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Fronleichnam, Frensdorf, 3. Juni 2010 - 8.30 Uhr
Dieser Eintrag stammt von eduard Am 3.6.2010 @ 18:41 In Pfarrer Topits | 2 Kommentare
Genesis 14,18-20 ; Psalm 110,1-5; 1 Korinther 11,23-26; Lukas 9,1-17
Im ersten Hochgebet, im Römischen Messkanon, gibt es eine kurze Strophe in der es heißt: „Blicke versöhnt und gütig darauf nieder(auf diese Opfergabe) …wie die heilige Gabe, das reine Opfer deines Hohenpriesters Melchisedech.“
Wer war dieser Melchisedech und welchen Bezug hat seine Erwähnung im Hochgebet? Darauf möchte uns die erste Lesung antworten.
Nach der Schlacht der Könige im Siddimtal am Toten Meer, geriet auch Abrahams Neffe Lot mit seiner Familie in Gefangenschaft. Auch seine ganze Habe nahmen sie mit. Als Abraham davon erfuhr, verfolgte er die siegessicheren Heere des Königs Kedor- Laomer mit seinen Hausknechten. Es gelang ihm durch einen nächtlichen Überraschungsangriff Lot mit seiner ganzen Familie und Habe zu befreien. Auf dem Heimweg vor der Stadt Salem(Jerusalem) kam der Priesterkönig Melchisedek ihm entgegen, brachte Brot und Wein heraus und segnete Abraham. Das Buch Genesis sagt von ihm geheimnisvoll aus, dass er „Priester des Höchsten Gottes“ war. Wie dem auch war, entscheidend ist, dass Abraham durch ihn gesegnet wird.
Psalm 110 weissagt vom kommenden Messias, dass er Priester auf ewig sein wird, „nach der Ordnung des Melchisedeks“
Der Hebräerbrief 7,1 deutet diese Ordnung als ein zeitloses Priestertum ohne Anfang und Ende. Er wendet die Stellen vom Priesterkönig Melchisedek, auf Jesus Christus an. Im Brot und Wein herbeibringenden Melchisedek sieht der Verfasser ein Vorbild für den Erlöser, der beim Letzten Abendmahl Brot in seinen Leib und Wein in sein Blut verwandelte. In der Lesung klingen ein wenig sogar die Gabengebete an.
Im Tempel zu Jerusalem gab es vor dem Vorhang des Allerheiligsten einen langen Tisch auf dem die Priester jede Woche 12 Schaubrote neu auflegten. Hinzu kam das Wein- und Trankopfer, wie auch eine Wasserspende.
Brot und Wein an sich sind noch keine eucharistische Gaben und ihr Herbeibringung bei der Gabenbereitung bedeutet noch nicht das Messopfer. Die zweite Lesung aus dem 1 Korintherbrief berichtet uns vom Geschehen des Letzten Abendmahles, bei dem Jesus Brot und Wein in seinen eigenen Leib und in sein Blut wandelte mit dem Auftrag an die Apostel und ihre Nachfolger: „Tut dies… zu meinem Gedächtnis!“
Das Evangelium wiederum beschreibt beim Erzählen der wunderbaren Brotvermehrung in Ansätzen die Eucharistiefeier der Urkirche. Den 12 Aposteln entsprechen die 12 Körbe mit den übrig gebliebenen Brotstücken, den 5 Broten, die Menschenmenge von 5.000, die sich zu Gruppen zu je 50 niedersetzten. Schon im natürlichen Bereich ist Brot kostbar. Unendlich kostbarer ist die hl. Eucharistie.
Die erneuerte Liturgie des II. Vatikanischen Konzils hebt stärker als davor den Kelch mit dem Hl. Blut hervor. Verehrungswürdig sind beide Gestalten. Die heilige Hostie kann natürlich leichter vorgezeigt werden. Im KZ- Dachau, wo tausende Priester harte Zwangsarbeit leisten mussten, gelang es ihnen eine Monstranz aus Holz anzufertigen und so nicht nur die hl. Messe zu feiern, sondern auch Anbetung zu halten. Daraus schöpften sie in ihrem Leiden und Sterben Kraft und Zuversicht.
Lieder: 875,1-3; 906; Antwortpsalm: beten+ Sequenz 870,1+2+10; 467; 872; 823; 482; 873+546,1-3; 503
ZUR LITURGIE: da bei der Prozession bei allen vier Altären Fürbitten stattfinden, können diese in der Eucharistiefeier m. M. nach wegfallen. Es empfiehlt sich das I. Hochgebet zu nehmen.
Gott, du kennst und weißt um die Anliegen und Sorgen unseres Lebens. In gläubigem Vertrauen auf deine Gegenwart beten wir in dieser Stunde zu dir:
1. Für die Priester, die der Eucharistie vorstehen und allen die im Gottesdienst und bei der Prozession mitwirken: Lass sie aus der Größe dieses Geheimnisses leben…
ALLE: Christus, höre uns!
2. Für alle Menschen, die in unserer Gemeinde leben und arbeiten: Lass uns verständnisvoll miteinander umgehen…
ALLE: Christus, höre uns!
3. Für unsere Mitmenschen, die versuchen ihren Lebenshunger in der Konsum- und Spaßgesellschaft zu stillen: Lass sie die wahren Werte des Lebens erkennen…
ALLE: Christus, höre uns!
4. Für alle, die unter dem schlechten Wetter und der Wirtschaftskrise leiden: lass sie in der Eucharistie Kraft finden, um ihr Kreuz tragen und ihr Leben für andere einsetzen zu können…
ALLE: Christus, höre uns!
5. Für uns selber, die wir uns in deinem Namen versammeln: lass uns mutige und glaubwürdige Zeugen deiner Gegen- wart sein…
ALLE: Christus, höre uns!
6. Für unsere Verstorbenen: Lass sie deine Verheißung im ewigen Leben erfahren…
ALLE: Christus, höre uns!
Guter Vater, im heiligen Sakrament bist du uns ganz nahe. Für dieses große Geschenk danken wir dir, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschest in Ewigkeit. AMEN.
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