Archive for December, 2010

Weihnachten, Am Morgen, Gremsdorf, 25.12.2010 – 9.00

Saturday, December 25th, 2010

Jesaja 62,11-12; Psalm 97,1-12; Titus 3,4-7; Lukas 2,15-20

Liedvorschläge: 143,1-3; 129; 927,1-3; 149,2; 530,7; 356; 847;941,1; 959: 138+848; Dank: 132,1-3; 849,1-3

ERÖFFNUNGSVERS

Ein Licht strahlt heute über uns auf, denn geboren ist uns der Herr. Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst, Vater der kommenden Welt. Seine Herrschaft wird kein Ende haben.

HOMILIE

Mit feierlichen Worten, die der Ausdrucksweise des damaligen Hofstils entsprechen,  beschreibt der Apostel Paulus in seinem Brief an Titus zwei Eigenschaften Gottes, die sich in der Menschwerdung seines Sohnes, Jesus Christus besonders gezeigt haben:

Es ist zunächst Gottes Güte. Gott ist vor allem der Gute, das höchste Gut. In seiner unfassbaren Güte tritt er dem Menschen nicht als Richter und Rächer entgegen, sondern als der, der sich seiner erbarmt. Deshalb erweist er sich ihnen auch in seiner Menschenfreundlichkeit. Gott offenbart sich als Freund der Menschen, als unser Freund. Obwohl der Abstand vom Geschöpf zum Schöpfer ein unendlicher ist, lässt er sich in liebender Weise zu uns herab – lässt uns den Abstand sozusagen nicht verspüren. Mit der Geburt Jesu, mit seinem ganzen  Leben, Leiden und Sterben bricht diese Wende in die Geschichte der Menschen ein. Sie bedeutet gleichzeitige eine Wende auch im Leben des Einzelnen.

Schließt sich der Christ durch seinen Glauben dieser Mensch gewordenen Güte und Freundlichkeit Gottes an, dann rettet ihn Gott vom ewigen Verderben durch das Bad der Wiedergeburt, das uns zu einer Neuschöpfung macht. Durch die Taufe wird der Keim eines neuen, übernatürlichen Lebens in die Seele des Menschen eingesenkt. Damit wird ihm der Begin eines höheren Lebens geschenkt. Es ist das Geschenk, das auch den Hirten in der hl. Nacht zuteil geworden ist.

 

Mit der Geburt von Oben ist die Erneuerung im Heiligen Geist verbunden. Er ist im reichen Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter. So wird der Mensch in der Taufe  durch die Gabe des Gottesgeistes neu geschaffen, eine „neue Schöpfung“.

Das wiederum bedeutet eine Umwandlung des bisherigen Lebens. Diese Rettung kann  aber nie das Werk des Menschen sein, sondern das Werk des göttlichen Erbarmens, des dreifaltigen Gottes. Der Apostel ruft jedem einzelnen Christ in der jungen Gemeinde diese Wende in Erinnerung, die durch die christliche Taufe eintrat. Als solche erweisen sie sich wie die Hirten als Verkündiger und Vervielfältige der Frohen Botschaft der hl. Weihnacht.

Laien sind das Herzstück der kirchlichen Arbeit im Süden von Honduras, die von der Aktion ADVENIAT unterstützt wird. Lorenzo Aguilar kümmert sich um die Wasserversorgung, für die Mühlabfuhr und sorgt für die Ausbildung  von rund 1.500 Laien in seiner Diözöse Choluteca. Einige davon übernehmen die Aufgabe Wort-Gottes- Feiern am Sonntag zu halten, dort, wo kein Priester verfügbar ist die hl. Messe zu feiern. Meistens reichen zwei engagierte Laien, um einer Gemeinde neues Leben einzuhauchen, meint er Lorenzo. 

Durch seine Gnade sind wir gerechtfertigt. Alles verdanken wir seiner unbegreiflichen Liebe. So sind wir auch eingesetzt als Erben des ewigen Lebens, weil wir in der Taufe an Kindesstatt angenommen sind. Noch besitzen wir nicht das ewige Leben in seiner Fülle,  wohl aber die unerschütterlich Hoffnung darauf.

So hat der Herr auch uns gewonnen und wir gehen vor ihm her und vor allem folgen ihm nach. Denn siehe „jetzt kommt deine Rettung. Siehe, er bringt seinen Siegespreis mit.“ AMEN.

A) Weihnachten am Morgen, Gremsdorf , 25.12. 2010

Aus dem Dunkel dieser Welt, in den Nöten und Sorgen, die uns bedrängen, rufen wir zu Jesus Christus, der heute als Retter erschienen ist:

 

1.       Für die Christenheit, die aus vielen Kirchen und Bekenntnissen besteht:  um Einheit im Glauben, in der Liebe und in der Wahrheit…+

2.       Für das Land, in dem  Christus geboren wurde und gelebt hat: um einen gerechten und dauerhaften Frieden…+

3.       Für die Kirche in Lateinamerika; dass sie, durch unser Adveniat- Opfer ermutigt, für Gerechtigkeit und Menschenwürde eintritt…

Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich!

4.       Für die Menschen, deren Herz von Misstrauen oder Hass erfüllt ist: um die Bereitschaft zur Versöhnung…+

5.       Für alle, die sich in diesen Tagen einsam und traurig fühlen, weil sie krank oder verlassen sind: dass sie wahre Gemein-schaft erfahren und froh werden…

Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich!

6.       Für alle, die durch Gesang, Gebet oder Gestaltung der Kirche und der Gottesdienste den Dienst der Engel und der Hirten an der Krippe wahrnehmen…+

7.       Für unsere Verstorbenen: um die ewige Freude in deinem Reich des Lichtes und des Friedens…

Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich!

Darum bitten wir dich, himmlischer Vater, durch deinen Sohn Jesus Christus: er ist der Abglanz deiner Herrlichkeit und das Abbild deines Wesens. Dir sei Preis und Dank in alle Ewigkeit. AMEN.

Heilige Nacht, Gremsdorf, 24.12. 2010 – 20.00 Uhr

Saturday, December 25th, 2010

Jesaja 9,1-6; Ps 96, 1- 13; Titus 2,11-14; Lukas 2,1-14

Liedvorschläge: 848,1-3; Ankündigung; Erst beim Gloria die Lichter einschalten 927,1-3; 149,2; 530,7; 356;138, 823; 482; Kommunion: 140 + 847, Dank: 846,1-3; Schluss bei Kerzenlicht: 849,1-3

ERÖFFNUNGSVERS:
Freut euch im Herrn, heute ist ns der Heiland geboren. Heute ist der wahre Friede vom Himmel herabgestiegen.

ANKÜNDIGUNG
Die Nachricht im FT vom 9. Dezember 2010 sorgte für einige Sensation. Weltpremiere am Berliner Univeristätsklinikum Charité. Einem Team aus Geburtsmedizinern und Radiologen ist es erstmals gelungen, die Geburt eines Kindes mit dem Kernspintomographen MRT vollständig aufzuzeichnen. „Wir haben alle Details, von denen wir bislang nur durch Tastuntersuchungen wussten, genau sehen können“, berichtete  Chefarzt Beinder. „Wir konnten genau sehen, wie sich das Kind in den Geburtskanal einpasst. Die Bilder waren faszinierend und haben einmal mehr bestätigt, dass eine Geburt ein Wunder ist. Wenn wir künftig genauer wissen, wo kritische Phasen sind, können wir möglicherweise auch frühzeitig einen Geburtsstillstand verhindern.“  

Auch im Mittelpunkt der Weihnachtsberichterstattung steht die Geburt eines Kindes. Wenn schon die Geburt eines jeden Kindes ein Wunder ist, dann ist die Geburt Jesu Christi, des Retters erst recht eines.  Das Lukasevangelium fasst das Ereignis in kurzen knappen Sätzen zusammen: „Als sie in Betlehem waren, brachte Maria ihr erstgeborenes Kind, einen Sohn zur Welt.“ Nach neuesten Erkenntnissen und Ausgrabungen befand sich Jesu Geburtsort also nicht außerhalb der Stadt, sondern in Betlehem selbst. Die Geburtskirche steht eigentlich am Ostrand der alten Stadtsiedlung. Mit der Herberge oder Gasthaus, in der es keinen Platz mehr gab, mag nach Auslegung einiger Bibelforscher eine Karawanserei gemeint sein. Das war ein umfriedeter Platz, an dem Kamele, Pferde und Esel ausgespannt wurden. Das bedeutet nämlich das griechische Urwort „katalyma“(Ausspannungsort). In letzter Zeit meint man darunter jedoch verstehen zu müssen, den großen Schlaf- Saal eines Gasthauses. Wegen der Überbelegung eignete er sich weniger für eine Geburt und deshalb zog die hl. Familie in den Stall, der sich unweit davon befand, damit Maria in aller Ruhe ihr Kind zur Welt bringen konnte. Heute noch gibt es mehrere solcher Stallungen, die halb in einer Grotte eingefügt sind.

Es heißt, dass Maria ihr Kind in  Windeln wickelte oder besser gesagt einhüllte. Ein Kind, das aus der Wärme des Mutterschoßes hervorgekommen ist, braucht viel Wärme. Die vermitteln die Windeln. Dem damaligen Brauch entsprechend wickelte man die Kinder sehr fest in solche Lappen ein. Eigentlich geschah dies noch bis vor gar nicht so langer Zeit, weil man der Ansicht war, dass nur so die Glieder des Kindes gerade wachsen.

Und dann ist die Sache mit der Futterkrippe. Im Urtext heißt es folgerichtig, dass Maria das Kind in die Krippe hinauflegte. Die Geburt vollzog sich ja am Boden und die Futterkrippe befand sich demnach in ung.  ein Meter- Höhe  oder mehr über dem mit Heu und Stroh bedeckten Boden des Stalles. Wie war diese Krippe wohl beschaffen. Aus den Schriften des Kirchenvaters Hieronymus, der 385 von Rom nach Betlehem zog und dort die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, erfahren wir, dass er sich mächtig geärgert haben soll, als man die Krippe aus Lehm mit Gold und Silber auswechselte. Demnach könnte die Krippe teilweise mit Lehm bestrichen worden sein, teilweise mag sie aus Balken bestanden haben. In der Kirche Santa Maria Maggiore zeigt man einen Schrein mit zwei Hölzern von der Krippe Jesu in Betlehem. Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, soll sie von ihrer Reise ins Heilige Land nach Rom mitgebracht haben. Ich habe mir diese beiden Balken genau angesehen, als ich vor 10 Jahren mit der Diözesanwallfahrt in Rom war. Kaiser Konstantin ließ auch über der Geburtsgrotte 338 eine große Basilika errichten, die z. T. heute noch steht. Zurzeit soll das Dach erneuert werden.

Erst der  Engel enthüllte den Hirten das Geheimnis des damals zu Betlehem auf die Welt gekommenen Kindes. Er ist der lang ersehnte Messias- Retter, Christus, der Herr. Das ist Grund zur Freude. Schon beim Propheten Jesaja lesen wir: „Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude…Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“

Vom Wunder der Geburt in der hl. Nacht strahlt große Freude aus, bis in unsere Zeit hinein. Sie wird allen Menschen zuteil, dem ganzen Volke. Freude heißt wieder Hoffnung haben, neuen Mut schöpfen. Auch uns gilt die Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“  Denn „erschienen ist uns Gottes Gnade, um alle Menschen zu retten.“       

A) Fürbitten für die Heilige Nacht , Gremsdorf , 24. 12. 10
Wenden wir uns vertrauensvoll an Gott, unserem Vater, der uns im Geheimnis dieser Heiligen Nacht seinen Sohn geschenkt hat:

1.       – für alle Menschen auf Erden und besonders in Betlehem,  Lateinamerika und Afghanistan, die in Kriegsgebieten leben müssen: Lenke die Herzen der Mächtigen zum Frieden und zur Versöhnung…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

2.       Für die Menschen unter uns, die einsam, verzweifelt und hoffnungslos sind, weil sie krank, unglücklich oder arbeitslos sind: lass sie Menschen finden, die sie trösten und aufrichten…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

3.       Für die Kinder und die Jugendlichen, deren Eltern sich getrennt haben, damit sie nicht Opfer der Auseinandersetzungen werden, die ihr Kinderparadies zerstören…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

 

4.       Für die Christen aller Bekenntnisse, die aus der Botschaft der heiligen Weihnacht leben und ihr Leben auf  Gott ausrichten …

Denn heute ist uns der Retter geboren!

5.       Für alle unsere Verstorbenen, die Opfer des Straßenverkehrs, besonders für die, mit denen wir in Liebe verbunden waren: Schenke ihnen ewiges Leben in deiner Nähe…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

Ewiger und unendlich großer Gott, höre unser Beten in dieser Nacht, die von deiner Geburt geheiligt ist. Denn in dir wissen wir alle unsere Sorgen und Anliegen, unsere Freude und unseren Dank aufgehoben. Der du mit dem Sohn und dem Hl. Geist lebst und liebst heute und in Ewigkeit. AMEN.

Byzantinische Hymnen zum Weihnachtsfest

Saturday, December 25th, 2010

Mach dich bereit, Betlehem! Für alle steht Eden wieder offen. Schmücke dich, Ephrata! Denn der Baum des Lebens sprosst in der Höhle aus der Jungfrau. Als geistiges Paradies erwies sich ihr Leib, darinnen die göttliche Frucht. Wenn wir von ihr essen, werden wir leben; wir werden nicht sterben wie Adam. Christus wird geboren, um das einst gefallene Bild wieder aufzurichten.

So sprach Josef zur Jungfrau: Maria, was für ein Anblick ist das, den ich sehe? Ich bin ratlos und stumm und erschrocken im Geiste! Trenne dich also bald von mir! Anstatt der Ehre hast Du mir Schande, anstatt der Freude Trauer, anstatt des Lobes Schmach gebracht! Ich ertrage nicht länger die Schmähung der Menschen. Als Unschuldige habe ich dich von den Priestern des Tempels in Empfang genommen, und was sehe ich nun?

Sage uns, Josef, wie führst du die Jungfrau nach Betlehem, die du an den Pforten des Heiligtums empfangen hast, da sie Mutter werden soll! – Nachdem ich die Propheten erforscht habe und durch einen Engel belehrt wurde, glaube ich, dass Maria auf unerklärliche Weise Gott zur Welt bringen wird.

Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken, das Wunder dieses Tages lasst uns künden: die Trennwand ist gefallen, das Flammenschwert zieht sich zurück, der Cherub gibt den Lebensbaum frei, und ich hab wieder Anteil an des Paradieses Seligkeit, wovon mein Ungehorsam einstens mich vertrieb. Denn das unwandelbare Bild des Vaters, das Abbild seiner Ewigkeit nimmt die Gestalt seiner Knechte an, geht hervor aus jungfräulicher Mutter, und erleidet dennoch keine Veränderung, denn was er war, ist er geblieben: der wahrhaftige Gott, und was er nicht war, hat er angenommen: Er ward Mensch aus Menschenliebe, so lasst uns zu ihm rufen: Geboren aus einer Jungfrau, Gott erbarme dich unser!

Himmel und Erde sollen sich heute prophetisch freuen, Engel und Menschen im Geiste zusammen feiern, denn Gott erschien im Fleische allen, die in Finsternis und Schatten saßen und ward aus einer Jungfrau geboren. Höhle und Krippe nahmen ihn auf, Hirten verkünden das Wunder… Uns aber lasst uns unwürdigen Mundes mit den Worten der Engel auch unser Lob darbringen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, denn gekommen ist die Sehnsucht der Völker, ja sie ist gekommen und hat uns errettet aus der Knechtschaft des Feindes.

4. Adventssonntag, Gremsdorf und Höchstadt, 19.12.2010

Sunday, December 19th, 2010

Jesaja 7,10-14; Ps 24,1-6; Römer 1,1-7; Matthäus 1,18-24

Liedvorschläge

115,4; 103;122,1; 530,8; 845; 434;435; Kommunion: 843,1-3; 112,4,5,6 ; 583,1+2

ERÖFFNUNG

Gnade und Friede von Gott unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, sei mit euch!

„Tautet ihr Himmel, von oben! Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten! Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Heiland hervor!“ (vgl. Jesaja 45,8) Das lateinische Anfangswort der Sehnsucht nach dem Kommen des Messias, lautet: „Rorate“… Von hier stammt auch die Bezeichnung der „Rorate- Messen“ im Advent.

KYRIE

Herr Jesus Christus, du bist das Zeichen, das Gott uns schenkt, dass er uns liebt. – 103
Du bist das Wort, auf das Verlass ist. – 103
Du bist der, der allen Menschen Gottes Heil bringt – 103  

HOMILIE

Mit so einem Meter arbeiten viele Berufe: vom Zimmermann bis zum Schreiner und Möbeltischler, Maurer, Architekten und Baumeister, ja sogar die Schnittwarenhändler und Verkäufer von Stoffen und das Schneiderhandwerk. Mittlerweile gibt es elektronische Messgeräte mit Laserstrahlen die in Bruchteilen der Sekunde einen Raum vermessen. Zurzeit Jesu umfasste das Zimmermannshandwerk sämtliche Berufe, die es mit Holz zu tun hatten: vom Zimmerer bis zum Schreiner und Möbeltischler. In unserer Kirche gibt es eine Joseffigur mit dem Winkelmaß. Damit konnte man Fenster, Türen und Tische im rechten Winkel herstellen und die Balken senk- und waagerecht anbringen. Dieses Handwerk hatte Jesus von seinem Pflege- und Ziehvater Josef erlernt. So heißt es von ihm auch an mehreren Stellen, dass er des Zimmermanns Sohn war. Gemeint ist damit natürlich die gesetzliche Vaterschaft, nicht die biologische.

Zu den wenig beachteten Gestalten des Advents gehört unbedingt auch der hl. Josef dazu. Er ist einer der wichtigsten Wegbereiter für die Menschwerdung des Gottessohnes, noch vor Johannes dem Täufer. Das sollte für ihn nicht ohne Probleme, Spannungen und inneren Kämpfen geschehen. Was muss sich wohl ein Mann denken, der eine Frau heiraten möchte, von der sich herausstellt, dass sie ein Kind erwartet, das nicht von ihm ist? „Die hat mir schon vor der Ehe die Treue nicht gehalten, die hat einen anderen und
liebt einen anderen. Bei der habe ich nichts mehr zu vermelden.“  Solche oder ähnliche Gedanken mögen durch seinen Kopf gehen.  Eine Eheschließung kann unter solchen Umständen nicht zustande kommen. Aber Josef liebt Maria wirklich. Er kann sich die Umstände ihrer Schwangerschaft nicht erklären, aber er möchte auch nicht, dass sie in üble Nachrede gerät. Und deshalb überlegt er sich in aller Stille von ihr zu trennen. Es wäre halt zu schön gewesen!  Wahre Liebe ist eben zu jedem Opfer bereit.

CIG bringt in dem Zusammenhang die Erzählung des norwegischen Schriftstellers Edvard Hoem. Seine Mutter hatte während des Krieges einen Deutschen Soldaten kennen gelernt, der aber verschwand und untertauchte, sobald sie ein Kind erwartete. Sein späterer Advoptivvater Knut trifft sie so in einer verzweifelten Situation. Der erbarmt sich der armen jungen Frau und ist bereit sie zu heiraten mit den Worten: „Ich kann sie doch nehmen!“ Es ist eine adventliche Geschichte von den Hoffnungen und Enttäuschungen liebender Menschen, die uns gut auf die Geschichte des heutigen 4. Adventssonntags einstimmt: „Mit der Geburt Jesu Christi war es so…“ 

Josef erfährt erst im Traum vom wahren Sachverhalt. Zuweilen tut  Gott, dass was er mit Menschen vorhat,  durch Träume kund. Und beim Evangelisten  Matthäus gibt es viele Engel die im Traum erscheinen und Weisungen Gottes erteilen. So auch bei der Flucht nach Ägypten und der Rückkehr nach Nazareth, so bei den  weisen Sterndeutern aus dem Morgenland. Deshalb ist der Engel das Erkennungszeichen für den Evangelisten Matthäus schlechthin geworden. Der Name, den der Engel nennt ist das Programm. „Jesus“ bedeutet: „der sein Volk von seinen Sünden erlösen“ wird. Und noch einen zweiter Name wird überliefert: Immanuel: „Gott ist mit uns.“   

Der Ausdruck taucht beim Propheten Jesaja auf im Zusammenhang mit der Haltung des ungläubigen Königs Achas. Worum ging es eigentlich? Im Jahre 734 überzog das Nordreich unter König Remalja das Südreich „Juda“ mit Krieg, verstärkt durch die Bündnistruppen der Aramäer unter König Rezin. Im Südreich regierte König Achas. Anbetracht der großen Bedrohung inspiziert er die Befestigungswerke der Stadt, zieht seine Truppen zusammen und sucht nach Verbündeten. Gott aber lässt ihn durch den Propheten Jesaja sagen, dass er allein auf ihn vertrauen solle,  denn die beiden anderen Könige werden Jerusalem nicht einnehmen und erobern können. Dafür ist Gott sogar bereit dem König ein Zeichen zu geben. Der aber vertraut mehr seiner eigenen Macht als der Gottes und weist aus Unglauben das Zeichen zurück. Trotzdem wird es ihm gegeben in der Geburt eines Kindes aus einer Jungfrau aus dem königlichen Hause. Der unter außergewöhnlichen Umständen geborene Knabe erhält den symbolträchtigen Namen: „Gott ist mit uns!“ (Immanuel) Jerusalem kommt tatsächlich davon und die beiden Könige müssen wieder abziehen. Aber, der zur Hilfe gerufene König Sanherib I. von Assur ergreift die Gelegenheit und verwüstet das ganze Land, sowohl das Nordreich, wie auch das Südreich Juda.

Im Römerbrief erfahren wir vom wahren Ursprung des Immanuel. Wohl ist er dem Fleische nach als Nachkomme Davids, aber dem Geiste nach als Sohn Gottes eingesetzt. Als solcher verfügt er über die gesamte Macht Gottes. Kraft derselben erfolgt auch seine Auferstehung.  

Psalm 24 thematisiert die Bedingungen, die die Wallfahrer erfüllen müssen, wenn sie durch die Tore der heiligen Stadt und des Tempels eintreten möchten. Dazu sind nicht nur reine Hände erforderlich, sondern auch ein lauteres Herz, das sich im Glauben zur Türe  öffnet,   und sich wie Josef nach der Ankunft des Herrn sehnt. AMEN.

A) Allgm. Gebet zum 4. Advent, Gremsdorf/Höchstadt, 19.12. 10

Wir bedenken die Gebetsanliegen heute im kurzen Schweigen.

Gott hat Josef einen Engel gesandt und ihm den Weg gewiesen. Bitten auch wir Gott, der den Menschen nahe ist:

1.- Um einen Engel der Ermutigung  für die Christen in Lateinamerika, damit sie durch unsere Adveniat – Spende Hilfe erfahren und neue Hoffnung schöpfen…(Kurze Stille!)
2.- Um einen Engel des Friedens für alle Völker und Staaten, die miteinander verfeindet sind, damit sie Wege der Versöhnung suchen…(Kurze Stille!)
3.- Um einen Engel der Kraft für alle Frauen und Männer, die von ihren Partnern verlassen worden sind, damit sie ihr Leben bewältigen können…(Kurze Stille!)
4.- Um einen Engel des guten Rates für alle Menschen, die vor schwierigen Entscheidungen stehen, damit sie die richtige Wahl treffen…(Kurze Stille!)
5. – Um einen Engel des Trostes für die Kranken, Trauernden und Verzweifelten, damit sie dein Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens sehen…(Kurze Stille!)
6. – Um einen Engel des Lebens für unsere Verstorbenen, damit sie ewige Freude und Erfüllung finden… (Kurze Stille!)

Gott, in deinen Engeln zeigst du uns immer wieder, wie sehr du uns liebst. Du bist der GOTT MIT UNS in Christus, unserem Bruder und Herrn. AMEN.

E-Mail 19.12.2010

Sunday, December 19th, 2010

Liebe Freunde,

zunächst möchte ich Ihnen(Euch) unser Weihnachtsrätsel vorführen, das dies Jahr aus drei Fragen besteht:

1. Welches von den 4  Evangelien ist am längsten bzw. hat den meisten Text?
2. Wie viel älter ist Johannes der Täufer und aus welchen Schriftstellen geht dies hervor?
3. Wer war der erste Märtyrer des Neuen Bundes: Stephanus oder Johannes der Täufer oder Jakobus der Ältere? Aus welchen Schriftstellen ersehen wir dies?

Mit dem 17. Dezember, also am letzten Freitag begann der II. Teil des Advents, der unmittelbaren Vorbereitung auf das Kommen des Herrn. Der I. Teil wollte die Sehnsucht nach seiner Wiederkunft am Ende der Zeiten wecken.

Das besondere des zweiten Teils des Advents sind nicht nur intensiv und schön gestaltete Messgebete und Lesungen, sondern vor allem die großen O- Antiphonen. Was ist eine Antiphon überhaupt? Es ist die Zusammenfassung eines Psalms oder einer Schriftlesung in wenigen Stichworten, die das Wesentliche enthalten und aussagen. Es gibt insgesamt 7 solcher großer d.h. längerer Antiphonen. In voller Länge kommen sie aber nur in der Vesper nach dem Magnifikat vor. In der hl. Messe bringen die Hallelujaverse jeweils eine kürzere Variante, vermutlich wegen des Singens. Das Gotteslob Nr. 772 verbindet die O- Antiphonen mit einer meditativen Andacht an. „O“- heißen sie, weil sie zum Zeichen der Sehnsucht mit diesem Ausruf beginnen, sowohl im Lateinischen als auch im Deutschen. Die einzelnen Antiphonen sind demnach:
1. „O SAPIENTIA – O WEISHEIT(17. Dezember), hervorgegangen aus Gottes Mund, mächtig wirkst du in aller Welt, und freundlich ordnest

du alles. Komm, o Herr, und lehre uns den Weg der Einsicht.“ –  Für uns Christen ist die Weisheit Jesus Christus selbst. Im Alten Bund wird sie zunächst als besondere Eigenschaft Gottes beschrieben. Die 7 Lehrbücher werden insgesamt als Weisheitsliteratur bezeichnet. (Ijob, Psalmen, Sprichwörter, Kohelet, Hohelied, Weisheit, Jesus Sirach)

2. „O ADONAI   – O HERR(18. Dezember) und Fürst des Hauses Israel, du bist dem Mose erschienen in der Flamme des Dornbuschs und gabst  ihm das Gesetz am Sinai. Komm, o Herr, und erlöse uns mit starkem Arm.“ –  Adonai war eine Umschreibung des Namens Gottes, der anstelle des unaussprechbaren JAHWES  verwendet werden durfte. Es geht hier in der Antiphon, um die Gottesbegegnung, die uns der Dornbusch des Neuen Bundes ermöglicht.

3. „O RADIX JESSE – O WURZEL JESSE, (19. Dezember) gesetzt zum Zeichen  für die Völker. Vor dir verstummen die Mächtigen, dich rufen die Völker. Komm, o Herr, und erlöse uns; zögere nicht länger.“ – Damit ist schon der menschliche Stammbaum des Erlösers angedeutet. Denn „Jesse“ oder „Isai“ war der Vater des Königs Davids, aus dessen Geschlecht der Messias geboren wird. Die Wurzel ist ein wunderschönes Symbol für den Advent überhaupt. Sie sollte jetzt anstelle der Blumen im Advent treten. Denn der Advent ist eine Zeit der Buße und der Erwartung.  Werden wir uns der Wurzel unseres Glaubens bewusst. Sie reicht tief  bis in den Alten Bund hinein.

4. „O CLAVIS DAVID – O SCHLÜSSEL DAVIDS(20. Dezember) und Zepter des Hauses Israel. Du öffnest und niemand schließt, du

schließest und niemand öffnet. Komm, o Herr, befreie aus dem Kerker den Gefangenen, der da sitzt in Finsternis und im Schatten des Todes.“ –  Zur Zeit der Könige gab es in Jerusalem für deren Palast ein ausgeklügeltes Schlüsselsystem, um die Tore zu schließen und zu öffnen. Dazu gehörte ein Riesenschlüssel aus Holz, der ung. 1- 1/2 m groß war. Der Schließer trug ihn stets auf seiner Schulter, so oft er seinen Dienst versah. Bei seiner Einstellung wurde ihm dieser Schlüssel feierlich überreicht. Wir wissen, wer für uns der ist, der den Zugang zu Gott öffnet und schließt.

5. „O  ORIENS – O AUFGANG(21. Dezember), Glanz des ewigen Lichtes, du Sonne der Gerechtigkeit. Komm, o Herr, und erleuchte uns,

die wir sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes.“  –  Schon die Urkirche hat das Bild der aufgehenden Sonne, des neuen Tages  auf die Auferstehung des Herrn gedeutet, orto iam sole – als soeben die Sonne aufgegangen war.

6. „O REX GENTIUM – O KÖNIG DER VÖLKER(22. Dezember), den sie alle ersehnen . Du Eckstein, der das Getrennte eint. Komm, o Herr, und befreie den Menschen, den du aus Erde geschaffen hast.“ – Schon die Propheten mit Jesaja und Daniel haben eine Zeit verheißen, in der sich alle Völker zu dem einen Gott bekehren und bekennen werden. Der Eckstein ist ein beliebter Vergleich im Neuen Bund für den Erlöser. Er ist bereit den Menschen zu erlösen, den er geschaffen hat. Hier klingt auch das Motiv der Schöpfung und der Neuschöpfung in der Erlösung an.

7. „ O IMMANUEL – O GOTT MIT UNS. (23. Dezember) Du König und Lehrer, du Sehnsucht der Völker und ihr Heiland. Komm, o Herr, und

erlöse uns, Herr, unser Gott.“  – Es ist das erhabene Bild des Propheten Jesaja 8,8-10 und 9,1-6, das ausklingt in den Eröffnung- Gesang der Weihnachtsmesse: „Denn uns wurde ein Kind geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende.“  Im „PUER NATUS“ erklingt bereits die Ouvertüre zur Geburt Christi.

Wer möchte gerne einen Beitrag für Weihnachten liefern, sei es eine Meditation oder eine Predigt?

Auf jeden Fall wünsche Ich Euch(Ihnen) viel Freude beim Schmöckern mit dem Weihnachtsrätsel. Somit wünsche ich Ihnen(Euch) einen gesegneten und besinndlichen 4. Advent bis demnächst

Ihr(Euer) Internetpfarrer Egmont Franz Topits

Festprogramm Orzydorfer Treffen 2011

Monday, December 13th, 2010

E i n l a d u n g
zum
21. Orzydorfer Treffen
am 11. Juni 2011
in Nürnberg
Kleiner Saal der Meistersingerhalle

 

Festprogramm

13:00 Uhr

Saaleröffnung

15:00 Uhr

Festgottesdienst

16:00 Uhr

Aufmarsch der Trachtenpaare, Straußversteigerung, Kassenbericht, Neuwahl des Vorstandes, Tombola, Ausstellungen, usw.

Musik: Orig. Stauferland Echo mit Hans Ortmann und Helmuth Keller

17:00 Uhr

Allgemeine Unterhaltung

18:00 Uhr

Abendessen möglich

19:00 Uhr

Tanzunterhaltung

 

Eintrittspreise: Erwachsene € 10,-
Jugendliche von 14-18 Jahren, Schüler und Studenten € 5,-

Bei der Anreise mit dem Auto beachten Sie bitte die Hinweisschilder „Meistersingerhalle/Messe“.

Zimmerbestellungen über: Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg, Postfach 4248, 90022 Nürnberg, schriftlich oder per Fax 0911/2336-166, Rückfragen möglich unter Tel. 0911/2336-121 bzw. 122.

Weihnachtsbrief 2010

Monday, December 13th, 2010

Liebe Orzydorfer,

der Vorstand unserer HOG blickt auf ein relativ ruhiges Jahr zurück.

Wie in der Banater Post vom 20. Mai zu lesen war, reparierten Georg Kierer und Karl Scheible mit Helfern aus Orzydorf und enormem persönlichen Einsatz den Grabstein des ersten Orzydorfers Fideli Teufel. Dieser sieht nun aus wie neu und wurde von Pfarrer Petru Velciov gesegnet.

Während dieser arbeitsreichen Tage stellten unsere Vorstandsmitglieder fest, dass die Grabsteine und Grababdeckungen der meisten noch erkennbaren Gräber in einem sehr schlechten Zustand sind. Der Beton der Abdeckplatten bröckelt und Ecken und Kanten der Grabsteine brechen ab. Was ist zu tun? Lassen wir alles weiter verfallen oder geben wir die Grabstellen frei für die nun in Orzydorf lebende Bevölkerung? Diese hat immer mehr Platzbedarf, zumal auf dem Gelände auch eine neue Leichenhalle gebaut werden soll. Der Vorstand befasst sich schon seit einigen Jahren mit dem Plan auf dem Friedhof ein Denkmal aufzustellen, zum Gedenken an alle dort verstorbenen Landsleute. Nun stellen wir zur Diskussion: sollen die Grabstellen wieder renoviert werden oder geben wir die Plätze frei und stellen recht bald ein Denkmal auf dem Friedhof auf? Bitte gebt Eure Meinung an den Vorstand weiter (Karl Scheible, Tel. 06806/78603). Dann können wir uns gemeinsam neue Schritte überlegen.

Nun wollen wir aber schon vorausschauen auf das nächste Jahr. Mit beiliegendem Festprogramm laden wir Euch, liebe Landsleute, ganz herzlich zum nächsten “Orzydorfer Treffen” am 11. Juni 2011 nach Nürnberg in die Meistersingerhalle ein. Wir haben wieder ein vielfältiges Programm für Sie zusammengestellt und hoffen, Sie damit begeistern zu können. Zusätzlich wollen wir unsere Bäckerinnen bitten, ihre alten Rezepte aus der Schublade zu holen und wie früher, z.B. bei Hochzeiten, leckere Kuchen und Torten zu backen, die wir dann beim Treffen für ein geringes Entgelt verkaufen wollen. Bitte meldet Euch bei Karin Ortmann (Tel. 0911/713525 oder karin@ortmann-net.de), damit wir einen Überblick bekommen, wer was bäckt.

2009 hatten wir recht viele Trachtenpaare. Es wäre schön, wenn alle wieder mitmachen würden und noch ein paar Mutige dazukommen würden. Bitte meldet Euch bei Elisabeth Rodenkirchen (Tel. 07822/30417).

Der Vorstand würde sich über eine rege Teilnahme am “Orzydorfer Treffen” sehr freuen. Erstens geben wir uns alle Mühe ein schönes Fest aus diesem Tag zu machen, zum Anderen werden wir immer weniger Landsleute, die die alte Heimat noch intensiv erlebt haben. Deshalb ist ein solches Treffen eine gute Plattform um sich wieder zu sehen und alte Erinnerungen und neue Erfahrungen auszutauschen.

Folgende Nachrichten aus den Familien dürfen wir weitergeben:

Wir gratulieren den Eltern Melissa (geb. Maringer) und Christopher Koulouris zur Geburt Ihrer Tochter Julianne Christine, Bettina und Christian Eipert zur Geburt ihres Sohnes Maximilian in Augsburg, Adriana und Robert Lugosi zur Geburt Ihres Sohnes Philip in Filderstadt und Henriette (Hager) und Rolf Öhrler in Heilbronn. Den jungen Erdenbürgern wünschen wir Gesundheit und ein langes, erfülltes und glückliches Leben.

Wir trauern um unsere Toten: Nikolaus Leitmann in Bammental, Elisabeth Gavora, geb. Jakob in Erlangen, Anna Kierer, geb. Klemann in Homburg, Barbara Ruppert, geb. Schmidt in Waldkraiburg, Nikolaus Scheible in Kirkel, Michael Till in Saarbrücken, Mathias Borner in Rastatt, Elisabeth Penzer, geb. Franz in Burghausen, Dietmar Webler in Nürnberg, Katharina Leichnam, geb. Scheidt in Saarbrücken, Hermine Wuchner, geb. Blesz in Villingen, Magdalena Bonaschu, geb. Leichnam in Gemünden-Wohra, Johann Rump in Neunkirchen, Martin Hepp sen. in Bochum, Nikolaus Leichnam in Regensburg, Nikolaus Balthasar in Rastatt, Elisabeth Kierer, geb. Blau in Schweinfurt, Barbara Wilhelm, geb. Martini in Heilbronn, Martin Hepp jun. in Bochum, Margarethe Geiß, geb. Bless in Nürnberg, Erich Kruschinski in Marl, Elisabeth Schuld, geb. Seifert in Homburg, Elisabeth Eipert, geb. Deschu in Augsburg, Barbara Ponoran, geb. Roch in Orzydorf, Eva Klemens, geb. Heinrich in Schmidmühlen, Katharina Jost, geb. Reiter in Gießen. Den Hinterbliebenen sprechen wir unsere tief empfundene Anteilnahme aus.

Bitte teilen Sie alle Nachrichten aus ihren Familien Elisabeth Rodenkirchen mit (Tel. 07822/30417 oder e.rodenkirchen@t-online.de). Wir können nur die Geburtstage und Ereignisse, die wir tatsächlich kennen in der Banater Post veröffentlichen lassen bzw. Geburtstags-, Glückwunsch- und Beileidskarten verschicken.

Wenn Sie noch ein passendes Weihnachtsgeschenk suchen, unser „Orzydorfer Friedhofsbuch“ kann bei Eduard Ortmann (0911/713525) bestellt werden.

Bitte überweisen Sie mit beigefügtem Zahlschein den Jahresbeitrag in Höhe von 15,- € pro Person. Nur so kann der Vorstand, der seine Aufgaben ehrenamtlich tätigt, die vielfältigen Arbeiten, vor allem die Organisation des Orzydorfer Treffens 2011, bewältigen.

Der Vorstand der HOG Orzydorf wünscht Ihnen, liebe Landsleute, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2011! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten “Orzydorfer Treffen”!

Der Vorstand der HOG Orzydorf

3. Adventssonntag „Gaudete“ , Gremsdorf, 12.12. 2010

Sunday, December 12th, 2010

Philipper 4,4-5; Jesaja 25,1-10; Psalm  146,6-10; Jakobus 5,7-10; Matthäus  11,2-11 

Liedvorschläge: 115,3; 103; 118,5; 530,6; 843; 438;439; 845(Diözesananhang! „Freut euch im Herrn, denn er ist nah“) Dankgesang: 112,1-3; 577,3+4 

INTROITUS Gaudete – Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe.  

PREDIGT Entlang der Aisch sieht man an vielen Stellen Schilfrohr stehen. Auf meinem Weg hierher und dann vor allem vor Uehlfeld und Neustadt gibt es größere Bestände an Rohrpflanzungen. So ein Schilfrohr ist sehr geschmeidig und biegsam. Es neigt sich im Wind und kann nur so überleben, das es  nach allen Seiten hin nachgibt. Die Anpassungsfähigkeit lässt jedoch in dem Grad nach, in dem es trocknet. Gewiss tut man dem Schilfrohr unrecht, aber gerade dieses Nachgeben nimmt man zum Anlass es mit einem charakterlosen Menschen zu vergleichen, der seine Fahne in den Wind steckt, keine Grundsätze kennt und jedem Recht gibt.  

Johannes der Täufer war nicht von der Art. Das bestätigt ihm Jesus in seiner Rede, nach dem die Jünger des Johannes ihn aufgesucht hatten. „Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?“ –  Der Wüstenprediger steht voller Sendungsbewusstsein in dem Felsen eingeschnittenen Jordantal und predigt Buße und Umkehr. Er nimmt sich kein Blatt vor dem Mund und hält mit seiner Kritik auch vor den Mächtigen seiner Zeit nicht zurück. Solange man noch über den „komischen Kautz“ lachen und sich lustig machen konnte, der ein Gewand aus Kamelhaaren trägt und Heuschrecken isst,  ließ man ihn großzügig gewähren. Aber recht bald hatte er Anhänger um sich geschart, die seine Anschauungen teilten und gegen den sittenlosen Lebensstil des Königs Herodes protestierten. Mit jedem Tag wurde Johannes für die Herrschenden gefährlicher. Sie verhafteten ihn kurzerhand und setzten ihn in das Gefängnis der Wüstenfestung Machärus. Mag er noch aufrechten Ganges ins Gefängnis gegangen sein, so folgte nun die schwierigste Zeit seines jungen Lebens. Denn die Verließe der Burg lagen tief. Kein Tageslicht drang bis hierher und kein Schrei von hier nach Außen. Gefesselt und gefoltert, nur spärlich mit Nahrung versorgt, gerät der Mensch in eine Extremsituation. Seine Jünger durften ihn von Zeit zu Zeit besuchen. Und was sie ihm vom Auftreten Jesu berichteten, das stimmte so gar nicht mit den harten Bandagen seiner Gerichtspredigt überein. Ein sanfter Messias, der das geknickte Rohr nicht zerbricht, sondern aufrichtet,  der nicht kämpft und  der keine Truppen zusammenstellt. Johannes sieht das Feuer nicht, das er verkündigt und erwartet hatte. Und er hört auch nicht die Axt, die alles Faulende ausrotten sollte.  Und da kommen ihm Zweifel. Er zweifelt an seinem Retter und Heiland. In Freiheit hätte er das noch ertragen oder sich mit Jesus aussprechen können. Aber hier im Gefängnis kann er nichts mehr tun. Immer drängender erhob sich in ihm die Frage: „War denn mein ganzes Wirken umsonst? Leide ich vergeblich? Bist Du es überhaupt, der da kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ Keiner kann sich das Wort, das ihn erlöst und befreit selber zusprechen. Auch Johannes konnte dies nicht. Auch er brauchte einen größeren dazu. Wer so voller Zweifel ist, kann nichts mehr aus eigener Kraft tun.  Jesus antwortet ihm mit den Worten des Propheten Jesaja: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Taube hören, Stumme reden wieder.“ Dem fügt er noch hinzu: Tote stehen wieder auf, und den Armen wird das Evangelium, die gute Nachricht verkündet. Und dann kommt sein ganz persönliches Wort an Johannes: „Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“  

Damit ist durchaus auch unsere eigene Lage als gläubige Christen in einer säkularisierten Umwelt geschildert. Auch unser Glaube ist angefochten und auch wir hegen unsere Zweifel. Ob sich das alles lohnt, ob die Hoffnung trägt, die Liebe siegt? Ob es mit dem Flaggschiff der Kirche noch stimmt?   Mit Jesu Hilfe jedoch können auch wir die Zweifel überschreiten.  

Es geht auch darum, solche Zweifel aushalten zu können und nicht vorschnell den Glauben aufgeben. Der Advent ist eine Zeit des Wartens. Das erfordert Geduld, wie sie der Landwirt aufbringt, indem er auf die Ernte wartet. Das ist für uns umso schwieriger, weil der Zeitgeist sofortige Befriedigung aller Wünsche erheischt. Es ist die Mentalität: „Ich will alles und zwar sofort!“  

Hilfreich sind uns dagegen die Gebete, Lieder  und Gebräuche des Advents. Deshalb ist es wichtig, dass es eine Vorbereitungszeit vor den Festtagen gibt, eine Zeit der Wüste, die die Sehnsucht und die Vor- Freude weckt.  Der dritte Adventssonntag ist der Sonntag der Freude im Advent – „Gaudete“.  

In einem Kalender stand in diesen Tagen der Spruch: „Das schönste Geschenk der Seele für den Menschen ist die Fähigkeit zur Freude.“ das ist recht bedenkenswert besonders in einer Zeit, die von Hektik und Geschenkrummel überquillt. Er sagt uns auch, dass es Geschenke gibt, die wertvoller sind als Silber und Gold und nicht mit Geld zu bezahlen sind. „Denn Gott hält uns ewig die Treue!“  (Psalm 146,6)  

A) 3. Adventssonntag, Gremsdorf , 12.12.2010 Allgemeines Gebet der Gläubigen Auf die einzelnen Gebetsanliegen antworten wir mit: Komm und erlöse sie!  

Gott hat uns seinen Beistand zugesagt. Er ist in unserer Mitte. Deshalb lasst uns beten:  

1.- Für die Christen, die sich in diesen Tagen auf den Herrn und seine Freude besinnen…ALLE: Komm und erlöse sie!  

2.- Für die Schwankenden und für alle vom Leben Enttäuschten, die nach Halt und Sinn suchen… ALLE: Komm und erlöse sie!  

3. – Für alle die alt, krank, einsam oder unglücklich sind und die einen Wegweiser brauchen…ALLE: Komm und erlöse sie!  

4.- Für unsere Verstorbenen, die in der Hoffnung auf die  ewige Freude, von uns gegangen sind…ALLE: Komm und erlöse sie!  

Gott, von deiner Herrlichkeit und Schönheit singt die ganze Schöpfung. Wir haben deine Güte erkannt in Jesus, den du zum Heil der Welt gesandt hast. Durch ihn sagen wir dir Dank und preisen dich, heute, allezeit und in Ewigkeit. AMEN.

E-Mail 12.12.2010

Sunday, December 12th, 2010

Liebe Freunde,  

mit den Fotos von Jordan und der Festung Machärus, wo Johannes der Täufer unweit des Jordans und des Toten Meeres, festgehalten wurde, einige Gedanken zum Dritten Adventssonntag. Er ist der Sonntag der Freude im Advent: “Gaudete”: Freuet euch… Er entstand wohl in Analogie zum 4. Fastensonntag:“Laetare”. An diesen beiden Sonntagen tragen Priester und Ministranten, soweit vorrätig, rosafarbene Messgewänder.Zum Advent gehören auch die weithin in Vergessenheit geratenen Quatembertage. Darunter versteht man im Allgemeinen besondere Bußtage, die an den Wochentagen: Mittwoch, Freitag und Samstag stattfinden und zwar in vier Wochen des Jahres. Ursprünglich waren es die beginnenden Wochen der 4 Jahreszeiten. Seit dem 8. Jh. bezeichnet man sie in Rom als „Quattuor tempora“ (= vier Jahreszeiten) An diesen Tagen könnte oder sollte gefastet bzw. ein Bußwerk erbracht werden und sie sollten sich durch intensiveres Gebet auszeichnen, nicht zuletzt anbetracht einer öffentlichen Notlage, wie weltweite Gegenwartsprobleme des Friedens, der Gerechtigkeit und des Hungers. Die Neuordnung der „Quatembertage“, die in früheren Zeiten recht bekannt waren, bestimmt im Geltungsbereich des Deutschen Sprachraumes, mit Ausnahme der Schweiz, das sie jeweils in der ersten Advents- und Fastenwoche stattfinden, wie auch in der Woche vor Pfingsten und in der ersten Oktoberwoche. Das deutschsprachige Messbuch sieht für diese 4 Wochen des Jahres auch eigene Votivmessen vor. (Für den Advent MB II 265) und als Thematik „Sorge für die unterentwickelten Völker, was der bei uns alljährlichen Adveniataktion vor Weihnachten  entspricht. 

Mit dem Wunsch nach Erfüllung einer kleinen Freude, grüßt Sie(Euch) Ihr(Euer)Internetpfarrer Topits

Zweite Adventssonntag, Gremsdorf/ NEA, 5. Dezember 2010

Sunday, December 5th, 2010

Jesaja 11,1-10; Ps 72,1-17; Römer 15,4-9; Matthäus 3,1-12Lieder: 115,2; 152,1 530,2; 105; 491;492; 116,1-3 + 106,1-3; 577,1+2 

Mit das schönste was Tilmann Riemenschneider geschaffen hat, dürfte sein „Johannes der Täufer“ sein, der in der Pfarrkirche St. Kilian in Haßfurt steht. Die Schnitzarbeit fällt in die erste Schaffensperiode des Künstlers 1490, als er noch sehr viel dreidimensional mit vollständiger Plastik arbeitete. Weil seine Werke  so schön ausgearbeitet waren, brauchte man sie erstmals nicht farblich fassen. Das Holz konnte Natur belassen bleiben. Das besondere an dem Johannes sind viererlei Haare. Da sind zunächst die wild gelockten Kopfhaare des Täufers. Ein Mensch, der in der Wüste lebt, kann nicht ständig zum Friseur gehen und hat auch keine Möglichkeit seine Haare zu pflegen. Wieder anders geschnitzt sind die Barthaare. Sie sehen aus wie Wurzel, die sich um das Gesicht ranken. Meisterhaft unterscheiden sich davon die herabwallenden Kamelhaare seines Gewandes. Man spürt förmlich die Wärme, die von ihnen ausgeht. Am kunstvollsten hat Riemenschneider jedoch die Wollhaare des Lammes gestaltet. Denn das ist für ihn das Wichtigste. Das verstärkt er noch mit der Arm und Handbewegung und dem Zeigefinger, der auf das Lamm gerichtet ist: „Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt“! Darauf weist auch der Faltenwurf hin.  

Vom Lamm ist auch beim Propheten Jesaja die Rede. Es braucht keine Angst mehr zu haben vor dem Wolf. Der Panther liegt beim Böcklein, Kalb und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen bei einander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Die Tiere leben nun versöhnt und friedlich auf dem heiligen Berg Gottes.  Es ist eine idyllische Fabel, die es sonst in der Natur nicht gibt. Da ist es doch natürlich, dass das Lamm vom Wolf gerissen, dass das  Böcklein vom Panther, das Rind vom Löwen, und das Kalb von der Bärin und das Rind  vom Löwen gefressen wird. Gemeint könnten damit die Menschen sein, die sich endlich verstehen und aussöhnen. Aber das ist eine Zielvorgabe. Unsere Wirklichkeit hier in diesem Leben sieht anders aus. Sie gleicht eher dem rauen Auftreten des Täufers.  

Mit seiner Bußpredigt und seiner einfachen Lebensweise, bereitet er dem Messias-Erlöser den Weg. In diesen Tagen waren sämtliche Räumfahrzeuge unterwegs, um die Straßen von dem reichlichen Schneebefall einigermaßen befahrbar und begehbar zu machen. So manche Schneeverwehung musste abgetragen und so manche glatte Stelle bestreut werden. Sind wir nicht alle solche Wegbereiter. Johannes Paul II. schrieb mal: „Jeder Mensch ist ein Weg zu Gott!“ Auf was muss ein Wegbereiter achten? Er muss selber festen Boden unter seinem Fahrzeug haben. Außerdem braucht er den Splitt oder Salz zum Streuen. Das heißt: Er muss von seiner Botschaft überzeugt sein, so radikal wie es Johannes der Täufer war. Außerdem darf er vor Hindernissen nicht zurückschrecken und vor allem muss er durchhalten. Nicht selten stößt er auf das Wurzelwerk eines Baumes, der unter der Schneelast umgekippt und gestürzt ist. Dann muss die Axt her, manchmal die Worfschaufel. Vom Bild des Baumes mit den Früchten geht Johannes zur Getreideernte über. Das Körner- und Strohgemisch musste nach dem Ausschlagen auf der Tenne hoch geworfen werden. Die schweren Körner vielen wieder zu Boden, während die leichte Spreu davon flog und verbrannt werden musste.  

Zu all dem braucht man viel Geduld. Unser Gott ist ein Gott der Geduld und des Trostes. Beides können wir aus den heiligen Schriften lernen. Es gilt reichlich aus ihnen zu schöpfen. Es war eine der Hauptintentionen des Zweiten Vatikanischen Konzils den Tisch des Wortes in der hl. Messe reichlicher zu decken. „Alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch den Trost der Schrift neue Hoffnung haben.“ (Römer 15,4-9)  Der hl. Vater betont in seinem letzten Rundschreiben „Verbum Domini“ über die Schönheit der Verkündigung vom November nochmals eigens die Bedeutsamkeit und die Wichtigkeit der AT- lichen Lesung. „Die Wurzel des Christentums liegt im AT“   Im Mittelpunkt des Schreibens steht die Liturgie als bevorzugter Ort des Wortes Gottes. Erneut fordert Benedikt XVI. eine größere Sorgfalt bei der Verkündigung desselben. Auch setzt er sich erneut für das Singen und Beten der Psalmen ein.   Wegbereiter könnten auch wir sein, indem wir ein Wort der Schriftlesung in uns aufnehmen und in unser Leben umsetzen. Hilfreich könnte uns dabei der messianische Psalm des heutigen Sonntags sein:  „Seht unser König kommt. Er bringt seinen Volk den Frieden.“  

A) 2. Adventssonntag, Gremsdorf/NEA, 5. 12. 2010 Allgemeines Gebet der Gläubigen:Unser Herr und Gott entscheidet für die Armen und Hilfslosen, wie es recht ist. Deshalb wagen auch wir es ihm unsere Anliegen vorzubringen:  

 

1. Für die heilige Kirche und alle Christen, dass Glaube, Hoffnung und Liebe in diesen Tagen wachsen…ALLE: Herr, unser Gott, erhöre uns! 

2. Um den Frieden in der Welt, besonders zwischen Nord- und Südkorea, wie auch an weiteren Krisenpunkten unserer Zeit…ALLE: Herr, unser Gott, erhöre uns! 

3. Für die Kommunion-Kinder unserer Pfarrgemeinde, die letzte Woche erstmals gebeichtet haben…ALLE: Herr, unser Gott, erhöre uns! 

4. Für die Opfer des Waldbrandes im Heiligen Land…ALLE: Herr, unser Gott, erhöre uns! 

5. Um ein mildes Gericht für unsere Verstorbenen, deren wir heute besonders gedenken…ALLE: Herr, unser Gott, erhöre uns! 

So haben wir durch das Zeugnis der Schriften Trost und Hoffnung. Dafür danken wir dir durch Christus unseren Herrn. AMEN.