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Archive für 1.1.2011

Rückschau 2010

Liebe Freunde,

wenn ich die Ereignisse und Geschehnisse des zu Ende gehenden Jahres 2010 betrachte, so entdecke ich einige wichtige sog. rote Fäden. Mein Hauptziel war an den liturgischen Projekten zu arbeiten. Nun habe ich die eine Arbeit über die Umsetzung der liturgischen Beschlüsse der Konzilskonstitution „Sacrosanctum Concilium“ in den Ortsgemeinden mit einer Umfrage und Erhebung einigermaßen abgeschlossen.(Geschätzter Umsetzungsfaktor 30%) Leider kamen zu wenige Rückmeldungen aus unserer unmittelbaren Gegend. Vielen Dank auch allen, die mir dabei geholfen haben! Nun habe ich unter Anleitung  von  Professor Dr. Martin Stuflesser, Würzburg  eine größere Arbeit begonnen und zwar über die Gabenbereitung(Offertorium), wobei es um Vergleichswerte mit den Ostkirchlichen Riten(DDr. Németh)  und den Diözesangebetbüchern geht. Langsam gerate ich jedoch unter Zeitdruck, denn nur noch ein Jahr genieße ich die Privilegien eines Seniorstudenten, danach muss ich für die Studiengebühren selbst aufkommen. Größere  Ereignisse auf dem Gebiet waren ein Gespräch mit Zeitzeugen der Liturgiereform, wie auch das Symposion mit Karl Kardinal Lehmann am 4. Dezember. Herr OSTR Franz Bauer  bringt mir jetzt das NT- Griechisch bei. 

Wichtige Fortbildungen fanden statt mit dem Banater Priesterkreis in Ingolstadt, wo ich in der Fastenzeit auch einen Einkehrtag hielt, eine intensive Woche mit Gregorianischen Choral Prof. Klöckner in Münsterschwarzach,  über Trauerarbeit und Begleitung Sterbender in Werdenfels.  Es folgte zwei Wochen später noch eine Einkehrwoche mit Pfr. Ringseisen, mit dem ich schon im Februar eine hatte.  Studienreisen führten mich als geistlicher Begleiter mit dem Kolpingwerk nach Südböhmen und mit der Seelsorgerwoche in die Lausitz.  Vorträge hielt ich über den Rosenkranz bei den Dominikanerinnen vom Heiligen Grab in Bamberg, über Assisi bei den Senioren und über Südböhmen bei der Kolpingfamilie Höchstadt. Jubiläen gab es in der Verwandtschaft zwei: den 90. GT meines Großonkels Toni Hess und die diamantene Hochzeit seines Bruders Josef Hess mit Tante Kathi. In Bamberg feierte der Kreisverband sein 25-jähriges Bestehen.

Mein gesundheitlicher Zustand blieb generell stabil, dank auch meiner Tätigkeit als temporärer Hausgeistlicher der Malersdorfer Schwestern(3 x 2 Wochen). Auch konnte ich während der großen Hitzewelle im Juli drei schöne Urlaubswochen an der Ostsee verbringen. Gestärkt an Leib und Seele stellte ich mich den wachsenden Seelsorgsaufgaben der Urlaubsvertretungen hier und vor allem in Neustadt/Emskirchen, Sterpersdorf und Gremsdorf, wie auch zu punktuellen Aushilfen in drei Dekanaten, wie auch in der Anstalt der Barmherzigen Brüder und in zunehmenden Maße in meinen ehemaligen Gemeinden. Auf Betreiben meines Dekans ernannte mich das Ordinariat zum „Subsidiar“, was soviel bedeutet wie „ein in der Seelsorge helfender Geistlicher“. Nicht wissend um die wahre Bedeutung der neuen Wortschöpfung, erhielt ich von mehreren Seiten Anrufe und Glückwünsche!  Dankbar bin ich, dass ich jetzt wenigstens am Sonntag eine feste Gottesdienstgemeinde  habe (Gremsdorf) und das die Leute und Kinder so gut mitmachen. Denn schließlich bin ich nach wie vor gerne Seelsorger, wenn auch nur als  bescheidener Mitarbeiter im Weinberge des Herrn. Als solcher durfte ich mehrmals taufen und zwar auch in meiner Verwandtschaft: Fiona Zimmermann, Enkelin einer Cousine väterlicherseits aus Kemmern und den zweiten Sohn meines Neffen Elmar in Pommersfelden. Mit ihm zusammen wurde getauft Dominik Kriebel aus Reckendorf. Beehrt hatte mich auch eine Familie aus Steppach mit der Taufe ihrer Erstgeborenen Amelie Karbacher. Es folgten in der Osterzeit die Kindergartenkinder Viktoria und Dennis Zeiser hier und im Mai Sophie Zeiler aus Limbach in Pommersfelden. Im November taufte ich aus dem Siegismunder Bekanntenkreis Leonie Novy, eine Woche später einen Noel in Etzelskirchen und am 1. Advent in Gremsdorf gleich zwei Kinder: Lena und Max. So mancher Gemeindepfarrer hat keine 11 Taufen zu Verzeichnen gehabt. Bei den Trauungen war es auch bei mir heuer, dem Trend entsprechend, etwas mager bestellt. Selber hielt ich nur eine einzige richtige Trauung in Neustadt: Stefan und Radmilla Schultheiß. Mitgewirkt habe ich dann noch bei zwei weiteren Trauungen: Christian und Susanne Zwanziger, Uehlfeld und Christian und Susanne Plätzer.   Umso häufiger waren hingegen die Beerdigungen. Im Bekanntenkreis verstarben: Bayer Kunigunda, geb. Behr, die Oma von Evi Dotterweich und Thomas Pröls aus Schlüsselfeld und in Sambach habe mitgewirkt bei: Maar Herbert und Durmann Agnes, in Scheinfeld Hofmann Lina; in Höchstadt: Amtmann Margareta, geb. Scharold und Maier Maria, geb. März; Schwandner Sonja (Lonnerstadt); in  NEA: Füzfa Magdalena, die Frau des ehemaligen Mesners und Landsmännin aus Sanktanna;   Dedek Franziska; Opholz Alex; Lantin Günter, geb. Goebbels; Peschkit Marga;  Krämer Marianne, geb. Tasler(Münchsteinach), Günther Cäcilia(Emskirchen).    

Durch einen gegebenen Anlass trat ich der Selbsthilfegruppe der Wachkommapatienten bei und konnte bis jetzt fast jede monatliche Runde der Angehörigen besuchen. Auch besuchte ich hin und wieder die Tafel und die Seniorenheime. Im Krankenhaus werde ich auch häufig gebraucht. Dort geht es meist um Versehgänge und Krankensalbungen. Leider habe ich schon zwei Gefäße für das Krankenöl dabei verloren. Der heilige Antonius schiebt auch sonst schon bei mir Überstunden. Kürzlich kam auch mein Reisepass abhanden. Einiges findet sich wieder, wie z. B. mein Ladegerät für die Kamera, anderes bleibt verlegt. Die Runde der Hauskranken musste wegen meiner häufigen Abwesenheit einige Male warten. Die Not im Lande nimmt immer mehr zu. Viele Menschen haben nicht mal das Nötigste zum Überleben. Wenn dann noch Krankheit oder Sucht hinzukommt, sieht es schwierig aus. Es ist schön, wenn man helfen kann, aber zuweilen übersteigen die gestellten Anforderungen die eigenen schwachen Kräfte. Abends gibt es dann noch sehr oft Telefonseelsorge. Einige Freude bereitet mir die Internetgemeinde mit ihrem Gedankenaustausch. Auch in diesem Jahr durfte ich sehr viele Menschen und Familien kennen lernen, einigen wenigen konnte ich vielleicht helfen, manche trösten oder wieder aufrichten. Ihnen und Euch allen gesegnete Feiertage von

Eurem(Ihren) Internetpfarrer Egmont Franz Topits

Neujahr 2011, Hochfest der Gottesmutter Maria, Gremsdorf

Numeri 6,22-27; Psalm 67,2-8; Galater 4,4-7; Lukas 2,16-21

Liedvorschläge: 851/1+2+3; 820; 149,4; 530,6; 851,4-6; 469; 470,1+2; 850; 135;  577,1+4

Auf dem Friedhof in Bad Wörishofen entdeckte ich vor einem Jahr ein interessantes Grab. Es gehörte einem Uhrmacher. Auf dem Grabstein war tatsächlich eine Uhr eingemeißelt mit einem großen Zeiger nach Oben. Darunter stand der Grabspruch:

 „Meine Zeit liegt in deinen Händen.“ (Psalm 31,16a) oder nach der Einheitsübersetzung „In deiner Hand liegt mein Geschick.“ (Psalm 31,16a)

Neujahr hat es mit der Zeit zu tun. Das neue Jahr ist erst wenige Stunden alt, und liegt wie ein soeben geborenes Kind vor uns.  Was wird in den folgenden 365 Tagen alles auf uns zukommen? Das wissen wir noch nicht, aber wir wissen, dass auch die Zeit des neuen Jahres in Gottes Händen liegt.

Die Kirche gibt uns einen Wegweiser mit. Es ist Maria. Sie nimmt uns an der Hand und führt uns in das neue Jahr ein. Sie bedenkt mit uns auch die Ereignisse des alten Jahres und hilft sie uns zu sortieren. Für sie war einiges recht bedeutsam: Der Besuch des Engels, ihre eigenartige Schwangerschaft und die Probleme ihres Bräutigams damit, die Geburt ihres Sohnes in einem Stall, die Sorge um das Kind, die Besuche der Hirten und ihre eigenartige Erzählung von der Botschaft des Weihnachtsengels, die Huldigung der Sterndeuter aus dem Osten. Es braucht Zeit, bis sie alles verarbeiten und nachvollziehen konnte, dass sie von Gott ein Kind zur Welt gebracht hat.

Noch nicht vermag sie die Zukunft des Kindes erahnen. Dass er sobald als Kleinkind vor den Tötungsabsichten des Königs Herodes nach Ägypten flüchten muss und dass er später im Tempel zurückbleibt und dann nach seiner Lehre seinen eigenen Wege mit den Jüngern geht bis zu seinem Leidensweg und Kreuzestod. Aber eines weiß Maria von Anfang an: Gott wird mich dabei begleiten und wird mir beistehen. Meine Zeit steht in seinen Händen. Daraus schöpft sie Kraft und Mut, ihren Lebensweg zu beschreiten und zu meistern.

Mit Maria bedenken auch wir die Ereignisse des vergangenen Jahres. Was lassen wir hinter uns? Wo gehen wir hin?  Was geschah in unserer Pfarrgemeinde?  einige Kinder sind durch die Taufe, Erstkommunion und Firmung in unsere Pfarrgemeinde und die Kirche aufgenommen worden, andere haben geheiratet, wiederum andere sind gestorben oder gar ausgetreten. Wir bedenken auch unser persönliches Leben: unsere Erkrankungen, Freuden und Leiden. Ein Jahr sind wir älter geworden und näher an die Ewigkeit heran gekommen.

Und mit ihr an der Hand wollen wir uns mutig in das Neue Jahr hineinwagen. Was wird sich verändern, was bleibt beim Alten? Keiner weiß, was das neue Jahr bringen wird, aber eines ist sicher: Gott ist bei uns, das zeigt uns Maria. Die Hirten gingen als Verwandelte zurück zu ihren Herden und ihrem Alltag. Sie hatten eigentlich nur ein Kind gesehen, aber sehr viel mitgenommen. Denn sie hatten in diesem Kind ihren Erlöser und Heiland erkannt. Sie stehen für die, die genauer hinsehen und dann als Zeugen der Frohen Botschaft auftreten.

Es geht ja darum, dass wir als Christen einer erfüllten Zeit entgegen gehen. Acht Tage nach seiner Geburt vollendet sich die Geburt des Messias  gewissermaßen mit seiner Namensgebung. Der Name des Kindes: „Jesus“ ist auch für uns Programm: „Gott rettet“ - „Gott hilft“. Er vermittelt uns den Segen Gottes, wie ihn Aaron, der Bruder  des Mose für sein Volk erfleht hat: „Gott lasse sein Angesicht über dich leuchten.“ d.h. er strahle dich an. Gott erhebt sein Gesicht über dich und schaut dich gütig an. Besser kann das Neue Jahr nicht beginnen. „Denn der Herr krönt das Jahr mit seinem Segen. Auch seine Zeit liegt in den Händen Gottes!“

FÜRBITTEN ZUM JAHRESWECHSEL 2010/2011 Gremsdorf 

In Gottes Namen beginnen wir das neue Jahr. Voll Vertrauen bitten wir ihn:

1. Für die  Kinder, die in diesem Jahr in der Pfarrkirche  getauft worden sind, damit sie von ihren Eltern eine gute christliche Erziehung erhalten…
2. Für die Brautpaare, die in diesem Jahr hier geheiratet haben, damit
sie miteinander glücklich werden…
3. Für die 7 Kinder, die am Weißen Sonntag  zur  Erstkommunion gin
gen und die  Neugefirmten: Festige sie in ihrem Aufgabenbe-   reich…
4. Für die vielen guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  in Kirchen
verwaltung, Pfarrgemeinderat,  Mesnerdienst, Organisten, Lektorenkreis und Kommunionhelfer, Blumenschmuck und Kirchenputz,   Kindergarten, Kinder- und Familiengottesdienstkreis, Jugendgruppe;  für die  Ministranten, wie auch für die  vielen Helferinnen und Helfer aus der ganzen Pfarrgemeinde und für alle die gespendet haben; Schenke uns auch weiterhin eine gute  Zusammenarbeit…
5.  Für die Verstorbenen dieses Jahres um letzte Vollendung und Er
füllung…
6. Gewähre uns auch im Neuen Jahr gedeihliches Wetter, Frieden und

Eintracht, dass unsere Arbeitsplätze erhalten bleiben und dass es uns  gelingt den Armen hier und weltweit tatkräftig zu helfen…
Ewiger Gott, du begleitest unseren Lebensweg mit deinem Segen. Wir danken dir und loben und preisen dich heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. AMEN.

 

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