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10. Sonntag im Jahreskreis, Schlüsselfeld, 6. Juni 2010
Dieser Eintrag stammt von eduard Am 6.6.2010 @ 18:42 In Pfarrer Topits | 2 Kommentare
1 Könige 17,17-24; Psalm 30, 2- 13; Galater 1,11-19; Lk 7,11-17
Am heutigen Sonntag, den 6. Juni erinnern wir uns des D- Days des Jahres 1944. Es war der Tag, an dem die Landung alliierter Truppen mit über 34.000 Mann in der Normandie begann. An diesem Tag starben auf Seiten der angreifenden Landetruppen 10.000 Soldaten, auf deutscher Seite 4.000- 9.000. Wie viele Mütter haben damals wohl ihre Söhne verloren und wie viele Ehefrauen ihre Männer, wie viele Kinder ihre Väter?
Auf diesem Hintergrund erlangt das heutige Evangelium von der Auferweckung des einzigen Sohnes einer Witwe in Nain - eine ganz eigene Betroffenheit. Der Evangelist Lukas thematisiert ganz besonders das unendliche Erbarmen Gottes, das in Jesus sichtbar wird. Auch im alten Bund gab es eine ähnliche Geschichte. Der große Prophet Elija erbarmt sich der Witwe von Sunan, die ihren einzigen Sohn verloren hatte. In beiden Erzählungen stimmen die Schlusssätze überein: „und er gab ihn seiner Mutter zurück.“ Der neue Blickwinkel, den uns Lukas zeigt, nimmt die Frau in den Mittelpunkt des göttlichen Erbarmens. Witwen und Waisen standen fast am Ende der sozialen Leiter. Wenn eine Frau heiratete, dann hatte ihr Ehemann für sie zu sorgen. Er galt gleichsam als ihre Kranken- und Pflegeversicherung in einer Person. Wenn er aber starb, dann blieben nur noch die Kinder. Die mussten dann für den Unterhalt der Mutter aufkommen. Wenn auch sie starben, dann blieb sie nicht nur mit ihrem Schmerz, sondern auch mit ihrem Versorgungsanspruch auf der Strecke.
Der Evangelist berichtet nicht nur von einer Mutter, die ihren Sohn verloren hatte. Jesus sieht in ihr auch eine Witwe, die durch alle Maschen des Gesetzes durchgefallen war. Sie hat jetzt niemand mehr, der für sie sorgt. Als Jesus sie sah, hat er Mitleid mit ihr, wurde von Erbarmen geradezu überwältigt. So erbarmt er sich aller verzweifelten Menschen. „Weine nicht!“ ruft er allen vom Verlust eines lieben Menschen Betroffenen zu. Von ihm heißt es in der Offenbarung des Johannes: „Ich habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt.“(Offenbarung. 1,18) „Und wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.“ (Johannes 14,19)
Der zu Tode gekommene junge Mann, dem der Atem ausgeht, ist möglicherweise jeder von uns. Uns allen geht über kurz oder lang der Atem aus, der Schwung, die sprühende Lebendigkeit. In der Sprache der Bibel bedeuten atemlos und leblos zu sein, gleichzeitig geistlos zu werden. Und wo man den Geist loswird, dort stellen sich die ersten Zeichen des Todes ein. So geist- und leblos machen die Werke des Gesetzes, die losgelöst von Gottes Gnade und Güte vollbracht werden.
Überlieferungen und Traditionen sind zwar wichtig, aber sie dürfen nicht allein bestimmend sein. Hinzukommen muss die Liebe und das Handelns aus Liebe und Rücksicht.
C) Allgemeines Gebet der Gläubigen am 10. Sonntag im Jahreskreis, Schlüsselfeld, 6.6.2010
Herr Jesus Christus, du nimmst die Menschen wahr und wendest dich ihnen zu. So tragen wir dir voll Vertrauen unsere Bitten vor:
1. Wir bitten dich für die Verantwortlichen, damit sie einen
guten Bundespräsidenten wählen, der den Bürgerinnen und
Bürgern mit gutem Beispiel vorangeht…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
2. Wir bitten dich für unsere Gemeinden: damit sie Orte der Begegnung werden, die suchende Menschen einladen…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
3. Wir bitten dich für die Menschen, die ihr Leben in den Dienst anderer stellen: dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind und diese ernsthaft wahrnehmen…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
4. Wir bitten dich für die Kranken und Sterbenden: dass sie in den Stunden des Abschieds Gottes Nähe spüren und ihm ihr Leben anvertrauen…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
5. Wir bitten dich für unsere Verstorbenen: damit sie bei dir
ewig glücklich sind und dass wir ihren Tod aufarbeiten kön-
nen…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
Vater im Himmel, du bist ein Freund des Lebens. Darum hast du uns Jesus, deinen Sohn geschenkt, der uns ein Leben in Liebe und Hingabe vorgelebt hat. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen – heute und an allen Tagen unseres Lebens bis in Ewigkeit. AMEN.
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