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32. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen, 7.11.2010

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 7.11.2010 @ 21:53 In Pfarrer Topits | 301 Kommentare


2 Makkabäer 7,1-2.7.9-14;  Ps. 17,1-15, 2 Thess 2,16-3,3Lk 20,27-38.

Liedvorschläge: 269, Antwortpsalm 528,3: Halleluja 530,8; Zur Gabenbereitung: 634;  Kommunion 503, Dank: 924

 

Ein ganz schwieriges Evangelium! Gibt es überhaupt so etwas, dass eine Frau der Reihe nach die 6 Brüder ihres Mannes heiratet? Nein so etwas gibt es nicht. Wohl gibt es Frauen wie Männer, die mit mehreren Partnern zusammen leben, aber nicht im Sinn der Schwager-Ehe des Gesetzes Alten Bundes. Nach Deuteronomium 25, 5…soll die Frau des Verstorbenen sich nicht nach auswärts um einen neuen Partner bemühen und den heiraten, sondern zunächst hat der Schwager die Pflicht sie zu heiraten, um den verstorbenen Bruder Nachkommen zu erwecken, damit dessen Name aus Israel nicht verschwinde. Der erste Sohn aus der zweiten Ehe sollte demnach auch den Namen des verstorbenen Bruders erhalten.

 

1. Das mit den 7 Bruderehen ist eindeutig  ein konstruierter Fall, um Jesus eine Falle zu legen. Eigentlich wollen die Sadduzäer  ihn damit lächerlich machen. Denn  die Partei des Priesteradels glaubte nicht an die Auferstehung der Toten, weil sie in den ersten 5 Büchern des Moses nicht ausdrücklich erwähnt wird. Demgegenüber glaubten die Pharisäer an die Auferstehung, aber auf eine sehr materialistische Art und Weise. Ein Vertreter ihrer Schule verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass nach der Auferstehung jede Frau täglich ein Kind zur Welt bringen würde. Denn die Freude am Kind erfüllte sich überreich.

 

Jesus teilt auch nicht deren Überzeugung, sondern stellt ganz sachlich fest: Wer von den Toten auferstanden ist, heiratet nicht mehr und wird auch nicht mehr verheiratet. Das Leben der Auferstandenen setzt nicht einfach das irdische Leben fort.  Die Ehe ist für die gegenwärtige Welt bestimmt. In der kommenden Welt ist sie nicht mehr nötig. Denn in der kommenden Welt sterben die Menschen auch nicht mehr. Wenn keiner mehr stirbt, braucht es auch keinen Nachwuchs mehr. Denn die Ehe ist für die Fortpflanzung und den Fortbestand der Menschheit geschaffen. „Gesät wird in Verweslichkeit, auferweckt in Unverweslichkeit…gesät wird in Schwachheit, auferweckt in Kraft. Gesät wird ein sinnenhafter Leib, auferweckt wird ein geistiger Leib.“(vgl. 1 Korinther 15,42…)

Um aber die Sadduzäer mit ihrem eigenen Schriftbeweis zu widerlegen, weist Jesus darauf hin, dass sich der Glaube an die Auferstehung zumindest aus den Gesetzesbüchern der Thora ableiten ließe. Denn wenn sich Gott, bei seiner Erscheinung beim brennenden Dornbusch, mit den Worten offenbart: „Ich bin der Gott Abrahams , Isaaks und Jakobs“, (Exodus 3,6) dann soll das heißen, dass die Patriarchen, die schon längst gestorben sind und zu verschiedenen Zeiten lebten, immer noch gegenwärtig Gott verehren. Sie leben also in Gott weiter, sonst könnten sie ihn nicht verehren.

 

Darauf bauend, entwickelte sich allmählich im Volk Israel die Überzeugung des Fortlebens nach dem Tode. Sie nimmt immer deutlicher Konturen an in der Weisheitsliteratur und dann vor allem in den beiden Büchern der Makkabäer, die im jüdischen Freiheitskampf gegen die Hellenisten intensiv für ihre gefallenen Soldaten zu beten begannen. Im Gedanken an die Auferstehung sammelte ihr Heerführer Judas der Makkabäer (d.h. „der Hammer“) 2000 Silberdrachmen und schickte sie nach Jerusalem, um dort ein Sündopfer für sie darzubringen. Und in der heutigen Lesung hören wir vom Zeugnis der 7 Söhne der makkabäischen Mutter, die für ihren Glauben den Märtyrertod sterben: „Du nimmst uns dieses Leben, aber der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferwecken…“ (2 Makkabäer 7,9) und „Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt“.(2 Makkabäer 7,14)   

 

Schon der Apostel Paulus beschwert sich in seinem 2. Brief an die Thessalonicher, dass „nicht alle den Glauben annehmen.“(3,2b)  Sie gleichen dem Australischen Airbus, der in diesen Tagen in Singapur notlanden musste, weil zwei der vier Triebwerke ausgefallen sind. Der Glaube an die Auferstehung ist für uns ein mächtiges Triebwerk, dass uns Kraft und Mut gibt dieses Leben zu meistern.

Denn in der Auferstehung „wendet uns Jesus Christus und Gott unser Vater, seine Liebe zu. In seiner Gnade hat er uns ewigen Trost und sichere Hoffnung geschenkt.“ (vgl. 2 Thessalonicher 2,16) Denn wir sind für den dreifaltigen Gott so kostbar, wie der Augapfel, der Stern des Auges. Er birgt uns im Schatten seiner Flügel. Amen.   

C / 32.  Sonntag im Jahreskreis: Allgemeines Gebet der Gläubigen, Emskirchen, 7.11.2010

Im Vertrauen auf den  Gott des Lebens, der Jesus von den Toten erweckt hat und uns zur ewigen Liebe ruft, beten wir:

 

 

1.       Für alle, die  den Glauben an die Auferstehung verkündigen: um Überzeugungskraft und neue Begeisterung…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

2. Für alle, denen werdendes Leben anvertraut ist: um Hoffnung, Mut und Freude…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

3. Für alle, denen jeden Tag Gewalt und Tod begegnen: um Frieden und Sicherheit für Leib und Seele…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

4. Für die Kranken, Behinderten und seelisch Leidenden: um Genesung und Geduld…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

5. Für die Opfer der Flugzeugabstürze auf Kuba, Pakistan und des Vulkanausbruchs in Indonesien: um Gnade und Vollendung…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

6.  Für alle unseren Verstorbenen: um ein mildes Gericht und ewiges Leben bei Gott…

Lass unser Gebet zu dir dringen!

 

Herr unser Gott,  du liebst uns und schenkst uns in deiner Liebe sichere Hoffnung und ewigen Trost. Dich beten wir an und preisen dich jetzt und in Ewigkeit. AMEN.    


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