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Christkönigssonntag, Gremsdorf, 21. November 2010

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 21.11.2010 @ 23:49 In Pfarrer Topits | 597 Kommentare

2 Samuel 5,1-3 ; Ps. 122, 1-5; Kolosser 1,12-20; Lukas 23,35-43Liedvorschläge: 560; 933,1; 820; 118,5; 530,7; 883;823;482;827,1+3 und 258,1+2; 560,3+4 

Seit es keine echten Könige mehr bei uns gibt, gibt es für alles und  jedes einen König oder eine Königin. Da ist im Sport der Tor-König, der die meisten Tore bei der Weltmeisterschaft oder sonst geschossen hat. Da gibt es den Schützen-König, der die meisten Treffer erzielt hat. Da gibt es die Bierkönigin, die Weinkönigin, die Karpfenkönigin, Kränkönigin,  Schönheitskönigin…Sie haben alle etwas zu sagen und sollen ihrem Verein möglichst viel öffentliche Beachtung und Kundschaft einbringen.  

Auch im Evangelium wird uns ein König vorgestellt, aber sein Königtum ist anders als das der irdischen Könige und der vielen Ehrenköniginnen und Könige. Gleich dreimal kommt der Begriff König hier vor. In ihrem Spott verunglimpfen die führenden Männer des Volks Jesus als den König der Juden: „Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!“ Es war zwar allen klar, dass der kommende Messias ein König sein wird, aber dass er so ohnmächtig am Kreuz enden würde, das konnten sie nicht nachvollziehen.  

Pilatus ließ dies auch auf der Tafel anbringen, die nach Römischen Recht die Schuld des Hinzurichtenden angab: „Das ist der König der Juden!“ Bei den anderen Evangelisten steht noch dazu: Jesus von Nazareth, König der Juden. Diese Inschrift befindet sich auf allen Kreuzen. Das war gleichzeitig ein gezielter Seitenhieb auf die Führer des Volkes, den ihnen Pontius Pilatus verpasste. Die hatten sich auch rechtzeitig gerührt und dagegen protestiert und bei Pilatus vorsprechen lassen, er möge doch schreiben: ER hat gesagt, dass er der König der Juden sei. Die christliche Überlieferung verehrt in Rom einen Teil dieser Tafel. Sie befindet sich in der Kirche „Santa- Croce in Gerusaleme“. Ich habe sie mir genau betrachtet und eine Ansichtskarte mitgenommen. Der Überlieferung nach soll die hl. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins sie von ihrer Pilgerreise ins Heilige Land mitgebracht haben. Selbst in seiner Ohnmacht hat dieser König Macht über die Herzen der Menschen und schließt dem reumütigen Schächer in der letzten Stunde seines Lebens die Tür zum Himmel auf. In Görlitz befindet sich eine der schönsten Nachbauten des Heiligen Grabes. In der Golgothakapelle sind die drei Kreuze durch Löcher angedeutet. Davor ist das INRI in den Boden eingeritzt. Wenn man sich auf die 4 Buchstaben draufstellt und hinaufschaut zur Decke, sieht man durch eine Luke den Himmel.  

Es war allen von Anfang an klar, dass der kommende Messias ein König sein wird. Deshalb ist es recht und billig, wenn sich Jesus als König bezeichnen lässt. Schon seine Geburt verbindet ihn mit dem königlichen Hause aus dem Geschlecht Davids, des zweiten Königs von Israel. Er hatte seine Hauptstadt zunächst 7 Jahre lang  in Hebron, einem kleinen Städtchen südlich von Betlehem. Erst nach der Eroberung Jerusalems verlegte er seinen Sitz dorthin. Der Antwortpsalm besingt denn auch die Wallfahrt dorthin: „Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, die Throne des Hauses David.“ Seine Aufgabe wird mit der eines Hirten verglichen, der seine Herde von Weide zu Weide führt, sie vor wilden Tieren verteidigt und beschützt, die verwundeten Tiere verarztet und heilt. Darin erkennen wir besonders die Intention des Evangelisten Lukas wieder, der Jesus Christus, als den großen Heiler und Heiland der Welt beschreibt. In diesem Sinne spricht er das erlösende Wort zu dem rechten Schächer: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Der hatte sich auf sein Königtum berufen.  

Trotz seiner Ohnmacht im Leiden und am Kreuz, hat der Christuskönig vielfältige Macht, ja ihm ist alle Macht übergeben worden im Himmel und auf Erden. „Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden.“ So hat er Macht die Menschen, die ihm nachfolgen aus der Finsternis zu entreißen. Hinzu kommt die Macht Sünden zu vergeben. Er hat Macht über die Mächte der Finsternis. Dazu gehören der Tod, die Schlechtigkeit und Boshaftigkeit, das dämonisch Böse. Sie alle hat der Herr in seiner Auferstehung besiegt. Den Tod hat er in einen Engel umgewandelt. Als Engel ist er von Gott geschaffen. Denn zu seinen Geschöpfen zählen auch die unsichtbaren Scharen der Engel. Die sind nämlich mit den Ausdrücken des Kolosserbriefes gemeint: Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten.  

Wir alle kennen die Legende des hl. Christophorus. Der Hüne  wollte seine Kräfte in den Dienst  des mächtigen Herrschers stellen. Nach langem Suchen fand er einen König von dem er überzeugt war, das er zumindest sehr mächtig sei. Als aber eines Tages ein Gaukler auftrat und in einem Lied den Teufel erwähnte, da erschrak der Herrscher. Daraufhin verließ ihn Christophorus und ging beim Teufel in den  Dienst, den er für mächtiger empfand. Als die beiden eines Tages unvermutet auf ein Wegkreuz stießen, machte der Teufel einen großen Umweg, weil er sich vor dem Kreuz fürchtete. Denn darauf war Jesus Christus der König gestorben. Folgerichtig verließ der Riese auch den Teufel und begab sich nun in den Dienst des mächtigsten Königs der Welt, Jesus Christus. Als Einsiedler trug er fortan Menschen über einen reißenden Fluss. Als er auch einmal ein Kind hinübertrug, das immer schwerer wurde, offenbarte es ihm: Du hast den Schöpfer der Welt getragen: Ich bin der König Jesus Christus.  

Was könnte das alles auch für uns bedeuten? Auch wir werden von vielfachen Sorgen und Ängsten geplagt. Wenn wir unseren Glauben ernst nehmen und uns dem Christkönig anvertrauen, brauchen wir keine Angst mehr zu haben. Denn wir stehen im Bunde mit dem Mächtigsten Herrscher, der die Welt und ihre Geschicke letztendlich in der Hand hält. AMEN.

C) Christkönigsfest, Sambach, 21.11.2010

Mit dem rechten Schächer lasst auch uns zu unserem Christus-König beten: Denk an mich und an unsere Anliegen, wenn du in deiner Macht als König kommst:  

1.       Stehe dem neuen Kardinal und Bischof, Walter  Brand-Müller  bei, der aus unserer Erzdiözese kommt,  Gesundheit und noch viel Schaffenskraft in den Vatikanischen Archiven… Wir singen ALLE: Christus, höre uns! 

2.       Verhilf den Völkern, Gedanken des Friedens, der Einheit und der Versöhnung zu denken… ALLE: Christus, höre uns! 

3.       Ermutige die Christen in der Diaspora zum Bekenntnis und Zeugnis für Gottes Reich…ALLE: Christus, höre uns! 

4. Hilf den Menschen, die auf Haiti an Cholera erkrankt sind, wie auch den Opfern des Einsturzes eines Hochhauses in Indien…ALLE: Christus, höre uns! 

5. Erleuchte die Menschen, die vor einer wichtigen Entscheidung stehen, und zeige ihnen den rechten Weg…ALLE: Christus, höre uns! 

6. Lass unsere Verstorbenen mit dir im Paradiese sein…ALLE: Christus, höre uns! 

Vater, in deinem Sohn ist uns vor Augen gestellt worden, wie wir zu leben haben, damit wir einst mit ihm herrschen können. Wir danken dir, dass du ihm Macht gegeben hast im Himmel und auf Erden. AMEN.  

 


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