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4. Adventssonntag, Gremsdorf und Höchstadt, 19.12.2010

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 19.12.2010 @ 13:54 In Pfarrer Topits | 558 Kommentare

Jesaja 7,10-14; Ps 24,1-6; Römer 1,1-7; Matthäus 1,18-24

Liedvorschläge

115,4; 103;122,1; 530,8; 845; 434;435; Kommunion: 843,1-3; 112,4,5,6 ; 583,1+2

ERÖFFNUNG

Gnade und Friede von Gott unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, sei mit euch!

„Tautet ihr Himmel, von oben! Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten! Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Heiland hervor!“ (vgl. Jesaja 45,8) Das lateinische Anfangswort der Sehnsucht nach dem Kommen des Messias, lautet: „Rorate“… Von hier stammt auch die Bezeichnung der „Rorate- Messen“ im Advent.

KYRIE

Herr Jesus Christus, du bist das Zeichen, das Gott uns schenkt, dass er uns liebt. - 103
Du bist das Wort, auf das Verlass ist. - 103
Du bist der, der allen Menschen Gottes Heil bringt - 103  

HOMILIE

Mit so einem Meter arbeiten viele Berufe: vom Zimmermann bis zum Schreiner und Möbeltischler, Maurer, Architekten und Baumeister, ja sogar die Schnittwarenhändler und Verkäufer von Stoffen und das Schneiderhandwerk. Mittlerweile gibt es elektronische Messgeräte mit Laserstrahlen die in Bruchteilen der Sekunde einen Raum vermessen. Zurzeit Jesu umfasste das Zimmermannshandwerk sämtliche Berufe, die es mit Holz zu tun hatten: vom Zimmerer bis zum Schreiner und Möbeltischler. In unserer Kirche gibt es eine Joseffigur mit dem Winkelmaß. Damit konnte man Fenster, Türen und Tische im rechten Winkel herstellen und die Balken senk- und waagerecht anbringen. Dieses Handwerk hatte Jesus von seinem Pflege- und Ziehvater Josef erlernt. So heißt es von ihm auch an mehreren Stellen, dass er des Zimmermanns Sohn war. Gemeint ist damit natürlich die gesetzliche Vaterschaft, nicht die biologische.

Zu den wenig beachteten Gestalten des Advents gehört unbedingt auch der hl. Josef dazu. Er ist einer der wichtigsten Wegbereiter für die Menschwerdung des Gottessohnes, noch vor Johannes dem Täufer. Das sollte für ihn nicht ohne Probleme, Spannungen und inneren Kämpfen geschehen. Was muss sich wohl ein Mann denken, der eine Frau heiraten möchte, von der sich herausstellt, dass sie ein Kind erwartet, das nicht von ihm ist? „Die hat mir schon vor der Ehe die Treue nicht gehalten, die hat einen anderen und
liebt einen anderen. Bei der habe ich nichts mehr zu vermelden.“  Solche oder ähnliche Gedanken mögen durch seinen Kopf gehen.  Eine Eheschließung kann unter solchen Umständen nicht zustande kommen. Aber Josef liebt Maria wirklich. Er kann sich die Umstände ihrer Schwangerschaft nicht erklären, aber er möchte auch nicht, dass sie in üble Nachrede gerät. Und deshalb überlegt er sich in aller Stille von ihr zu trennen. Es wäre halt zu schön gewesen!  Wahre Liebe ist eben zu jedem Opfer bereit.

CIG bringt in dem Zusammenhang die Erzählung des norwegischen Schriftstellers Edvard Hoem. Seine Mutter hatte während des Krieges einen Deutschen Soldaten kennen gelernt, der aber verschwand und untertauchte, sobald sie ein Kind erwartete. Sein späterer Advoptivvater Knut trifft sie so in einer verzweifelten Situation. Der erbarmt sich der armen jungen Frau und ist bereit sie zu heiraten mit den Worten: „Ich kann sie doch nehmen!“ Es ist eine adventliche Geschichte von den Hoffnungen und Enttäuschungen liebender Menschen, die uns gut auf die Geschichte des heutigen 4. Adventssonntags einstimmt: „Mit der Geburt Jesu Christi war es so…“ 

Josef erfährt erst im Traum vom wahren Sachverhalt. Zuweilen tut  Gott, dass was er mit Menschen vorhat,  durch Träume kund. Und beim Evangelisten  Matthäus gibt es viele Engel die im Traum erscheinen und Weisungen Gottes erteilen. So auch bei der Flucht nach Ägypten und der Rückkehr nach Nazareth, so bei den  weisen Sterndeutern aus dem Morgenland. Deshalb ist der Engel das Erkennungszeichen für den Evangelisten Matthäus schlechthin geworden. Der Name, den der Engel nennt ist das Programm. „Jesus“ bedeutet: „der sein Volk von seinen Sünden erlösen“ wird. Und noch einen zweiter Name wird überliefert: Immanuel: „Gott ist mit uns.“   

Der Ausdruck taucht beim Propheten Jesaja auf im Zusammenhang mit der Haltung des ungläubigen Königs Achas. Worum ging es eigentlich? Im Jahre 734 überzog das Nordreich unter König Remalja das Südreich „Juda“ mit Krieg, verstärkt durch die Bündnistruppen der Aramäer unter König Rezin. Im Südreich regierte König Achas. Anbetracht der großen Bedrohung inspiziert er die Befestigungswerke der Stadt, zieht seine Truppen zusammen und sucht nach Verbündeten. Gott aber lässt ihn durch den Propheten Jesaja sagen, dass er allein auf ihn vertrauen solle,  denn die beiden anderen Könige werden Jerusalem nicht einnehmen und erobern können. Dafür ist Gott sogar bereit dem König ein Zeichen zu geben. Der aber vertraut mehr seiner eigenen Macht als der Gottes und weist aus Unglauben das Zeichen zurück. Trotzdem wird es ihm gegeben in der Geburt eines Kindes aus einer Jungfrau aus dem königlichen Hause. Der unter außergewöhnlichen Umständen geborene Knabe erhält den symbolträchtigen Namen: „Gott ist mit uns!“ (Immanuel) Jerusalem kommt tatsächlich davon und die beiden Könige müssen wieder abziehen. Aber, der zur Hilfe gerufene König Sanherib I. von Assur ergreift die Gelegenheit und verwüstet das ganze Land, sowohl das Nordreich, wie auch das Südreich Juda.

Im Römerbrief erfahren wir vom wahren Ursprung des Immanuel. Wohl ist er dem Fleische nach als Nachkomme Davids, aber dem Geiste nach als Sohn Gottes eingesetzt. Als solcher verfügt er über die gesamte Macht Gottes. Kraft derselben erfolgt auch seine Auferstehung.  

Psalm 24 thematisiert die Bedingungen, die die Wallfahrer erfüllen müssen, wenn sie durch die Tore der heiligen Stadt und des Tempels eintreten möchten. Dazu sind nicht nur reine Hände erforderlich, sondern auch ein lauteres Herz, das sich im Glauben zur Türe  öffnet,   und sich wie Josef nach der Ankunft des Herrn sehnt. AMEN.

A) Allgm. Gebet zum 4. Advent, Gremsdorf/Höchstadt, 19.12. 10

Wir bedenken die Gebetsanliegen heute im kurzen Schweigen.

Gott hat Josef einen Engel gesandt und ihm den Weg gewiesen. Bitten auch wir Gott, der den Menschen nahe ist:

1.- Um einen Engel der Ermutigung  für die Christen in Lateinamerika, damit sie durch unsere Adveniat - Spende Hilfe erfahren und neue Hoffnung schöpfen…(Kurze Stille!)
2.- Um einen Engel des Friedens für alle Völker und Staaten, die miteinander verfeindet sind, damit sie Wege der Versöhnung suchen…(Kurze Stille!)
3.- Um einen Engel der Kraft für alle Frauen und Männer, die von ihren Partnern verlassen worden sind, damit sie ihr Leben bewältigen können…(Kurze Stille!)
4.- Um einen Engel des guten Rates für alle Menschen, die vor schwierigen Entscheidungen stehen, damit sie die richtige Wahl treffen…(Kurze Stille!)
5. – Um einen Engel des Trostes für die Kranken, Trauernden und Verzweifelten, damit sie dein Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens sehen…(Kurze Stille!)
6. – Um einen Engel des Lebens für unsere Verstorbenen, damit sie ewige Freude und Erfüllung finden… (Kurze Stille!)

Gott, in deinen Engeln zeigst du uns immer wieder, wie sehr du uns liebst. Du bist der GOTT MIT UNS in Christus, unserem Bruder und Herrn. AMEN.


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