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Archive für 14.11.2010

33. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 14. November 2010

Maleachi 3,19-20; Ps 98,5-9; 2 Thessalonicher 3,7-12; Lk 21,5-19

Die Liedvorschläge berücksichtigen einerseits die Gegebenheiten der Schriftlesungen, andererseits auch den Volkstrauertag. Meiner Meinung nach eignet sich  für diesen Sonntag gut das „Hochgebet von der Versöhnung.“

Liedvorschläge: 642,1-3; 831,1; 119,1; 530,1; 644; 834,1; 835,1; 917; Nach kurzer Stille 916 zum Dankgesang. Anschließend Auszug zum Kriegergedenken. Schlusssegen erst am Ende der Station.

Bei meiner Studienreise im Sommer besuchten wir auch Dresden mit seinen wunderschönen Kirchen. Die Frauenkirche ist ja erst kürzlich wieder aufgebaut worden. Wir sahen jedoch auch Fotos vom Ausmaß der Zerstörungen, die durch den Bombenangriff im Februar 1945 verursacht worden sind. Ein Feuersturm fegte durch die Straßen und zerstörte alles Menschenleben und auch alles was im Wege stand. Die Zahl der Opfer mag in die Hunderttausende gehen. Derzeit haben Kriege immer noch nicht aufgehört. Fast täglich explodieren Bomben im Irak und kosten unzählige Menschenleben. Kürzlich kam es zur Zerstörung einer großen christlichen Kirche. Hinzu kam das furchtbare Erdbeben auf Haiti, die leck gewordene Bohrinsel in der Karibik mit der größten Umweltversschmutzung in der Geschichte,  wochenlange Waldbrände in Russland, die Überschwemmungskatastrophe in Pakistan, wie auch Vulkanausbrüche und Tsunamis in Indonesien. Noch schmerzlicher als all das, sind die vielen Katastrophen in unseren Familien,  in unserer Gesellschaft und unserer Kirche.

 

Solch apokalyptische Szenarien werden uns in den Lesungen des heutigen Sonntags vor Augen gehalten. Die meisten Bibelausleger gehen davon, dass zur Zeit der Abfassung des  Lukasevangeliums, Jerusalem mit dem Tempel schon zerstört war. Deshalb trennt der Evangelist auch die Zerstörung des Tempels vom Ende der Welt, das noch aussteht. Eines der 7 Weltwunder der Antike, versank in Schutt und Asche. Zurzeit Jesu baute man immer noch an ihm. Erst wenige Jahre vor seiner Zerstörung ist er fertig geworden. Er erreichte mit den Zinnen seines Heiligtums gut 100 Meter Höhe. Sein Dach mit der Fassade war mit weißem Marmor verkleidet und die Säulen waren vergoldet. Wie ein schneebedeckter Berggipfel sah er von weitem aus. Zu den kostbaren Weihegeschenken zählte: der 7,5 m hohe 7-armige Leuchter, aus getriebenen Gold, ein Weinstock aus puren Gold vor der Tempeltüre, die Schaubrottische, die Altäre, vor allem der Rauchopferaltar, der ebenfalls aus Gold war.

Unter Kaiser Claudius war schon mal eine Hungersnot ausgebrochen.

Nach dem Tod Kaiser Neros brachen Unruhen und Aufstände aus unter Galba, Otto und Vitellius. Das alles jedoch übertraf an Grausamkeiten und Zerstörungen der jüdisch-römische Krieg. Im Jahr 66 zeigte sich ein Komet  ein ganzes Jahr lang am Himmel über Jerusalem und brachte die Menschen in große Aufregung. Der Lauf der Geschichte wird jedoch nicht allein durch innerweltliche Ursachen bestimmt, sondern durch den Ratschluss Gottes. Hinzu kommt die Verfolgung der gläubigen Christen in ihren Familien bis in die Öffentlichkeit. Durch die Verfolgung werden andererseits Tore geöffnet, um für Christus Zeugnis abzulegen. Dadurch verbreitete sich das Evangelium überall auch auf dem Land, bis zu den großen griechischen und römischen Kulturzentren. Trotz allem ist Gott mit ihnen, ja nicht einmal ein Haar von ihrem Haupt dürfte verloren gehen. (1 Samuel 14,45) Die Zeit der Kirche, ist eine Zeit der Verfolgung und der Heimsuchung. Nicht Gewaltanwendung, noch Abfall bringen die Rettung, sondern die geduldige Ausdauer. Wer fest daran glaubt, erfährt gleichsam wie ihm kein Haar gekrümmt wird.

Unser irdisches Leben hat ein Ziel, nicht nur ein Ende. Deshalb gilt: „Richtet euch auf, und erhebt euer Haupt; denn eure Erlösung ist nahe. Es gibt Bäume, die haben so starke Wurzel, dass sie selbst einen großen Brand überdauern können und erneut ausschlagen. „Für die, die mit Gott rechnen, „wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung.“( Maleachi 3, 20b)

Die Einstellung des Evangeliums hat Konsequenzen für unser Leben und für unseren Alltag. Es ist verkehrt, wenn wir angesichts solcher Herausforderungen die Hände in Schrecken oder in Resignation in den Schoß legen und nichts tun oder beginnen ein unordentliches Leben zu führen, wie es Paulus bei denen feststellt, die das Kommen des Herrn nah erwarten.  Üben wir uns darin, den Blick auf das Ende unseres Lebens zu werfen. Üben wir uns im Verabschieden, Entlassen, Ende und Abschied gestalten. Dennoch wird der Herr einst wiederkommen und die ganze Natur stimmt in den Lobgesang mit ein. Ströme, Meere und Berge. (Psalm 98)  Auch wir Menschen sollen jetzt schon in das Lob des Schöpfers einstimmen. 

C) 33. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf , 14.11.2010

Volkstrauertag

Gott wird kommen und die Welt vollenden. In seinem Sohn bietet er uns seine Rettung an, bevor er als Richter kommen wird. Deshalb bitten wir ihn:

 1. Schenke den Gefallenen und allen unseren Verstorbenen die Vollendung in deinem Reich…

ALLE: Der Herr wird kommen!

2. Bewahre die Mächtigen, die Verantwortung tragen vor kriegerischen Gedanken und Überheblichkeit…

ALLE: Der Herr wird kommen!

  1. Lass über alle Ungerechtigkeit dieser Erde die Sonne deiner Gerechtigkeit aufgehen…

ALLE: Der Herr wird kommen!

  1. Gib uns in deiner Kirche Standhaftigkeit im Glauben und Mut zur Nachfolge…

ALLE: Der Herr wird kommen!

  1.  Sei denen nahe, die Angst vor der Zukunft haben oder in ihrem Leben nicht weiterwissen…

ALLE: Der Herr wird kommen!

     6. Stehe den vielen Anglikanischen Christen bei, die mit 5 Bischöfen die volle Einheit mit der katholischen Kirche anstreben…

ALLE: Der Herr wird kommen!

 Gott, Du bist Anfang und Ende. Dich loben wir und preisen wir durch unseren  Herrn und Bruder Jesus Christus, der kommen wird in Herrlichkeit. AMEN.

E-Mail 28.11.2010

Liebe Freunde,
herzlich willkommen den neu dazu gekommenen Mitglieder unserer Internetgemeinde! Ich konnte jetzt nicht alle eigens fragen, aber ich nehme an, dass Sie einverstanden sind, von mir oder anderen TeilnehmerInnen hin und wieder geistige Impulse zu bekommen.   
Mit dem 1. Advent 2010 beginnt das Neue Kirchenjahr und Lesejahr A. Das heißt, dass uns in den Sonntagsevangelien überwiegend der Evangelist Matthäus begleiten wird. Von Lukas haben wir uns am letzten Sonntag verabschiedet. Er wird uns wieder in der Hl. Nacht in der Weihnachtsgeschichte begegnen und als weitere Tupfer in der Weihnachtszeit. An einigen wenigen Sonntagen kommt Johannes hinzu. Der Advent ist und will eine stille Zeit sein. In Franken sagt man „stade Zeit“. Denn es handelt sich um eine vierwöchige Bußzeit zur Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung. Das soll sich einerseits im Kirchenraum und dann auch in der Feier der Gottesdienste widerspiegeln. Sehr zu empfehlen wäre, den verwelkten Blumenschmuck zu entfernen, so dass nur der Adventskranz im
Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Die Schlüsselfelder haben sich etwas Besonderes einfallen lassen. Der Reifen für den  alten Adventskranz ist kaputt gegangen und aus der Not haben sie eine Tugend gemacht, die sich sehr schön ansieht. Vor dem Volksaltar haben sie einfach 4 Kerzen aufgestellt, ohne die Altarmensa zu verdecken. In der Mitte der 4 Kerzen liegt eine wunderschöne große Wurzel. Um ihr herum und zwischen den Kerzen befinden sich Tannenzweige. Die Kerzen sind von violetter Farbe und sind der Größe nach abgestuft. Für den ersten Advent zünden sie die längste Kerze an, sie brennt auch am längsten, dann kommt am zweiten Advent, die nicht mehr so ganz hohe und am vierten Advent die kürzeste. Das ergibt dann in der letzten Adventswoche ein ästhetisch sehr schönes Bild. Alle vier Kerzen sind dann am Ende  gleich groß.   
Den ersten Adventskranz stellte der evangelische Pfarrer Wichern im Rauen Haus zu Hamburg auf. Auf einem Wagenrad baute er 4 große weiße Kerzen für die Sonntage auf und 19 kleine rote für die Wochentage. Jeden Abend versammelte er sich mit den Weisenkindern unter dem Kranz in der Kirche
nebenan und zündete jeweils eine Kerze mehr an, so dass am Ende alle 23 Kerzen brannten und den Raum hell erleuchteten. Die Tannenzweige kamen später hinzu. Auch reduzierte man die Zahl der Kerzen auf die 4 Sonntage, bzw. Wochen des Advents. Im Katholischen Bereich passte man recht bald die Farben der Kerzen an die violette Farbe des Messgewandes im Advent an.
Mancherorts pflegt man für die 3. Kerze zum Sonntag
„Gaudete“ rosafarbiges Wachs zu nehmen. Es ist der Sonntag der Freude im Advent. Mancherorts kommt noch eine 5. Kerze in die Mitte, eine Weiße. Sie wird erst am Heiligen Abend entzündet.
Im Advent gibt es kein Gloria, aber das Halleluja wird weiterhin durchgehalten. Die Orgel soll sich möglichst zurückhalten, bzw. auf das Vorspiel ganz verzichten und nur das Lied begleiten, um dann in der hl. Nacht umso freudiger zu erklingen. Charakteristisch für den Advent ist der
„Engel des Herrn“, der meistens in den Rorateämtern morgens beim Kerzenschein gesungen wird. Hinzu kommt ab heute Abend eine andere marianische Antiphon. Wir verabschiedeten uns gestern Abend vom „Salve
Regina
“ und stimmen heute Abend erstmals das „Alma redemptoris Mater“ an. Die deutsche Fassung finden wir im Gotteslob unter Nr. 577: „Maria, Mutter unseres Herrn…“ Die neue Antiphon begleitet uns allabendlich nach der Vesper oder Komplet im Advent, während der Weihnachtszeit bis und zum 2. Februar (Lichtmess). Es gibt insgesamt 4 marianische Antiphonen für die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres. „Ave Regina caelorum“ für die Fastenzeit und „Regina coeli laetare“ für die Osterzeit.
Der Advent besteht aus zwei Teilen. Ab 17. Dezember beginnt die unmittelbare Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Ganz früher kannte  der Advent 6 Wochen und in der Ostkirche ist es immer noch so. Deshalb beginnt im Rheinland der Karneval schon Mitte November.
Somit wünscht Euch(Ihnen) einen möglichst besinnlichen Advent
Euer(Ihr) Internetpfarrer Topits

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