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Archive für 28.11.2010

1. Adventssonntag, Aisch und Gremsdorf , 28.11.2010

Jesaja 2,1-5;Ps.122,1-9;Römer 113,11-14; Matthäus 24,37-44Lieder: 115,1; 118,5; 530,1; 843(Tauet Himmel); 434; 435; 107,1-3; 110,1; 976,1+2(Maria war mit Gott allein aus dem Diözesananhang)  

ERÖFFNUNG Gnade und Friede von dem der war und der ist und der kommen wird, sei mit Euch! Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. Mein Gott dir vertraue ich…Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden. PREDIGT Jedes Mal, wenn ich mich über die Große Bauerngasse Gremsdorf nähere, so fahre ich am Dorfeingang an einer sehr alten Mühle vorbei. Es dürfte die älteste noch erhaltene Mühle des Aischgrundes sein. Sie ist teilweise immer noch in Betrieb. Durch Wasserantrieb kommen die Mühlsteine in Bewegung und zermalen die Getreidekörner. Vor noch wenigen Jahrzehnten verfügte jede Aischgemeinde über ihre eigene Wassermühle. Zurzeit Jesu, also vor 2000 Jahren in Palästina hatte jeder Haushalt bzw. eine Nachbarschaft seine eigene Mühle. Sie bestand ganz einfach aus einem größeren Stein, auf den das Getreide gelegt worden ist und einem kleineren Stein, den die Hausfrau über dem großen kreisen ließ. So wurde das Getreide zu Mehl zermalen. Das war ein sehr anstrengender und zeitraubender Vorgang. Die Hausfrauen dürften wohl den ganzen Vormittag damit zugebracht haben. So verstehen wir auch den uns etwas schwerverständlichen Satz aus dem Matthäusevangelium: „Dann wird von zwei Frauen, die mit der selben Mühle mahlen, eine mitgenommen und eine zurückgelassen.    Äußerlich tun beide Frauen das gleiche. Sie unterscheiden sich aber durch ihre innere Haltung. Die eine gehört zu denen die stumpf und ahnungslos geworden sind, die andere aber hat ihr inneres Ohr geöffnet und ihr Gehör geschärft. Die eine rechnet nur mit sich, die andere mit Gott und dessen Ankunft in unserer Welt. Die eine schläft innerlich, die andere wacht. „Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt“. Eine Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen nie an ihr Lebensende denken und das, was danach folgt. Die meisten verschlafen innerlich die entscheidenden Augenblicke ihres Lebens. Paulus ruft uns im Römerbrief auf: „Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.“  Das Mahlen des Mühlsteins wirkt einschläfernd. Es erfordert immer wieder genaues Hinhören, um im Alltagstrott Gott zu erkennen.  

Wenn ich mich recht entsinne, so hat uns Lev Tolstoi der große russische Schriftsteller und bekennende Christ einmal von einer Alten Frau erzählt, der der liebe Gott versprochen hat, dass er sie an diesem Tag besucht. Ich erzähle sie ein wenig verfremdet und angepasst auf unsere Lebensgewohnheiten: Schon in aller Frühe stand die alte Frau auf, reinigte alle Ecken und Winkel, saugte im ganzen Haus, sie putzte sogar Fenster und Türen blank: „Denn heute kommt ja der Liebe Gott zu mir!“ - sagte sie sich immer wieder.  Als es an der Haustüre läutete, ging sie freudig hin um zu öffnen, aber an der Pforte stand der Postbote mit einem Packet vor der Türe und fragte: „Der Nachbar ist nicht zu Hause, würden Sie, bitte das Paket übernehmen und es ihm dann überreichen, sobald er nach Hause kommt?“ - „Wo denkst Du denn hin, bin ich denn der Hüter meines Nachbarn. Ich könnte den Lieben Gott verpassen, der heute zu mir kommt“.  Eilig begab sie sich nun in die Küche, um ein schmackhaftes Essen für den hohen Besuch vorzubereiten. Kaum war sie damit fertig,  so klingelte gegen Mittag das Telefon und die Nachbarin rief an: „Bitte, könnt Ihr nicht für eine Stunde auf mein Kind aufpassen. Ich muss zum Arzt. Auch haben wir nichts mehr zum Essen. Die kleine schreit vor Hunger und ich kann ihr nichts geben.“ - Wo denkst du hin, ereiferte sich die alte Frau. „Ich kann heute weder auf dein Kind aufpassen, noch ihm etwas zu Essen geben, der Liebe Gott hat bei mir seinen Besuch angesagt.“ Am Nachmittag bat sie eine schwerkranke Klassenkameradin: „Komm doch wieder mal mich zu besuchen. Mir geht es schlecht und ich bin so einsam.“ Auch sie erhielt eine derbe Abfuhr. „Ich kann heute nicht außer Hauses, denn ich warte auf den Lieben Gott!“ - Darüber wurde es Abend und Nacht, aber der liebe Gott kam immer noch nicht. Müde und enttäuscht ging die alte Frau zu Bett. Im Traum erschien ihr der Herr Jesus. Vorwurfsvoll klagte ihm die Frau: „Den ganzen Tag habe ich auf dich gewartet und du bist nicht gekommen. Darauf antwortet der Herr: Dreimal habe ich bei dir heute angeläutet, aber Du hast mich jedes Mal abgewiesen.“  

Biblische Wachsamkeit meint: mitten im Getriebe des Alltags  sensibel zu werden für das, was Gott von uns will, wozu er uns ruft, was er mit uns vorhat. Wo muss ich mein Leben ändern, was muss ich künftig besser beachten? Was sollen wir tun, um wieder auf den rechten Weg zu kommen?  Vielleicht müssten auch wir mit der großen Völkerwallfahrt auf den Berg des Herrn steigen, um unseren Lebensweg besser überblicken zu können. Dann wollen wir unsere Wege gehen im Lichte des Herrn. „Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem“. (Psalm 122)  

A)          1. Adventssonntag, Aisch und Gremsdorf , 27./ 28.11.2010 Herr Jesus Christus, du wirst kommen, um dein Reich und uns Menschen zu vollenden. Deshalb bitten wir dich:  

1.- Bereite deine Kirche für dein Kommen, und mache sie zum Zeichen der Hoffnung für die Völker…ALLE: „Komm, Herr Jesus!“  

2.- Bereite die Völker für dein Kommen, damit sie ihre Schwerter in Pflugscharen umwandeln…ALLE: „Komm, Herr Jesus!“ 

3.- Bereite die Menschen in Krankheit und Not für dein Kommen und zeige dich ihnen als Retter und Heiland…ALLE: „Komm, Herr Jesus! 

4.- Bereite uns selbst für dein Kommen, und gib uns ein wachsames Herz, um dir zu begegnen…ALLE: „Komm, Herr Jesus!“ 

5.- Bereite unseren Verstorbenen eine ewige Wohnung bei dir, und schenke ihnen Frieden und Heil in Fülle…ALLE: „Komm, Herr Jesus! 

Herr, unser Gott! Du bist der Herr aller Völker und Zeiten. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. AMEN.  

SEGNUNG DER ADVENTSKRÄNZE: Wir danken dir, Herr unser Gott. Du schenkst uns auch in diesem Jahr wieder die Freude des Advents. Wir dürfen in Hoffnung und Zuversicht deinen Sohn erwarten, Christus, unseren Erlöser. Seg + ne den großen Kranz und alle unsere kleinen Kränze.  Lass uns in den kommenden Tagen in der Gnade wachsen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN. 

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