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Erscheinung des Herrn, Gremsdorf , 6. 1.2011

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 8.1.2011 @ 09:59 In Pfarrer Topits | 388 Kommentare

Jesaja: 60,1-6; Psalm 72,1-2. 7-8.10-13; Epheser 3,2-6; Mat. 2,1-12

Liedvorschläge: 139; 129; 927,4-6; 153; 146; 941,1; 959; Kommunion: 555Dankgesang 135; 147.

PREDIGT

Zu meinen schönsten Weihnachtsgeschenken zählt ein Film, den mir eine Teilnehmerin unserer Internetgemeinde überspielt hat. Er zeigt Aufnahmen vom Weltraumteleskop Hubble über das Weltall: neue Galaxien, wie neue Sterne entstehen oder verlöschen, Riesensterne explodieren. Nach Meinung vieler Astronomen, beginnend mit Kepler, handelte es sich beim Weihnachtsstern um eine Konjunktion zweier Planeten, d.h. deren Bahnen sich optisch kreuzten. Jupiter, der Königsstern kreuzte seine Bahn mit dem Saturn, dem Stern der Völker aus Palästina und das ganz erfolgte auf dem Hintergrund des Sternbildes der Fische. Im vermeintlichen Geburtsjahr Jesu - unsere gegenwärtige Zeitrechnung ist nicht ganz genau - gab es gleich dreimal solche Konjunktionen.

Wie dem auch sei, bei der Ankunft der Sterndeuter, erschrak Herodes und ganz Jerusalem mit ihm. Damit sind die Hohenpriester gemeint, der Hohe Rat der Ältesten, bestehend aus ung. 70 Personen, damit sind die Mächtigen, die Reichen und Geschäftsleute gemeint, nicht aber die gesamte Bevölkerung und schon gar nicht die Armen und Notleidenden.

Herodes und seine Konsorten befürchten, sobald dieser Neue König an die Macht kommt, werden sie keinerlei Macht und keinen Einfluss mehr ausüben. Denn die Karten werden dann auf jeden Fall neu gemischt.  Ja, seine und ihre Tage werden dann gezählt sein. Deshalb fasst Herodes all sogleich den Plan: Das Kind muss weg, muss getötet werden. Dabei geht er behutsam und listig vor, damit die Sterndeuter ja nichts davon merken. Ja, er missbraucht sie sogar für seine Zwecke, um genau auszukundschaften, wo sich der neugeborene Königssohn befindet. Jetzt schon tun sich die Mächte zusammen, die vorhaben, Jesus später zu kreuzigen. Doch sie vermögen seine Botschaft nicht aufhalten.

Warum tun sich die Religionsführer Israels so schwer mit der Geburt eines neuen Messias- Königs? Warum handeln sie nicht und bekennen sich zu ihm, zumal sie ziemlich genau über Ort und Zeit seiner Geburt bescheid wissen? Sie hätten doch die Zukunft in der Hand haben können, aber sie wollten sie nicht. Sie wollten, dass eben alles beim Alten bleibe. Auch ist der Weg von der Einsicht bis zur Durchführung ein sehr weiter.

Der Sohn Gottes ist Gottes neuer Bund, d.h. Gottes neue Kontaktaufnahme mit den Menschen. Gott will durch den neuen Wein in neuen Schläuchen wirken. Dem jungen Messiaskönig traut Gott zu, seinen Bund zu erneuern. Auch wir wollen Neues in unserem Glaubensleben zulassen. Die jugendlichen Sternsinger verbreiten dazu einen Hauch an Freude und viel Mut. Mit der frohen Botschaft gehen sie in die Häuser unserer Pfarrgemeinde und schreiben mit der geweihten Kreide: CMB: „Christus Mansionem  Bedenicat“ (Christus segne dieses Haus!) Die Kreide, die in früheren Zeiten zum Teil als Medikament Verwendung fand,  erinnert einerseits an die Mhyrre,  andererseits aber darauf, dass nach Überzeugung der damaligen Menschen, die weiße Farbe für die Dämonen unsichtbar war und die Menschen besser schützen konnte.


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