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Archive für 10.4.2011
5. Fastensonntag, Sambach(VAM) und Gremsdorf, 10.04.2011
10.4.2011 von eduard.
Ezechiel 37,12b-14; Ps. 130; Römer 8,8-11; Johannes 11,1-45
Liedvorschläge: 297 oder 164; 175; 191,1; 173,1; 858; 403 oder 834; 161; Kommunionlied 824 oder 826; Dankgesang 178; 584
Es gibt Menschen, die nur bei Licht einschlafen können. Sie haben große Angst vor der Finsternis. Deshalb schalten sie das Licht ein, wenn sie zu Bett gehen, oder ziehen zumindest die Rollläden hoch, damit wenigstens das Licht von der Straßenlaterne in ihr Schlafzimmer scheint. Andere wiederum verwandeln die Nacht in den Tag, indem sie erst spät abends ausgehen und in der Nacht erst anfangen zu arbeiten. Zu diesen Ängsten passt das Psalmwort: „Meine Seele wartet auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen.“
Dazu scheinen mir die geheimnisvollen Worte Jesu zu passen: „Hat nicht der Tag 12 Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht der Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.“ Das Bildwort geht von der Vorstellung aus, dass äußeres und inneres Licht sich entsprechen. Es geht darum, die noch vorhandene Zeit zu nutzen. Mit der Frage nach den 12 Stunden des Tages, ist gemeint, dass noch genügend Zeit zur Verfügung steht, noch ist es Tag, an dem Jesus wirken kann. Erst in der Unzeit der Nacht wird es gefährlich, wegen des fehlenden Lichtes stößt man wegen mangelnder Orientierungsmöglichkeit leicht an oder stürzt gar. Die Zeit Jesu wird nicht durch menschliche Faktoren bestimmt, sondern allein durch den Willen Gottes. Solange aber Gott die Lebenszeit Jesu bestimmt, können auch die Menschen ihre finsteren Anschläge nicht durchführen. Auch sie bleiben dieser Zeit unterworfen; also ist die Angst der Jünger völlig unbegründet.
Zwischen dem Aufbruch nach Bethanien und dem Aufbruch zum Leiden besteht ein enger Zusammenhang. Tod und Auferweckung des Lazarus stehen im engen Zusammenhang mit dem eigenen Los Jesu. Warum eilt Jesus nicht gleich zu seinem Freund Lazarus, sondern lässt noch zwei volle Tage verstreichen, um erst am dritten Tag nach Judäa aufzubrechen? Das ist ein unübersehbarer Hinweis, auf die Auferstehung Jesu am dritten Tag. Die Jünger missverstehen zunächst den Vergleich des Todes mit dem Schlaf des Kranken. Es kommt zu einem weiteren Missverständnis. Jesus spricht vom Schlaf des Todes, die Jünger aber verstehen seine Aussage wortwörtlich. Darauf bestätigt er es: Lazarus ist gestorben. Ja, Jesus erklärt daraufhin noch eins drauf. Er freue sich sogar, dass er nicht dort war und das alles, damit die Jünger und die Menschen zum Glauben kommen.
Die Begegnung Jesu mit Marta und das dabei stattfindende Glaubensgespräch bilden den inneren Höhepunkt der ganzen Lazarusgeschichte. Als der Herr in Bethanien ankommt, lag der schon 4 Tage im Grab. Nur noch 15 Stadien das sind 3 Km trennten ihn von Jerusalem. Der Glaube der Marta ist offensichtlich größer als der ihrer Schwester. Bedauernd und als Erweis des Vertrauens bemerkt sie, wenn Jesus hier gewesen wäre, hätte er sicherlich ihren Bruder geheilt. Ihr Vertrauen besteht aber auch jetzt noch zum Meister. Zunächst bekennt sie auf seine Verheißung hin, ihren Glauben an die große Auferstehung der Toten am Jüngsten Tag, wie wir sie beim Propheten Ezechiel antreffen: „ Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf…Ich huche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig.“ - Daraufhin folgt die überraschende Aussage Jesu: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Das heißt, dass, was die Gläubigen für sich einst erwarten, dass ist schon jetzt in Jesu Person gegeben. Der auf sie gerichtete Glaube, erschließt deshalb auch gleich die Teilhabe an der Auferstehung und am ewigen Leben. Zwar bleibt das Sterben dem Glaubenden nicht erspart, aber auch wenn er stirbt, wird er leben und zwar für immer und ewig. Das ewige Heil erfährt durch den leiblichen Tod keinerlei Beeinträchtigung. Von hier aus verändert sich auch die Einstellung zum irdischen Leben. Auf die ausdrückliche Frage nach ihrem Glauben, bekennt Marta: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jeder Mensch hat Angst vor dem Tod. Diese Angst steckt eigentlich hinter allen unseren Ängsten und Befürchtungen, nicht nur hinter der Angst vor der Dunkelheit und der Nacht. Im Glauben an die Auferstehung können uns diese Ängste weitgehend genommen werden. Ja, wenn unser eigenes Lebensziel in der Vereinigung mit Christus besteht und Teilnahme am ewigen Leben Gottes ist, dann relativiert sich auch der Schmerz um einen lieben Verstorbenen. Denn wir wissen ihn bei Gott gut aufgehoben. „Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er auch euren sterblichen Leib lebendig machen.“ AMEN.
5. Fastensonntag, Sambach und Gremsdorf, 13. April 2011
Durch Profitgier und Unverständnis werden viele Lebensräume in der Dritten Welt zerstört, so viele Regenwälder abgeholzt, dass vielen Menschen kaum noch Hoffnung bleibt. Wir wollen Gott bitten, dass er in dieser Welt seine Macht zeigt, wie er sie durch unseren Erlöser Jesus Christus offenbart hat:
1. - Wenn in der Kirche und in der Christenheit Angst und Kleinmut
um sich greifen, dann stärke alle, die deinen Namen anrufen…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
2. - Wo Menschen in der dritten Welt verarmt oder verzweifelt sind,
dann wecke bei uns viele Spender und Helfer für Misereor…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
3.- Wenn Kinder aus unseren Pfarrgemeinden sich auf die Erstkommunion vorbereiten, dann schenke ihnen viel Eifer und Liebe…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
4.- Was Menschen krank macht an Leib und Seele, das nimm du in deine heilenden Hände…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
5. – Wenn viele Menschen in eine ungesicherte Zukunft blicken, so nimm dich um die Angehörigen der 150 Todesopfer des Flüchtlingsbootes vor Lampeduza an und um die Völker, in den Kriegs- und Katastrophengebieten…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
6.- Wenn unsere Verstorbenen von uns gegangen sind, so nimm sie auf in dein Leben und deine Auferstehung…
ALLE: Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir!
Herr, unser Gott, du hast Erbarmen mit uns Menschen und führst durch Leid und Tod hindurch zum Leben. Dir sei Dank und Lob gesagt jetzt und in Ewigkeit. AMEN.
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