Archive for November, 2010

1. Adventssonntag, Aisch und Gremsdorf , 28.11.2010

Sunday, November 28th, 2010

Jesaja 2,1-5;Ps.122,1-9;Römer 113,11-14; Matthäus 24,37-44Lieder: 115,1; 118,5; 530,1; 843(Tauet Himmel); 434; 435; 107,1-3; 110,1; 976,1+2(Maria war mit Gott allein aus dem Diözesananhang)  

ERÖFFNUNG Gnade und Friede von dem der war und der ist und der kommen wird, sei mit Euch! Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. Mein Gott dir vertraue ich…Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden. PREDIGT Jedes Mal, wenn ich mich über die Große Bauerngasse Gremsdorf nähere, so fahre ich am Dorfeingang an einer sehr alten Mühle vorbei. Es dürfte die älteste noch erhaltene Mühle des Aischgrundes sein. Sie ist teilweise immer noch in Betrieb. Durch Wasserantrieb kommen die Mühlsteine in Bewegung und zermalen die Getreidekörner. Vor noch wenigen Jahrzehnten verfügte jede Aischgemeinde über ihre eigene Wassermühle. Zurzeit Jesu, also vor 2000 Jahren in Palästina hatte jeder Haushalt bzw. eine Nachbarschaft seine eigene Mühle. Sie bestand ganz einfach aus einem größeren Stein, auf den das Getreide gelegt worden ist und einem kleineren Stein, den die Hausfrau über dem großen kreisen ließ. So wurde das Getreide zu Mehl zermalen. Das war ein sehr anstrengender und zeitraubender Vorgang. Die Hausfrauen dürften wohl den ganzen Vormittag damit zugebracht haben. So verstehen wir auch den uns etwas schwerverständlichen Satz aus dem Matthäusevangelium: „Dann wird von zwei Frauen, die mit der selben Mühle mahlen, eine mitgenommen und eine zurückgelassen.    Äußerlich tun beide Frauen das gleiche. Sie unterscheiden sich aber durch ihre innere Haltung. Die eine gehört zu denen die stumpf und ahnungslos geworden sind, die andere aber hat ihr inneres Ohr geöffnet und ihr Gehör geschärft. Die eine rechnet nur mit sich, die andere mit Gott und dessen Ankunft in unserer Welt. Die eine schläft innerlich, die andere wacht. „Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt“. Eine Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen nie an ihr Lebensende denken und das, was danach folgt. Die meisten verschlafen innerlich die entscheidenden Augenblicke ihres Lebens. Paulus ruft uns im Römerbrief auf: „Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.“  Das Mahlen des Mühlsteins wirkt einschläfernd. Es erfordert immer wieder genaues Hinhören, um im Alltagstrott Gott zu erkennen.  

Wenn ich mich recht entsinne, so hat uns Lev Tolstoi der große russische Schriftsteller und bekennende Christ einmal von einer Alten Frau erzählt, der der liebe Gott versprochen hat, dass er sie an diesem Tag besucht. Ich erzähle sie ein wenig verfremdet und angepasst auf unsere Lebensgewohnheiten: Schon in aller Frühe stand die alte Frau auf, reinigte alle Ecken und Winkel, saugte im ganzen Haus, sie putzte sogar Fenster und Türen blank: „Denn heute kommt ja der Liebe Gott zu mir!“ – sagte sie sich immer wieder.  Als es an der Haustüre läutete, ging sie freudig hin um zu öffnen, aber an der Pforte stand der Postbote mit einem Packet vor der Türe und fragte: „Der Nachbar ist nicht zu Hause, würden Sie, bitte das Paket übernehmen und es ihm dann überreichen, sobald er nach Hause kommt?“ – „Wo denkst Du denn hin, bin ich denn der Hüter meines Nachbarn. Ich könnte den Lieben Gott verpassen, der heute zu mir kommt“.  Eilig begab sie sich nun in die Küche, um ein schmackhaftes Essen für den hohen Besuch vorzubereiten. Kaum war sie damit fertig,  so klingelte gegen Mittag das Telefon und die Nachbarin rief an: „Bitte, könnt Ihr nicht für eine Stunde auf mein Kind aufpassen. Ich muss zum Arzt. Auch haben wir nichts mehr zum Essen. Die kleine schreit vor Hunger und ich kann ihr nichts geben.“ – Wo denkst du hin, ereiferte sich die alte Frau. „Ich kann heute weder auf dein Kind aufpassen, noch ihm etwas zu Essen geben, der Liebe Gott hat bei mir seinen Besuch angesagt.“ Am Nachmittag bat sie eine schwerkranke Klassenkameradin: „Komm doch wieder mal mich zu besuchen. Mir geht es schlecht und ich bin so einsam.“ Auch sie erhielt eine derbe Abfuhr. „Ich kann heute nicht außer Hauses, denn ich warte auf den Lieben Gott!“ – Darüber wurde es Abend und Nacht, aber der liebe Gott kam immer noch nicht. Müde und enttäuscht ging die alte Frau zu Bett. Im Traum erschien ihr der Herr Jesus. Vorwurfsvoll klagte ihm die Frau: „Den ganzen Tag habe ich auf dich gewartet und du bist nicht gekommen. Darauf antwortet der Herr: Dreimal habe ich bei dir heute angeläutet, aber Du hast mich jedes Mal abgewiesen.“  

Biblische Wachsamkeit meint: mitten im Getriebe des Alltags  sensibel zu werden für das, was Gott von uns will, wozu er uns ruft, was er mit uns vorhat. Wo muss ich mein Leben ändern, was muss ich künftig besser beachten? Was sollen wir tun, um wieder auf den rechten Weg zu kommen?  Vielleicht müssten auch wir mit der großen Völkerwallfahrt auf den Berg des Herrn steigen, um unseren Lebensweg besser überblicken zu können. Dann wollen wir unsere Wege gehen im Lichte des Herrn. „Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem“. (Psalm 122)  

A)          1. Adventssonntag, Aisch und Gremsdorf , 27./ 28.11.2010 Herr Jesus Christus, du wirst kommen, um dein Reich und uns Menschen zu vollenden. Deshalb bitten wir dich:  

1.- Bereite deine Kirche für dein Kommen, und mache sie zum Zeichen der Hoffnung für die Völker…ALLE: „Komm, Herr Jesus!“  

2.- Bereite die Völker für dein Kommen, damit sie ihre Schwerter in Pflugscharen umwandeln…ALLE: „Komm, Herr Jesus!“ 

3.- Bereite die Menschen in Krankheit und Not für dein Kommen und zeige dich ihnen als Retter und Heiland…ALLE: „Komm, Herr Jesus! 

4.- Bereite uns selbst für dein Kommen, und gib uns ein wachsames Herz, um dir zu begegnen…ALLE: „Komm, Herr Jesus!“ 

5.- Bereite unseren Verstorbenen eine ewige Wohnung bei dir, und schenke ihnen Frieden und Heil in Fülle…ALLE: „Komm, Herr Jesus! 

Herr, unser Gott! Du bist der Herr aller Völker und Zeiten. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. AMEN.  

SEGNUNG DER ADVENTSKRÄNZE: Wir danken dir, Herr unser Gott. Du schenkst uns auch in diesem Jahr wieder die Freude des Advents. Wir dürfen in Hoffnung und Zuversicht deinen Sohn erwarten, Christus, unseren Erlöser. Seg + ne den großen Kranz und alle unsere kleinen Kränze.  Lass uns in den kommenden Tagen in der Gnade wachsen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN. 

Christkönigssonntag, Gremsdorf, 21. November 2010

Sunday, November 21st, 2010

2 Samuel 5,1-3 ; Ps. 122, 1-5; Kolosser 1,12-20; Lukas 23,35-43Liedvorschläge: 560; 933,1; 820; 118,5; 530,7; 883;823;482;827,1+3 und 258,1+2; 560,3+4 

Seit es keine echten Könige mehr bei uns gibt, gibt es für alles und  jedes einen König oder eine Königin. Da ist im Sport der Tor-König, der die meisten Tore bei der Weltmeisterschaft oder sonst geschossen hat. Da gibt es den Schützen-König, der die meisten Treffer erzielt hat. Da gibt es die Bierkönigin, die Weinkönigin, die Karpfenkönigin, Kränkönigin,  Schönheitskönigin…Sie haben alle etwas zu sagen und sollen ihrem Verein möglichst viel öffentliche Beachtung und Kundschaft einbringen.  

Auch im Evangelium wird uns ein König vorgestellt, aber sein Königtum ist anders als das der irdischen Könige und der vielen Ehrenköniginnen und Könige. Gleich dreimal kommt der Begriff König hier vor. In ihrem Spott verunglimpfen die führenden Männer des Volks Jesus als den König der Juden: „Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!“ Es war zwar allen klar, dass der kommende Messias ein König sein wird, aber dass er so ohnmächtig am Kreuz enden würde, das konnten sie nicht nachvollziehen.  

Pilatus ließ dies auch auf der Tafel anbringen, die nach Römischen Recht die Schuld des Hinzurichtenden angab: „Das ist der König der Juden!“ Bei den anderen Evangelisten steht noch dazu: Jesus von Nazareth, König der Juden. Diese Inschrift befindet sich auf allen Kreuzen. Das war gleichzeitig ein gezielter Seitenhieb auf die Führer des Volkes, den ihnen Pontius Pilatus verpasste. Die hatten sich auch rechtzeitig gerührt und dagegen protestiert und bei Pilatus vorsprechen lassen, er möge doch schreiben: ER hat gesagt, dass er der König der Juden sei. Die christliche Überlieferung verehrt in Rom einen Teil dieser Tafel. Sie befindet sich in der Kirche „Santa- Croce in Gerusaleme“. Ich habe sie mir genau betrachtet und eine Ansichtskarte mitgenommen. Der Überlieferung nach soll die hl. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins sie von ihrer Pilgerreise ins Heilige Land mitgebracht haben. Selbst in seiner Ohnmacht hat dieser König Macht über die Herzen der Menschen und schließt dem reumütigen Schächer in der letzten Stunde seines Lebens die Tür zum Himmel auf. In Görlitz befindet sich eine der schönsten Nachbauten des Heiligen Grabes. In der Golgothakapelle sind die drei Kreuze durch Löcher angedeutet. Davor ist das INRI in den Boden eingeritzt. Wenn man sich auf die 4 Buchstaben draufstellt und hinaufschaut zur Decke, sieht man durch eine Luke den Himmel.  

Es war allen von Anfang an klar, dass der kommende Messias ein König sein wird. Deshalb ist es recht und billig, wenn sich Jesus als König bezeichnen lässt. Schon seine Geburt verbindet ihn mit dem königlichen Hause aus dem Geschlecht Davids, des zweiten Königs von Israel. Er hatte seine Hauptstadt zunächst 7 Jahre lang  in Hebron, einem kleinen Städtchen südlich von Betlehem. Erst nach der Eroberung Jerusalems verlegte er seinen Sitz dorthin. Der Antwortpsalm besingt denn auch die Wallfahrt dorthin: „Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, die Throne des Hauses David.“ Seine Aufgabe wird mit der eines Hirten verglichen, der seine Herde von Weide zu Weide führt, sie vor wilden Tieren verteidigt und beschützt, die verwundeten Tiere verarztet und heilt. Darin erkennen wir besonders die Intention des Evangelisten Lukas wieder, der Jesus Christus, als den großen Heiler und Heiland der Welt beschreibt. In diesem Sinne spricht er das erlösende Wort zu dem rechten Schächer: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Der hatte sich auf sein Königtum berufen.  

Trotz seiner Ohnmacht im Leiden und am Kreuz, hat der Christuskönig vielfältige Macht, ja ihm ist alle Macht übergeben worden im Himmel und auf Erden. „Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden.“ So hat er Macht die Menschen, die ihm nachfolgen aus der Finsternis zu entreißen. Hinzu kommt die Macht Sünden zu vergeben. Er hat Macht über die Mächte der Finsternis. Dazu gehören der Tod, die Schlechtigkeit und Boshaftigkeit, das dämonisch Böse. Sie alle hat der Herr in seiner Auferstehung besiegt. Den Tod hat er in einen Engel umgewandelt. Als Engel ist er von Gott geschaffen. Denn zu seinen Geschöpfen zählen auch die unsichtbaren Scharen der Engel. Die sind nämlich mit den Ausdrücken des Kolosserbriefes gemeint: Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten.  

Wir alle kennen die Legende des hl. Christophorus. Der Hüne  wollte seine Kräfte in den Dienst  des mächtigen Herrschers stellen. Nach langem Suchen fand er einen König von dem er überzeugt war, das er zumindest sehr mächtig sei. Als aber eines Tages ein Gaukler auftrat und in einem Lied den Teufel erwähnte, da erschrak der Herrscher. Daraufhin verließ ihn Christophorus und ging beim Teufel in den  Dienst, den er für mächtiger empfand. Als die beiden eines Tages unvermutet auf ein Wegkreuz stießen, machte der Teufel einen großen Umweg, weil er sich vor dem Kreuz fürchtete. Denn darauf war Jesus Christus der König gestorben. Folgerichtig verließ der Riese auch den Teufel und begab sich nun in den Dienst des mächtigsten Königs der Welt, Jesus Christus. Als Einsiedler trug er fortan Menschen über einen reißenden Fluss. Als er auch einmal ein Kind hinübertrug, das immer schwerer wurde, offenbarte es ihm: Du hast den Schöpfer der Welt getragen: Ich bin der König Jesus Christus.  

Was könnte das alles auch für uns bedeuten? Auch wir werden von vielfachen Sorgen und Ängsten geplagt. Wenn wir unseren Glauben ernst nehmen und uns dem Christkönig anvertrauen, brauchen wir keine Angst mehr zu haben. Denn wir stehen im Bunde mit dem Mächtigsten Herrscher, der die Welt und ihre Geschicke letztendlich in der Hand hält. AMEN.

C) Christkönigsfest, Sambach, 21.11.2010

Mit dem rechten Schächer lasst auch uns zu unserem Christus-König beten: Denk an mich und an unsere Anliegen, wenn du in deiner Macht als König kommst:  

1.       Stehe dem neuen Kardinal und Bischof, Walter  Brand-Müller  bei, der aus unserer Erzdiözese kommt,  Gesundheit und noch viel Schaffenskraft in den Vatikanischen Archiven… Wir singen ALLE: Christus, höre uns! 

2.       Verhilf den Völkern, Gedanken des Friedens, der Einheit und der Versöhnung zu denken… ALLE: Christus, höre uns! 

3.       Ermutige die Christen in der Diaspora zum Bekenntnis und Zeugnis für Gottes Reich…ALLE: Christus, höre uns! 

4. Hilf den Menschen, die auf Haiti an Cholera erkrankt sind, wie auch den Opfern des Einsturzes eines Hochhauses in Indien…ALLE: Christus, höre uns! 

5. Erleuchte die Menschen, die vor einer wichtigen Entscheidung stehen, und zeige ihnen den rechten Weg…ALLE: Christus, höre uns! 

6. Lass unsere Verstorbenen mit dir im Paradiese sein…ALLE: Christus, höre uns! 

Vater, in deinem Sohn ist uns vor Augen gestellt worden, wie wir zu leben haben, damit wir einst mit ihm herrschen können. Wir danken dir, dass du ihm Macht gegeben hast im Himmel und auf Erden. AMEN.  

 

E-Mail 21.11.2010

Sunday, November 21st, 2010

Liebe Freunde, die Liturgiereform hat das Christkönigsfest, das nach seiner Entstehung in den Jahren nach dem I. Weltkrieg,  am letzten Sonntag im Oktober gefeiert wurde folgerichtig auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres verlegt. Dadurch kommt besser zum Ausdruck, dass unser Herr A und O der Geschichte, Zeit und Ewigkeit  ist. Leider ist vielerorts durch die Verlegung vieles an Glanz und freudigem Bekenntnis  verloren gegangen. So gab es in früheren Zeiten an dem Tag eucharistische Umzüge und Prozessionen, verbunden am Abend mit Kundgebungen und Fackelzug. Nun ist es zwar zu der Jahreszeit schon kälter als im Oktober, aber Schuld daran, scheint mir eher die Glaubenskrise zu sein, die uns oftmals nur noch zu halbherzigen Bekenntnissen befähigt. Positiv ist zu bewerten, dass die neuen Mess- und Lesungstexte stärke den biblischen Königsgedanken als Hirte des Volkes hervorheben, und nicht mehr  so sehr das Triumphalistische des Herrschens. Unser König ist ein armer und demütiger König, der gekommen ist, nicht um bedient zu werden, sondern um zu dienen. Darin soll er uns allen Vorbild sein und werden.Mit den besten SegenswünschenEuerInternetpfarrer Topits

33. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 14. November 2010

Sunday, November 14th, 2010

Maleachi 3,19-20; Ps 98,5-9; 2 Thessalonicher 3,7-12; Lk 21,5-19

Die Liedvorschläge berücksichtigen einerseits die Gegebenheiten der Schriftlesungen, andererseits auch den Volkstrauertag. Meiner Meinung nach eignet sich  für diesen Sonntag gut das „Hochgebet von der Versöhnung.“

Liedvorschläge: 642,1-3; 831,1; 119,1; 530,1; 644; 834,1; 835,1; 917; Nach kurzer Stille 916 zum Dankgesang. Anschließend Auszug zum Kriegergedenken. Schlusssegen erst am Ende der Station.

Bei meiner Studienreise im Sommer besuchten wir auch Dresden mit seinen wunderschönen Kirchen. Die Frauenkirche ist ja erst kürzlich wieder aufgebaut worden. Wir sahen jedoch auch Fotos vom Ausmaß der Zerstörungen, die durch den Bombenangriff im Februar 1945 verursacht worden sind. Ein Feuersturm fegte durch die Straßen und zerstörte alles Menschenleben und auch alles was im Wege stand. Die Zahl der Opfer mag in die Hunderttausende gehen. Derzeit haben Kriege immer noch nicht aufgehört. Fast täglich explodieren Bomben im Irak und kosten unzählige Menschenleben. Kürzlich kam es zur Zerstörung einer großen christlichen Kirche. Hinzu kam das furchtbare Erdbeben auf Haiti, die leck gewordene Bohrinsel in der Karibik mit der größten Umweltversschmutzung in der Geschichte,  wochenlange Waldbrände in Russland, die Überschwemmungskatastrophe in Pakistan, wie auch Vulkanausbrüche und Tsunamis in Indonesien. Noch schmerzlicher als all das, sind die vielen Katastrophen in unseren Familien,  in unserer Gesellschaft und unserer Kirche.

 

Solch apokalyptische Szenarien werden uns in den Lesungen des heutigen Sonntags vor Augen gehalten. Die meisten Bibelausleger gehen davon, dass zur Zeit der Abfassung des  Lukasevangeliums, Jerusalem mit dem Tempel schon zerstört war. Deshalb trennt der Evangelist auch die Zerstörung des Tempels vom Ende der Welt, das noch aussteht. Eines der 7 Weltwunder der Antike, versank in Schutt und Asche. Zurzeit Jesu baute man immer noch an ihm. Erst wenige Jahre vor seiner Zerstörung ist er fertig geworden. Er erreichte mit den Zinnen seines Heiligtums gut 100 Meter Höhe. Sein Dach mit der Fassade war mit weißem Marmor verkleidet und die Säulen waren vergoldet. Wie ein schneebedeckter Berggipfel sah er von weitem aus. Zu den kostbaren Weihegeschenken zählte: der 7,5 m hohe 7-armige Leuchter, aus getriebenen Gold, ein Weinstock aus puren Gold vor der Tempeltüre, die Schaubrottische, die Altäre, vor allem der Rauchopferaltar, der ebenfalls aus Gold war.

Unter Kaiser Claudius war schon mal eine Hungersnot ausgebrochen.

Nach dem Tod Kaiser Neros brachen Unruhen und Aufstände aus unter Galba, Otto und Vitellius. Das alles jedoch übertraf an Grausamkeiten und Zerstörungen der jüdisch-römische Krieg. Im Jahr 66 zeigte sich ein Komet  ein ganzes Jahr lang am Himmel über Jerusalem und brachte die Menschen in große Aufregung. Der Lauf der Geschichte wird jedoch nicht allein durch innerweltliche Ursachen bestimmt, sondern durch den Ratschluss Gottes. Hinzu kommt die Verfolgung der gläubigen Christen in ihren Familien bis in die Öffentlichkeit. Durch die Verfolgung werden andererseits Tore geöffnet, um für Christus Zeugnis abzulegen. Dadurch verbreitete sich das Evangelium überall auch auf dem Land, bis zu den großen griechischen und römischen Kulturzentren. Trotz allem ist Gott mit ihnen, ja nicht einmal ein Haar von ihrem Haupt dürfte verloren gehen. (1 Samuel 14,45) Die Zeit der Kirche, ist eine Zeit der Verfolgung und der Heimsuchung. Nicht Gewaltanwendung, noch Abfall bringen die Rettung, sondern die geduldige Ausdauer. Wer fest daran glaubt, erfährt gleichsam wie ihm kein Haar gekrümmt wird.

Unser irdisches Leben hat ein Ziel, nicht nur ein Ende. Deshalb gilt: „Richtet euch auf, und erhebt euer Haupt; denn eure Erlösung ist nahe. Es gibt Bäume, die haben so starke Wurzel, dass sie selbst einen großen Brand überdauern können und erneut ausschlagen. „Für die, die mit Gott rechnen, „wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung.“( Maleachi 3, 20b)

Die Einstellung des Evangeliums hat Konsequenzen für unser Leben und für unseren Alltag. Es ist verkehrt, wenn wir angesichts solcher Herausforderungen die Hände in Schrecken oder in Resignation in den Schoß legen und nichts tun oder beginnen ein unordentliches Leben zu führen, wie es Paulus bei denen feststellt, die das Kommen des Herrn nah erwarten.  Üben wir uns darin, den Blick auf das Ende unseres Lebens zu werfen. Üben wir uns im Verabschieden, Entlassen, Ende und Abschied gestalten. Dennoch wird der Herr einst wiederkommen und die ganze Natur stimmt in den Lobgesang mit ein. Ströme, Meere und Berge. (Psalm 98)  Auch wir Menschen sollen jetzt schon in das Lob des Schöpfers einstimmen. 

C) 33. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf , 14.11.2010

Volkstrauertag

Gott wird kommen und die Welt vollenden. In seinem Sohn bietet er uns seine Rettung an, bevor er als Richter kommen wird. Deshalb bitten wir ihn:

 1. Schenke den Gefallenen und allen unseren Verstorbenen die Vollendung in deinem Reich…

ALLE: Der Herr wird kommen!

2. Bewahre die Mächtigen, die Verantwortung tragen vor kriegerischen Gedanken und Überheblichkeit…

ALLE: Der Herr wird kommen!

  1. Lass über alle Ungerechtigkeit dieser Erde die Sonne deiner Gerechtigkeit aufgehen…

ALLE: Der Herr wird kommen!

  1. Gib uns in deiner Kirche Standhaftigkeit im Glauben und Mut zur Nachfolge…

ALLE: Der Herr wird kommen!

  1.  Sei denen nahe, die Angst vor der Zukunft haben oder in ihrem Leben nicht weiterwissen…

ALLE: Der Herr wird kommen!

     6. Stehe den vielen Anglikanischen Christen bei, die mit 5 Bischöfen die volle Einheit mit der katholischen Kirche anstreben…

ALLE: Der Herr wird kommen!

 Gott, Du bist Anfang und Ende. Dich loben wir und preisen wir durch unseren  Herrn und Bruder Jesus Christus, der kommen wird in Herrlichkeit. AMEN.

E-Mail 28.11.2010

Sunday, November 14th, 2010

Liebe Freunde,
herzlich willkommen den neu dazu gekommenen Mitglieder unserer Internetgemeinde! Ich konnte jetzt nicht alle eigens fragen, aber ich nehme an, dass Sie einverstanden sind, von mir oder anderen TeilnehmerInnen hin und wieder geistige Impulse zu bekommen.   
Mit dem 1. Advent 2010 beginnt das Neue Kirchenjahr und Lesejahr A. Das heißt, dass uns in den Sonntagsevangelien überwiegend der Evangelist Matthäus begleiten wird. Von Lukas haben wir uns am letzten Sonntag verabschiedet. Er wird uns wieder in der Hl. Nacht in der Weihnachtsgeschichte begegnen und als weitere Tupfer in der Weihnachtszeit. An einigen wenigen Sonntagen kommt Johannes hinzu. Der Advent ist und will eine stille Zeit sein. In Franken sagt man „stade Zeit“. Denn es handelt sich um eine vierwöchige Bußzeit zur Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung. Das soll sich einerseits im Kirchenraum und dann auch in der Feier der Gottesdienste widerspiegeln. Sehr zu empfehlen wäre, den verwelkten Blumenschmuck zu entfernen, so dass nur der Adventskranz im
Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Die Schlüsselfelder haben sich etwas Besonderes einfallen lassen. Der Reifen für den  alten Adventskranz ist kaputt gegangen und aus der Not haben sie eine Tugend gemacht, die sich sehr schön ansieht. Vor dem Volksaltar haben sie einfach 4 Kerzen aufgestellt, ohne die Altarmensa zu verdecken. In der Mitte der 4 Kerzen liegt eine wunderschöne große Wurzel. Um ihr herum und zwischen den Kerzen befinden sich Tannenzweige. Die Kerzen sind von violetter Farbe und sind der Größe nach abgestuft. Für den ersten Advent zünden sie die längste Kerze an, sie brennt auch am längsten, dann kommt am zweiten Advent, die nicht mehr so ganz hohe und am vierten Advent die kürzeste. Das ergibt dann in der letzten Adventswoche ein ästhetisch sehr schönes Bild. Alle vier Kerzen sind dann am Ende  gleich groß.   
Den ersten Adventskranz stellte der evangelische Pfarrer Wichern im Rauen Haus zu Hamburg auf. Auf einem Wagenrad baute er 4 große weiße Kerzen für die Sonntage auf und 19 kleine rote für die Wochentage. Jeden Abend versammelte er sich mit den Weisenkindern unter dem Kranz in der Kirche
nebenan und zündete jeweils eine Kerze mehr an, so dass am Ende alle 23 Kerzen brannten und den Raum hell erleuchteten. Die Tannenzweige kamen später hinzu. Auch reduzierte man die Zahl der Kerzen auf die 4 Sonntage, bzw. Wochen des Advents. Im Katholischen Bereich passte man recht bald die Farben der Kerzen an die violette Farbe des Messgewandes im Advent an.
Mancherorts pflegt man für die 3. Kerze zum Sonntag
„Gaudete“ rosafarbiges Wachs zu nehmen. Es ist der Sonntag der Freude im Advent. Mancherorts kommt noch eine 5. Kerze in die Mitte, eine Weiße. Sie wird erst am Heiligen Abend entzündet.
Im Advent gibt es kein Gloria, aber das Halleluja wird weiterhin durchgehalten. Die Orgel soll sich möglichst zurückhalten, bzw. auf das Vorspiel ganz verzichten und nur das Lied begleiten, um dann in der hl. Nacht umso freudiger zu erklingen. Charakteristisch für den Advent ist der
„Engel des Herrn“, der meistens in den Rorateämtern morgens beim Kerzenschein gesungen wird. Hinzu kommt ab heute Abend eine andere marianische Antiphon. Wir verabschiedeten uns gestern Abend vom „Salve
Regina
“ und stimmen heute Abend erstmals das „Alma redemptoris Mater“ an. Die deutsche Fassung finden wir im Gotteslob unter Nr. 577: „Maria, Mutter unseres Herrn…“ Die neue Antiphon begleitet uns allabendlich nach der Vesper oder Komplet im Advent, während der Weihnachtszeit bis und zum 2. Februar (Lichtmess). Es gibt insgesamt 4 marianische Antiphonen für die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres. „Ave Regina caelorum“ für die Fastenzeit und „Regina coeli laetare“ für die Osterzeit.
Der Advent besteht aus zwei Teilen. Ab 17. Dezember beginnt die unmittelbare Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Ganz früher kannte  der Advent 6 Wochen und in der Ostkirche ist es immer noch so. Deshalb beginnt im Rheinland der Karneval schon Mitte November.
Somit wünscht Euch(Ihnen) einen möglichst besinnlichen Advent
Euer(Ihr) Internetpfarrer Topits

32. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen, 7.11.2010

Sunday, November 7th, 2010

2 Makkabäer 7,1-2.7.9-14;  Ps. 17,1-15, 2 Thess 2,16-3,3Lk 20,27-38.

Liedvorschläge: 269, Antwortpsalm 528,3: Halleluja 530,8; Zur Gabenbereitung: 634;  Kommunion 503, Dank: 924

 

Ein ganz schwieriges Evangelium! Gibt es überhaupt so etwas, dass eine Frau der Reihe nach die 6 Brüder ihres Mannes heiratet? Nein so etwas gibt es nicht. Wohl gibt es Frauen wie Männer, die mit mehreren Partnern zusammen leben, aber nicht im Sinn der Schwager-Ehe des Gesetzes Alten Bundes. Nach Deuteronomium 25, 5…soll die Frau des Verstorbenen sich nicht nach auswärts um einen neuen Partner bemühen und den heiraten, sondern zunächst hat der Schwager die Pflicht sie zu heiraten, um den verstorbenen Bruder Nachkommen zu erwecken, damit dessen Name aus Israel nicht verschwinde. Der erste Sohn aus der zweiten Ehe sollte demnach auch den Namen des verstorbenen Bruders erhalten.

 

1. Das mit den 7 Bruderehen ist eindeutig  ein konstruierter Fall, um Jesus eine Falle zu legen. Eigentlich wollen die Sadduzäer  ihn damit lächerlich machen. Denn  die Partei des Priesteradels glaubte nicht an die Auferstehung der Toten, weil sie in den ersten 5 Büchern des Moses nicht ausdrücklich erwähnt wird. Demgegenüber glaubten die Pharisäer an die Auferstehung, aber auf eine sehr materialistische Art und Weise. Ein Vertreter ihrer Schule verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass nach der Auferstehung jede Frau täglich ein Kind zur Welt bringen würde. Denn die Freude am Kind erfüllte sich überreich.

 

Jesus teilt auch nicht deren Überzeugung, sondern stellt ganz sachlich fest: Wer von den Toten auferstanden ist, heiratet nicht mehr und wird auch nicht mehr verheiratet. Das Leben der Auferstandenen setzt nicht einfach das irdische Leben fort.  Die Ehe ist für die gegenwärtige Welt bestimmt. In der kommenden Welt ist sie nicht mehr nötig. Denn in der kommenden Welt sterben die Menschen auch nicht mehr. Wenn keiner mehr stirbt, braucht es auch keinen Nachwuchs mehr. Denn die Ehe ist für die Fortpflanzung und den Fortbestand der Menschheit geschaffen. „Gesät wird in Verweslichkeit, auferweckt in Unverweslichkeit…gesät wird in Schwachheit, auferweckt in Kraft. Gesät wird ein sinnenhafter Leib, auferweckt wird ein geistiger Leib.“(vgl. 1 Korinther 15,42…)

Um aber die Sadduzäer mit ihrem eigenen Schriftbeweis zu widerlegen, weist Jesus darauf hin, dass sich der Glaube an die Auferstehung zumindest aus den Gesetzesbüchern der Thora ableiten ließe. Denn wenn sich Gott, bei seiner Erscheinung beim brennenden Dornbusch, mit den Worten offenbart: „Ich bin der Gott Abrahams , Isaaks und Jakobs“, (Exodus 3,6) dann soll das heißen, dass die Patriarchen, die schon längst gestorben sind und zu verschiedenen Zeiten lebten, immer noch gegenwärtig Gott verehren. Sie leben also in Gott weiter, sonst könnten sie ihn nicht verehren.

 

Darauf bauend, entwickelte sich allmählich im Volk Israel die Überzeugung des Fortlebens nach dem Tode. Sie nimmt immer deutlicher Konturen an in der Weisheitsliteratur und dann vor allem in den beiden Büchern der Makkabäer, die im jüdischen Freiheitskampf gegen die Hellenisten intensiv für ihre gefallenen Soldaten zu beten begannen. Im Gedanken an die Auferstehung sammelte ihr Heerführer Judas der Makkabäer (d.h. „der Hammer“) 2000 Silberdrachmen und schickte sie nach Jerusalem, um dort ein Sündopfer für sie darzubringen. Und in der heutigen Lesung hören wir vom Zeugnis der 7 Söhne der makkabäischen Mutter, die für ihren Glauben den Märtyrertod sterben: „Du nimmst uns dieses Leben, aber der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferwecken…“ (2 Makkabäer 7,9) und „Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt“.(2 Makkabäer 7,14)   

 

Schon der Apostel Paulus beschwert sich in seinem 2. Brief an die Thessalonicher, dass „nicht alle den Glauben annehmen.“(3,2b)  Sie gleichen dem Australischen Airbus, der in diesen Tagen in Singapur notlanden musste, weil zwei der vier Triebwerke ausgefallen sind. Der Glaube an die Auferstehung ist für uns ein mächtiges Triebwerk, dass uns Kraft und Mut gibt dieses Leben zu meistern.

Denn in der Auferstehung „wendet uns Jesus Christus und Gott unser Vater, seine Liebe zu. In seiner Gnade hat er uns ewigen Trost und sichere Hoffnung geschenkt.“ (vgl. 2 Thessalonicher 2,16) Denn wir sind für den dreifaltigen Gott so kostbar, wie der Augapfel, der Stern des Auges. Er birgt uns im Schatten seiner Flügel. Amen.   

C / 32.  Sonntag im Jahreskreis: Allgemeines Gebet der Gläubigen, Emskirchen, 7.11.2010

Im Vertrauen auf den  Gott des Lebens, der Jesus von den Toten erweckt hat und uns zur ewigen Liebe ruft, beten wir:

 

 

1.       Für alle, die  den Glauben an die Auferstehung verkündigen: um Überzeugungskraft und neue Begeisterung…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

2. Für alle, denen werdendes Leben anvertraut ist: um Hoffnung, Mut und Freude…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

3. Für alle, denen jeden Tag Gewalt und Tod begegnen: um Frieden und Sicherheit für Leib und Seele…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

4. Für die Kranken, Behinderten und seelisch Leidenden: um Genesung und Geduld…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

5. Für die Opfer der Flugzeugabstürze auf Kuba, Pakistan und des Vulkanausbruchs in Indonesien: um Gnade und Vollendung…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

6.  Für alle unseren Verstorbenen: um ein mildes Gericht und ewiges Leben bei Gott…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

Herr unser Gott,  du liebst uns und schenkst uns in deiner Liebe sichere Hoffnung und ewigen Trost. Dich beten wir an und preisen dich jetzt und in Ewigkeit. AMEN.    

Allerseelentag, Höchstadt, 2.11.2010

Tuesday, November 2nd, 2010

2 Makkabäer 12,43-45 ; 1 Thessalonicher 4,13-18; Johannes 11,17-27

 

Ein Mann fragte einmal seinen Pfarrer: „Werde ich nach dem Tode meine Lieben wieder sehen?“ Darauf antwortete der Pfarrer: „Ich glaube, dass ich meine Lieben wieder sehen werde, aber die anderen auch.“ Darauf der Fragesteller: „ Ich habe die Hoffnung auf ein Wiedersehen, aber ich frage mich, wie wir uns wieder erkennen werden?“ Pfarrer: „Wir werden verwandelt werden – wie es uns der Apostel Paulus kundtut. Vermutlich werden wir uns dann nicht wieder erkennen an einer Nelke im Knopfloch, aber wahrscheinlich wird diese Frage keine allzu große Rolle mehr spielen.

 

Der Verstorbenen gedenken, heißt sich über den Tod und die Hoffnung über den Tod hinaus Gedanken zu machen. Die Frage nach dem Weiterleben nach dem Tode stellten sich schon die ersten Christen in der Gemeinde Thessalonich. Stirbt mit ihrem Tod auch die Hoffnung auf den gekreuzigten, auferstandenen und wiederkommenden Herrn? Es ist für Paulus aber auch für uns die schwerste aller Fragen. Sein Ziel ist nachzuweisen, dass Christen sich in der Trauer gerade von denen unterscheiden, die keine Hoffnung angesichts des Todes haben. Deshalb führt er folgende Beweiskette:

 

1. Christus ist gestorben und auferstanden. Dieser Glaube ist Ausgangspunkt und Herzmitte allen weiteren. Wer an die Auferstehung Jesu glaubt, der glaubt auch an die Auferstehung der Toten.

 

2. Jesus wird auch alle anderen Verstorbenen zur Auferstehung führen. Wenn er auferstanden ist, dann werden auch wir auferstehen. Die Nachfolge Jesu endet nicht im Tod, sondern in der Herrlichkeit Gottes.

 

3. Paulus beruft sich auf ein Wort des Herrn: „Er selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt.“ Der Herr wir auf uns Menschen nochmals zu kommen und wir werden zu ihm kommen. Das Ziel unseres Lebens heißt: für immer beim Herrn sein.

 

Die Menschen, die nicht glauben und keine Hoffnung haben gleichen  dem Australischen Airbus, der in diesen Tagen in Singapur notlanden musste, weil zwei der vier Triebwerke ausgefallen sind. Der Glaube an die Auferstehung ist für uns ein mächtiges Triebwerk, dass uns Kraft und Mut gibt dieses Leben zu meistern.

 

An Allerseelen empfehlen wir unsere Verstorbenen in die Hände Gottes. Bei einem Versehgang in jüngster Zeit, hat mir die Sterbende auf mein Gebet geantwortet: „Amen, Halleluja!“ Sie ist in der Hoffnung auf die Auferstehung gestorben.   

Allerheiligen, Montag, 1. 11. 2010 in Gremsdorf

Monday, November 1st, 2010

Offenbarung 7,2-14; Ps. 24,1-6;  Johannes3,1-3; Matthäus 5,1-12a

Lieder: 642; 933,3; 909; 630,1; 530,7; 910,3; 608;941;482;965,1+3+6; 614; 257,4

 

Die Allerheiligenpräfation, mit der das Hochgebet beginnt ist von besonderer Gedankenfülle. Drei Stränge lassen sich dabei unterscheiden:

1.) Heute schauen wir deine heilige Stadt, unsere Heimat, das himmlische Jerusalem. Die Präfation greift das Bild aus der Offenbarung auf von der heiligen Stadt im Gegensatz zu Babylon der Stadt des Teufels. Die heilige Stadt, wird in der Bibel vielfach beschrieben als gebaut aus kostbaren und erlesenen Steinen, die funkeln und strahlen. Sie verfügt über 12 Tore für die 12 Stämme Israels und der gesamten Menschheit und ihre Fundamente bilden die 12 Apostel des Lammes. Sonne und Mond braucht sie nicht, denn ihre Leuchte ist Christus, das Lamm Gottes. Christus ist der Mittelpunkt der heiligen Stadt. Sie liegt oben auf dem Berg – wie es uns Psalm 24 vor Augen führt.

Die heilige Stadt wird unsere Heimat sein, die Fortsetzung und Vollendung jeglicher irdischen Heimat. Das lässt in uns Heimweh aufkommen, eine große Sehnsucht dorthin zu gelangen. Freilich müssen wir noch einstweilen hier ausharren, aber hinauf schauen dürfen und sollen wir. Dann erscheint der Tod für uns immer mehr zu einer Türe und nicht mehr als der schaurige Sensenmann.

Das „Himmlische Jerusalem“ ist ein Spiegelbild des Irdischen mit seinen Tempel, seinen Palästen, Mauern, Türmen  und Toren.

 

2.) Dort loben dich auf ewig die verherrlichten Glieder der Kirche. Es ist die Gemeinschaft Allerheiligen. Die Lesung beschreibt sie als die große Schar derer, die mit weißen Gewändern angetan ihre Siegespalmen vor dem Throne und dem Lamm schwenken. Wir erfahren auch, dass sie  unsere Brüder und Schwestern, sind, die uns schon vorausgegangen sind, um uns einen Platz zu bereiten. Sie sind schon zur Vollendung gelangt sind. Das heißt sie dürfen bereits Gott, das höchste Gut schauen. Nichts steht mehr im Wege. Auch den Reinigungszustand des Fegfeuers haben sie hinter sich gelassen. Das Evangelium preist sie glücklich: „Selig, die arm sind vor Gott und in diesem Leben ihre Erlösungsbedürftigkeit und Grenzen erkannt haben. Ihnen gehört das Himmelreich. Die Trauernden werden Trost erfahren, die ein leben lang nach Gerechtigkeit gehungert haben, werden gesättigt und die barmherzig waren, erfahren ihrerseits göttliches Erbarmen und vor allem dürfen die, die reinen Herzens sind Gott schauen. Dafür mussten sie in dieser Welt so manche Verfolgung über sich ergehen lassen. Denn die Friedensstifter haben es nicht leicht.

 

3.) Dorthin pilgern auch wir im Glauben. Damit sind ganz klar wir selbst angesprochen. Warum sind wir eigentlich auf Erden? Um Gott zu erkennen, ihn zu suchen und zu lieben und dadurch ewig glücklich zu werden. Dabei helfen uns die Heiligen durch ihre Fürsprache und ihr Beispiel. Sie waren Menschen wie wir. Das  ermutigt auch uns auf unserem irdischen Pilgerweg.  So können wir freudig dem Ziel der Verheißung entgegen gehen. Denn wir heißen nicht nur Kinder Gottes, wir sind es. Gott dürfen wir schauen, wie er ist. Und in dieser beseligenden und beglückenden Schau besteht unser ewiges Leben. Der heilige Gott heiligt uns jetzt schon, wenn wir dies von ihm erhoffen.  

 

Auf der Hofkirche in Dresden stehen auf dem Dach zahlreiche Gestalten aus Stein gemeißelt. Beim näheren hinschauen entdecken wir eine ganze Allerheiligenlitanei, bestehend  aus 80 Heiligenfiguren. Sie repräsentieren Kirche in ihrer Vielfalt und haben doch einen Bezug zu den Ländern Sachsens und Böhmens. Eine Fülle von Zeugen gelebten Glaubens soll uns Mut machen und anspornen, unseren Lebensweg bis zur Vollendung in Treue zu gehen. Die Gemeinschaft der Heiligen ist  als Kirche Sinnbild unserer himmlischen Heimat. AMEN.   

 

Allgemeines Gebet: Allerheiligen, Gremsdorf, 1.11.2010

Auch wir sind unterwegs zu Gott, dem Ziel unseres Lebens. Wir vertrauen auf seine Gnade und Güte und bitten ihn:

 

 

1. Für die Verkünder der Frohen Botschaft, für die Missionare und Ordensleute, für die Ehrenamtlichen in unseren Gemeinden und für alle Getauften.

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!

 

2. Für die an Leib oder Seele Kranken, für die Notleidenden und für alle, die der Hilfe bedürfen…

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!


3. Für die Menschen, die in unserer Gremsdorfer Anstalt oder sonst in Pflegeberufen tätig sind, wie auch für die Mitarbeiterinnen der kirchlichen Beratungsstellen…

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!


4. Für die Politiker und Volksvertreter, die sich einsetzen für Frieden und Gerechtigkeit unter den Völkern und Staaten…

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!

 

 5. Für unsere Verstorbenen, um die wir trauern, und für die, an die keiner mehr denkt…

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!


Gütiger Gott, mit allen Heiligen, die du uns als Wegbegleiter schenkst, loben und preisen wir dich durch Jesus Christus im Heiligen Geist, jetzt und in Ewigkeit. AMEN.