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9. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf und FG Bamberg
Dieser Eintrag stammt von eduard Am 10.3.2011 @ 21:51 In Pfarrer Topits | 677 Kommentare
Deuteronomium 11,18.26-28.32; Psalm 31,2-25; Römer 3,21-28; Matthäus 7, 21-27
Liedvorschläge: 474,1-3; 475; 476;745,1; 530,1;622; 481;482;558;473;579;1+2
In meinem Vorzimmer hängt über der Eingangstür eine farbige Bleistiftzeichnung, die mir ein Brautpaar anlässlich seiner kirchlichen Trauung geschenkt hatte. Es ist überschrieben mit dem Titel: „Vom Haus auf dem Felsen.“ Die Mahlcollage zeigt einen wuchtigen schwarzen Felsen, der aus dem Meer herausragt. Darauf steht ein Haus. Es ist durch das Fundament fest verankert, wie ein gesunder Zahn im Unterkiefer. Obwohl Feuersbrünste, Stürme und Strömungen, dagegen angehen und an den Felsen schlagen, schimmert das Lebenshaus schimmert golden. Regenwolken gießen ihren Inhalt von oben herab, als wollten sie das Haus aufweichen und wegschwemmen, aber es hält stand. Darunter haben die Brautleute ihren Namen geschrieben und ihre Ringe dazu gemalt. Sie wollten damit zum Ausdruck bringen, dass Ihre Liebe, die von Gott gesegnet und genährt wird, allen Prüfungen und Herausforderungen des gemeinsamen Lebens in der Ehe standhalten werden.
Was verleiht dem Leben einen solchen Halt? Oder was lässt es letztendlich gelingen? Danach sehnen wir uns doch alle. Das ist die Botschaft der Bergpredigt, die mit dem Gleichnis vom Hausbau auf dem Felsen endigt. Die Bilder vom letzten Erdbeben in Neu-Seeland sind uns noch in Erinnerung. Ganze Straßen mit ihren Häusern verschwanden vom Erdboden und hunderte Menschen starben. Solche Beben gibt es aber auch im zwischenmenschlichen Leben: wenn etwa eine Ehe auseinander kracht, wenn Missbrauchsfälle unsere Kirche erschüttern, und unsere fähigsten Politiker vom Bundespräsidenten bis zum Verteidigungsminister von einer ganzen Meute gejagt und zu Sturz gebracht werden, wenn Streit Gemeinden heimsucht und Vertrauen verloren geht. Was ist dann zu tun?
Müssten wir da nicht zunächst ein besseres Fundament legen? Nein, das müssen wir nicht, denn es ist schon da. Der tragende Untergrund - der Fels - ist schon vorhanden. Es gibt ungeahnte Kraftquellen und Ressourcen aus der Tiefe. Wir müssen sie nur sichten und heben. Es sind die Worte Jesu, die es gilt in Klugheit aufzunehmen und im Leben umzusetzen. Sie stehen in der Bergpredigt, die wir an den vergangenen Sonntagen gehört haben: selig die arm sind vor Gott, die also mit ihm rechnen und um ihre eigenen Grenzen wissen, vom Salz und Licht der Welt, von der Feindesliebe, die allein den Kreislauf des Bösen durchtrennt und Neues Leben entstehen lässt, vom Vertrauen auf die Vorsehung Gottes und weniger auf das ängstliche Sorgen, von der positiven inneren Haltung und Einstellung.
All diese Eigenschaften fast unser Glaube zusammen. Daraus vermag der Gerechte zu leben. Durch den Glauben wird der Mensch nach Römer 3, 28 gerecht und bekommt den unerschütterlichen Halt, den er braucht und nicht von den Werken des Gesetzes. Recht verstanden gipfelt aber auch das Gesetz des Alten Bundes im Glaubensbekenntnis: „Sch´ma Israel…“ Höre Israel, der Herr dein Gott ist ein einziger Gott…“ Diese Worte schrieben sich die gläubigen Juden auf Pergamentstreifen, verschlossen sie in Kapseln, die ihre Haustüren schmückten, aber sie trugen sie auch in Kapseln, jeweils mit einem Gebetsriemen befestigt an Stirn und Handgelenk. An der Klagemauer, der ehemaligen Tempelmauer, werden uns wohl viele solcher betenden Menschen begegnen.
Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die es mit ihrem festen Glauben geschafft haben, ihr Leben zu meistern und ein Segen für andere zu werden. Letzte Woche feierten wir das Fest unserer Bistumspatronin, der heiligen Kunigunde. Was musste sie alles durchstehen und über sich ergehen lassen! Zunächst war es die Kinderlosigkeit, die sie sehr bedrückte. Dann kamen Verleumdungen der Untreue hinzu. In dem Zusammenhang entstand die Sage von ihrem Schreiten über den glühenden Pflugscharen. Geld- und Finanzierungssorgen beim Bau der vielen Kirchen und Klöster waren ihr nicht fremd. Wohl am schmerzlichsten traf sie das Zerwürfnis in ihrer eigenen Familie. Ihr Bruder hatte sich gegen den Kaiser aufgelehnt, so dass dieser in die Schranken weisen musste d.h. ihre Ländereien zerstörte und in Gewahrsam nahm. Bei all dem nahm Kunigunde ihre Zuflucht zu ihrem Glauben und im Gebet schöpfte sie ungeheuere Kräfte.
Denn wer seine Zuflucht beim Herrn sucht, wird niemals scheitern. (Psalm 31,2) Der Herr selber wird ihm zum schützenden Fels, auf dem er sein Haus und seine Lebensburg zuversichtlich bauen mag.
Zu Gott, der alle Menschen in sein Reich ruft, beten wir voll Vertrauen in unseren Anliegen mit der Antwort: Sei ihnen ein schützender Fels!
1. – Für die Christen: dass sie immer mehr von der frohen Botschaft erfüllt werden und diese weitersagen, wie auch für alle Menschen, die in diesen Tagen wahre Freude suchen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
2. – Für die Völker der Erde, besonders für Libyen, Ägypten und Tunesien : Schenke ihnen Frieden und Wohlergehen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
3. – Für unsere Kommunionkinder und Firmlinge: hilf ihnen, dass sie mit ihren Eltern einen bleibenden Zugang zum Glauben erlangen und sich bewähren…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
4. – Für unsere Politiker wie Guttenberg, die in der Öffentlichkeit gnadenlos fertig gemacht werden, damit sie sich auf ihren Glauben besinnen und daraus neue Kraft für den Dienst an unserem Volk schöpfen…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
5. – Für alle, die zur Schöngestaltung des Bettages, der Kirche und der Gottesdienste beigetragen haben…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
6. – Für die beiden in Frankfurt erschossenen Amerikaner, für unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde und für alle unsere Toten: Nimm sie auf in deine Herrlichkeit…
ALLE: Sei ihnen ein schützender Fels!
Gott, du willst, dass allen Menschen Glück und Heil zuteil werden. Wir danken dir, dass du uns In Christus den Weg zum Leben zeigst und bei uns bleibst mit deinem Segen, jetzt und alle Tage bis in Ewigkeit. AMEN.
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