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E-Mail 28.11.2010

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 14.11.2010 @ 18:51 In Pfarrer Topits | 412 Kommentare

Liebe Freunde,
herzlich willkommen den neu dazu gekommenen Mitglieder unserer Internetgemeinde! Ich konnte jetzt nicht alle eigens fragen, aber ich nehme an, dass Sie einverstanden sind, von mir oder anderen TeilnehmerInnen hin und wieder geistige Impulse zu bekommen.   
Mit dem 1. Advent 2010 beginnt das Neue Kirchenjahr und Lesejahr A. Das heißt, dass uns in den Sonntagsevangelien überwiegend der Evangelist Matthäus begleiten wird. Von Lukas haben wir uns am letzten Sonntag verabschiedet. Er wird uns wieder in der Hl. Nacht in der Weihnachtsgeschichte begegnen und als weitere Tupfer in der Weihnachtszeit. An einigen wenigen Sonntagen kommt Johannes hinzu. Der Advent ist und will eine stille Zeit sein. In Franken sagt man „stade Zeit“. Denn es handelt sich um eine vierwöchige Bußzeit zur Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung. Das soll sich einerseits im Kirchenraum und dann auch in der Feier der Gottesdienste widerspiegeln. Sehr zu empfehlen wäre, den verwelkten Blumenschmuck zu entfernen, so dass nur der Adventskranz im
Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Die Schlüsselfelder haben sich etwas Besonderes einfallen lassen. Der Reifen für den  alten Adventskranz ist kaputt gegangen und aus der Not haben sie eine Tugend gemacht, die sich sehr schön ansieht. Vor dem Volksaltar haben sie einfach 4 Kerzen aufgestellt, ohne die Altarmensa zu verdecken. In der Mitte der 4 Kerzen liegt eine wunderschöne große Wurzel. Um ihr herum und zwischen den Kerzen befinden sich Tannenzweige. Die Kerzen sind von violetter Farbe und sind der Größe nach abgestuft. Für den ersten Advent zünden sie die längste Kerze an, sie brennt auch am längsten, dann kommt am zweiten Advent, die nicht mehr so ganz hohe und am vierten Advent die kürzeste. Das ergibt dann in der letzten Adventswoche ein ästhetisch sehr schönes Bild. Alle vier Kerzen sind dann am Ende  gleich groß.   
Den ersten Adventskranz stellte der evangelische Pfarrer Wichern im Rauen Haus zu Hamburg auf. Auf einem Wagenrad baute er 4 große weiße Kerzen für die Sonntage auf und 19 kleine rote für die Wochentage. Jeden Abend versammelte er sich mit den Weisenkindern unter dem Kranz in der Kirche
nebenan und zündete jeweils eine Kerze mehr an, so dass am Ende alle 23 Kerzen brannten und den Raum hell erleuchteten. Die Tannenzweige kamen später hinzu. Auch reduzierte man die Zahl der Kerzen auf die 4 Sonntage, bzw. Wochen des Advents. Im Katholischen Bereich passte man recht bald die Farben der Kerzen an die violette Farbe des Messgewandes im Advent an.
Mancherorts pflegt man für die 3. Kerze zum Sonntag
„Gaudete“ rosafarbiges Wachs zu nehmen. Es ist der Sonntag der Freude im Advent. Mancherorts kommt noch eine 5. Kerze in die Mitte, eine Weiße. Sie wird erst am Heiligen Abend entzündet.
Im Advent gibt es kein Gloria, aber das Halleluja wird weiterhin durchgehalten. Die Orgel soll sich möglichst zurückhalten, bzw. auf das Vorspiel ganz verzichten und nur das Lied begleiten, um dann in der hl. Nacht umso freudiger zu erklingen. Charakteristisch für den Advent ist der
„Engel des Herrn“, der meistens in den Rorateämtern morgens beim Kerzenschein gesungen wird. Hinzu kommt ab heute Abend eine andere marianische Antiphon. Wir verabschiedeten uns gestern Abend vom „Salve
Regina
“ und stimmen heute Abend erstmals das „Alma redemptoris Mater“ an. Die deutsche Fassung finden wir im Gotteslob unter Nr. 577: „Maria, Mutter unseres Herrn…“ Die neue Antiphon begleitet uns allabendlich nach der Vesper oder Komplet im Advent, während der Weihnachtszeit bis und zum 2. Februar (Lichtmess). Es gibt insgesamt 4 marianische Antiphonen für die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres. „Ave Regina caelorum“ für die Fastenzeit und „Regina coeli laetare“ für die Osterzeit.
Der Advent besteht aus zwei Teilen. Ab 17. Dezember beginnt die unmittelbare Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Ganz früher kannte  der Advent 6 Wochen und in der Ostkirche ist es immer noch so. Deshalb beginnt im Rheinland der Karneval schon Mitte November.
Somit wünscht Euch(Ihnen) einen möglichst besinnlichen Advent
Euer(Ihr) Internetpfarrer Topits


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