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4. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 30.01.2011

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 30.1.2011 @ 21:29 In Pfarrer Topits | 295 Kommentare

Zefanja 2,3; 3,12-13; Ps 146; 1 Kor 1,26-31; Mt 5,1-12a

Liedvorschläge: 614,1+2; 464; 630,1; 530,6; 264; 469;470,1+2; Kommunion: 829 und Dankgesang 473,1+2; zum Auszug eventuell 897,1

ERÖFFNUNGSVERS

Der Herr der Herrlichkeit und der Spender jeder Gnade sei mit euch!

Wir wollen deinen heiligen Namen (Gott) preisen, uns rühmen, weil wir dich loben dürfen…Meistens aber jammern und klagen wir. Ich bekenne Gott, dem allmächtigen….

 

HOMILIE

Es gibt in Bamberg eine schöne moderne Kirche, namens  St. Urban im Babenberger Viertel gleich links, wenn man von der B 22  auf dem Münchener Ring von Debring her in die Stadt fährt. Das Gotteshaus bezieht sein Licht aus 8 Fenstern, die 8 breite Lichtströme hereinleiten und den Raum durchfluten. Es sind die Fenster der 8 Seligkeiten. Da ist das Fenster der Armen, der Trauernden, der Gewaltlosen, der Gerechten, der Barmherzigen, derer die  reinen Herzens sind, der Friedensstifter, der Verfolgten. Im Heiligen Land gibt es am Ufer des Sees Genesareth ebenfalls eine Kirche der 8 Seligkeiten, die wir voraussichtlich besuchen werden. Die Bamberger Kirche fasziniert mich jedes Mal  und ich suche sie gerne auf, um dort  zu meditieren. Denn die 8 Seligkeiten spenden das Licht von dem unser christlicher Glaube lebt.

Zunächst sind die Seligpreisungen Glückwünsche für Menschen, die sich an der frohen Botschaft, am Evangelium ausrichten. Sie tun gut daran, denn ihre Heilsgeschichte geht gut aus. Die 8 Seligpreisungen bei Matthäus, - Lukas kennt nur 4 -,  hängen inhaltlich zusammen.  Der arme und trauernde Mensch rechnet mit dem Trost Gottes. Der gelobte Mensch ist nicht gewalttätig, er nimmt sich in seiner Machtausübung zurück, er ist friedfertig und barmherzig. 

Der Lohn, den die Christen für ihr Leiden und Tun erhalten, ist überweltlich und zukünftig. Es gibt einen Ausgleich für Verzicht und Mühen, es gibt Gerechtigkeit für alles Leiden. Es gilt der überschießende Lohn, der im Kreislauf des Gebens und Nehmens noch aussteht und den nur Gott kennt. Alles tun und leiden soll Gott ähnlich machen, der vollkommen ist in seiner Geduld und Barmherzigkeit. Solches Bestreben lässt aber jetzt schon Freude aufkommen. „Freut euch und jubelt!“  

Der Auftakt: „Selig sind…makarioi “ ist nicht einfach zu umschreiben. Man hat es in verschiedenen Zeiten versucht anders zu übersetzen. In den 30-er Jahren des Dritten Reiches hieß es „Heil euch, ihr Armen! …“, aber das Wortspiel mit dem Heil, hat sich bald ins Gegenteil gekehrt, dass in Strömen von Blut und Gewalt endete. In  den 70-er Jahren hieß es „Wohl euch, ihr Armen, ihr Trauernden, ihr Hungernden…“ Aber das klingt recht flach  nach Wohlstand und Wohlergehen. Das kann es wohl auch nicht sein, was Jesus gemeint hat. So ist man wieder zu der seit alters her gewohnten Übersetzung: „Selig“ zurückgekehrt. Der Ausdruck lässt sich gut mit dem Wort umschreiben: „Gesegnet sind vom Herrn, die Armen, die Trauernden, die Friedfertigen…Denn die Seligpreisungen sind doch letztlich gemeint als Segen und Verheißung. Gesegnet sind sie nicht, weil Armut, Trauer, Verfolgung der 100 Millionen Christen weltweit an sich etwas Schönes wären, sondern weil Gott sich auf ihre Seite stellt und die Betroffenen mit ihm rechnen, ihre Hilfsbedürftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit anerkennen. „Denn Gott hat das Schwache in der Welt erwählt, das Niedrige und Verachtete.“ (1 Kor 1,27-28)

Gesegnet sind sie, weil Jesus nie müde wird zu betonen, weshalb er in die Welt gekommen ist, nämlich „um zu retten, was verloren war.“ Denn „ nicht die Gesunden bedürfen des Arztes und der Hilfe Gottes, sondern die Kranken.

Gleichzeitig sind die Seligpreisungen auch ein Appell an alle, das Menschenmögliche zu tun, damit der Hunger nach Gerechtigkeit gestillt wird, die Trauernden Trost erfahren. Gott will nicht alles allein machen, sondern lädt ein mit ihm mitzuwirken. Diese Zusammenarbeit ist wie das Öffnen der Fenster in der Kirche, um das Licht hereinzulassen.

Menschen mit solch einer Grundhaltung werden empfänglich für den Aufruf des Propheten Zefanja: „Sucht den Herrn, sucht Gerechtigkeit, sucht Demut!“ In den Kehrvers des Psalms können auch wir einstimmen: „Wohl dem Menschen, der Gottes Wege geht und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott setzt.“ Amen.

A)          4. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf. , 30.01.2011

Wir wiederholen heute: Du, unser Retter, erbarme dich!

Jesus Christus hat uns gesagt, wer in seinen Augen selig ist. Im Wissen um unsere innere Armut und Erlösungsbedürf-tigkeit beten wir voll Vertrauen:

1.- Wir beten für die anglikanischen Christen, die mit ihren Bischöfen und Priestern sich nach der vollen Einheit mit der katholischen Kirche sehnen und auch schon vollzogen  haben…

ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich

2.- Wir beten für die Ordensgemeinschaften, die in unserer Konsum- und Spaßgesellschaft kaum noch  Nachwuchs

finden…

  ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!

3. - Wir beten für die Menschen im Heiligen Land, in Ägypten und Tunesien: um Frieden, Gerechtigkeit, Verständnis und Toleranz im Alltag…

ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!

4.- Wir beten auch für unsere Pfarrgemeinde,  damit wir durch Lesen und Betrachten der  Bibel zu einem vertieften Glauben kommen…

ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!

5.- Wir beten für die Toten des Terroranschlags in Moskau und alle unsere Verstorbenen, die von uns gegangen und heimgekehrt sind zu Dir…

ALLE: Du, unser Retter, erbarme dich!

Gott, unser Vater, wir danken dir für die Frohe Botschaft, die uns dein Sohn gebracht hat, und preisen dich jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.


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