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24. Sonntag im Jahreskreis, Sambach/Pommersfelden, 12. 9.10

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 12.9.2010 @ 18:23 In Pfarrer Topits | 129 Kommentare

Exodus 32,7- 11.13-14; Psalm 51; 1 Timotheus 1,12-17; Lk 15,1-32

Vielleicht geht es Ihnen auch so: Da habe ich das Buch doch gerade eben noch in der Hand gehalten und finde es nicht mehr. Oder da ist das Ladegerät zur Kamera oder mein Handy plötzlich wie vom Erdsboden verschlungen. Dann erst mit dem  Hausschlüssel oder Autoschlüssel!   Fast täglich verliere ich etwas, fange dann an zu suchen, steigere mich hinein, verliere viel Zeit damit: manchmal finde ich das Verlegte wieder anderes Mal nicht. In letzter Instanz rufe ich den heiligen Antonius an: „Du braver Mo, führ mich zum Eckerla no!“ - wie es im Fränkischen so schön heißt. Bei mir muss der heilige Antonius stets Überstunden schieben.

 

Die Zeitschrift Christ in der Gegenwart erzählt in der letzen Ausgabe von dem Musikstück, das Ludwig van Beethoven für solche Anlässe komponiert hat: „Die Wut über den verlorenen Groschen“. Es ist ein Klavierstück, in dem eine solche Suchaktion musikalischen Ausdruck findet. Im Klang des Tastengewitters bearbeitet der Spieler sein Instrument: immer ruheloser, immer wütender, immer wilder. Die innere Not packt ihn und steigert sich in ihm. Es ist einfach zum Verrückt werden. Der Groschen will sich einfach nicht finden lassen. Das Collegium Musicum Pommersfelden hat dieses Stück von Ludwig van Beethoven im Sommer während eines Konzertes gebracht.

 

Jesus ist ein guter Beobachter. Und so dürfte er bei seinen Hausbesuchen auch die Frau erlebt haben, der ein Geldstück heruntergefallen war, und es nun mit viel Mühe und Aufwand sucht. Mag sein, dass er gerade dazu gekommen ist, als sie es findet. Der aus Rom stammende Maler Domenico Feti, von 1613 - 1622 Hofmaler zu Mantua, hat die Szene aus dem heutigen Evangelium gemalt. Sein Gemälde hält die Sekunde fest, die der unmittelbar bevorstehenden Entdeckung in einem Bodenspalt vorausgeht. Offensichtlich hat sie schon längere Zeit gesucht und alles auf den Kopf gestellt. Die Kleidertruhe ist durchwühlt, der Hocker umgestoßen. Darauf sind die 9 anderen Münzen schön aufgereiht, Kleidungsstücke liegen wirr im Zimmer herum.

 

Unser Herz schlägt nun mal für das Verlorene - will uns Jesus sagen - Es hängt daran. Dann sind wir zu großen Suchaktionen bereit und kehren nicht nur unser Haus um und stellen alles auf den Kopf, sondern zuweilen auch unser ganzes Leben. Und das nur wegen eines einzigen Geldstückes willen. Ist das nicht verrückt? Ja, aber das hat es eben mit der Liebe zutun. Denn so ist Gott. Er nimmt sich alle Zeit der Welt,  um sein Volk Israel zu suchen, das sich von ihm entfernt hatte und den Apostel Paulus, der verloren war, ja um mich selbst zu suchen oder auch nur nach dem verlorenen Stück Glauben in mir. Das will er finden, in seine Hände nehmen, aufheben und heim tragen. Gott will mich, und er will mich ganz. Er will auch den Teil finden, der verletzt und traurig ist, der mich lächerlich macht oder entmutigt oder schuldig geworden ist und schon fast verloren in der Ecke liegt.

 

Gott sucht mich, so sagt Jesus in seiner Gleichnisrede von der verlorenen Drachme, als gäbe es nur mich  auf dieser Welt. Er ist wie die Frau, die sich tief bückt, mit dem Handfeger kehrt, die Kleidertruhe auskippt, alles umkehrt, damit das Verlorene wieder ins Auge fällt. Das eine kleine Geldstück rechtfertigt den großen Aufwand der Hausfrau, und der eine kleine verlorene Mensch die ganze Heilsgeschichte.

 

Wenn er mich gefunden hat, tut er so, als hinge das ganze Glück des Himmels davon ab. Und wenn dann Gott des Weiteren einen anderen Menschen findet, dann bin auch ich eingeladen, mich genauso darüber zu freuen. Denn die Freude des Himmels besteht darin, dass man sie mit anderen Menschen teilt. Letztendlich geht es ihm um uns alle. Im heutigen Tagesgebet heißt es so ergreifend: „ Gott, gib, dass wir die Macht deiner Liebe an uns erfahren!“ AMEN.

 

Liedvorschläge:

168, 1-4; 495, 4 oder 933 oder; Gloria: 486 Nach der 1. Lesung den Psalm aus dem Buch „Hilfen für die Messfeier“ der Liedvorschläge Eichstätt C, Seite 261 . Er kann auch gebetet werden.

Nach der zweiten Lesung Halleluja 530,2 oder ein anderes.  Zur Gabenbereitung im Hinblick auf Mariä Namen 594(Maria, dich lieben  ) ;Sanctus 491; Agnus Dei 492; Kommunion  824; und zum Abschluss 889. „Meerstern ich dich grüße“ (eine der 60 Deutungen des Namens „Maria“ bedeutet auch Meerstern. stella maris)

 

C) 24. Sonntag im Jahreskreis, Sambach/P. 12.09.2010

Gott lässt den Menschen in seiner Not und Schuld nicht im Stich. In diesem Glauben wollen wir Gott unsere Bitten vortragen:

 

1.       – In die Trauer und Not der Opfer vom 11. September und

aller weiteren Anschläge hinein, -  sprich du dein tröstendes Wort…ALLE: Erhöre das Gebet deines Volkes!

 

2.       - In die Freude über das Neue Schuljahr hinein, - sprich Du 

dein ermutigendes Wort für Schüler und Lehrer…

ALLE: Erhöre das Gebet deines Volkes!

 

3.- In das Vertrauen unserer Wallfahrer nach Maria Weißenstein, -  sprich Du dein aufrichtendes Wort für die Anliegen unserer Pfarrgemeinde und Familien…

ALLE: Erhöre das Gebet deines Volkes!

 

4. - In die Zuversicht derer, die heute an Maria Namen der Fürbitte ihrer Namenspatronin gedenken, -  sprich Du dein  segnendes Wort…

ALLE: Erhöre das Gebet deines Volkes!

 

5. - In die Ausweglosigkeit der Kranken, der eingeschlossenen Grubenarbeiter in Chile, aller  Verzweifelten und Enttäuschten hinein, -  sprich du das Wort der Hoffnung…

ALLE: Erhöre das Gebet deines Volkes!

 

6. - In die Erwartung unserer Verstorbenen hinein, -  sprich du das Wort der Annahme und ewigen Liebe…

ALLE: Erhöre das Gebet deines Volkes!

 

Du bist uns immer zugewandt und erwartest jeden, der zu dir kommt, damit er dein Erbarmen erfahre. Durch Christus, unseren Erlöser und Herrn. AMEN. 


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