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Archive für 26.9.2010
Kirchweihfest, Sterpersdorf, Sonntag, den 26. September 2010
26.9.2010 von eduard.
Ezechiel 43,1-2.4-7a; 1 Korinther 3,9c-11.16-17; Matthäus 16,13-19
Wir denken heute an den denkwürdigen Tag, an dem die Kirche von Sterpersdorf eingeweiht worden ist. Damals ist auch der erste Gottesdienst hier gefeiert worden. Damit begann die Kirche zu leben. Der Weihetag einer Kirche, ist ihr Geburtstag. Und heute hat unsere Sterpersdorfer Kirche Geburtstag.
Nach meinen Recherchen in der Pfarrchronik dürfte die Kirche zweimal geweiht worden sein. 1801 erwähnen die Urkunden nur eine Kapelle bei den 12 Häusern des Ortes. Lange Zeit befand sich Sterpersdorf im Schatten der großen Wallfahrtskirche auf dem Lauberberg. Als es 1882 zur Pfarrgründung kam, zählte die Bevölkerung bereits 210 Seelen. Damals ist der Turm erhöht und sind Altäre und Kanzel angeschafft worden. Die Inneneinrichtung der neuen Pfarrkirche zog sich vermutlich bis in die 90-er Jahre hin. Jedenfalls ist vermerkt, dass 1897 Erzbischof Schork zur kanonischen Visitation hierher kam. Ich vermute, dass damals die erste Kirchweihe stattgefunden hat. Nach der Erweiterung ist die Kirche zum zweiten Mal am 28. September 1924 von Erzbischof Jakobus von Hauck „konsekriert“ worden d.h. feierlich geweiht worden. Was das bedeutet, möchte ich mit Euch anschließend bedenken.
Damals dürfte der Bischof mit Pfarrern, Ministranten und mit viel Volk über den Kirchenplatz gewallt sein und hat vor der Kirchentüre erstmals halt eingelegt. Man stolpert ja nicht gleich in die Kirche hinein, sondern besinnt sich am Eingang. Es gibt viele Wege im Leben… mit der wichtigste ist der Kirchenweg und es gibt viele wichtige Türen und Tore, aber ganz besonders wichtig ist die Kirchentür, denn sie erinnert uns an die Himmelstür. „Da sah ich, wie die Herrlichkeit des Gottes Israels aus dem Ostern herankam… Die Herrlichkeit des Herrn zog in den Tempel ein durch das Tor, das im Osten lag… und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte den Tempel. “ Die meisten Kirchen sind mit dem Altar geostet, nach Jerusalem ausgerichtet.
Nach dem Betreten der Kirche zeichnete der Bischof mit seinem Stab in ein großes Kreuz mit Asche auf dem Boden der Kirche das griechische und lateinische Alphabet. Christus ist eben das Alpha und das Omega, Anfang und Ende. Gott ergreift Besitz von seinem Hause, in dem sein Sohn hier unter uns Menschen gegenwärtig wird und sein Zelt aufschlägt. Es gibt verschiedene Gegenwartsweisen des Herrn. Die erste ist seine Gegenwart in der Gemeinde, die sich zum Gottesdienst versammelt. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Deshalb wendet sich der Priester dem Volk zu und begrüßt es mit dem dreifaltigen Gruß: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch! Es könnte logischer Weise auch heißen: ist mit Euch. Das heißt der Herr ist schon in der Mitte der seinen. Das II. Vatikanische Konzil wollte diese verschiedene Gegenwartsweisen durch verschiedene Orte zum Ausdruck bringen. Deshalb soll die Eröffnung nicht am Lesepult und auch nicht am Altar stattfinden, sondern an einem eigenen Ort, den wir mit Priestersitz oder Vorstehersitz nennen. Hier soll auch das Tagesgebet stattfinden. Ich nehme an, dass er sich damals dort befand, wo der Traghimmel im Chorraum aufgestellt war.
Danach folgte der Wortgottesdienst mit der ersten Predigt des Bischofs von der Kanzel aus. Um die Einheit des Wortgottesdienstes mit der Eucharistiefeier hervorzuheben und seitdem es Mikrophone gibt, findet auch die Predigt vom Lesepult aus statt, das wir „Ambo“ nennen, den erhöhten Platz, der im Mittelalter dann in das Kirchenschiff verlegt worden ist. Von den Chorschranken „Cancellae“ genannt, entstand dann das Wort Kanzel. Es war ein Grundanliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Liturgiereform, dass der Tisch des Wortes Gottes reichlicher gedeckt wird. Deshalb sind für Sonn- und Feiertage zwei Lesungen vorgesehen. Die Schriftlesungen sind auf einen Zyklus von drei Jahren aufgeteilt. Das heißt, dass sich diese und die Evangelien erst in drei Jahren wiederholen. In den Lesungen spricht Gott zu uns und vor allem im Evangelium wird das Wort Christi unter uns Gegenwart.
Jetzt schreitet der Bischof zur Weihe des Altares. Er salbt die ganze Altarplatte mit Chrisam, firmt sozusagen den Altar bzw. damals die Altäre. Danach werden an fünf Stellen Kerzen angezündet. Zum ersten Mal haben dann unsere Vorfahren den Altar gedeckt. Auch salbt der Bischof die Wände der Kirche an 12 Stellen, gewöhnlich an den Apostelkreuzen. Der Altar ist das Zeichen für Christus. Hier wird er im Sakrament beim Hochgebet der Eucharistiefeier gegenwärtig: mit Leib und Blut, Gottheit und Menschheit. Hier erfolgt Gottesbegegnung. Mit Petrus bekannten unsere Vorfahren und bekennen auch wir in jeder Eucharistiefeier sinngemäß: „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes!“ Und die Apostelkreuze erinnern an die lebendige Kirche, die auf dem Fundament der Apostel und dem Fels erbaut ist, mit dem Petrus - Christus als Eckstein und Schlussstein sichtbar macht. Der Gemeinschaft der Getauften, die sich mit dem Wort Gottes ernährt und das Opfer Christi feiert, die Sakramente spendet unter Leitung von Papst und Bischöfen- sind die Schlüssel des Himmelreiches anvertraut.
Gesalbt wird auch der Taufstein. Hier sind wir Christen geworden. Während der maoistischen Kulturrevolution hatten die Kommunisten vielerorts Kirchen und Klöster zerstört und in Brand gesteckt. So kam eines Tages ein chinesischer Junge zur Missionsstation. Er bereitete sich nämlich mit seinen Altersgenossen auf die Firmung vor. Die Revolutionssoldaten versperrten ihm den Weg und fragten ihn, was er denn hier wolle: „Ich möchte zum Pater zur Firmvorbereitung!“ - „Den gibt´s nicht mehr.“ antworteten diese- „den haben wir erschossen!“ - „Dann möchte ich in die Kirche gehen und beten.“ - Darauf die Soldaten:“ Die Kirche gibt es auch nicht mehr, die haben wir gerade angezündet. Bald wird nur noch ein Trümmerhaufen davon übrig bleiben.“ Der Junge denkt ein wenig nach und kontert dann: „Ich bin getauft, dann bin ich jetzt die Kirche!“ Und darum geht es jedes Mal, wenn wir Kirchweihe feiern. Es geht nicht so sehr um das Haus aus toten Steinen, sondern um das Haus der lebendigen Steine. „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? ……Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr.“
In der Kommunion empfangen wir den Leib Christi auf die Hand, den „kostbaren Fisch“ von dem das Grabmal des Pektorios in Burgund spricht. Die übrig gebliebenen Hostien werden im Tabernakel aufbewahrt für die Krankenkommunion und für die Anbetung. Tabernakel heißt wortwörtlich übersetzt: Zelt. Hier wohnt der Herrgott. „Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm dem lebendigen Gott!“
Unsere Gedanken fasst der Korintherbrief (1 Kor 3,9c-11.16-17)
so zusammen: „Ihr seid Gottes Bau“…einer hat den Grund gelegt, ein anderer baut weiter.“ Unsere Vorfahren haben den Grund dieser Kirche gelegt Auch wir sollen mutig darauf und daran weiter bauen. Aber jede und jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus. AMEN.
FÜRBITTEN ZUM KIRCHWEIHFEST STERPERSDORF, 26.09.2010
Herr, unser Gott! Auf diesem Haus ruht der Geist des Herrn. Denn er hat es gesalbt und zu eigen genommen. Deshalb beten wir:
1. Für unsere Pfarrgemeinde Sterpersdorf und ihre Bewohner, wie auch für alle, die heute von nah und fern hierher gekommen sind um Gott zu begegnen…
Wir singen: Christus, höre uns!
2. Für die weltweite Kirche : um Erneuerung nach den Missbrauchsskandalen und Versöhnung mit allen Christen …
Wir singen: Christus, höre uns!
3. Für unsere Kinder und Jugendliche, die Aufgaben in unseren Gottesdiensten als Ministrantinnen und Ministranten übernehmen, für die Kärwasburschen, wie auch für alle, die das Kirchweihfest vorbereitet haben oder daran mitwirken…
Wir singen: Christus, höre uns!
4. Für alle lebenden und verstorbenen Priester- und Ordensleute, die hier gewirkt oder von hier ihre Berufung erhalten haben, damit der Herr auch in unserer Zeit Menschen in seine Nachfolge ruft…
Wir singen: Christus, höre uns!
5. Für gedeihliche Witterung: um einen warmen Herbst, damit die Ernte gut eingebracht werden und die Herbstausaat erfolgen kann…
Wir singen: Christus, höre uns!
6. Für unsere Gemeindemitglieder: Alte und Junge, Kranke und Gesunde, Arbeiter und Landwirte, Lebende und Verstorbene; damit sie deine Herrlichkeit schauen…
Wir singen: Christus, höre uns!
Gütiger Vater, in deinem Sohn hast du dich aller erbarmt. In ihm sagen wir dir Lob, Ehre und Dank, heute am Jahrestag der Kirchweihe, jeden Tag bis in Ewigkeit. AMEN.
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26. Sonntag im Jahreskreis, Uehlfeld, 26. September 2010
26.9.2010 von eduard.
Amos 6, 1a.4-7; Ps. 146, 6-10; 1 Timotheus 6,11-16; Lukas 16,23-31
Im Bamberger Dom befindet sich im nördlichen Seitenschiff nahe zur Adamspforte eine liebliche Darstellung. Ein Mann sitzt auf einem Pfeilervorsprung und hält auf seinem Schoß 4 Kinder mit Gesichtern von Erwachsenen. Sie freuen sich und strahlen vor Glück. Entzückt klatschen sie in die Hände und lächeln. Denn sie hören den Herzschlag des Vaters. So stellten sich die Menschen früher den Himmel vor. Der hier dargestellte Vater ist Abraham. Mit den Kindern sind wohl die Seelen der Geretteten gemeint.
Eine der geretteten Seelen dürfte Lazarus aus dem heutigen Evangelium sein. Sein Name bedeutet „Gotthelf“ Abraham ist für ihn und für alle 4 wie eine liebende Mutter, die sich um ihre Kinder kümmert, wie ein Vogel, unter dessen Flügeln sich die Kücken bergen. Ihnen kann das Jüngste Gericht nichts mehr anhaben. Der Vater bringt sie durch.
Wer unter der Plastik steht, nimmt die Rolle der Reichen ein, dem der Herr ins Gewissen redet, der sich in Selbstsicherheit wiegt und laut Prophet Amos Augen und Ohren verschließt vor denen, die seine Hilfe brauchen.(vgl Amos 6) Abraham ist dann für ihn zwar noch in Rufnähe, aber dennoch liegt zwischen ihm und uns ein beachtlicher ohne Leiter nicht zu bewältigen Höhenunterschied vor.
Auch uns sind die Worte des dreimaligen Gespräches gesagt. Auch wir haben Mose und die Propheten und sie müssten uns zur Umkehr genügen. Wir alle sind zeit unseres Lebens gefährdet, wie der Reiche. Denn schieben wir unsere Bekehrung nicht vor uns her? Verschließen nicht auch wir Augen und Ohren vor der Not in unserer Familie, unserer Nachbarschaft und in der weiten Welt. Gewiss können wir nicht groß helfen, aber es geht um die Richtung, um ein Zeichen und um das Gebet. So leicht ist der Lebensraum im Schoße Gottes nicht zu haben. Es ist kein billiger Platz.
Gewiss ist dieses Leben ein harter Kampf. Es gilt laut 1. Timotheus 6, 11-16 unentwegt nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit und Glauben zu streben, gepaart mit Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut. Im guten Kampf des Glaubens erfüllen wir unseren Auftrag. Hier im Krankenhaus sind es die Schmerzen und Müdigkeit, Traurigkeit und Resignation, die uns anfallen. Eine Frau erzählte mir mal: die Schmerzen des Vormittags, die opfere ich für meine Familie auf. Jede und jeder hat seine Stunde. Die des Nachmittags gehören anderen Menschen.
Die Plastik Abraham mit den Kindern im Schoß, zeigt aber auch Trostvolles. Es erinnert an das letzte Gottesbild, das die Bibel malt: „Der, der auf dem Thron sitzt, wird alle Tränen von den Augen abwischen - wie ein Mutter, die uns auf ihre Arme nimmt. Und er mag mich in Gewänder des Heils hüllen. Uns ist ein Platz am Herzen Gottes verheißen. Beginnen wir daher mit wachen Augen unter Gottes Augen zu leben. Der Herr „liebt den Gerechten“ (Psalm 146) Er hält ewig die Treue…Recht verschafft er den Unterdrückten…öffnet den Blinden die Augen…und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.
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