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Heilige Nacht, Gremsdorf, 24.12. 2010 - 20.00 Uhr

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 25.12.2010 @ 13:59 In Pfarrer Topits | 294 Kommentare

Jesaja 9,1-6; Ps 96, 1- 13; Titus 2,11-14; Lukas 2,1-14

Liedvorschläge: 848,1-3; Ankündigung; Erst beim Gloria die Lichter einschalten 927,1-3; 149,2; 530,7; 356;138, 823; 482; Kommunion: 140 + 847, Dank: 846,1-3; Schluss bei Kerzenlicht: 849,1-3

ERÖFFNUNGSVERS:
Freut euch im Herrn, heute ist ns der Heiland geboren. Heute ist der wahre Friede vom Himmel herabgestiegen.

ANKÜNDIGUNG
Die Nachricht im FT vom 9. Dezember 2010 sorgte für einige Sensation. Weltpremiere am Berliner Univeristätsklinikum Charité. Einem Team aus Geburtsmedizinern und Radiologen ist es erstmals gelungen, die Geburt eines Kindes mit dem Kernspintomographen MRT vollständig aufzuzeichnen. „Wir haben alle Details, von denen wir bislang nur durch Tastuntersuchungen wussten, genau sehen können“, berichtete  Chefarzt Beinder. „Wir konnten genau sehen, wie sich das Kind in den Geburtskanal einpasst. Die Bilder waren faszinierend und haben einmal mehr bestätigt, dass eine Geburt ein Wunder ist. Wenn wir künftig genauer wissen, wo kritische Phasen sind, können wir möglicherweise auch frühzeitig einen Geburtsstillstand verhindern.“  

Auch im Mittelpunkt der Weihnachtsberichterstattung steht die Geburt eines Kindes. Wenn schon die Geburt eines jeden Kindes ein Wunder ist, dann ist die Geburt Jesu Christi, des Retters erst recht eines.  Das Lukasevangelium fasst das Ereignis in kurzen knappen Sätzen zusammen: „Als sie in Betlehem waren, brachte Maria ihr erstgeborenes Kind, einen Sohn zur Welt.“ Nach neuesten Erkenntnissen und Ausgrabungen befand sich Jesu Geburtsort also nicht außerhalb der Stadt, sondern in Betlehem selbst. Die Geburtskirche steht eigentlich am Ostrand der alten Stadtsiedlung. Mit der Herberge oder Gasthaus, in der es keinen Platz mehr gab, mag nach Auslegung einiger Bibelforscher eine Karawanserei gemeint sein. Das war ein umfriedeter Platz, an dem Kamele, Pferde und Esel ausgespannt wurden. Das bedeutet nämlich das griechische Urwort „katalyma“(Ausspannungsort). In letzter Zeit meint man darunter jedoch verstehen zu müssen, den großen Schlaf- Saal eines Gasthauses. Wegen der Überbelegung eignete er sich weniger für eine Geburt und deshalb zog die hl. Familie in den Stall, der sich unweit davon befand, damit Maria in aller Ruhe ihr Kind zur Welt bringen konnte. Heute noch gibt es mehrere solcher Stallungen, die halb in einer Grotte eingefügt sind.

Es heißt, dass Maria ihr Kind in  Windeln wickelte oder besser gesagt einhüllte. Ein Kind, das aus der Wärme des Mutterschoßes hervorgekommen ist, braucht viel Wärme. Die vermitteln die Windeln. Dem damaligen Brauch entsprechend wickelte man die Kinder sehr fest in solche Lappen ein. Eigentlich geschah dies noch bis vor gar nicht so langer Zeit, weil man der Ansicht war, dass nur so die Glieder des Kindes gerade wachsen.

Und dann ist die Sache mit der Futterkrippe. Im Urtext heißt es folgerichtig, dass Maria das Kind in die Krippe hinauflegte. Die Geburt vollzog sich ja am Boden und die Futterkrippe befand sich demnach in ung.  ein Meter- Höhe  oder mehr über dem mit Heu und Stroh bedeckten Boden des Stalles. Wie war diese Krippe wohl beschaffen. Aus den Schriften des Kirchenvaters Hieronymus, der 385 von Rom nach Betlehem zog und dort die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, erfahren wir, dass er sich mächtig geärgert haben soll, als man die Krippe aus Lehm mit Gold und Silber auswechselte. Demnach könnte die Krippe teilweise mit Lehm bestrichen worden sein, teilweise mag sie aus Balken bestanden haben. In der Kirche Santa Maria Maggiore zeigt man einen Schrein mit zwei Hölzern von der Krippe Jesu in Betlehem. Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, soll sie von ihrer Reise ins Heilige Land nach Rom mitgebracht haben. Ich habe mir diese beiden Balken genau angesehen, als ich vor 10 Jahren mit der Diözesanwallfahrt in Rom war. Kaiser Konstantin ließ auch über der Geburtsgrotte 338 eine große Basilika errichten, die z. T. heute noch steht. Zurzeit soll das Dach erneuert werden.

Erst der  Engel enthüllte den Hirten das Geheimnis des damals zu Betlehem auf die Welt gekommenen Kindes. Er ist der lang ersehnte Messias- Retter, Christus, der Herr. Das ist Grund zur Freude. Schon beim Propheten Jesaja lesen wir: „Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude…Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“

Vom Wunder der Geburt in der hl. Nacht strahlt große Freude aus, bis in unsere Zeit hinein. Sie wird allen Menschen zuteil, dem ganzen Volke. Freude heißt wieder Hoffnung haben, neuen Mut schöpfen. Auch uns gilt die Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“  Denn „erschienen ist uns Gottes Gnade, um alle Menschen zu retten.“       

A) Fürbitten für die Heilige Nacht , Gremsdorf , 24. 12. 10
Wenden wir uns vertrauensvoll an Gott, unserem Vater, der uns im Geheimnis dieser Heiligen Nacht seinen Sohn geschenkt hat:

1.       – für alle Menschen auf Erden und besonders in Betlehem,  Lateinamerika und Afghanistan, die in Kriegsgebieten leben müssen: Lenke die Herzen der Mächtigen zum Frieden und zur Versöhnung…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

2.       Für die Menschen unter uns, die einsam, verzweifelt und hoffnungslos sind, weil sie krank, unglücklich oder arbeitslos sind: lass sie Menschen finden, die sie trösten und aufrichten…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

3.       Für die Kinder und die Jugendlichen, deren Eltern sich getrennt haben, damit sie nicht Opfer der Auseinandersetzungen werden, die ihr Kinderparadies zerstören…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

 

4.       Für die Christen aller Bekenntnisse, die aus der Botschaft der heiligen Weihnacht leben und ihr Leben auf  Gott ausrichten …

Denn heute ist uns der Retter geboren!

5.       Für alle unsere Verstorbenen, die Opfer des Straßenverkehrs, besonders für die, mit denen wir in Liebe verbunden waren: Schenke ihnen ewiges Leben in deiner Nähe…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

Ewiger und unendlich großer Gott, höre unser Beten in dieser Nacht, die von deiner Geburt geheiligt ist. Denn in dir wissen wir alle unsere Sorgen und Anliegen, unsere Freude und unseren Dank aufgehoben. Der du mit dem Sohn und dem Hl. Geist lebst und liebst heute und in Ewigkeit. AMEN.


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