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Archive für 19.12.2010
4. Adventssonntag, Gremsdorf und Höchstadt, 19.12.2010
19.12.2010 von eduard.
Jesaja 7,10-14; Ps 24,1-6; Römer 1,1-7; Matthäus 1,18-24
Liedvorschläge
115,4; 103;122,1; 530,8; 845; 434;435; Kommunion: 843,1-3; 112,4,5,6 ; 583,1+2
ERÖFFNUNG
Gnade und Friede von Gott unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, sei mit euch!
„Tautet ihr Himmel, von oben! Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten! Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Heiland hervor!“ (vgl. Jesaja 45,8) Das lateinische Anfangswort der Sehnsucht nach dem Kommen des Messias, lautet: „Rorate“… Von hier stammt auch die Bezeichnung der „Rorate- Messen“ im Advent.
KYRIE
Herr Jesus Christus, du bist das Zeichen, das Gott uns schenkt, dass er uns liebt. - 103
Du bist das Wort, auf das Verlass ist. - 103
Du bist der, der allen Menschen Gottes Heil bringt - 103
HOMILIE
Mit so einem Meter arbeiten viele Berufe: vom Zimmermann bis zum Schreiner und Möbeltischler, Maurer, Architekten und Baumeister, ja sogar die Schnittwarenhändler und Verkäufer von Stoffen und das Schneiderhandwerk. Mittlerweile gibt es elektronische Messgeräte mit Laserstrahlen die in Bruchteilen der Sekunde einen Raum vermessen. Zurzeit Jesu umfasste das Zimmermannshandwerk sämtliche Berufe, die es mit Holz zu tun hatten: vom Zimmerer bis zum Schreiner und Möbeltischler. In unserer Kirche gibt es eine Joseffigur mit dem Winkelmaß. Damit konnte man Fenster, Türen und Tische im rechten Winkel herstellen und die Balken senk- und waagerecht anbringen. Dieses Handwerk hatte Jesus von seinem Pflege- und Ziehvater Josef erlernt. So heißt es von ihm auch an mehreren Stellen, dass er des Zimmermanns Sohn war. Gemeint ist damit natürlich die gesetzliche Vaterschaft, nicht die biologische.
Zu den wenig beachteten Gestalten des Advents gehört unbedingt auch der hl. Josef dazu. Er ist einer der wichtigsten Wegbereiter für die Menschwerdung des Gottessohnes, noch vor Johannes dem Täufer. Das sollte für ihn nicht ohne Probleme, Spannungen und inneren Kämpfen geschehen. Was muss sich wohl ein Mann denken, der eine Frau heiraten möchte, von der sich herausstellt, dass sie ein Kind erwartet, das nicht von ihm ist? „Die hat mir schon vor der Ehe die Treue nicht gehalten, die hat einen anderen und
liebt einen anderen. Bei der habe ich nichts mehr zu vermelden.“ Solche oder ähnliche Gedanken mögen durch seinen Kopf gehen. Eine Eheschließung kann unter solchen Umständen nicht zustande kommen. Aber Josef liebt Maria wirklich. Er kann sich die Umstände ihrer Schwangerschaft nicht erklären, aber er möchte auch nicht, dass sie in üble Nachrede gerät. Und deshalb überlegt er sich in aller Stille von ihr zu trennen. Es wäre halt zu schön gewesen! Wahre Liebe ist eben zu jedem Opfer bereit.
CIG bringt in dem Zusammenhang die Erzählung des norwegischen Schriftstellers Edvard Hoem. Seine Mutter hatte während des Krieges einen Deutschen Soldaten kennen gelernt, der aber verschwand und untertauchte, sobald sie ein Kind erwartete. Sein späterer Advoptivvater Knut trifft sie so in einer verzweifelten Situation. Der erbarmt sich der armen jungen Frau und ist bereit sie zu heiraten mit den Worten: „Ich kann sie doch nehmen!“ Es ist eine adventliche Geschichte von den Hoffnungen und Enttäuschungen liebender Menschen, die uns gut auf die Geschichte des heutigen 4. Adventssonntags einstimmt: „Mit der Geburt Jesu Christi war es so…“
Josef erfährt erst im Traum vom wahren Sachverhalt. Zuweilen tut Gott, dass was er mit Menschen vorhat, durch Träume kund. Und beim Evangelisten Matthäus gibt es viele Engel die im Traum erscheinen und Weisungen Gottes erteilen. So auch bei der Flucht nach Ägypten und der Rückkehr nach Nazareth, so bei den weisen Sterndeutern aus dem Morgenland. Deshalb ist der Engel das Erkennungszeichen für den Evangelisten Matthäus schlechthin geworden. Der Name, den der Engel nennt ist das Programm. „Jesus“ bedeutet: „der sein Volk von seinen Sünden erlösen“ wird. Und noch einen zweiter Name wird überliefert: Immanuel: „Gott ist mit uns.“
Der Ausdruck taucht beim Propheten Jesaja auf im Zusammenhang mit der Haltung des ungläubigen Königs Achas. Worum ging es eigentlich? Im Jahre 734 überzog das Nordreich unter König Remalja das Südreich „Juda“ mit Krieg, verstärkt durch die Bündnistruppen der Aramäer unter König Rezin. Im Südreich regierte König Achas. Anbetracht der großen Bedrohung inspiziert er die Befestigungswerke der Stadt, zieht seine Truppen zusammen und sucht nach Verbündeten. Gott aber lässt ihn durch den Propheten Jesaja sagen, dass er allein auf ihn vertrauen solle, denn die beiden anderen Könige werden Jerusalem nicht einnehmen und erobern können. Dafür ist Gott sogar bereit dem König ein Zeichen zu geben. Der aber vertraut mehr seiner eigenen Macht als der Gottes und weist aus Unglauben das Zeichen zurück. Trotzdem wird es ihm gegeben in der Geburt eines Kindes aus einer Jungfrau aus dem königlichen Hause. Der unter außergewöhnlichen Umständen geborene Knabe erhält den symbolträchtigen Namen: „Gott ist mit uns!“ (Immanuel) Jerusalem kommt tatsächlich davon und die beiden Könige müssen wieder abziehen. Aber, der zur Hilfe gerufene König Sanherib I. von Assur ergreift die Gelegenheit und verwüstet das ganze Land, sowohl das Nordreich, wie auch das Südreich Juda.
Im Römerbrief erfahren wir vom wahren Ursprung des Immanuel. Wohl ist er dem Fleische nach als Nachkomme Davids, aber dem Geiste nach als Sohn Gottes eingesetzt. Als solcher verfügt er über die gesamte Macht Gottes. Kraft derselben erfolgt auch seine Auferstehung.
Psalm 24 thematisiert die Bedingungen, die die Wallfahrer erfüllen müssen, wenn sie durch die Tore der heiligen Stadt und des Tempels eintreten möchten. Dazu sind nicht nur reine Hände erforderlich, sondern auch ein lauteres Herz, das sich im Glauben zur Türe öffnet, und sich wie Josef nach der Ankunft des Herrn sehnt. AMEN.
A) Allgm. Gebet zum 4. Advent, Gremsdorf/Höchstadt, 19.12. 10
Wir bedenken die Gebetsanliegen heute im kurzen Schweigen.
Gott hat Josef einen Engel gesandt und ihm den Weg gewiesen. Bitten auch wir Gott, der den Menschen nahe ist:
1.- Um einen Engel der Ermutigung für die Christen in Lateinamerika, damit sie durch unsere Adveniat - Spende Hilfe erfahren und neue Hoffnung schöpfen…(Kurze Stille!)
2.- Um einen Engel des Friedens für alle Völker und Staaten, die miteinander verfeindet sind, damit sie Wege der Versöhnung suchen…(Kurze Stille!)
3.- Um einen Engel der Kraft für alle Frauen und Männer, die von ihren Partnern verlassen worden sind, damit sie ihr Leben bewältigen können…(Kurze Stille!)
4.- Um einen Engel des guten Rates für alle Menschen, die vor schwierigen Entscheidungen stehen, damit sie die richtige Wahl treffen…(Kurze Stille!)
5. – Um einen Engel des Trostes für die Kranken, Trauernden und Verzweifelten, damit sie dein Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens sehen…(Kurze Stille!)
6. – Um einen Engel des Lebens für unsere Verstorbenen, damit sie ewige Freude und Erfüllung finden… (Kurze Stille!)
Gott, in deinen Engeln zeigst du uns immer wieder, wie sehr du uns liebst. Du bist der GOTT MIT UNS in Christus, unserem Bruder und Herrn. AMEN.
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E-Mail 19.12.2010
19.12.2010 von eduard.
Liebe Freunde,
zunächst möchte ich Ihnen(Euch) unser Weihnachtsrätsel vorführen, das dies Jahr aus drei Fragen besteht:
1. Welches von den 4 Evangelien ist am längsten bzw. hat den meisten Text?
2. Wie viel älter ist Johannes der Täufer und aus welchen Schriftstellen geht dies hervor?
3. Wer war der erste Märtyrer des Neuen Bundes: Stephanus oder Johannes der Täufer oder Jakobus der Ältere? Aus welchen Schriftstellen ersehen wir dies?
Mit dem 17. Dezember, also am letzten Freitag begann der II. Teil des Advents, der unmittelbaren Vorbereitung auf das Kommen des Herrn. Der I. Teil wollte die Sehnsucht nach seiner Wiederkunft am Ende der Zeiten wecken.
Das besondere des zweiten Teils des Advents sind nicht nur intensiv und schön gestaltete Messgebete und Lesungen, sondern vor allem die großen O- Antiphonen. Was ist eine Antiphon überhaupt? Es ist die Zusammenfassung eines Psalms oder einer Schriftlesung in wenigen Stichworten, die das Wesentliche enthalten und aussagen. Es gibt insgesamt 7 solcher großer d.h. längerer Antiphonen. In voller Länge kommen sie aber nur in der Vesper nach dem Magnifikat vor. In der hl. Messe bringen die Hallelujaverse jeweils eine kürzere Variante, vermutlich wegen des Singens. Das Gotteslob Nr. 772 verbindet die O- Antiphonen mit einer meditativen Andacht an. „O“- heißen sie, weil sie zum Zeichen der Sehnsucht mit diesem Ausruf beginnen, sowohl im Lateinischen als auch im Deutschen. Die einzelnen Antiphonen sind demnach:
1. „O SAPIENTIA - O WEISHEIT(17. Dezember), hervorgegangen aus Gottes Mund, mächtig wirkst du in aller Welt, und freundlich ordnest
du alles. Komm, o Herr, und lehre uns den Weg der Einsicht.“ - Für uns Christen ist die Weisheit Jesus Christus selbst. Im Alten Bund wird sie zunächst als besondere Eigenschaft Gottes beschrieben. Die 7 Lehrbücher werden insgesamt als Weisheitsliteratur bezeichnet. (Ijob, Psalmen, Sprichwörter, Kohelet, Hohelied, Weisheit, Jesus Sirach)
2. „O ADONAI - O HERR(18. Dezember) und Fürst des Hauses Israel, du bist dem Mose erschienen in der Flamme des Dornbuschs und gabst ihm das Gesetz am Sinai. Komm, o Herr, und erlöse uns mit starkem Arm.“ - Adonai war eine Umschreibung des Namens Gottes, der anstelle des unaussprechbaren JAHWES verwendet werden durfte. Es geht hier in der Antiphon, um die Gottesbegegnung, die uns der Dornbusch des Neuen Bundes ermöglicht.
3. „O RADIX JESSE - O WURZEL JESSE, (19. Dezember) gesetzt zum Zeichen für die Völker. Vor dir verstummen die Mächtigen, dich rufen die Völker. Komm, o Herr, und erlöse uns; zögere nicht länger.“ - Damit ist schon der menschliche Stammbaum des Erlösers angedeutet. Denn „Jesse“ oder „Isai“ war der Vater des Königs Davids, aus dessen Geschlecht der Messias geboren wird. Die Wurzel ist ein wunderschönes Symbol für den Advent überhaupt. Sie sollte jetzt anstelle der Blumen im Advent treten. Denn der Advent ist eine Zeit der Buße und der Erwartung. Werden wir uns der Wurzel unseres Glaubens bewusst. Sie reicht tief bis in den Alten Bund hinein.
4. „O CLAVIS DAVID - O SCHLÜSSEL DAVIDS(20. Dezember) und Zepter des Hauses Israel. Du öffnest und niemand schließt, du
schließest und niemand öffnet. Komm, o Herr, befreie aus dem Kerker den Gefangenen, der da sitzt in Finsternis und im Schatten des Todes.“ - Zur Zeit der Könige gab es in Jerusalem für deren Palast ein ausgeklügeltes Schlüsselsystem, um die Tore zu schließen und zu öffnen. Dazu gehörte ein Riesenschlüssel aus Holz, der ung. 1- 1/2 m groß war. Der Schließer trug ihn stets auf seiner Schulter, so oft er seinen Dienst versah. Bei seiner Einstellung wurde ihm dieser Schlüssel feierlich überreicht. Wir wissen, wer für uns der ist, der den Zugang zu Gott öffnet und schließt.
5. „O ORIENS - O AUFGANG(21. Dezember), Glanz des ewigen Lichtes, du Sonne der Gerechtigkeit. Komm, o Herr, und erleuchte uns,
die wir sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes.“ - Schon die Urkirche hat das Bild der aufgehenden Sonne, des neuen Tages auf die Auferstehung des Herrn gedeutet, orto iam sole - als soeben die Sonne aufgegangen war.
6. „O REX GENTIUM - O KÖNIG DER VÖLKER(22. Dezember), den sie alle ersehnen . Du Eckstein, der das Getrennte eint. Komm, o Herr, und befreie den Menschen, den du aus Erde geschaffen hast.“ - Schon die Propheten mit Jesaja und Daniel haben eine Zeit verheißen, in der sich alle Völker zu dem einen Gott bekehren und bekennen werden. Der Eckstein ist ein beliebter Vergleich im Neuen Bund für den Erlöser. Er ist bereit den Menschen zu erlösen, den er geschaffen hat. Hier klingt auch das Motiv der Schöpfung und der Neuschöpfung in der Erlösung an.
7. „ O IMMANUEL - O GOTT MIT UNS. (23. Dezember) Du König und Lehrer, du Sehnsucht der Völker und ihr Heiland. Komm, o Herr, und
erlöse uns, Herr, unser Gott.“ - Es ist das erhabene Bild des Propheten Jesaja 8,8-10 und 9,1-6, das ausklingt in den Eröffnung- Gesang der Weihnachtsmesse: „Denn uns wurde ein Kind geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende.“ Im „PUER NATUS“ erklingt bereits die Ouvertüre zur Geburt Christi.
Wer möchte gerne einen Beitrag für Weihnachten liefern, sei es eine Meditation oder eine Predigt?
Auf jeden Fall wünsche Ich Euch(Ihnen) viel Freude beim Schmöckern mit dem Weihnachtsrätsel. Somit wünsche ich Ihnen(Euch) einen gesegneten und besinndlichen 4. Advent bis demnächst
Ihr(Euer) Internetpfarrer Egmont Franz Topits
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