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Darstellung des Herrn, 2. 2. 2011(Emskirchen, NEA, Gremsdorf)

Dieser Eintrag stammt von eduard Am 2.2.2011 @ 21:34 In Pfarrer Topits | 480 Kommentare

40 Tage nach Weihnachten feiert die Kirche die Erinnerung, dass der Jesusknabe nach seiner Geburt von Maria und Josef in den Tempel gebracht wurde, um ihn Gott darzustellen. Pilgerin Aetheria berichtet schon im 4. Jh., dass man den 40. Tag nach Erscheinung in Jerusalem mit einer festlichen Prozession und Eucharistiefeier begangen habe. Im 5. Jh. feiert die Ostkirche bereits das Fest „Hypapante“ (Fest der Begegnung) mit einer Lichterprozession. Fast zur gleichen Zeit entstand ein ähnliches Fest auch in Rom, um eine heidnische Sühneprozession zu verdrängen. Die Kerzenweihe vor dem Gottesdienst entstand um die Jahrtausendwende in Gallien(das Gebiet des heutigen Frankreichs) Lichterweihe und Prozession führten zur deutschen Bezeichnung „Lichtmess“ Durch die Lichterprozession soll zum Ausdruck gebracht werden: Christus, das Licht der Welt kommt erstmals in den Tempel, in das Haus seines Vaters und begegnet in Simeon und Hanna erstmals seinem Volk. 

Die Gottesmutter ordnet sich der Vorschrift unter, die für Wöchnerinnen galt: 33 Tage nach der Geburt galten Mütter als kultisch  unrein, mussten zu Hause bleiben. Auf keinen Fall durften sie den Tempel betreten. Die Vorschrift galt für die Geburt eines jeden Kindes, sei es Junge oder Mädchen. Nach dieser Wartezeit mussten sie in den Tempel gehen und das sog. Reinigungsopfer darbringen lassen. Das bestand eigentlich in einem einjährigen Schaf, das die Mutter dem Priester als Brandopfer an den Eingang des Offenbarungszeltes brachte. Er sollte sie entsühnen und so kultisch von ihrem Blutfluss reinigen. Wenn sie die Mittel für ein Schaf nicht aufbringen konnte, durfte sie auch 2 Tauben opfern: die eine als Brandopfer, die andere als Sühneopfer. Bei Maria und Josef scheint es nur für das Armenopfer gereicht zu haben. Am Nikanortor an der Ostseite des Frauenvorhofes wurde Maria von einem Priester für rein erklärt, was sie ja eigentlich immer schon war. Denn sie bringt ja denjenigen in den Tempel, der sein Volk von seinen Sünden reinigen wird. In den beiden Tauben sahen die Kirchenväter stets die beiden Testamente: den alten Bund mit dem Brandopfer und den neuen mit dem Sühneopfer, das Jesus Christus selber darbringen wird.

Zu dem Reinigungsopfer kam noch eine zweite Vorschrift hinzu, wenn es sich beim Kind um einen erstgeborenen Knaben handelte. In Erinnerung an den Auszug der Ägypter, der von Gott dadurch beim Pharao gleichsam erzwungen wurde, dass er die Erstgeboren Söhne der Ägypter mit dem Tod schlug, gehörte  jede männliche Erstgeburt dem Herrn und musst ausgelöst werden. Das Lösegeld von 5 Scheckel  mussten die Eltern nicht im Tempel, sondern konnten es  auch bei jedem Priester in Israel entrichten. Eine Darstellung im Sinne einer Weihe des Erstgeborenen im Tempel, wodurch das Kind an Gott als Eigentum überantwortet wird,  sah das Gesetz eigentlich nicht vor. Die Darstellung, von der Lukas spricht erinnert am ehesten an die Erfüllung des Gelübdes der lange Zeit kinderlosen Hanna. Nachdem der Herr ihren Kinderwunsch erfüllt hatte, übergab sie ihren Sohn Samuel dem Priester Heli am Heiligtum in Schilo.

Was bedeutet nun die Darstellung näherhin? Erschöpft sie sich lediglich darin, dass der Knabe Gott gezeigt bzw. vorgestellt  wird, oder wird er Gott geweiht, ihm übereignet oder gleichsam geopfert. So heißt es auch im 4. Geheimnis des freudenreichen Rosenkranzes: den du, o Jungfrau, im Tempel geopfert hast. Die Gabe Gottes, die Maria in der Geburt empfangen hatte, gibt sie an den Vater zurück. Diese Darbringung sollte Wirklichkeit werden im Kreuzesopfer des Sohnes auf Golgotha. Maria ist der neue Tempel, in dem Gott Wohnung genommen hat. Der Prophet Maleachi deutet Jesus voraus, der als Bote des Bundes unerwartet in seinen Tempel einzieht.

Innerhalb des neuen marianischen Tempels kommt es zur Begegnung mit dem greisen Simeon. Simeon nahm das Kind in seine Arme und preist es als das Licht, das die Heiden erleuchtet. Gott der sich hinter so vielen Vorhöfen des alten Tempels verbirgt und den der Hohenpriester im Allerheiligsten einmal im Jahr anrufen durfte, wird Simeon von Maria in die Arme gelegt. Der ferne Gott, wird zum Gott mit uns. In seinem Dankgebet bezieht sich Simeon auf den Propheten Jesaja, der vom Gottesknecht aussagt, dass er zum Licht für die Völker wird. (Jes 49,8-9) Nach seinem Lobpreis spricht Simeon von einem Zeichen, dem widersprochen wird. Seine Gegner sehen durch seine Gesetzesauslegung den Glauben in Gefahr und überliefern ihn dem Kreuzestod. Dadurch wird das Kreuz  zum Ort der Reinigung und des Loskaufes für jeden Menschen.

Maria hat den Sohn im Tempel Gott zurückgegeben und sie steht auch unter dem Kreuz, wenn der Sohn sich dem Vater darbringt. 

In einem Gebet der Ostkirche heißt es: „Schmücke dein Brautgemach Zion, und empfange Christus, den König; umarme Maria, die Pforte des Himmels, denn sie erscheint dem  Thron der Cherubim ähnlich. Sie trägt den König in Herrlichkeit. Die Jungfrau ist eine lichte Wolke, die in ihrem Fleisch ihren noch vor dem Morgenstern geborenen Sohn trägt.“

Meditation zu Maria-Lichtmess

„Schmücke dein Brautgemach Zion,

und empfange Christus, den König;

umarme Maria, die Pforte des Himmels,

denn sie erscheint dem  Thron der Cherubim ähnlich.

Sie trägt den König in Herrlichkeit.

Die Jungfrau ist eine lichte Wolke,

die in ihrem Fleisch

ihren noch vor dem Morgenstern geborenen Sohn trägt.“

A) Darstellung des Herrn, Emskirchen, NEA, Gremsdorf,

1-2.  Februar 2011

In Jesus Christus ist der Welt ein Licht aufgeleuchtet, das alle Dunkelheit vertreibt. Zu ihm beten wir. Christus, unser Licht und Leben, wir bitten dich, erhöre uns:

1. Wir beten für alle, die im Dienst des Evangeliums stehen und durch Wort und Zeugnis auf dich hinweisen, besonders für die Ordensleute…

ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:

2. Für alle, die ihrer Sehnsucht nach Frieden und Heil Raum geben und ihr Leben dafür einsetzen…

ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:

3. Für alle, die nach einer guten Zukunft Ausschau halten und mutig und zuversichtlich den Weg ihres Lebens und Glaubens angehen…

ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:

4. Für alle, die in der Dunkelheit ihres Lebens gefangen sind und keine Hoffnung auf Besserung sehen können…

ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:

5. Für die Opfer des Zugunglücks bei Magdeburg in Sachsen- Anhalt und der Demos in Ägypten, wie auch des Terroranschlags in Moskau…

ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:

6. Für unsere Verstorbenen, die im Glauben an die Begegnung mit dir und im Glauben an die Vollendung ihres Lebens in Gott gestorben sind…

ALLE: wir bitten dich, erhöre uns:

Gott, Du schenkst das Licht, das wir für alle Menschen erbitten und schaffst das Heil, das uns verheißen ist. Dich loben wir mit Jesus, deinem Sohn, in  der Kraft des Heiligen Geistes jetzt und in Ewigkeit. AMEN.

 


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