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26. Sonntag im Jahreskreis, Uehlfeld, 26. September 2010

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 26.9.2010 @ 21:35 In Pfarrer Topits | 625 Kommentare


Amos 6, 1a.4-7; Ps. 146, 6-10; 1 Timotheus 6,11-16; Lukas 16,23-31

 

Im Bamberger Dom befindet sich im nördlichen Seitenschiff nahe zur Adamspforte eine liebliche  Darstellung. Ein Mann sitzt auf einem Pfeilervorsprung und hält auf seinem Schoß 4 Kinder mit Gesichtern von Erwachsenen. Sie freuen sich und strahlen vor Glück.  Entzückt klatschen sie in die Hände und lächeln. Denn sie hören den Herzschlag des Vaters. So stellten sich die Menschen früher den Himmel vor. Der hier dargestellte Vater ist Abraham. Mit den Kindern sind wohl die Seelen der Geretteten gemeint.

 

Eine der geretteten Seelen dürfte Lazarus aus dem heutigen Evangelium sein. Sein Name bedeutet „Gotthelf“ Abraham ist für ihn und für alle 4 wie eine liebende Mutter, die sich um ihre Kinder kümmert, wie ein Vogel, unter dessen Flügeln sich die Kücken bergen. Ihnen kann das Jüngste Gericht nichts mehr anhaben. Der Vater bringt sie durch.

 

Wer unter der Plastik steht, nimmt die Rolle der Reichen ein, dem der Herr ins Gewissen redet, der sich in Selbstsicherheit wiegt und laut Prophet Amos Augen und Ohren verschließt vor denen, die seine Hilfe brauchen.(vgl Amos  6)  Abraham ist dann für ihn zwar noch in Rufnähe, aber dennoch  liegt zwischen ihm und uns ein beachtlicher ohne Leiter nicht zu bewältigen Höhenunterschied vor.

 

Auch uns sind die Worte des dreimaligen Gespräches gesagt. Auch wir haben Mose und die Propheten und sie müssten uns zur Umkehr genügen. Wir alle sind zeit unseres Lebens gefährdet, wie der Reiche. Denn schieben wir unsere Bekehrung nicht vor uns her? Verschließen nicht auch wir Augen und Ohren vor der Not in unserer Familie, unserer Nachbarschaft und in der weiten Welt. Gewiss können wir nicht groß helfen, aber es geht um die Richtung, um ein Zeichen und um das Gebet. So leicht ist der Lebensraum im Schoße Gottes nicht zu haben. Es ist kein billiger Platz.

 

Gewiss ist dieses Leben ein harter Kampf. Es gilt laut 1. Timotheus 6, 11-16 unentwegt nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit und Glauben zu streben, gepaart mit Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut. Im guten Kampf des Glaubens erfüllen wir unseren Auftrag. Hier im Krankenhaus sind es die Schmerzen und Müdigkeit, Traurigkeit und Resignation, die uns anfallen. Eine Frau erzählte mir mal: die Schmerzen des Vormittags, die opfere ich für meine Familie auf. Jede und jeder hat seine Stunde. Die des Nachmittags gehören anderen Menschen.

 

Die Plastik Abraham mit den Kindern im Schoß, zeigt aber auch Trostvolles. Es erinnert an das letzte Gottesbild, das die Bibel malt: „Der, der auf dem Thron sitzt, wird alle Tränen von den Augen abwischen - wie ein Mutter, die uns auf ihre Arme nimmt. Und er mag mich in Gewänder des Heils hüllen. Uns ist ein Platz am Herzen Gottes verheißen. Beginnen wir daher mit wachen Augen unter Gottes Augen zu leben.  Der Herr „liebt den Gerechten“ (Psalm 146) Er hält ewig die Treue…Recht verschafft er den Unterdrückten…öffnet den Blinden die Augen…und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.

 


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