Archive for August, 2010

21. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen/NEA, 22.08.2010

Saturday, August 21st, 2010

Jesaja 66,18-21; Psalm 117,1-2; Hebräer 12,5-13; Lukas 13,22-30

Wir Menschen haben ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit. Deshalb verschließen wir abends unsere Wohnungen. Deshalb schließen wir Versicherungen ab: von der Haftpflichtversicherung, Krankenversicherung und Lebensversicherung bis zur Hausratsversicherung und Reiseversicherung. Zuweilen merken wir jedoch, dass all diese Sicherungen an ihre Grenzen stoßen. Wenn etwa Massen wie in Duisburg zusammenströmen und Menschen erdrücken oder wenn plötzlich der Damm eines Stausees bricht und eine Flutwelle hervorruft, die sich über ganze Städte und Landschaften ergießt wie in der Lausitz oder in Pakistan oder wenn sich eine Feuerwalze über die riesigen Entfernungen Russlands wälzt. Dann kommen wir uns ohnmächtig und klein vor und wir merken, dass es keine letzte irdische Sicherung gibt.

 

Ähnliches meint wohl der Fragesteller im heutige Evangelium: werden nur wenige gerettet? Eigentlich wollte er im Grunde seines Herzens fragen: Bin ich bei den wenigen dabei? Oder anders ausgedrückt: Welche Grenzen gibt es  für die Verheißung Gottes von der Teilhabe an der künftigen Welt? Welche Bedingungen muss ein glaubender Mensch erfüllen, wenn er Zugang zum Reich Gottes erlangen will?  Jesus gibt darauf keine Antwort, wie wir sie von den normalen Versicherungsgesellschaften gewohnt sind: Wenn du regelmäßig deinen Beitrag entrichtest, dann bekommst du im Fall des Falles die Entschädigung oder Begünstigung. Lukas antwortet recht differenziert: Manche  oder einige von den Letzten und manche von den Ersten werden dabei sein. Er warnt also vor jeglicher religiöser Selbstsicherheit. Weder die Zugehörigkeit zu einem Volk, noch die Essens- Gemeinschaft mit Jesus nutzt etwas, wenn wir nicht gerecht handeln. Man kann sich das Himmelreich nicht erkaufen. Es kommt vielmehr auf das persönliche Bemühen an, wobei sich Gott das letzte Urteil vorbehält. Der griechischen Urtext betont dies noch viel stärker mit dem Zeitwort: „agoonisesthe!“ d.h. kämpft darum bis zur Erschöpfung.

 

Es gibt freilich auch die Versuchung den Glauben zu „sichern“ und uns gleichsam einen Platz im Himmel reservieren zu lassen. So sind auch manche Auswüchse der Ablasspraxis in der Geschichte der Kirche erwachsen. Fromme Stiftungen mancher Herrscher können nicht gegen das Unrecht aufkommen, das sie begangen haben.  Aber Glaube liefert keine Gewissheit, er setzt aber Vertrauen voraus und fordert zum Wagnis heraus.

 

Ist das für uns nicht eigentlich enttäuschend? Wir fragen uns zuweilen: „Herr, gehst Du so mit deinen Freunden um, die zu dir stehen, die zu dir beten und dir nachfolgen?“  Wenn ich zu einem Verein gehöre, dann erwarte ich auch dessen Leistungen, aber hier geht es um mehr. Darauf antwortet der Hebräerbrief mit einem Vergleich, der sich in unserer Zeit recht anstößig anhört: „Wen der Herr liebt, den züchtigt er!“ Selbstverständlich ist das im übertragenen Sinn zu verstehen: Es sind Schicksalsschläge,  Krankheiten und Leiden, Herausforderungen. Im letzten bleibt es aber unbegreiflich. Ich habe gestern die Mutter eines Pfarrers besucht, den ich gekannt habe und der in verhältnismäßig jungen Jahren verstorben ist. Seine alte Mutter ist schon hoch über 90. Ich bewundere sie mit wie viel Glauben und Ergebenheit sie das alles trägt. Unlängst hat mir eine junge Frau gesagt: Es hat meinen Glauben erschüttert, dass mein Vater mit 42 Jahren sterben und uns 4 Kinder zurücklassen musste. Dann fragt man sich Warum? Ich weiß darauf auch keine Antwort.

 

Einmal werden wir es wohl wissen und erfahren. Es ist dann, wenn der Herr auch uns zu seinem heiligen Berg ruft mit den vielen Vertretern der Völker aus Ost und West. Bis dahin wollen wir mit dem Psalmsänger beten: „Wende dein Ohr mir zu, o Herr…Hilf deinem Knecht, der dir vertraut, sei mir gnädig.“ AMEN.    

 

Liedvorschläge: 914,1+2; 456; Zum Antwortpsalm schlage ich GL 282 vor, weil dieser Kanon am besten dem sehr kurzen Psalm 117,1-2 entspricht. Denkbar sind aber auch die Kehrverse: 646,5 oder 529,6 ; Halleluja 530,8; 489; 939;940,2; 960,1-3; 825; 573 (Salve Regina – wegen des 22. August. Der Sonntag verdrängt den Gedenktag Maria Königin, aber in einem Schlusslied, kann man die Erinnerung daran wachhalten.

 

 

C ) 21. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen/ NEA, 22.08. 2010

Gott will denen, die sich ernsthaft bemühen aus der ganzen Menschheit das Tor zum ewigen Leben öffnen. Deshalb wollen auch wir ihn bitten:

 

1.- Für alle Christen und alle Glieder der Kirche, die müde und schwach geworden sind, um neuen Mut und frische Glaubenskraft…

 

2.- Für alle, die den christlichen Glauben noch nicht kennen, damit sie glaubwürdigen Zeugen begegnen…

 

3.- Für die Opfer der Terroranschläge  im Irak und weltweit, damit die Menschen aufhören ihre Auseinandersetzungen mit Waffengewalt auszutragen…

 

4.- Für die Leidenden und Kranken, die keinen Ausweg mehr sehen in ihrer Not und  Krankheit, damit sie im Glauben die Tür finden, die sich öffnet…

 

5.- Für unsere Verstorbenen um Einlass durch die enge Tür und Aufnahme in deine ewige Liebe…

 

Guter Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, du liebst alle Menschen und willst, dass alle gerettet werden. Darum preisen wir dich und danken dir durch deinen Sohn im Heiligen Geist, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. AMEN. 

 

E-Mail 21.08.2010

Saturday, August 21st, 2010

Liebe Freunde,

in der Urlaubszeit oder kurz darauf kommen einige Impulse sicherlich gut.
Mit den besten Segenswünschen für erholsame Tage mit schönem Wetter

Ihr(Euer)
Internetpfarrer Topits

Aufnahme Mariens in den Himmel, VAM, NEA, 14. August 2010

Saturday, August 14th, 2010

1 Chronik 15,1-415-16;16,1-2; 1 Korinther 15,54-57; Lukas 11,27-28

Liebe Schwestern und Brüder,

Jedes Jahr am 15. August feiern wir das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, im Volksmund auch „Maria Himmelfahrt“ genannt. Es ist das älteste Marienfest überhaupt. In der Ostkirche trägt es die Bezeichnung „koimesis“ Entschlafung oder „dormitio“. Die Dormitio- Abtei in Jerusalem erinnert an dieses Geschehen. Vor 60 Jahren hat Papst Pius XII. das heutige Festgeheimnis zum Glaubenssatz erhoben, den die Kirche immer schon gefeiert hat. Wie viel das auch gerade für die Ökumene bedeuten kann, unterstreicht die Aussage C. G. Jungs, des Sohnes eines protestantischen Pfarrers: „Es  sei dies das wichtigste religiöse Ereignis seit der Reformation“ gewesen.

PREDIGT

Ich habe Herrn Ibeler gebeten die Osterkerze am Taufstein anzuzünden. Warum wohl? Das heutige Fest hat es mit Ostern zu tun.        

Wie kommt das? Wenn jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist, dann ist es das heutige Fest erst recht. Es ist das Osterfest des Sommers, während Allerheiligen das Osterfest des Herbstes ist. Konsequent gedacht, ist die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele nichts anderes als die Folge der Auferstehung Christi. „Verschlungen ist der Tod vom Sieg…Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch unseren Herrn Jesus Christus.“ Deshalb kann sich beim Jüngsten Tag, der vergängliche Leib mit dem unvergänglichen Leib der Auferstehung bekleiden, so dass der ganze Mensch am Leben Gottes und seiner Herrlichkeit teilnimmt.                                                                          

Die Kirche hat immer schon das Bild von der Bundeslade auf Maria bezogen. Drum heißt es auch in der Lauretanischen Litanei: „Du Bundeslade Gottes!“ Wie die Bundeslade im Tempel zu Jerusalem die heiligsten Symbole des Alten Bundes barg: Die Gesetzestafeln mit einem Gefäß von Manna und dem Stab Aarons – so trug Maria in ihrem Leib den Allerheiligsten Sohn Gottes. Und der Zug der Bundeslade nach Jerusalem, gleicht dann der Aufnahme Mariens in das himmlische Jerusalem. Der Antwortpsalm erwähnt, dass die Bundeslade von der Ebene Iaar(auch als Kear-Jearim bekannt) nach Jerusalem gebracht wurde. Von der Ebene bis dort hinauf dürfte einen Höhenunterschied von fast 700 m ausmachen. So kam auch der Leib Mariens in das himmlische Jerusalem hinauf. Der Ort liegt ung. 14 Km nord-westlich von der Hauptstadt Israels. Die Kunde davon erfuhr man in Efrata, das ist ein Synonym für Betlehem und Umgebung.

Noch deutlicher ist der Vergleich mit dem Zelt. Zelt steht in der Bibel oft für den vergänglichen Leib des Menschen. So heißt es bei Paulus: „Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetet ewiges Haus im Himmel.“ (2 Kor 5,1)

 

Das Evangelium lässt durch die Stimme einer Frau den Leib der Gottesmutter selig preisen: „Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat.“ Eine solche Seligpreisung kann nicht ohne Folgen bleiben. Und so war es nur folgerichtig, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde.   

 

C) Aufnahme Mariens, Emskirchen/NEA , 14 /15. August 2010

Treuer Gott, mit Maria sind wir unterwegs zu dir. Ihr Gebet bestärkt unsere Bitten, die wir an dich richten:

 

1.       Für die ganze heilige Kirche: um Treue im Glauben, um eine lebendige Hoffnung und um tatkräftige Liebe.

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

2.       Für die Menschen auf der ganzen Erde: um den Geist des

Friedens und der gegenseitigen Achtung.

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

3. Für alle, die auf die Kräfte der Natur und der Heilkräuter vertrauen: damit sie in ihnen, die heilende Kraft des Schöpfers  erkennen.

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

4. Für alle, die in diesen Tagen Opfer der Überschwemmungen in Sachsen und Pakistan, oder der Waldbrände in Russland geworden sind: um Hilfe zum Überleben…

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

5. Für unsere Verstorbenen: Um ewige Freude  bei dir in der Heimat des Himmels…

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

Herr und Gott! Wir danken dir, dass du uns berufen hast zur Fülle des Lebens. Maria, unsere Schwester und Mutter, ist uns in den Himmel bereits vorausgegangen. Mit ihr preisen wir dich heute und alle Tage unseres Lebens und dereinst in deiner Ewigkeit. AMEN.

Herr, unser Gott! Du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen. An ihrem Fest danken wir dir für die Wunder deiner Schöpfung. Durch Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude. – Seg+ ne diese Kräuter und Blumen. Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens. Schenke uns auf die Fürsprache Mariens dein Heil. Lass uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit. A

C) Aufnahme Mariens, Emskirchen/NEA , 14 /15. August 2010

Treuer Gott, mit Maria sind wir unterwegs zu dir. Ihr Gebet bestärkt unsere Bitten, die wir an dich richten:

 

1.       Für die ganze heilige Kirche: um Treue im Glauben, um eine lebendige Hoffnung und um tatkräftige Liebe.

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

2.       Für die Menschen auf der ganzen Erde: um den Geist des

Friedens und der gegenseitigen Achtung.

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

3. Für alle, die auf die Kräfte der Natur und der Heilkräuter vertrauen: damit sie in ihnen, die heilende Kraft des Schöpfers  erkennen.

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

4. Für alle, die in diesen Tagen Opfer der Überschwemmungen in Sachsen und Pakistan, oder der Waldbrände in Russland geworden sind: um Hilfe zum Überleben…

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

 

5. Für unsere Verstorbenen: Um ewige Freude  bei dir in der Heimat des Himmels…

ALLE: Herr, erhöre unser Gebet

Herr und Gott! Wir danken dir, dass du uns berufen hast zur Fülle des Lebens. Maria, unsere Schwester und Mutter, ist uns in den Himmel bereits vorausgegangen. Mit ihr preisen wir dich heute und alle Tage unseres Lebens und dereinst in deiner Ewigkeit. AMEN.

Herr, unser Gott! Du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen. An ihrem Fest danken wir dir für die Wunder deiner Schöpfung. Durch Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude. – Seg+ ne diese Kräuter und Blumen. Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens. Schenke uns auf die Fürsprache Mariens dein Heil. Lass uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit. AMEN.

 

Liedvorschläge: 890; 454, 457; 602; 530,6; 588; 823; 482; 900; 589

E-Mail 14.08.2010

Saturday, August 14th, 2010

Liebe Freunde,

anbei einstimmende Gedanken auf das „Osterfest des Sommers“. Die Formulierung mag ungewohnt klingen, aber letztendlich trifft sie doch zu.
Vielleicht können Sie(oder könnt Ihr) dort, wo Ihr wohnt einen Kräuterbuschen oder Wurzwisch sammeln und zur Segnung in die Kirche tragen.

Es ist ein uralter Brauch, der in Deutschland auf das 10. Jh. zurückgeht. Die Kirche des Mittelalters versuchte alte germanische Bräuche zu verchristlichen, indem sie die Wirkkräfte der Heilkräuter auf Gott zurückführte, wozu man die Fürsprache Mariens und der Heiligen hilfreich sah. Dass man diese Kräuterweihe auf das Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel(15. August) legte, mag mit dem Umstand zusammen hängen, dass die meisten Kräuter erst im August zur vollen Reife kamen. Auch die Aussage des Hohenliedes 2,1 von der „Blume auf den Wiesen und der  Lilie der Täler“, die die Kirche auf Maria anwendet, mag zu dieser Bevorzugung beigetragen haben. 

Praktisch lässt sich so ein „Wurzbüschel“ – wie er in Franken heißt, so zusammenstellen:  Wer einen kleinen Hausgarten oder eine Wiese oder einen Wald in der Nähe hat, möge Ausschau halten. Es gibt Sträuße mit 7,  mit 14 und mit 99 Kräutern, aber an sich genügt auch schon eines. Es bereitet viel Spaß mit Kindern diese zu suchen, zu pflücken und so manche Legende dazu zu erzählen. Viele nehmen wir als Teesorten zu uns, wobei die Blätter wirksamer sind als die Beutel. Es können auch Blumen und Getreidearten mit hinein genommen werden, ja sogar Gräser. Die meisten Medikamente werden ja immer noch aus solchen Kräutern gewonnen. 

Man möge dann den Strauß mit einer bunten Schleife oder Binsen zusammen binden, übernacht ins Wasser stellen und am Sonntag zur Segnung bringen. In früheren Zeiten sind diese Kräuter an die Tiere verfüttert worden, jetzt eignen sie sich eher dazu, dass man sie im Zimmer aufhängt mit den Stängeln  nach oben. So halten sie sich sehr lange und verbreiten einen angenehmen Duft, der einen Hauch von Schöpfung vermittelt. Schön ist auch der Brauch, nach dem Gottesdienst die Gräber der Verstorbenen auf dem Friedhof aufzusuchen und so einen Kräuterbuschen auf das Grab zu setzen.

Zu all den Bemühungen wünsche ich Ihnen(Euch)  viel Freude und Erfolg mit dankbaren Grüßen

Ihr
Internetpfarrer Topits

19. Sonntag im Jahreskreis, Sambach, 8. August 2010 zum Sportlerfest(kärwa)

Sunday, August 8th, 2010

Weisheit 18,6-9; Psalm 33, 1-22; Hebräer 11,1-2.8-12; Lk 12.35-40

Viele Menschen vergleichen das Leben mit einem Spiel, dessen Ausgang ungewiss ist. Dennoch können wir viel dazu beitragen, dass es gelingt. Auch Gott will, dass es gelingt. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass dabei gewisse Spielregeln eingehalten werden. Der Weisheitslehrer aus dem Alten Bund nennt sie das göttliche Gesetz der Gebote.  Mit dem Einhalten der Spielregeln, so wichtig sie sind, schießt man noch kein einziges Tor. Die Lesung aus dem Hebräerbrief weist deshalb auf die Wichtigkeit des Glaubens hin. Er zählt mehre Glaubenszeugen auf, wie Abraham, Sara, Isaak und Jakob.

Glaube lebt vom Zeugnis. Dass man seinen Glauben öffentlich bekennt und darüber spricht. Wie dies bei unseren Fußballern und Sportlern aus? Dem frommen Aufgebot von Trainer Joachim Löw, dessen Mannschaft immerhin den 3. Platz bei der WM geholt hat,  gehören überraschend viele fromme Kicker an. Er selbst geht mit gutem Beispiel voran und bekennt: „Der Glaube  gibt mir die Zuversicht, dass es stärkere Kräfte im Menschen gibt als den Egoismus.“  Der Torwart der Bremer Keeper ist im katholischen Sportverein DJK Dürscheid groß geworden, gesteht: „Ich bete vor jedem Spiel  in der Kabine: „Bitte, sorg dafür, dass wir siegen und dass ich keine Tore kriege.“ Der Stürmer Miroslav Klose, springt nach jedem Treffer einen Salto  und schlägt anschließend das Kreuzzeichen. Und dann ist da auch noch Cacau. Er hat sein eigenes Ritual. Nach einem Treffer richtet er seinen Blick und erhebt seine beiden Zeigefinder zum Himmel, um zu zeigen, wem er da oben alles zu verdanken hat. Auch weiß der 29- jährige wie relativ  der Erfolg bei Fußball sein kann: „An einem Tag feiern sie dich als Held,  kurz darauf bist du der Depp. Auf Jesus aber kannst Du dich immer verlassen.

Im Evangelium spricht Jesus der kleinen Herde der Aktiven Mut zu. Es ist ein Gesetz des Lebens, dass es in allen Bereichen mehr oder gar überwiegend Menschen gibt, die sich passiv verhalten, aber nur wenige aktiv werden. Der Herr lädt uns ein, dass wir als aktive Mannschaft auftreten.

C ) 19. Sonntag im Jahreskreis, Sambach, 8.08.2010

 

Gott, der Vater, hat uns seinen Sohn gesandt. Er schenkt uns  in ihm Rettung und Heil. Lasst uns mit Vertrauen beten:  

 

1.       Lass deine kleine Herde überzeugter Christen wachsen und frohen Herzens Ausschau halten nach deinen Verheißungen…

ALLE: Höre auf unser Rufen!

 

2.       Sei allen nahe, die unter dem Verlust eines lieben Menschen leiden,  mit der Gabe des Trostes…

ALLE: Höre auf unser Rufen!

 

3.  Hilf auch uns, dass wir bereit sind, wann immer du kommst

     und anklopfst…    

ALLE: Höre auf unser Rufen!

 

4.   Schenke uns die Erkenntnis für unsere Gaben und Talente    

      damit wir sie bei Spiel, Arbeit und Schule verantwortlich

  einsetzen…

ALLE: Höre auf unser Rufen!

 

5.        Lass unsere  Verstorbenen, besonders den verstorbenen Sohn unseres Diakons Bauer, wie auch die Opfer der Überschwemmung in Görlitz, Zittau und des Anschlags in Afghanistan Platz finden am Tisch deines himmlischen Mahles…

ALLE: Höre auf unser Rufen!

 

Denn du, o Gott, bist gütig und treu. Dir sei Dank, Lob und Ehre durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

 

 

18. Sonntag im Jahreskreis, Kirchweihfest Ilmenau 01.08.2010

Sunday, August 1st, 2010

Schwester Mechtild gehört zum Zisterzienserkloster in Helfta. Sie erzählt die Geschichte ihrer Berufung. Bis sie Anfang 40 war, hatte sie eine immer steilere Karriere hingelegt. Bei einem Modekonzern, bei BMW und McDonalds trat sie in schicken Kostümen auf. Doch je schicker und wichtiger ihre Auftritte, um größer wurde ihre innere  Leere. Beim Besuch der Kloster-Kirche  fand sie Ruhe und spürte den drängenden Wunsch zu bleiben. Natürlich vergoss sie manch Träne, als sie sich von ihren Luxusgegenständen und Kleidern trennte. Doch den Entschluss, ein Leben in Gebet und Arbeit zu führen, hat die Ordensschwester nicht bereut. Ihr Leben hat jetzt einen Sinn.

Wer irdische Schätze sammelt und Vorräte aufhäuft, lebt mehr in der Sorge um das Morgen als im Hier und Heute. Und in der gleichen Sorge sind wir mehr oder weniger alle, auch wenn es uns nicht bewusst ist. Wir sind da nicht unbedingt besser als der reiche Bauer aus dem Gleichnis.    

 

Er will die gesamte Ernte für sich behalten und muss darum neue große Scheunen bauen. Er will für viele Jahre Vorräte anlegen. An andere Menschen und ans Teilen mit Notleidenden denkt er nicht. Wer aber nur für sich selber Geld verdienen oder Schätzen sammeln möchte, der ist zwar in den Augen der Menschen reich, vor Gott aber arm. Obwohl sich unser Land zusammen mit vielen anderen weltweit in einer großen Wirtschaftskrise befindet, geht die Schere zwischen arm und reich immer mehr auseinander. Das Profitdenken und die Gier nach schnellem Gewinn treibt viele um. Auf dem Lande schindet die Zahl der Landwirte. Das Höfesterben steht kurz vor seinem Abschluss.

 

Um ja die Love-Parade nach Duisburg zu bekommen und sie anderen Standorten weg zu schnappen, haben die Verantwortlichen die Sicherheitsvorkehrungen missachtet und so kamen vor einer Woche 21 junge Menschen zu Tode. Im Golf von Mexiko kam es zur schwersten Umweltkatastrophe unserer Zeit, indem nach Explosion der Bohrinsel Millionen Liter Rohöl täglich ins Meer flossen. Auch hier hatte man im Hinblick auf schnellen und großen Gewinn, unterlassen Sicherungen einzubauen, die eigentlich möglich gewesen wären.  

 

Wer teilt, wird dadurch nicht arm. Teilen bringt Segen und bewahrt vor  Habgier und Geiz. Jesus versucht so ein Gegengewicht aufzubauen. Denn die Güter dieser Welt sind vergänglich und sie machen niemanden restlos glücklich. Es ist die Erfahrung die der Weisheitslehrer Kohelet in die Worte kleidet: „Windhauch, Windhauch, das alles ist Windhauch!“ So ein leichter Windhauch hinterlässt keine nachhaltigen Spuren. Er ist schnell wieder vergessen. Psalm 90 gebraucht den Vergleich vom schnell sprossenden und bald verdorrenden Gras. Das einzige was uns in die Ewigkeit und vor Gottes Gericht begleitet und für uns sprechen wird, sind unsere guten Taten. Das letzte Hemd kennt keine Taschen.

 

Deshalb fordert der hl. Apostel Paulus uns im Brief an die Kolosser auf: „Richtet euren Sinn auf das Himmlische, nicht auf das Irdische…Tötet an euch, was irdisch ist: die bösen Begierden und die Habsucht!“ Kirchen sind Fingerzeige zum Himmel. Wo das geschieht nimmt Christus Gestalt an. Er ist alles und in allen. Dem scheint unser ganzes  Wirtschaftsmodell zu widersprechen. Geht es doch um Gewinnmaximierung und Profitsicherung.  Aber gerade dann, wenn diese Ziele absolut gesetzt und der Mensch und das Menschliche auf der Strecke bleiben, geht auch der schnell errungene Gewinn flöten.  Fairer Wettbewerb muss auch dem anderen eine Chance lassen und geben.

Leben und Leben lassen, kann durchaus einen christlichen Anstrich haben. Denn Gott ist unser aller Schöpfer und der Lenker unseres Lebens. Er schenke uns auch seine Liebe. Amen.

 

Kirchweihfest: 639; 906; 946,4; 530,7 642;823;482;503;257,1-3

Liedvorschläge: 657 Ach wie flüchtig – passt zur 1. Lesung  und zum Evangelium. Gloria 457 oder 906; Antwortpsalm 712,2 oder 529, 5 oder nach Vorschlag Eichstätt

Gabenbereitung: 916: Sanktus: 459; Agnus Dei 461: Kommunion: 558 oder 503; Dankgesang 261 oder 257

 

FÜRBITTEN ZUM KIRCHWEIHFEST ILMENAU, 1. 08. 2010

 

Herr, unser Gott! Auf diesem Haus ruht der Geist des Herrn. Denn er hat es gesalbt und zu eigen genommen. Deshalb bitten wir:

 

 

1.       Für unsere Laurentii-Kirche in Ilmenau und ihre Bewohner, die  heute von nah und fern hierher kommen, um zu beten…

Wir bitten, dich, erhöre uns!

 

2.       Für die Kirche mit Haupt und Gliedern: um Erneuerung und Versöhnung mit allen Christen …

Wir bitten, dich, erhöre uns!

 

3. Für unsere Gesellschaft, in der die Schere zwischen Arm und Reich

    immer mehr auseinander geht: um einen gerechten Ausgleich…,

    Wir bitten, dich, erhöre uns!

 

4. Für die Opfer der Love-Parade in Duisburg und des

   Flugzeugabsturzes und der Überschwemmungen in Pakistan, damit    

   wir unserer Grenzen eingedenk werden… 

   Wir bitten, dich, erhöre uns!

 

5. Für die Erntearbeiten auf unseren Feldern und Fluren, die bald

abgeschlossen sind und die Landwirte, die sich nach einem gerechtem Lohn sehnen…

   Wir bitten, dich, erhöre uns!

 

6. Für unsere Gemeindemitglieder: Alte und Junge, Kranke und

Gesunde, Arbeiter und Landwirte, Lebende und Verstorbene; damit sie deine Herrlichkeit schauen…

   Wir bitten, dich, erhöre uns!

 

 

Gott, unser Vater, wir vertrauen darauf, dass du dich als Freund des Lebens erweist, indem du unsere Bitten in deinem Hause hörst und erhörst. So danken wir dir durch Christus unseren Herrn. AMEN.