedanken der Sohnschaft Gottes auf. Wenn Christus im wahrsten Sinne des Wortes Sohn des Lebendigen Gottes ist, dann haben auch wir Anteil an seiner Sohnschaft bzw. Kindschaft. Denn wir sind auf seinen Tod und seine Auferstehung hin getauft. Uns alle verbindet das gemeinsame Gewand aller Getauften, das wir damals angezogen oder das uns damals angekleidet worden ist. Es lässt sich gewiss auch eine Verbindung mit dem ungeteilten Leibrock Jesus herstellen, der von den Soldaten unter dem Kreuz nicht zerteilt wurde, sondern wegen seiner Schönheit ganz blieb.

 

Bleibt für uns selbst noch zu überlegen: Für wen halten wir den Menschensohn? Für einen guten, vorbildlichen und hilfsbereiten Menschen, einen Revolutionär, Heiler oder Sozialreformer? Oder doch für wesentlich mehr: für den Sohn des lebendigen Gottes. Davon hängt vieles auch in unserem Leben ab. Denn er ruft auch uns in seine Nachfolge. Das ist nicht immer einfach und schon gar nicht leicht. Denn es heißt, dass wir täglich unser Kreuz auf uns nehmen sollen. Aber wir tragen es nicht allein, sondern mit ihm zusammen. Und Gott ist immer noch die größte Macht, die es gibt.  „Gott, mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir.“  

C) 12. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen und NEA, 20.06.2010

Das Kreuz, das Menschen in ihrem Leben auf sich nehmen müssen, hat viele Formen. Oft erscheint es denen, die es zu tragen haben, schier unerträglich. Darum rufen wir zum lebendigen Sohn Gottes, indem wir bei den einzelnen Bitten flehen: Herr, steh ihnen bei! 

 

1.- Unsere Kirche und die gesamte Christenheit leiden unter  Spaltung und Zerrissenheit. Für sie bitten wir: 

Herr, steh ihnen bei!

 

2.- Unser Staat und unsere politische Kultur sind von Respektlosigkeit und Streitsucht heimgesucht, der immer mehr Volksvertreter zum Opfer fallen. Für sie bitten wir:

Herr, steh ihnen bei!

 

3. – Die Schere zwischen Arm und reich geht auch bei uns immer mehr auseinander. Für die Notleidenden und Harz IV- Empfänger bitten wir:

Herr, steh ihnen bei!

 

4. – Viele Menschen leiden an schweren und unheilbaren Krankheiten oder an Behinderungen und Depressionen. Für sie bitten wir:

Herr, steh ihnen bei!

 

5. – Die Ölpest droht die Weltmeere zu verseuchen. Der Bürgerkrieg in Tadschikistan, Überschwemmungen und Zusammenstöße bei der Bahn und im Verkehr fordern viele Todesopfer und Verletzte. Für sie bitten wir:

Herr, steh ihnen bei!

 

6.- Viele unter uns trauern um liebe Menschen, die jung von uns gegangen sind und die wir sehr vermissen.  Für sie bitten wir:

Herr, steh ihnen bei!

 

Herr, unser Gott, wir danken dir, das du uns mit deiner Gottheit und Menschheit nahe bist.  Dich loben wir und preisen dich mit dem Vater und dem Heiligen Geist jetzt und in alle Ewigkeit. AMEN.

Liedvorschläge: 616; 475; 476: 676,1; 530,1; 620, 483; 540; 919

10. Sonntag im Jahreskreis, Schlüsselfeld, 6. Juni 2010

Sunday, June 6th, 2010

1 Könige 17,17-24; Psalm 30, 2- 13; Galater 1,11-19; Lk 7,11-17

 

Am heutigen Sonntag, den 6. Juni erinnern wir uns des D- Days des Jahres 1944. Es war der Tag, an dem die Landung alliierter Truppen mit über 34.000 Mann in der Normandie begann. An diesem Tag starben auf Seiten der angreifenden Landetruppen 10.000 Soldaten, auf deutscher Seite 4.000- 9.000. Wie viele Mütter haben damals wohl ihre Söhne verloren und wie viele Ehefrauen ihre Männer, wie viele Kinder ihre Väter?

 

Auf diesem Hintergrund erlangt das heutige Evangelium von der Auferweckung des einzigen Sohnes einer Witwe in Nain – eine ganz eigene Betroffenheit. Der Evangelist Lukas thematisiert ganz besonders das unendliche Erbarmen Gottes, das in Jesus sichtbar wird. Auch im alten Bund gab es eine ähnliche Geschichte. Der große Prophet Elija erbarmt sich der Witwe von Sunan, die ihren einzigen Sohn verloren hatte. In beiden Erzählungen stimmen die Schlusssätze überein: „und er gab ihn seiner Mutter zurück.“ Der neue Blickwinkel, den uns Lukas zeigt, nimmt die Frau in den Mittelpunkt des göttlichen Erbarmens. Witwen und Waisen standen fast am Ende der sozialen Leiter. Wenn eine Frau heiratete, dann hatte ihr Ehemann für sie zu sorgen. Er galt gleichsam als ihre Kranken- und Pflegeversicherung in einer Person. Wenn er aber starb, dann blieben nur noch die Kinder.  Die mussten dann für den Unterhalt der Mutter aufkommen. Wenn auch sie starben, dann blieb sie nicht nur mit ihrem Schmerz, sondern auch mit ihrem Versorgungsanspruch auf der Strecke.

 

Der Evangelist berichtet nicht nur von einer Mutter, die ihren Sohn verloren hatte. Jesus sieht in ihr auch eine Witwe, die durch alle Maschen des Gesetzes durchgefallen war. Sie hat jetzt niemand mehr, der für sie sorgt. Als Jesus sie sah,  hat er Mitleid mit ihr, wurde von Erbarmen geradezu überwältigt. So erbarmt er sich aller verzweifelten Menschen. „Weine nicht!“ ruft er allen vom Verlust eines lieben Menschen Betroffenen zu. Von ihm heißt es in der Offenbarung des Johannes: „Ich habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt.“(Offenbarung. 1,18) „Und wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.“ (Johannes 14,19)

Der zu Tode gekommene junge Mann, dem der Atem ausgeht, ist möglicherweise jeder von uns. Uns allen geht über kurz oder lang der Atem aus, der Schwung, die sprühende Lebendigkeit. In der Sprache der Bibel bedeuten atemlos und leblos zu sein, gleichzeitig geistlos zu werden. Und wo man den Geist loswird, dort stellen sich die ersten Zeichen des Todes ein. So geist- und leblos machen die Werke des Gesetzes, die losgelöst von Gottes Gnade und Güte vollbracht werden. 

Überlieferungen und Traditionen sind zwar wichtig, aber sie dürfen nicht allein bestimmend sein. Hinzukommen muss die Liebe und das Handelns aus Liebe und Rücksicht.   

C) Allgemeines Gebet der Gläubigen am 10. Sonntag im Jahreskreis,   Schlüsselfeld,   6.6.2010

Herr Jesus Christus, du nimmst die Menschen wahr und wendest dich ihnen zu. So tragen wir dir voll Vertrauen unsere Bitten vor:

 

     1. Wir bitten dich für die Verantwortlichen, damit sie einen 

     guten Bundespräsidenten wählen, der den Bürgerinnen und

     Bürgern  mit gutem  Beispiel vorangeht…

ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!

 

2. Wir bitten dich für unsere Gemeinden: damit sie Orte der Begegnung werden, die suchende Menschen einladen…

ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!

 

3. Wir bitten dich für die Menschen, die ihr Leben in den Dienst anderer stellen: dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind und diese ernsthaft wahrnehmen…

ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!

 

4. Wir bitten dich für die Kranken und Sterbenden: dass sie in den Stunden des Abschieds Gottes Nähe spüren und ihm ihr Leben anvertrauen…

ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!

 

5. Wir bitten dich für unsere Verstorbenen: damit sie bei dir

ewig glücklich sind und dass wir ihren Tod aufarbeiten kön-

nen…

ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!

 

Vater im Himmel, du bist ein Freund des Lebens. Darum hast du uns Jesus, deinen Sohn geschenkt, der uns ein Leben in Liebe und Hingabe vorgelebt hat. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen – heute und an allen Tagen unseres Lebens bis in Ewigkeit. AMEN.

E-Mail 06.06.2010

Sunday, June 6th, 2010

Liebe Bibel- Freunde,

nach mehrwöchiger Unterbrechung nehme ich die Sendungen für die  Internetgemeinde wieder auf. War nämlich 2 Wochen als Hausgeistlicher auf Kur, zwei Tage mit Erkältung zu Bett gelegen, danach zwei Tage in Ingolstadt und 4 Tage in Südmöhmen. Habe zwar in der Zwischenzeit gepredigt, aber es fehlte mir einfach physisch die Zeit diese niederzuschreiben, bzw. zu verschicken.

Mit den besten Segenswünschen

Euer
Internetpfarrer

Fronleichnam, Frensdorf, 3. Juni 2010 – 8.30 Uhr

Thursday, June 3rd, 2010

Genesis 14,18-20 ; Psalm 110,1-5; 1 Korinther 11,23-26; Lukas 9,1-17

 

Im ersten Hochgebet, im Römischen Messkanon, gibt es eine kurze Strophe in der es heißt: „Blicke versöhnt und gütig darauf nieder(auf diese Opfergabe) …wie die heilige Gabe, das reine Opfer deines Hohenpriesters Melchisedech.“  

 

Wer war dieser Melchisedech und welchen Bezug hat seine Erwähnung im Hochgebet? Darauf möchte uns die erste Lesung antworten.

Nach der Schlacht der Könige im Siddimtal am Toten Meer, geriet auch Abrahams Neffe Lot mit seiner Familie in Gefangenschaft. Auch seine ganze Habe nahmen sie mit. Als Abraham davon erfuhr, verfolgte er die siegessicheren Heere des Königs Kedor- Laomer mit seinen Hausknechten. Es gelang ihm durch einen nächtlichen Überraschungsangriff Lot mit seiner ganzen Familie und Habe zu befreien. Auf dem Heimweg vor der Stadt Salem(Jerusalem) kam der Priesterkönig Melchisedek ihm entgegen, brachte Brot und Wein heraus und segnete Abraham. Das Buch Genesis sagt von ihm geheimnisvoll aus, dass er „Priester des Höchsten Gottes“ war. Wie dem auch war, entscheidend ist, dass Abraham durch ihn gesegnet wird.

Psalm 110 weissagt vom kommenden Messias, dass er Priester auf ewig sein wird, „nach der Ordnung des Melchisedeks“

 

Der Hebräerbrief 7,1 deutet diese Ordnung als ein zeitloses Priestertum ohne Anfang und Ende. Er wendet die Stellen vom  Priesterkönig Melchisedek, auf Jesus Christus an. Im Brot und Wein herbeibringenden Melchisedek sieht der Verfasser ein Vorbild für den Erlöser, der beim Letzten Abendmahl Brot in seinen Leib und Wein in sein Blut verwandelte. In der Lesung klingen ein wenig sogar die Gabengebete an.  

Im Tempel zu Jerusalem gab es vor dem Vorhang des Allerheiligsten einen langen Tisch auf dem die Priester jede Woche 12  Schaubrote neu auflegten. Hinzu kam das Wein- und Trankopfer, wie auch eine Wasserspende.

 

Brot und Wein an sich sind noch keine eucharistische Gaben und ihr Herbeibringung bei der Gabenbereitung bedeutet noch nicht das Messopfer. Die zweite Lesung aus dem 1 Korintherbrief berichtet uns vom Geschehen des Letzten Abendmahles, bei dem Jesus Brot und Wein in seinen eigenen Leib und in sein Blut wandelte mit dem Auftrag an die Apostel und ihre Nachfolger: „Tut dies… zu meinem Gedächtnis!“

 

Das Evangelium wiederum beschreibt  beim Erzählen der wunderbaren Brotvermehrung in Ansätzen die Eucharistiefeier der Urkirche. Den 12 Aposteln entsprechen die 12 Körbe mit den übrig gebliebenen Brotstücken, den 5 Broten, die Menschenmenge von 5.000, die sich zu Gruppen zu je 50 niedersetzten.  Schon im natürlichen Bereich ist Brot kostbar. Unendlich kostbarer ist die hl. Eucharistie.

 

Die erneuerte Liturgie des II. Vatikanischen Konzils hebt stärker als davor den Kelch mit dem Hl. Blut hervor. Verehrungswürdig sind beide Gestalten. Die heilige Hostie kann natürlich leichter vorgezeigt werden. Im KZ- Dachau, wo tausende Priester harte Zwangsarbeit leisten mussten, gelang es ihnen eine Monstranz aus Holz anzufertigen und so nicht nur die hl. Messe zu feiern, sondern auch Anbetung zu halten. Daraus schöpften sie in ihrem Leiden und Sterben Kraft und Zuversicht.

 

Lieder: 875,1-3; 906; Antwortpsalm: beten+ Sequenz 870,1+2+10; 467; 872; 823; 482; 873+546,1-3; 503

ZUR LITURGIE: da bei der Prozession bei allen vier Altären Fürbitten stattfinden, können diese in der Eucharistiefeier m. M. nach wegfallen.  Es empfiehlt sich das I. Hochgebet zu nehmen.

 

A ) Fronleichnam, Frensdorf, 3. Juni 2010 – 8.30 Uhr

Gott, du kennst und weißt um die Anliegen und Sorgen unseres Lebens. In gläubigem Vertrauen auf deine Gegenwart beten wir in dieser Stunde zu dir:

 

 

1.       Für die Priester, die der Eucharistie vorstehen und allen die im Gottesdienst und bei der Prozession mitwirken: Lass sie aus der Größe dieses Geheimnisses leben…

ALLE: Christus, höre uns!

2.       Für alle Menschen, die in unserer Gemeinde leben und arbeiten: Lass uns verständnisvoll miteinander umgehen…

ALLE: Christus, höre uns!

3.       Für unsere Mitmenschen, die versuchen ihren Lebenshunger in der Konsum- und Spaßgesellschaft zu stillen: Lass sie die wahren Werte des Lebens erkennen…

ALLE: Christus, höre uns!

4.       Für alle, die unter dem schlechten Wetter und der Wirtschaftskrise leiden:  lass sie in der Eucharistie Kraft finden, um ihr Kreuz tragen und ihr Leben für andere einsetzen zu können…

ALLE: Christus, höre uns!

5.       Für uns selber, die wir uns in deinem Namen versammeln:  lass uns mutige und glaubwürdige Zeugen deiner Gegen- wart sein…

 ALLE: Christus, höre uns!

6.       Für unsere Verstorbenen: Lass sie deine Verheißung im ewigen Leben erfahren…

ALLE: Christus, höre uns!

Guter Vater, im heiligen Sakrament bist du uns ganz nahe. Für dieses große Geschenk danken wir dir, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschest in Ewigkeit. AMEN.