Archive for January, 2011

4. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 30.01.2011

Sunday, January 30th, 2011

Zefanja 2,3; 3,12-13; Ps 146; 1 Kor 1,26-31; Mt 5,1-12a

Liedvorschläge: 614,1+2; 464; 630,1; 530,6; 264; 469;470,1+2; Kommunion: 829 und Dankgesang 473,1+2; zum Auszug eventuell 897,1

ERÖFFNUNGSVERS

Der Herr der Herrlichkeit und der Spender jeder Gnade sei mit euch!

Wir wollen deinen heiligen Namen (Gott) preisen, uns rühmen, weil wir dich loben dürfen…Meistens aber jammern und klagen wir. Ich bekenne Gott, dem allmächtigen….

 

HOMILIE

Es gibt in Bamberg eine schöne moderne Kirche, namens  St. Urban im Babenberger Viertel gleich links, wenn man von der B 22  auf dem Münchener Ring von Debring her in die Stadt fährt. Das Gotteshaus bezieht sein Licht aus 8 Fenstern, die 8 breite Lichtströme hereinleiten und den Raum durchfluten. Es sind die Fenster der 8 Seligkeiten. Da ist das Fenster der Armen, der Trauernden, der Gewaltlosen, der Gerechten, der Barmherzigen, derer die  reinen Herzens sind, der Friedensstifter, der Verfolgten. Im Heiligen Land gibt es am Ufer des Sees Genesareth ebenfalls eine Kirche der 8 Seligkeiten, die wir voraussichtlich besuchen werden. Die Bamberger Kirche fasziniert mich jedes Mal  und ich suche sie gerne auf, um dort  zu meditieren. Denn die 8 Seligkeiten spenden das Licht von dem unser christlicher Glaube lebt.

Zunächst sind die Seligpreisungen Glückwünsche für Menschen, die sich an der frohen Botschaft, am Evangelium ausrichten. Sie tun gut daran, denn ihre Heilsgeschichte geht gut aus. Die 8 Seligpreisungen bei Matthäus, – Lukas kennt nur 4 -,  hängen inhaltlich zusammen.  Der arme und trauernde Mensch rechnet mit dem Trost Gottes. Der gelobte Mensch ist nicht gewalttätig, er nimmt sich in seiner Machtausübung zurück, er ist friedfertig und barmherzig. 

Der Lohn, den die Christen für ihr Leiden und Tun erhalten, ist überweltlich und zukünftig. Es gibt einen Ausgleich für Verzicht und Mühen, es gibt Gerechtigkeit für alles Leiden. Es gilt der überschießende Lohn, der im Kreislauf des Gebens und Nehmens noch aussteht und den nur Gott kennt. Alles tun und leiden soll Gott ähnlich machen, der vollkommen ist in seiner Geduld und Barmherzigkeit. Solches Bestreben lässt aber jetzt schon Freude aufkommen. „Freut euch und jubelt!“  

Der Auftakt: „Selig sind…makarioi “ ist nicht einfach zu umschreiben. Man hat es in verschiedenen Zeiten versucht anders zu übersetzen. In den 30-er Jahren des Dritten Reiches hieß es „Heil euch, ihr Armen! …“, aber das Wortspiel mit dem Heil, hat sich bald ins Gegenteil gekehrt, dass in Strömen von Blut und Gewalt endete. In  den 70-er Jahren hieß es „Wohl euch, ihr Armen, ihr Trauernden, ihr Hungernden…“ Aber das klingt recht flach  nach Wohlstand und Wohlergehen. Das kann es wohl auch nicht sein, was Jesus gemeint hat. So ist man wieder zu der seit alters her gewohnten Übersetzung: „Selig“ zurückgekehrt. Der Ausdruck lässt sich gut mit dem Wort umschreiben: „Gesegnet sind vom Herrn, die Armen, die Trauernden, die Friedfertigen…Denn die Seligpreisungen sind doch letztlich gemeint als Segen und Verheißung. Gesegnet sind sie nicht, weil Armut, Trauer, Verfolgung der 100 Millionen Christen weltweit an sich etwas Schönes wären, sondern weil Gott sich auf ihre Seite stellt und die Betroffenen mit ihm rechnen, ihre Hilfsbedürftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit anerkennen. „Denn Gott hat das Schwache in der Welt erwählt, das Niedrige und Verachtete.“ (1 Kor 1,27-28)

Gesegnet sind sie, weil Jesus nie müde wird zu betonen, weshalb er in die Welt gekommen ist, nämlich „um zu retten, was verloren war.“ Denn „ nicht die Gesunden bedürfen des Arztes und der Hilfe Gottes, sondern die Kranken.

Gleichzeitig sind die Seligpreisungen auch ein Appell an alle, das Menschenmögliche zu tun, damit der Hunger nach Gerechtigkeit gestillt wird, die Trauernden Trost erfahren. Gott will nicht alles allein machen, sondern lädt ein mit ihm mitzuwirken. Diese Zusammenarbeit ist wie das Öffnen der Fenster in der Kirche, um das Licht hereinzulassen.

Menschen mit solch einer Grundhaltung werden empfänglich für den Aufruf des Propheten Zefanja: „Sucht den Herrn, sucht Gerechtigkeit, sucht Demut!“ In den Kehrvers des Psalms können auch wir einstimmen: „Wohl dem Menschen, der Gottes Wege geht und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott setzt.“ Amen.

A)          4. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf. , 30.01.2011

Wir wiederholen heute: Du, unser Retter, erbarme dich!

Jesus Christus hat uns gesagt, wer in seinen Augen selig ist. Im Wissen um unsere innere Armut und Erlösungsbedürf-tigkeit beten wir voll Vertrauen:

1.- Wir beten für die anglikanischen Christen, die mit ihren Bischöfen und Priestern sich nach der vollen Einheit mit der katholischen Kirche sehnen und auch schon vollzogen  haben…

ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich

2.- Wir beten für die Ordensgemeinschaften, die in unserer Konsum- und Spaßgesellschaft kaum noch  Nachwuchs

finden…

  ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!

3. – Wir beten für die Menschen im Heiligen Land, in Ägypten und Tunesien: um Frieden, Gerechtigkeit, Verständnis und Toleranz im Alltag…

ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!

4.- Wir beten auch für unsere Pfarrgemeinde,  damit wir durch Lesen und Betrachten der  Bibel zu einem vertieften Glauben kommen…

ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!

5.- Wir beten für die Toten des Terroranschlags in Moskau und alle unsere Verstorbenen, die von uns gegangen und heimgekehrt sind zu Dir…

ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!

Gott, unser Vater, wir danken dir für die Frohe Botschaft, die uns dein Sohn gebracht hat, und preisen dich jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

3. Sonntag im Jahreskreis, Sambach/Gremsdorf, 23.01.2011

Sunday, January 23rd, 2011

Jesaja 8,23-9,3; Ps 27,1-14; 1 Korinther 1,10-13.17; Mt 4,12-23

Liedvorschläge: Dritte Messreihe 485,186; 487; 488, 489; 490, 491; 492; 493; 494, 1+2; zum Auszug 494,3

ERÖFFNUNG

Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Lande! Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht, Macht und Glanz in seinem Heiligtum!

HOMILIE

Wenn ich morgens aufstehe, ist es draußen meistens noch stockdunkel. Ich setze  mich auf meinen  Plastikball, um meine Atemübungen zu vollziehen. Wenn ich dann gleichzeitig die Akkus meines Handys und meiner Kamera lade, dann zünde ich eine Kerze an. Ich schalte die Lichter aus und sitze im Dunklen und nehme das helle Licht der Kerze in mich auf. Ich genieße förmlich diese stillen Augenblicke am Anfang des Tages und fülle meinen inneren Lichtbedarf auf. So werde ich auch sensibler für das Licht und sein Geschenk.

Denn auch ich  gehöre zu dem Volk, das im Dunklen lebt und ein helles Licht sieht. Was ist unter dem Volk im Dunklen zu verstehen? Der Prophet Jesaja und auch das Matthäusevangelium verwenden den Ausdruck für den nördlichen Teil des Heiligen Landes, für das Gebiet der Stämme Sebulon und Naphtali, die Straße am Meer(Ascher), das Gebiet jenseits des Jordan(Dan und Manasse), eben das heidnische Galiläa.  Man nannte es in Jerusalem abschätzig als „heidnisch“, „Land der ungläubigen Menschen“, weil dort viele Griechen, Syrer und Römer lebten, nur ung. die Hälfte der Bevölkerung bestand aus Israeliten. Warum? In der Zeit der Könige spaltete sich das Nordreich von Juda mit Benjamin ab. Dieses Reich zerstörte der Assyrerkönig Sancherib und die meisten Bewohnen mussten in Verbannung. Man spricht in dem Zusammenhang auch von den verschwundenen Stämmen Israels.  Im Gegenzug siedelten die Assyrer heidnische Volksstämme dort an mit ihren unzähligen Göttern und Götzen und ihren Orgien und Ausschweifungen. Wer etwas gelten wollte, der ging von dort weg und lebte in Judäa oder noch besser gleich in Jerusalem. Galiläa hatte keinen guten Ruf. Erinnern wir uns an den Ausspruch: „Kann denn aus Nazareth etwas Gutes   kommen?“  

Ausgerechnet in diesem Landstrich, in dem viele Menschen das wahre Licht des Glaubens an den einen Gott nicht kannten, hat  Christus als das Licht der Welt den Großteil seines Lebens in Nazareth verbracht. Hier beginnt  er das Evangelium zu verkünden. „Kehrt um, das Himmelreich ist nahe!“ Warum wohl? – Nur wer das Dunkel kennt, ist aufmerksam für das Licht. Ein brennendes Licht kann man im Dunkeln viel besser sehen als im Hellen. Mitten am Tag braucht man keine Taschenlampe und keine Kerze. Das trifft auch im Übertragenen Sinne zu: Wer glücklich und zufrieden ist, braucht keinen Trost, aber er kann auch keinen geben. Wer immer gesund ist, braucht keinen, der ihm hilft, aber er kann sich auch nicht in die Lage eines not leidenden Menschen hinein versetzten. Wer immer gut drauf ist, der braucht keinen, der ihn ermutigt, aber in seiner Selbstgenügsamkeit fehlt ihm etwas ganz Wichtiges: Die Sehnsucht und Offenheit für Gott.  

Solange wir in diesem Leben unterwegs sind, zählen wir zum Volk, das im Dunkeln sitzt. Auch als Kirche kennen wir viele dunkle Schatten in unserer Umgebung. Denken wir nur an den Skandal der Trennung unter den Christen, an den Missbrauch und an unser oftmals so schwaches Zeugnis. Das macht uns bescheiden und demütig, aber weckt gleichzeitig in uns die Sehnsucht nach mehr Licht. Als Goethe starb, da stöhnte er auf mit den Worten: „Mehr Licht! Mehr Licht!“

Auch in unserem persönlichen Leben gibt es viel Schatten und Dunkelheit.  Von wo kommt uns das befreiende Licht? Wir nehmen es recht deutlich im Psalmwort wahr: „ Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten. Der Herr ist die Kraft meines Lebens, vor wem sollte mir bangen.“ Der Herr Jesus hat mit seiner Frohbotschaft bei den Menschen begonnen, die seine Zuwendung am meisten brauchten. Denn das Volk, das im Dunklen wohnt, ist viel aufmerksamer für das Licht, als die die im Hellen leben.

A)         3. Sonntag im Jahreskreis, Sambach/ Gremsdorf, 23.01.2011

Gott, unser Vater, hat durch die Menschwerdung seines Sohnes ein helles Licht in das Dunkel dieser Welt gebracht. Er ruft auch heute Menschen in seine Nachfolge, um  die Stafette   des göttlichen Lichtes durch die Zeiten weiter zu tragen. So bitten wir ihn:

1.       Für alle Männer und Frauen, die du berufen hast, das Evangelium und die Botschaft des Gottesreiches zu verkünden, um Mut und Freude in ihrer Nachfolge…

Gott unser Vater: ALLE: Wir bitten dich, erhöre uns!

2.       Für alle christliche Kirchen und Gemeinschaften, für die wir in diesen Tagen beten, damit sie bald wieder zu einer Herde unter einem Hirten werden…

Gott unser Vater: ALLE: Wir bitten dich, erhöre uns!

3.       Für alle Politiker, die sich für Aussöhnung, Frieden und Gerechtigkeit unter den Völkern einsetzen; weite ihren Blick  auf die ganze Menschheitsfamilie hin…

Gott unser Vater: ALLE: Wir bitten dich, erhöre uns!

4. Für die Kranken und Siechen und für die, die  der plötzliche

    Tod lieber Menschen getroffen hat, wie auch für alle, die  

     ihnen beistehen, damit sie ihr Leiden annehmen können…

Gott unser Vater: ALLE: Wir bitten dich, erhöre uns!

5. Für die in  Bundeswehr und Marine zu Tode gekommenen Sol-

    daten und alle unsere Verstorbenen,  damit sie dein helles Licht   

    schauen…Gott unser Vater: ALLE: Wir bitten dich, erhöre uns!

Gott, dein Sohn ist in die Welt gekommen, um allen Menschen Licht und Heil zu bringen. In der Gemeinschaft mit ihm preisen wir dich im Heiligen Geist, jetzt und in Ewigkeit. AMEN.

 

Sankt Sebastian – Ein frühchristlicher Märtyrer – topaktuell im Dreifrankeneck

Saturday, January 22nd, 2011

Geiselwind / Rambach / Reichmannsdorf: Der Heilige Sebastian ist der Kirchenpatron von, Rambach und Reichmannsdorf. Sein Gedenktag am 20. Januar  wird infolge eines Gelöbnisses  besonders festlich in Geiselwind begangen.

Sebastian (griech. / latein.: = der Verehrung Würdige) war nach dem Zeugnis des hl. Ambrosius ein Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren. Er gehörte der Prätorianergarde als Hauptmann am kaiserlichen Hof Diokletians an, der dort ungeachtet des Verbotes seinen christlichen Glauben weiter bekannte und viele zum Christentum bekehrte. Seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren.

Wahrscheinlich im Jahr 288 ließ der Legende nach der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Die Witwe des Märtyrers Kastulus namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die “cloaca maxima”, die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn an der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad Catacumbas.

Diese gehörte zu den sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms.

Die Verehrung des Hl. Sebastian in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Im Jahr 680 soll in Rom eine Pestepidemie erloschen sein, nachdem man seine Reliquien durch die Straßen trug. Außerdem ist bekannt, daß man in Pestzeiten zum Schutz gegen die Seuche sog. “Sebastianspfeile” trug.

Das erste Martyrium des Heiligen wurde zum beliebten Thema in der Kunst der Renaissance; der unbekleidet am Baum stehende Märtyrer beliebtes Thema der Aktmalerei. 

Der hl. Sebastian ist der Patron der Brunnen, der Sterbenden, Schützengilden, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisengießer, Zinngießer, Steinmetze, Gärtner, Gerber, Töpfer, Bürstenbinder und Leichenträger; gegen Pest und Seuchen.[1]

Pestplagen sind auch der Grund für die bis heute starke Verehrung Sebastians in unserer Gegend.

Geiselwind:
In Geiselwind konnte bisher trotz sorgfältiger Recherchen der eindeutige Grund für die besonderen Feierlichkeiten am Sebastianstag („Sebastiani“) nicht festgestellt werden. Nach allgemeiner Meinung gilt es aber als sehr wahrscheinlich, daß hier ein Pestgelöbnis abgelegt wurde. Einen Hinweis dafür liefert das Altarbild des Hl. Sebastian im rechten Seitenaltar der Geiselwinder Pfarrkirche. In früheren Jahren war der Sebastianstag in Geiselwind mit bis zu sieben Beichtvätern und bis zu fünf Geistlichen, die teilweise sogar von Bamberg (Dom) nach Geiselwind kamen, um dieses sog. Hochamt zu zelebrieren. Etwa bis zur Gebietsreform wurde an Sebastiani in Geiselwind nicht gearbeitet, sondern ein Feiertag gehalten.

Auch im Jahr 2010 wird tradtitionsgemäß am 20. Januar um 10.00 Uhr ein Festgottesdienst unter Beteiligung von auswärtigen Geistlichen und am Nachmittag eine Festandacht gefeiert. Am Sonntag nach Sebastiani wird natürlich auch wieder der traditionelle Sebastianimarkt ausgerichtet.

Rambach:
Der mündlichen Überlieferung zufolge haben in Rambach drei Männer als einzige Überlebende einer Pestepedemie während des 30jährigen Krieges an der heute noch bestehenden Wegkapelle an der Abzweigung der Hirtengasse das Gelübde abgelegt, bei Abwendung der Seuche eine Sebastianskirche zu bauen und am Sebastianstag („Bastelsdooch“) zu Ehren des Heiligen einen Fast- und Abstinenztag zu halten. Das heißt, daß an diesem Tag auf Fleischspeisen verzichtet wird und jeder sich mit einer einmaligen Sättigung begnügt. Aus diesem Anlaß gibt es in einigen Familien die sog. „Bastelssuppe“ – eine Brotsuppe ohne Fleischzusatz; das mehr oder weniger geheime Rezept wird jeweils von einer Generation an die andere weitergegeben.

Dieser Tag war ursprünglich kein Feiertag im eigentlich Sinn, sondern wurde bis in die 30er Jahre unseres Jahrhunderts nur als Fast- und Abstinenztag begangen, an dem am Vormittag ein sog. Hochamt und am Nachmittag eine Andacht gefeiert wurde. In der Amtszeit von Bürgermeister Fritz Ott wurde jedoch, dem Beispiel von Geiselwind und Reichmannsdorf folgend, dieser Tag ein arbeitsfreier Feiertag, der von vielen Rambachern bis heute so in Ehren gehalten wird. Auch die Rambacher Ministranten, die die Schlüsselfelder Volksschule besuchen, haben an diesem Tag schulfrei.

Traditionsgemäß wird auch in diesem Jahr der Sebastianstag mit einem Festgottesdienst usw. begangen. Am Sonntag danach wird dann Kirchweih gefeiert, die neben den kirchlichen Feierlichkeiten hauptsächlich in den Privathäusern bzw. mangels eines eigenen Gasthauses jährlich wechselnd in zwei Schlüsselfelder Wirtschaften abgehalten wird.

Beide Festtage, „Bastelsdooch“ und Kirchweih, sind auch heute noch für viele ein willkommener Anlaß, die Rambacher Kirche oder Angehörige zu besuchen.

Reichmannsdorf:
Im Gegensatz zu Geiselwind und Rambach beruht in Reichmannsdorf die Sebastiansverehrung nicht auf der Abwendung von Pestplagen. Lorenz Truchseß von Pommersfelden, geb. 1473, Domherr von Mainz und Würzburg, ließ die in Reichmannsdorf bereits bestehende Sebastianskirche restaurieren und erweitern. Gleichzeitig wurde auch eine Gruftkapelle erbaut. In diesem Zusammenhang stiftete er auch viele Reliquien und erwirkte die Erlaubnis, diese zur öffentlichen Verehrung ausstellen zu dürfen. Daneben sorgte er dafür, daß das Patronatsfest feierlich gestaltet  und eine Prozession abgehalten wurde.

1693 wurde eine Kollekte zum Neubau der Reichmannsdorfer Kirche gestattet, so daß davon ausgegangen werden kann, daß die jetzige „alte Kirche“ (= der heutige Seitenbau) um diese Zeit gebaut worden ist. Der Hochaltar dieser Kirche stammt aus dem Jahr 1704. Das Altarblatt zeigt den hl. Sebastian. Gestiftet wurde dieser Altar von Wolf Philipp Freiherr von Schrottenberg. In der Nähe des Hochaltars hängt das Bronze-Epitaph des Stifters und seiner Familie.[2]

Heute wird das Patronatsfest jeweils am Sonntag nach dem Sebastianstag gefeiert. Die Prozession durch Reichmannsdorf, an der sich auch die örtlichen Vereine mit ihren Fahnenabordnungen beteiligen, schließt sich dem Festgottesdienst am Vormittag an. Die Festandacht am Nachmittag beschließt die Feierlichkeiten. (gp)


[1] Ausführungen nach Angaben des ökumenischen Heiligenlexikons im Internet unter www.heiligenlexikon.de

[2] nach Ausführungen in der Festschrift: 25 Jahre SC Reichmannsdorf, 1978

2. Sonntag im Jahreskreis, Höchstadt/Gremsdorf, 16.1.2011

Sunday, January 16th, 2011

Jesaja 49,3-6; Ps 40,2- 10; 1 Korinther 1,1-3; Joh 1,29-34

Liedvorschläge: 265; 907; 170,1; 530,8; 622; 434; 435;554.. Zum Dank: 825,1+2 und zum Auszug 577,1+4

Im letzten Jahr ereignete sich die größte Umweltkatastrophe aller Zeiten. Im Golf von Mexiko war eine Bohrinsel explodiert. Durch den Sturz kam es zur Zerstörung der Leitungen und aus dem Bohrloch  flossen Millionen Tonnen Rohöl täglich ins Meer. Damit hätte man den Energiebedarf der Menschheit auf Jahre hinaus decken können. Was aber noch schlimmer zählt: das Meer wurde so stark verschmutzt, dass die Fische und Vogelwelt starben, die Strände für die Urlauber waren unbrauchbar geworden. Alles bedeckte eine dicke schmierige Schlammschicht. Aus purer Profitgier hatte man es versäumt Sicherungen einzubauen.

Ist das nicht ein Gleichnis für die Welt, die von Leid und Sünde gezeichnet ist? Es ist die „Sünde“, die seit der Ursünde unsere ganze Welt immer wieder heimsucht und bedeckt. Gleichzeitig ist es der Raum der göttlichen Schöpfung, der davon betroffen ist. Hier ereignet sich aber auch die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen. Christus  ist der einzige, der die gesamte Sündenlast der Welt auf sich geladen und weggenommen hat. Aus Liebe zu uns Menschen setzt Jesus seine ganze Gerechtigkeit für uns bei Gott seinem Vater ein. Der Tod des Gerechten ist immer auch ein Teil seines Wirkens, ohne den alles nur unvollkommenes Stückwerk bliebe.

Johannes vergleicht das Erlösungswerk des Herrn mit einem Lamm. Bei der Taufe Jesu zeigte er auf ihn und sagte: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt.“ Wie kann ein Lamm so etwas bewirken und worin besteht der Vergleichspunkt? Wie kann es die Sünden wegtragen.  Das Lamm verfügt über ein blendend weißes Fell. Weiß ist die Farbe der Unschuld. Der Erlöser ist das Unschuldslamm Gottes. Das ist eine Bezeichnung für den vollkommenen Gerechten. Nur er kann bei Gott für uns eintreten und ihn mit seinem Anblick versöhnen, für die vom Schlamm der Sünde befleckte Menschheit. Dei weiße Wolle saugt den Schmutz gleichsam auf und reinigt die verunreinigte Welt. So hat man auch beim Ausbruch der Ölpest versucht das Öl aus dem Meer abzupumpen und die Strände mit den betroffenen Vögeln zu waschen und zu reinigen.     

Hinzu kommt noch der Vergleichspunkt mit dem geduldigen Leiden eines Lammes, das vor seinem Schwerer und Schlächter verstummt. Durch seinen Opfertod am Kreuz hat Jesus die Sünde der Welt gesühnt und somit Vergebung für uns von seinem Vater  erwirkt.

Das Bildwort vom Lamm Gottes hat Eingang in die christliche Liturgie gefunden und wird in jeder hl. Messe gebetet oder gesungen. Zwischen den Jahren 687 und 701 regierte als Papst Sergius I. Er stammte aus   einer syrischen Familie in Palermo– er war also Nichtrömer und Nichtgrieche, sondern Syrer. In seiner Zeit fand auf Befehl des Kaisers eine große Kirchenversammlung statt, genannt die Trullanische. Die Delegierten fassten den seltsamen und wenig erleuchteten Beschluss: dass Christus nicht mehr als „Lamm Gottes“ dargestellt werden dürfe, wie es überhaupt verboten sei Bilder in der Kirche zu haben und diese zu verehren. Die Bischöfe der Trullanischen Kirchenversammlung traten nun mit ihrem Beschluss auch an den aus dem Osten stammenden Papst. Sergius I. weigerte sich standhaft einen solchen Beschluss gut zu heißen. Kaiser Justinian von Ostrom wollte ihn deshalb unter Druck setzen und nach Konstantinopel dem heutigen Istambul entführen. Häscher werden ausgeschickt um den Papst zu kidnappen oder notfalls zu ermorden, aber der Anschlag misslingt.

Also gut sagte Papst Sergius I.: Im Oströmischen Reich  darf das Bild vom Lamm Gottes nicht mehr in den Kirchen verehrt werden, drum singen wir es jetzt im Abendland als Lied in jeder hl. Messe des lateinischen Ritus. Damit verband  der Papst  seine Hoffnung, dass die Zeit des Bildersturmes vorübergehen werde. Und so geschah es auch. Das Lamm-Gottes-Lied versöhnte wieder Ost und West, vor allem dessen letzte Strophe: „gib uns deinen Frieden!“

Der Evangelist Johannes hat sich den Ausspruch seines ersten Lehrers tief eingeprägt. Und er ist es auch der Christus, das Lamm Gottes in der Herrlichkeit des Himmels thronen lässt. Dreißig mal spricht er in der Geheimen Offenbarung davon. Christus unser Osterlamm ist am Kreuz geschlachtet und thront jetzt in Herrlichkeit. Den Himmel selbst und das ewige Leben  bezeichnet er als das Lamm Gottes. So sehen wir es auch über dem Tabernakel unserer Kirche.

So spannt das Agnus- Dei – Lied einen weiten Bogen vom Vorübergang des Herrn zur Rettung der Israeliten bis zur Wiederkunft des Herrn zur Rettung aller. Es gleicht im Gefüge der Messgesänge einem kostbaren Kristall, in dem die Heilsgeheimnisse der Christen wie farbenreiche Lichter glühen, die purpurnen Farben des Blutes und die goldenen Lichter des Sieges.  Es drängt uns,  diesen Glauben weiter zu vermitteln. Wo wir Gottes Liebe in unserem Leben aufleuchten lassen, gelingt dies auch. So hat Madeleine Delbrél (+1964) ihrem atheistischen Wohnviertel von Ivry bei Paris die Botschaft des Evangeliums gebracht. Ihr Einsatz für Arbeitslose, Alleinerziehende, Obdachlose und Orientierungslose diente als Ort, wo sie von ihrem Glauben Zeugnis ablegen konnte. So prägte sie das Wort: „Überall, wo die Liebe Eingang findet, verwandelt sie unser Leben in Brennstoff!“

A)         Fürbitten zum 2. Sonntag im Jahreskreis,H/ G, 16.01.11

Zu den Gebetsanliegen wiederholen wir alle: Nimm an unser Gebet! Gütiger Gott, in Jesus, deinem Sohn, hast du uns gezeigt, wie du selber bist: groß und wunderbar in allem, was du tust. Im Vertrauen auf deine Güte, bitten wir dich:

1.       Befähige alle getauften Christen zu einem glaubwürdigen Zeugnis unter den Menschen. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

2.       Lass den Dialog der Religionen trotz der jüngsten Anschläge in Ägypten und Irak weiter gehen und dem Frieden in der Welt dienen. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

3.       Steh den Opfern der Überschwemmungen und Schlammlawinen bei in Brasilien, Australien, Pakistan und auch bei uns. Gott, unsere Hoffnung:  

ALLE: Nimm an unser Gebet!

4.       Offenbare dich der Menschen, die vermehrt nach Sinn und Orientierung suchen und bewahre sie vor falschen Heilbringern. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

5.       Schenke unseren Familien Zusammenhalt und Mut für die Gemeinschaft in den Vereinen. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

6.       Erfülle unsere Verstorbenen mit deiner Liebe, damit sie für immer glücklich sind. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

Bei dir, Gott, ist die Quelle des Lebens. Du hast dein Reich unter uns aufgerichtet in Jesus, deinem Sohn. In ihm wirst du es vollenden, damit dein Heil bis an die Ende der Erde reicht.

Wir loben dich und danken dir, jetzt und in Ewigkeit. AMEN.

Fest der Taufe Jesu, Gremsdorf, 10.01.2011

Monday, January 10th, 2011

Jesaja 42,5- 7; Psalm 29 ,1-10; Apostelg. 10,34-38;  Matthäus 3,13-17

Liedvorschläge: 635 mit einem Taufgedächtnis zum Bußakt MB 1172 mit Gang durch die Kirche; 457; 152,1(zu Psalm 29) 530,6; 910; 146 (mit Rückblick auf Epiphanie); 459;461; Kommunion: 134 (nach kurzer Stille): zur Danksagung: 144,4+5 und zum Auszug nochmals im Nachklang zum Fest Erscheinung 147.   

ERÖFFNUNG

Mit dem Fest der Taufe Jesu schließt die Weihnachtszeit und beginnt die Reihe der Wochen im Jahreskreis. Von der ehemals langen Weihnachtszeit kommt dann nur noch ein farblicher Tupfer an Lichtmess dran. Das an Erscheinung geweihte Wasser, mit dem wir uns jetzt besprengen,  soll uns jetzt an unsere eigene Taufe erinnern. (Besprengung mit Gang durch die Kirche)

HOMILIE

Klaus Berger, von dessen Kommentar in der Tagespost ich auch die Anregung zu den folgenden Gedankengängen übernehme, vergleicht die Berichte von der Kindheit und der Taufe Jesu mit den  Buntglasfenstern, die sich um eine Lichtquelle anordnen.

 

Der Bericht über die Taufe Jesu bildet nämlich eine Parallele zu seiner Kindheitsgeschichte. Beide heben hervor: Jesus Christus stammt vom Heiligen Geist und ist Sohn Gottes. Wie in der Kindheitsgeschichte besteht bei der Taufe eine enge Beziehung zu Johannes. Der Täufer besitzt aber weder den Heiligen Geist noch ist er Gottes Sohn und gibt dies auch offen zu. In den Kindheitsberichten sind es Engel, die die Ankunft des Erlösers verkünden und offenbaren, bei der Taufe ist es Gottes Stimme selbst, die mitteilt: „Das ist mein geliebter Sohn.“ und er sieht den Heiligen Geist wie eine Taube auf ihn herab kommen. Diese Schriftstelle ist verwandt mit der Aussage des Gottesknechtliedes bei Jesaja: „Das ist mein Erwählter…Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt.“ Der Naturpsalm 29 lässt die Stimme des Herrn über den Wassern erschallen und donnern. Ein Gewitter auf offener See ist ein sehr beeindruckendes Naturereignis. 

Es handelt sich dabei nicht um eine Adoption. Denn Gottes Sohn ist Jesus schon von Anfang an, vom Zeitpunkt seiner Empfängnis an. Denn von Maria heißt es: „Und sie empfing vom Heiligen Geist.“ Diese Botschaft wird immer mehr Menschen verkündet und das Matthäusevangelium endet mit der Aussendung der Jünger, um es allen Völkern mitzuteilen.

Gottes Kind wird man immer nur durch den Heiligen Geist. Dass Jesus bei seiner Taufe nochmals ausdrücklich den Heiligen Geist empfängt, ist Ausweis seiner Vollmacht, die ihren Ursprung schon im Anfang seines Lebens hat. Auch in der Apostelgeschichte heißt es, dass Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft.

Ist das bei uns nicht auch ähnlich? Auch wir haben schon durch die Taufe den Heiligen Geist empfangen. Denn sie geschieht ja im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Bei der Weihe des Taufwassers heißt es ausdrücklich: „Dieses Wasser empfange vom Heiligen Geist die Gnade deines eingeborenen Sohnes…Durch deinen Sohn steige herab in dieses Wasser die Kraft des Heiligen Geistes.“  

Bei der Firmung empfangen wir eine zusätzliche Begabung durch den Heiligen Geist: „Empfange die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!“

Beim Empfang des Bußsakramentes, der Beichte: „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes den  Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden.“

Bei der Krankensalbung: Durch diese heilige Salbung… stehe er dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes.“ Auf dem Sterbebett, wenn wir Abschied von dieser Welt nehmen:  heißt es: Mach dich auf den Weg Schwester, Bruder in Christus Im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters… im Namen Jesu Christi, im Namen des Sohnes des lebendigen Gottes und im Namen des Heiligen Geistes, der über ausgegossen worden ist.“

So ist unser ganzes Leben gerahmt vom Dreifaltigen Gott und stets erfüllt vom Heiligen Geist. AMEN.

A ) Allgemeines Gebet : Taufe Jesu, Sambach, 9.1.2010

Zu den einzelnen Gebets – Anliegen wiederholen wir den Satz: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

Jesus Christus ist in unsere Schuld eingetaucht, damit wir in ihm rein gewaschen werden und unser Beten zu Gott erheben können. Darum bitten wir:

1. – Für alle getauften Christen: um die sichtbare Einheit aller, die an Christus glauben…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

2.- Für alle, die in ihrem Leben nach einem Neuanfang suchen: um die Kraft zur richtigen Entscheidung und zum Durchhaltevermögen…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

3. – Für unsere koptischen Mitchristen, die dies Jahr unter Morddrohungen und Polizeischutz Weihnachten feiern mussten: um friedlichere Zeiten…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

4. – Für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Australien, weltweit und auch bei uns: um schnelle Hilfe für die Betroffenen…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

5. – Für unsere verstorbenen Schwestern und Brüder, die im Tod dem Gekreuzigten gleich geworden sind: um die Vollendung ihrer Taufe im ewigen Leben…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

Gott, du hast deinen Sohn in unser Leben und Sterben gegeben, damit wir durch dich neue Menschen sind. Darum lobpreisen wir dich in dieser Zeit und in alle Ewigkeit. AMEN

E-Mail 08.01.2011

Saturday, January 8th, 2011

Liebe Freunde,

die Heiligen Drei Könige kommen dies Jahr auch in der Mailschleife mit Verspätung an, obwohl es da keine Eisglätte gab.
Das Fest der Taufe Jesu morgen wirft die Grundfrage auf: gehört es noch zum Weihnachtskreis, oder ist es schon der Jahreskreis? Meiner Meinung nach ist es noch weitgehend vom Epiphaniegedanken als Theophanie, Erscheinung zum öffentlichen Leben gekennzeichnet. Warum man aber nicht den darauf folgenden Sonntag mit dem 1. Sonntag im Jahreskreis bezeichnet, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht weiß jemand aus der Mailschleife bescheid. Dafür jetzt schon vielen Dank.
Zum Weihnachtsrätsel kamen viele gute Antworten. Vielen Dank!

1. Das längste Evangelium dem Text nach steht bei Lukas, obwohl Matthäus 28 Kapitel und Lukas nur 24 hat. Die Kapitel bei Lukas sind nämlich unvergleichlich länger.

2. Johannes der Täufer ist ein halbes Jahr älter als Jesus. Der Verkündigungsengel informiert nämlich Maria, dass ihre Verwandte ebenfalls einen Sohn erwartet, und dass sie schon im 6. Monat sei.

3. Über den ersten Märtyrer lässt sich disputieren. Gewiss sind die Unschuldigen Kinder chronologisch gesehen die ersten, aber bei den Erwachsenen ist Johannes vor Stephanus hingerichtet worden. Nimmt man als Kriterium für das Martyrium das entschlossene Sterben für Christus und den christlichen Glauben, so steht Stephanus an der Spitze, denn Johannes starb wegen seiner Vorhaltung an die unrechtmäßige Ehe des Königs Herodes.

Mit den besten Segenswünschen
Euer(Ihr) Internetpfarrer Topits

Rückschau 2010

Saturday, January 1st, 2011

Liebe Freunde,

wenn ich die Ereignisse und Geschehnisse des zu Ende gehenden Jahres 2010 betrachte, so entdecke ich einige wichtige sog. rote Fäden. Mein Hauptziel war an den liturgischen Projekten zu arbeiten. Nun habe ich die eine Arbeit über die Umsetzung der liturgischen Beschlüsse der Konzilskonstitution „Sacrosanctum Concilium“ in den Ortsgemeinden mit einer Umfrage und Erhebung einigermaßen abgeschlossen.(Geschätzter Umsetzungsfaktor 30%) Leider kamen zu wenige Rückmeldungen aus unserer unmittelbaren Gegend. Vielen Dank auch allen, die mir dabei geholfen haben! Nun habe ich unter Anleitung  von  Professor Dr. Martin Stuflesser, Würzburg  eine größere Arbeit begonnen und zwar über die Gabenbereitung(Offertorium), wobei es um Vergleichswerte mit den Ostkirchlichen Riten(DDr. Németh)  und den Diözesangebetbüchern geht. Langsam gerate ich jedoch unter Zeitdruck, denn nur noch ein Jahr genieße ich die Privilegien eines Seniorstudenten, danach muss ich für die Studiengebühren selbst aufkommen. Größere  Ereignisse auf dem Gebiet waren ein Gespräch mit Zeitzeugen der Liturgiereform, wie auch das Symposion mit Karl Kardinal Lehmann am 4. Dezember. Herr OSTR Franz Bauer  bringt mir jetzt das NT- Griechisch bei. 

Wichtige Fortbildungen fanden statt mit dem Banater Priesterkreis in Ingolstadt, wo ich in der Fastenzeit auch einen Einkehrtag hielt, eine intensive Woche mit Gregorianischen Choral Prof. Klöckner in Münsterschwarzach,  über Trauerarbeit und Begleitung Sterbender in Werdenfels.  Es folgte zwei Wochen später noch eine Einkehrwoche mit Pfr. Ringseisen, mit dem ich schon im Februar eine hatte.  Studienreisen führten mich als geistlicher Begleiter mit dem Kolpingwerk nach Südböhmen und mit der Seelsorgerwoche in die Lausitz.  Vorträge hielt ich über den Rosenkranz bei den Dominikanerinnen vom Heiligen Grab in Bamberg, über Assisi bei den Senioren und über Südböhmen bei der Kolpingfamilie Höchstadt. Jubiläen gab es in der Verwandtschaft zwei: den 90. GT meines Großonkels Toni Hess und die diamantene Hochzeit seines Bruders Josef Hess mit Tante Kathi. In Bamberg feierte der Kreisverband sein 25-jähriges Bestehen.

Mein gesundheitlicher Zustand blieb generell stabil, dank auch meiner Tätigkeit als temporärer Hausgeistlicher der Malersdorfer Schwestern(3 x 2 Wochen). Auch konnte ich während der großen Hitzewelle im Juli drei schöne Urlaubswochen an der Ostsee verbringen. Gestärkt an Leib und Seele stellte ich mich den wachsenden Seelsorgsaufgaben der Urlaubsvertretungen hier und vor allem in Neustadt/Emskirchen, Sterpersdorf und Gremsdorf, wie auch zu punktuellen Aushilfen in drei Dekanaten, wie auch in der Anstalt der Barmherzigen Brüder und in zunehmenden Maße in meinen ehemaligen Gemeinden. Auf Betreiben meines Dekans ernannte mich das Ordinariat zum „Subsidiar“, was soviel bedeutet wie „ein in der Seelsorge helfender Geistlicher“. Nicht wissend um die wahre Bedeutung der neuen Wortschöpfung, erhielt ich von mehreren Seiten Anrufe und Glückwünsche!  Dankbar bin ich, dass ich jetzt wenigstens am Sonntag eine feste Gottesdienstgemeinde  habe (Gremsdorf) und das die Leute und Kinder so gut mitmachen. Denn schließlich bin ich nach wie vor gerne Seelsorger, wenn auch nur als  bescheidener Mitarbeiter im Weinberge des Herrn. Als solcher durfte ich mehrmals taufen und zwar auch in meiner Verwandtschaft: Fiona Zimmermann, Enkelin einer Cousine väterlicherseits aus Kemmern und den zweiten Sohn meines Neffen Elmar in Pommersfelden. Mit ihm zusammen wurde getauft Dominik Kriebel aus Reckendorf. Beehrt hatte mich auch eine Familie aus Steppach mit der Taufe ihrer Erstgeborenen Amelie Karbacher. Es folgten in der Osterzeit die Kindergartenkinder Viktoria und Dennis Zeiser hier und im Mai Sophie Zeiler aus Limbach in Pommersfelden. Im November taufte ich aus dem Siegismunder Bekanntenkreis Leonie Novy, eine Woche später einen Noel in Etzelskirchen und am 1. Advent in Gremsdorf gleich zwei Kinder: Lena und Max. So mancher Gemeindepfarrer hat keine 11 Taufen zu Verzeichnen gehabt. Bei den Trauungen war es auch bei mir heuer, dem Trend entsprechend, etwas mager bestellt. Selber hielt ich nur eine einzige richtige Trauung in Neustadt: Stefan und Radmilla Schultheiß. Mitgewirkt habe ich dann noch bei zwei weiteren Trauungen: Christian und Susanne Zwanziger, Uehlfeld und Christian und Susanne Plätzer.   Umso häufiger waren hingegen die Beerdigungen. Im Bekanntenkreis verstarben: Bayer Kunigunda, geb. Behr, die Oma von Evi Dotterweich und Thomas Pröls aus Schlüsselfeld und in Sambach habe mitgewirkt bei: Maar Herbert und Durmann Agnes, in Scheinfeld Hofmann Lina; in Höchstadt: Amtmann Margareta, geb. Scharold und Maier Maria, geb. März; Schwandner Sonja (Lonnerstadt); in  NEA: Füzfa Magdalena, die Frau des ehemaligen Mesners und Landsmännin aus Sanktanna;   Dedek Franziska; Opholz Alex; Lantin Günter, geb. Goebbels; Peschkit Marga;  Krämer Marianne, geb. Tasler(Münchsteinach), Günther Cäcilia(Emskirchen).    

Durch einen gegebenen Anlass trat ich der Selbsthilfegruppe der Wachkommapatienten bei und konnte bis jetzt fast jede monatliche Runde der Angehörigen besuchen. Auch besuchte ich hin und wieder die Tafel und die Seniorenheime. Im Krankenhaus werde ich auch häufig gebraucht. Dort geht es meist um Versehgänge und Krankensalbungen. Leider habe ich schon zwei Gefäße für das Krankenöl dabei verloren. Der heilige Antonius schiebt auch sonst schon bei mir Überstunden. Kürzlich kam auch mein Reisepass abhanden. Einiges findet sich wieder, wie z. B. mein Ladegerät für die Kamera, anderes bleibt verlegt. Die Runde der Hauskranken musste wegen meiner häufigen Abwesenheit einige Male warten. Die Not im Lande nimmt immer mehr zu. Viele Menschen haben nicht mal das Nötigste zum Überleben. Wenn dann noch Krankheit oder Sucht hinzukommt, sieht es schwierig aus. Es ist schön, wenn man helfen kann, aber zuweilen übersteigen die gestellten Anforderungen die eigenen schwachen Kräfte. Abends gibt es dann noch sehr oft Telefonseelsorge. Einige Freude bereitet mir die Internetgemeinde mit ihrem Gedankenaustausch. Auch in diesem Jahr durfte ich sehr viele Menschen und Familien kennen lernen, einigen wenigen konnte ich vielleicht helfen, manche trösten oder wieder aufrichten. Ihnen und Euch allen gesegnete Feiertage von

Eurem(Ihren) Internetpfarrer Egmont Franz Topits

Neujahr 2011, Hochfest der Gottesmutter Maria, Gremsdorf

Saturday, January 1st, 2011

Numeri 6,22-27; Psalm 67,2-8; Galater 4,4-7; Lukas 2,16-21

Liedvorschläge: 851/1+2+3; 820; 149,4; 530,6; 851,4-6; 469; 470,1+2; 850; 135;  577,1+4

Auf dem Friedhof in Bad Wörishofen entdeckte ich vor einem Jahr ein interessantes Grab. Es gehörte einem Uhrmacher. Auf dem Grabstein war tatsächlich eine Uhr eingemeißelt mit einem großen Zeiger nach Oben. Darunter stand der Grabspruch:

 „Meine Zeit liegt in deinen Händen.“ (Psalm 31,16a) oder nach der Einheitsübersetzung „In deiner Hand liegt mein Geschick.“ (Psalm 31,16a)

Neujahr hat es mit der Zeit zu tun. Das neue Jahr ist erst wenige Stunden alt, und liegt wie ein soeben geborenes Kind vor uns.  Was wird in den folgenden 365 Tagen alles auf uns zukommen? Das wissen wir noch nicht, aber wir wissen, dass auch die Zeit des neuen Jahres in Gottes Händen liegt.

Die Kirche gibt uns einen Wegweiser mit. Es ist Maria. Sie nimmt uns an der Hand und führt uns in das neue Jahr ein. Sie bedenkt mit uns auch die Ereignisse des alten Jahres und hilft sie uns zu sortieren. Für sie war einiges recht bedeutsam: Der Besuch des Engels, ihre eigenartige Schwangerschaft und die Probleme ihres Bräutigams damit, die Geburt ihres Sohnes in einem Stall, die Sorge um das Kind, die Besuche der Hirten und ihre eigenartige Erzählung von der Botschaft des Weihnachtsengels, die Huldigung der Sterndeuter aus dem Osten. Es braucht Zeit, bis sie alles verarbeiten und nachvollziehen konnte, dass sie von Gott ein Kind zur Welt gebracht hat.

Noch nicht vermag sie die Zukunft des Kindes erahnen. Dass er sobald als Kleinkind vor den Tötungsabsichten des Königs Herodes nach Ägypten flüchten muss und dass er später im Tempel zurückbleibt und dann nach seiner Lehre seinen eigenen Wege mit den Jüngern geht bis zu seinem Leidensweg und Kreuzestod. Aber eines weiß Maria von Anfang an: Gott wird mich dabei begleiten und wird mir beistehen. Meine Zeit steht in seinen Händen. Daraus schöpft sie Kraft und Mut, ihren Lebensweg zu beschreiten und zu meistern.

Mit Maria bedenken auch wir die Ereignisse des vergangenen Jahres. Was lassen wir hinter uns? Wo gehen wir hin?  Was geschah in unserer Pfarrgemeinde?  einige Kinder sind durch die Taufe, Erstkommunion und Firmung in unsere Pfarrgemeinde und die Kirche aufgenommen worden, andere haben geheiratet, wiederum andere sind gestorben oder gar ausgetreten. Wir bedenken auch unser persönliches Leben: unsere Erkrankungen, Freuden und Leiden. Ein Jahr sind wir älter geworden und näher an die Ewigkeit heran gekommen.

Und mit ihr an der Hand wollen wir uns mutig in das Neue Jahr hineinwagen. Was wird sich verändern, was bleibt beim Alten? Keiner weiß, was das neue Jahr bringen wird, aber eines ist sicher: Gott ist bei uns, das zeigt uns Maria. Die Hirten gingen als Verwandelte zurück zu ihren Herden und ihrem Alltag. Sie hatten eigentlich nur ein Kind gesehen, aber sehr viel mitgenommen. Denn sie hatten in diesem Kind ihren Erlöser und Heiland erkannt. Sie stehen für die, die genauer hinsehen und dann als Zeugen der Frohen Botschaft auftreten.

Es geht ja darum, dass wir als Christen einer erfüllten Zeit entgegen gehen. Acht Tage nach seiner Geburt vollendet sich die Geburt des Messias  gewissermaßen mit seiner Namensgebung. Der Name des Kindes: „Jesus“ ist auch für uns Programm: „Gott rettet“ – „Gott hilft“. Er vermittelt uns den Segen Gottes, wie ihn Aaron, der Bruder  des Mose für sein Volk erfleht hat: „Gott lasse sein Angesicht über dich leuchten.“ d.h. er strahle dich an. Gott erhebt sein Gesicht über dich und schaut dich gütig an. Besser kann das Neue Jahr nicht beginnen. „Denn der Herr krönt das Jahr mit seinem Segen. Auch seine Zeit liegt in den Händen Gottes!“

FÜRBITTEN ZUM JAHRESWECHSEL 2010/2011 Gremsdorf 

In Gottes Namen beginnen wir das neue Jahr. Voll Vertrauen bitten wir ihn:

1. Für die  Kinder, die in diesem Jahr in der Pfarrkirche  getauft worden sind, damit sie von ihren Eltern eine gute christliche Erziehung erhalten…
2. Für die Brautpaare, die in diesem Jahr hier geheiratet haben, damit
sie miteinander glücklich werden…
3. Für die 7 Kinder, die am Weißen Sonntag  zur  Erstkommunion gin
gen und die  Neugefirmten: Festige sie in ihrem Aufgabenbe-   reich…
4. Für die vielen guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  in Kirchen
verwaltung, Pfarrgemeinderat,  Mesnerdienst, Organisten, Lektorenkreis und Kommunionhelfer, Blumenschmuck und Kirchenputz,   Kindergarten, Kinder- und Familiengottesdienstkreis, Jugendgruppe;  für die  Ministranten, wie auch für die  vielen Helferinnen und Helfer aus der ganzen Pfarrgemeinde und für alle die gespendet haben; Schenke uns auch weiterhin eine gute  Zusammenarbeit…
5.  Für die Verstorbenen dieses Jahres um letzte Vollendung und Er
füllung…
6. Gewähre uns auch im Neuen Jahr gedeihliches Wetter, Frieden und

Eintracht, dass unsere Arbeitsplätze erhalten bleiben und dass es uns  gelingt den Armen hier und weltweit tatkräftig zu helfen…
Ewiger Gott, du begleitest unseren Lebensweg mit deinem Segen. Wir danken dir und loben und preisen dich heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. AMEN.