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Archive für 1.11.2010

Allerheiligen, Montag, 1. 11. 2010 in Gremsdorf


Offenbarung 7,2-14; Ps. 24,1-6;  Johannes3,1-3; Matthäus 5,1-12a

Lieder: 642; 933,3; 909; 630,1; 530,7; 910,3; 608;941;482;965,1+3+6; 614; 257,4

 

Die Allerheiligenpräfation, mit der das Hochgebet beginnt ist von besonderer Gedankenfülle. Drei Stränge lassen sich dabei unterscheiden:

1.) Heute schauen wir deine heilige Stadt, unsere Heimat, das himmlische Jerusalem. Die Präfation greift das Bild aus der Offenbarung auf von der heiligen Stadt im Gegensatz zu Babylon der Stadt des Teufels. Die heilige Stadt, wird in der Bibel vielfach beschrieben als gebaut aus kostbaren und erlesenen Steinen, die funkeln und strahlen. Sie verfügt über 12 Tore für die 12 Stämme Israels und der gesamten Menschheit und ihre Fundamente bilden die 12 Apostel des Lammes. Sonne und Mond braucht sie nicht, denn ihre Leuchte ist Christus, das Lamm Gottes. Christus ist der Mittelpunkt der heiligen Stadt. Sie liegt oben auf dem Berg - wie es uns Psalm 24 vor Augen führt.

Die heilige Stadt wird unsere Heimat sein, die Fortsetzung und Vollendung jeglicher irdischen Heimat. Das lässt in uns Heimweh aufkommen, eine große Sehnsucht dorthin zu gelangen. Freilich müssen wir noch einstweilen hier ausharren, aber hinauf schauen dürfen und sollen wir. Dann erscheint der Tod für uns immer mehr zu einer Türe und nicht mehr als der schaurige Sensenmann.

Das „Himmlische Jerusalem“ ist ein Spiegelbild des Irdischen mit seinen Tempel, seinen Palästen, Mauern, Türmen  und Toren.

 

2.) Dort loben dich auf ewig die verherrlichten Glieder der Kirche. Es ist die Gemeinschaft Allerheiligen. Die Lesung beschreibt sie als die große Schar derer, die mit weißen Gewändern angetan ihre Siegespalmen vor dem Throne und dem Lamm schwenken. Wir erfahren auch, dass sie  unsere Brüder und Schwestern, sind, die uns schon vorausgegangen sind, um uns einen Platz zu bereiten. Sie sind schon zur Vollendung gelangt sind. Das heißt sie dürfen bereits Gott, das höchste Gut schauen. Nichts steht mehr im Wege. Auch den Reinigungszustand des Fegfeuers haben sie hinter sich gelassen. Das Evangelium preist sie glücklich: „Selig, die arm sind vor Gott und in diesem Leben ihre Erlösungsbedürftigkeit und Grenzen erkannt haben. Ihnen gehört das Himmelreich. Die Trauernden werden Trost erfahren, die ein leben lang nach Gerechtigkeit gehungert haben, werden gesättigt und die barmherzig waren, erfahren ihrerseits göttliches Erbarmen und vor allem dürfen die, die reinen Herzens sind Gott schauen. Dafür mussten sie in dieser Welt so manche Verfolgung über sich ergehen lassen. Denn die Friedensstifter haben es nicht leicht.

 

3.) Dorthin pilgern auch wir im Glauben. Damit sind ganz klar wir selbst angesprochen. Warum sind wir eigentlich auf Erden? Um Gott zu erkennen, ihn zu suchen und zu lieben und dadurch ewig glücklich zu werden. Dabei helfen uns die Heiligen durch ihre Fürsprache und ihr Beispiel. Sie waren Menschen wie wir. Das  ermutigt auch uns auf unserem irdischen Pilgerweg.  So können wir freudig dem Ziel der Verheißung entgegen gehen. Denn wir heißen nicht nur Kinder Gottes, wir sind es. Gott dürfen wir schauen, wie er ist. Und in dieser beseligenden und beglückenden Schau besteht unser ewiges Leben. Der heilige Gott heiligt uns jetzt schon, wenn wir dies von ihm erhoffen.  

 

Auf der Hofkirche in Dresden stehen auf dem Dach zahlreiche Gestalten aus Stein gemeißelt. Beim näheren hinschauen entdecken wir eine ganze Allerheiligenlitanei, bestehend  aus 80 Heiligenfiguren. Sie repräsentieren Kirche in ihrer Vielfalt und haben doch einen Bezug zu den Ländern Sachsens und Böhmens. Eine Fülle von Zeugen gelebten Glaubens soll uns Mut machen und anspornen, unseren Lebensweg bis zur Vollendung in Treue zu gehen. Die Gemeinschaft der Heiligen ist  als Kirche Sinnbild unserer himmlischen Heimat. AMEN.   

 

Allgemeines Gebet: Allerheiligen, Gremsdorf, 1.11.2010

Auch wir sind unterwegs zu Gott, dem Ziel unseres Lebens. Wir vertrauen auf seine Gnade und Güte und bitten ihn:

 

 

1. Für die Verkünder der Frohen Botschaft, für die Missionare und Ordensleute, für die Ehrenamtlichen in unseren Gemeinden und für alle Getauften.

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!

 

2. Für die an Leib oder Seele Kranken, für die Notleidenden und für alle, die der Hilfe bedürfen…

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!


3. Für die Menschen, die in unserer Gremsdorfer Anstalt oder sonst in Pflegeberufen tätig sind, wie auch für die Mitarbeiterinnen der kirchlichen Beratungsstellen…

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!


4. Für die Politiker und Volksvertreter, die sich einsetzen für Frieden und Gerechtigkeit unter den Völkern und Staaten…

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!

 

 5. Für unsere Verstorbenen, um die wir trauern, und für die, an die keiner mehr denkt…

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!


Gütiger Gott, mit allen Heiligen, die du uns als Wegbegleiter schenkst, loben und preisen wir dich durch Jesus Christus im Heiligen Geist, jetzt und in Ewigkeit. AMEN.

 

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