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E-Mail 14.08.2010

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 14.8.2010 @ 18:36 In Pfarrer Topits | 746 Kommentare

Liebe Freunde,

anbei einstimmende Gedanken auf das „Osterfest des Sommers“. Die Formulierung mag ungewohnt klingen, aber letztendlich trifft sie doch zu.
Vielleicht können Sie(oder könnt Ihr) dort, wo Ihr wohnt einen Kräuterbuschen oder Wurzwisch sammeln und zur Segnung in die Kirche tragen.

Es ist ein uralter Brauch, der in Deutschland auf das 10. Jh. zurückgeht. Die Kirche des Mittelalters versuchte alte germanische Bräuche zu verchristlichen, indem sie die Wirkkräfte der Heilkräuter auf Gott zurückführte, wozu man die Fürsprache Mariens und der Heiligen hilfreich sah. Dass man diese Kräuterweihe auf das Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel(15. August) legte, mag mit dem Umstand zusammen hängen, dass die meisten Kräuter erst im August zur vollen Reife kamen. Auch die Aussage des Hohenliedes 2,1 von der „Blume auf den Wiesen und der  Lilie der Täler“, die die Kirche auf Maria anwendet, mag zu dieser Bevorzugung beigetragen haben. 

Praktisch lässt sich so ein „Wurzbüschel“ – wie er in Franken heißt, so zusammenstellen:  Wer einen kleinen Hausgarten oder eine Wiese oder einen Wald in der Nähe hat, möge Ausschau halten. Es gibt Sträuße mit 7,  mit 14 und mit 99 Kräutern, aber an sich genügt auch schon eines. Es bereitet viel Spaß mit Kindern diese zu suchen, zu pflücken und so manche Legende dazu zu erzählen. Viele nehmen wir als Teesorten zu uns, wobei die Blätter wirksamer sind als die Beutel. Es können auch Blumen und Getreidearten mit hinein genommen werden, ja sogar Gräser. Die meisten Medikamente werden ja immer noch aus solchen Kräutern gewonnen. 

Man möge dann den Strauß mit einer bunten Schleife oder Binsen zusammen binden, übernacht ins Wasser stellen und am Sonntag zur Segnung bringen. In früheren Zeiten sind diese Kräuter an die Tiere verfüttert worden, jetzt eignen sie sich eher dazu, dass man sie im Zimmer aufhängt mit den Stängeln  nach oben. So halten sie sich sehr lange und verbreiten einen angenehmen Duft, der einen Hauch von Schöpfung vermittelt. Schön ist auch der Brauch, nach dem Gottesdienst die Gräber der Verstorbenen auf dem Friedhof aufzusuchen und so einen Kräuterbuschen auf das Grab zu setzen.

Zu all den Bemühungen wünsche ich Ihnen(Euch)  viel Freude und Erfolg mit dankbaren Grüßen

Ihr
Internetpfarrer Topits


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