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25. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf/Sterpersdorf, 18./19. September 2010

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 19.9.2010 @ 18:17 In Pfarrer Topits | 655 Kommentare

Amos 8, 4 -7; Psalm 113, 1-2.4-5.6-7.8-9 ;  1.Timotheusbrief 2,1-8; Lukas 16,1-13

Vor einigen Wochen ging ich in den Supermarkt, um für eine bedürftige Familie einen Gutschein zu erwerben. Ich steuerte zu der Kasse hin, wo gerade keine Kunden anstanden, um ihn zu bezahlen.  Die Verkäuferin sagte mir, dass ich mir den Gutschein vom Stapel nebenan holen müsste. Inzwischen war schon eine Hausfrau mit ihrem Einkauf angerollt gekommen, war aber nach meinem Eindruck noch nicht so ganz fertig mit dem herauslegen der Waren aus dem Korb auf das Förder- Band. Deshalb preschte ich mit meinem Gutschein schnell vor und wollte ihn gleich bezahlen. Darauf bemerkte die Kassiererin, ich müsse doch wohl eher die Kundin fragen, ob sie damit einverstanden sei, dass ich vor ihr dran komme. Das gehöre eben zum guten Ton. Erst nachdem ich die Dame gefragt und ihre Einwilligung eingeholt hatte, nahm mir die Kassiererin das Geld für den Gutschein ab. Das war mir zwar zunächst peinlich, aber ich habe gleichzeitig eine sehr hohe Achtung  vor der Kassiererin bekommen.

1. Gewiss ist das eine Kleinigkeit- werden Sie alle denken.

Aber es stimmte mich schon nachdenklich, als ich im heutigen Evangelium die Worte las: „Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.“ An der Art und Weise, wie wir mit Geld und dem Mammon dieser Welt umgehen, entscheidet sich viel auch im Reich Gottes.

2. Im Vorspann des heutigen Evangeliums hörten wir vom unehrlichen Verwalter. Bei ihm muss es wohl auch zunächst mit kleinen Bagatelldelikten begonnen haben, bis er dann zu den großen Dingen griff und dann auch eigenmächtig sich mit den Schuldnern seines Herrn arrangierte. Nach einigen Bibelauslegern, wäre es gerade der Wucherzinns gewesen, den der Verwalter nachgelassen und ansonsten für sich behalten hätte. Wie dem auch sei, der Verwalter setzt auf die Liebe und Dankbarkeit der Menschen, mit denen er es zu tun hat d.h. auf etwas, was er nicht einfordern kann. Er handelt vorausschauend und lässt sich dabei auch diese tolle Manipulation einfallen. Im Grunde genommen erfolgt sie zum Vorteil der weniger Bemittelten und Armen. Und deshalb lobt Jesus sein Verhalten und nicht weil er etwa sein unehrliches Verhalten gebilligt hätte. Mit dem ungerechten Mammon meint Jesus, wohl das nur auf eigene Gewinnmaximierung und Profit ausgerichtete Bestreben, das die Schere zwischen Reich und Arm immer  weiter auseinanderdrückt.

3. Die Habgier der sich ungerecht Bereichernden prangert auch der Prophet Amos im Alten Bund an. In jeder Gier steckt Maßlosigkeit. Es ging um Wucherpreise beim Getreide, um Fälschen der Gewichte und um Billiglohn für die Ärmsten der Armen. Während der Neumondszeit und des Sabbats waren solche Geschäfte nicht gestattet. Deshalb konnten sie es kaum erwarten, bis diese vorbei waren. Wir brauchen uns nur in unserer Welt umsehen und stellen fest, dass sich seit der Biblischen Zeit vor dreitausend Jahren kaum etwas an unserer Welt mit ihrer Finanzkrise und Betrügereien geändert hat. Der Apostel Paulus fordert in seinem ersten Brief an Timotheus die Christen auf „zu Gebeten, Bitten und Fürbitten für die Herrscher und für alle die Macht ausüben“, damit es rechtschaffen in unserer Welt zugeht und sie der Versuchung des Geldes und der Raffgier nicht erliegen.

Dazu braucht der Mensch zuweilen göttlichen Beistand. Wer es fertig bringt, der gleicht darin dem Herrn und Gott, der in der Höhe thront - wie es der Antwortpsalm 113, 6-7 auf den Punkt bringt. Es ist nicht der, der „den Schwachen aus dem Staub emporhebt und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?“  

Liedvorschläge:

291; 820;  Nach der ersten Lesung Psalm nach Eichstätter Melodie, nach der zweiten Halleluja 530,7;  822; 823;482; 547; 594,1- 3

 

C) 25. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf/Sterpersdorf

18/19. September 2010: 

 

Herr unser Gott, du hörst unser Rufen. Auf unsere Anliegen und Bitten antworten wir mit dem Satz: Du bist das Heil des Volkes. Darum bitten wir dich:

 

1.       – Begleite unseren Heiligen Vater mit guten Eingebungen auf seiner Schwierigen Reise nach England: lass dadurch die Einheit der Christen wachsen…

Vorbeter: Du bist das Heil des Volkes!

ALLE: Du bist das Heil des Volkes!

 

 

2. - Segne Schüler und Lehrer, die ein neues Schuljahr begonnen haben: mit Freude am Lernen und bei der Erziehung zur Wertegemeinschaft…

Vorbeter: Du bist das Heil des Volkes!

ALLE: Du bist das Heil des Volkes!

 

 

3. – Bewahre die Menschheit vor neuen Kriegen und dass sie durch die Mächtigen ausgebeutet werde in deren Gier nach      Bereicherung auf Kosten ihrer Völker…

 Vorbeter: Du bist das Heil des Volkes!

ALLE: Du bist das Heil des Volkes!

 

 

4. – Lass uns dankbar sein für alles, was uns anvertraut wurde: hilf uns klug und ehrlich damit umzugehen…

Vorbeter: Du bist das Heil des Volkes!

ALLE: Du bist das Heil des Volkes!

 

 

5. – Vergilt unseren Verstorbenen das Gute, das sie getan haben und nimm sie in den Himmel auf…

ALLE: Du bist das Heil des Volkes!

Denn du bist ein Gott des Erbarmens, der Gerechtigkeit und der Liebe. Dich preisen wir jetzt und in Ewigkeit. AMEN. 


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