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Weihnachtsbrief 2009

Liebe Orzydorfer,

Erinnern Sie sich noch?

Gruppenbild Orzydorfer Treffen 2009

Erinnern Sie sich noch an das „20. Orzydorfer Treffen“ am 30. Mai in der Meistersingerhalle in Nürnberg? An die feierliche Messe mit unserem Pfarrer Egmond Franz Topits und die musikalische Umrahmung von Wilfried Michl und Dr. Franz Metz? An den Einmarsch der Trachtenpaare, die Marsch- und Tanzmusik der “Romanticas”? Wenn Sie nicht dabei waren, dann ist Ihnen vieles entgangen: die Versteigerung des Vorstraußes durch Hans Ortmann, ersteigert wurde der Strauß von Gerlinde und Niki Funer, die Tombola, die Aus-stellung von Miniaturen von Nikolaus Rabong, besonders die Nachbildung der Orzydorfer Kirche mit Beleuchtung und Glockenklang, die Ausstellung mit Blumengebinde von Simo-na Forga, der festlich mit Blumen geschmückte Saal und nicht zuletzt das Wiedersehen mit Verwandten, Freunden und ehemaligen Nachbarn.
Der Vorstand und viele Anwesende fanden es bedauerlich, dass nicht mehr Landsleute zum Treffen kamen. Dies hat auch unseren Vorsitzenden Karl Scheible in seiner Rede veranlasst, nach dem Warum zu fragen. Schließlich bemüht sich der Vorstand immer wie-der um ein schönes Ambiente und viel Abwechslung. Bei der letzten Vorstandssitzung wurde allerdings beschlossen, das nächste Treffen wieder in Nürnberg in der Meistersin-gerhalle abzuhalten und noch attraktiver zu gestalten. Sollten Sie Antworten auf unser Warum haben, die Mitglieder des Vorstandes sind gerne bereit, Ihre Wünsche und Anre-gungen entgegen zu nehmen.
Bei den Neuwahlen des Vorstandes haben sich einige Veränderungen ergeben. Ingrid Komancsek ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Wir bedanken uns für ihren Einsatz in den letzten Jahren. Neu in den Vorstand wurde Ramona Lambing gewählt. Elisabeth Ro-denkirchen hat die Kassenführung an Hannelore Flämig abgegeben, dadurch bedingt hat sich auch die Kontoverbindung geändert. Bitte beachten Sie, dass diesem Schreiben ein neuer Überweisungsschein beiliegt. Wir bitten um die Überweisung des Jahresbeitrages von 10,- Euro pro Person. Mit diesem Beitrag bestreiten wir die laufenden Kosten und be-zahlen den größten Teil der Ausgaben für die “Orzydorfer Treffen”.

Folgende Nachrichten aus den Familien dürfen wir weiter geben:
Wir gratulieren den Eltern Ramona und Stefan Rump zur Geburt ihrer Tochter Sarah in Neunkirchen, Gerlinde, geb. Schuster und Frank Frankenberg zur Geburt ihrer Tochter Julia in Eupen/Belgien, Corinna und Albert Ortmann zur Geburt ihres Sohnes Elias Imma-nuel in Altdorf, Veronika und Wilmar Slavik zur Geburt ihrer Tochter Sonja in Nürnberg und Elvira und Edmund Waasz zur Geburt ihres Sohnes Enrico in Jagstzell. Den jungen Erdenbürgern wünschen wir Gesundheit und ein langes, erfülltes und glückliches Leben.
Wir trauern um unsere Toten: Agnes Roch, geb. Weidmann in Nürnberg, Magdalena Fisch, geb. Kirsch in Freiburg, Simon Acker in Wiesbaden, Rosina Gillinger, geb. Berwei-ler in Saarlouis, Elisabeth Molnar, geb. Hönig in Deggendorf, Elisabeth Krisamer, geb. Bischof in Vaihingen/Enz, Margarethe Keller in Homburg, Barbara Kalch, geb. Bischof in Erdweg, Magdalena Scheible, geb. Klemann in Brühl-Schwetzingen, Nikolaus Blesz in Wuppertal, Margarethe Roos, geb. Krepil in St. Wendel, Gertrude Eipert, geb. Winter in Dormagen, Hedwig Hahn, geb. Lach in Temeschburg, Mathias Gombkötö in Baldham, Stefan Schmidt in Vienenburg, Stefan Roch in Homburg, Johann Zsiga in Heilbronn, Niko-laus Schaller in Kraichtal-Menzingen, Elisabeth Rabong, geb. Frank in Vaihingen/Enz und Maria Viel, geb. Ortmann in Saarlouis.
Bitte teilen Sie alle Nachrichten aus Ihren Familien Elisabeth Rodenkirchen mit (Tel. 07822/30417 oder e.rodenkirchen@t-online.de). Wir können nur die Geburtstage und Er-eignisse die wir tatsächlich kennen in der Banater Post veröffentlichen lassen bzw. Ge-burtstags-, Glückwunsch- und Beileidskarten verschicken.

Wenn Sie noch ein passendes Weihnachtsgeschenk suchen, unser „Orzydorfer Friedhofsbuch“ kann bei Eduard Ortmann (0911/713525) bestellt werden.

Der Vorstand der HOG Orzydorf wünscht Ihnen, liebe Landsleute, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2010! Bleiben Sie uns, unseren Landsleuten und unserer Heimatortsgemeinschaft treu verbunden.

Der Vorstand der HOG Orzydorf

Artikel in der “Renasterea banateana” vom 24.10.2009

Am 24.10.2009 ist in der rumänischen Zeitung “Renasterea banateana” ein Artikel mit dem Titel ” erschienen. Der Artikel ist im Anhang zu lesen. Germanii din Ortisoara n-au uitat de unde provin

Vorstandstreffen am 08.11.2009

Am 08.11.2009 haben sich die Mitglieder des Vorstands der HOG Orzydorf zu Ihrer Herbstsitzung bei Elisabeth Rodenkirchen im Schwarzwald getroffen. Es haben alle Mitglieder des Vorstands teilgenommen.

In einer sehr angenehmen Atmosphäre wurde auf das letzte Orzydorfer Treffen im Mai zurückgeblickt. Es wurde beschlossen, das nächste Orzydorfer Treffen am 11.06.2011 wieder in Nürnberg zu veranstalten. Als kleine Veränderung im Ablauf wurde beschlossen, mehr Aktivitäten im Foyer zu organisieren. Neben dem Verkauf von Büchern und einer Bilderausstellung können z. B. Wurstwaren, Kuchen / Torten nach Orzydorfer oder Banater Art oder Blumen verkauft werden. Das Konzept des “Schwabenballs” im Anschluss an den offiziellen Teil des Treffens wird beibehalten.

Weiterhin wurde der Versand des Weihnachtsbriefes besprochen und organisiert. Hannelore Flämig (geb. Helmer) hat ihre Tätigkeit als Kassenwart nun offiziell aufgenommen. Es mussten noch rechtliche Fragen abschließend geklärt werden. Mit dem Weihnachtsbrief 2009 werden Überweisungsträger mit neuer Kontonummer verschickt, da ein Wechsel der Bank stattgefunden hat.

Die diesjährige Rumänienreise ist mangels Interesse ausgefallen. Es wurde vorgeschlagen, im kommenden Jahr die Reise erneut anzubieten. Angedacht ist eine Rundreise durch das Banat (Orzydorf-Temeswar-Radna/Lippa-Wolfsberg-Donau/Eisernes Tor…) im Spätsommer 2010. Ramona Lambing hat sich bereit erklärt, die Reise zu organisieren. Sie wird einen Vorschlag für eine mögliche Route erarbeiten. Danach wird die Reise offiziell angekündigt.

Der Vorstand hat beschlossen eine Spende über 300 Euro an das “Casa de vis” zu schicken. Es handelt sich um eine Ganztageskinderbetreuung in Orzydorf, die aus privaten Mitteln finanziert wird und einen Zuschuss vom Staat erhält. Ramona Lambing wird sich die Einrichtung anschauen. Wenn sie einen guten Eindruck macht, wird die Einrichtung eine Spende bekommen. Als weitere Unterstützung könnte der Vorstand vor dem nächsten Orzydorfer Treffen auch einen Spendenaufruf für Spielsachen starten.

Orzydorfer Friedhof - Das Kreuz von Fideli Teufel ist reparaturbedürftig. Es wurde beschlossen die beschädigten Stellen mit Epoxidharz zu reparieren. Karl Scheible besorgt das Material und erkundigt sich nach einem Handwerker in Rumänien, der zusätzlich die Schrift auf dem Kreuz wieder vertiefen kann.

Eduard Ortmann

Pfarrer Topits - Hubertuspredigt anlässlich des 40. Priesterjubiläums

Liebe Mitbrüder, Liebe Orzydorfer, Liebe Landsleute, Liebe Pfarrangehörige von Maria am Hauch

Das Gedenkbildchen zu meinem 40-jährigen Priesterjubiläum zeigt unter den Kirchen auf der Rückseite das Altargemälde des hl. Hubertus, dem Schutzpatron der Orzydorfer Kirche. Sein Tag ist eigentlich der 3. November. Am Sonntag darauf feierten die Orzydorfer stets ihre Hubertikirchweih. Und das trifft auch diesmal wieder zu.

Wenn wir auf das Gemälde von Meister Karl Hemmerlein schauen, fragen wir uns: Warum wählten die Erbauer der Orzydorfer Kirche ausgerechnet diesen seltenen Heiligen zum Schutzpatron? Soviel Jagd gab es doch bei uns gar nicht? Eine mögliche Antwort darauf wäre: Der heilige Hubert lebte in den Ardennen, das ist ein Gebirge im heutigen Belgien, in der Nähe des waldreichen Lothringens, von wo ein Teil unserer Vorfahren herkam. Im ausgehenden Mittelalter gehörten diese Ländereien zusammen mit Burgund und Savoyen zum Erb- und Einflussgebiet der Kaiser aus dem Hause Habsburg. Erzherzog Franz von Lothringen war übrigens der Gemahl von Kaiserin Maria Theresia. Die Einwanderung ins Banat begann schon unter ihrem Vater Karl VI. und Orzydorf ist unter ihrem Sohn Joseph II. besiedelt worden. (1785)

1. Aber unser Kirchenpatron lebte mehr als 1000 Jahre davor zwischen den Jahren 655- 727. Das Altarblatt zeigt ihn mit einem Hirschgeweih, rechts unten. Der Legende nach soll Hubert seine junge Gemahlin Floribana schon bald nach der Hochzeit verloren haben. Der Tod des geliebten Men-schen verbitterte ihn dermaßen, dass er darüber seinen Glauben an den guten Gott verlor. Tagelang irrte er in den Wäldern umher. So auch an einem Karfreitag. Anstatt zum Gottesdienst zu gehen, pirschte er einen Hirsch auf und jagte ihm nach. Es war ein besonders schönes Prachtexemplar, angeblich von weißer Farbe. Schon zielt und legt er auf ihn an, da scheint es ihm plötzlich als sehe er zwischen den Stangen des Geweihs ein strahlendes Kreuz. Wie Paulus in der Apostelgeschichte vermeinte er bei dem gleißenden Licht eine Stimme zu hören: „Hubertus, warum verfolgst du mich?“ Auch er fragte wie jener: „Wer bist du Herr?“ Und er erhielt die Ge-wissheit: „Ich bin Jesus Christus, den du verfolgst. Steh auf, es wird dir gesagt werden, was du tun sollst.“ Die innere Stimme versicherte ihn: „Es gibt Gott wirklich. Bekehre dich von deinem Unglauben und kehre zurück zu deinem Herrn und Gott.“ -

Mit jeder Berufung ist zunächst die Begegnung mit dem lebendigen Gott ver-bunden und danach die Bekehrung des Herzens. Die Legende vom dunklen und finsteren Wald führt uns das Dickicht und die Schatten der menschlichen Seele und Persönlichkeit vor Augen. Hier will Gott gesucht und gefunden werden. Und das ist auch unter den besonders abträglichen Umständen der Verfolgung eines atheistischen Staates möglich. In mir selbst entbrannte ein harter Kampf. Die Religionskritik von Karl Marx, aktualisiert und einseitig zugespitzt mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Evolutionstheorie, der geschichtlichen Forschung, der Geologie, der Astrophysik und Biologie gingen an mir nicht spurlos vorüber und ich musste vom Verstand her sagen: „Ja, eigentlich haben sie recht! Das klingt doch recht stimmig!“ Ich hatte keinerlei Möglichkeit mich weiter oder anderwärtig zu informieren und ich hatte auch keine Ahnung, wie sehr die mir vermittelten Informationen einseitig gefiltert wurden und wie vielfach deutbar sie seien. Und trotzdem bäumte sich in meinem Inneren etwas dagegen auf und ich vernahm eine innere Stimme: Bete und glaube weiter! Wenn du weiter betest, wirst du den kostbaren Schatz deines Glaubens bewahren. Wenn du jetzt aufhörst zu beten, dann ist es mit deinem Glauben vorbei. Und das Gebet, ganz besonders der Rosenkranz, den mir mein Heimatpfarrer Dr. Schulter ans Herz gelegt hatte, hat mir in meinen Kämpfen geholfen. Als ich dann noch als einziger bei der Abiturprüfung das Kärtchen mit dem Thema: „Religion, eine Phrase von den Ausbeutern erfunden“, zog, da sagte ich mir: „Das ist der Fingerzeig Gottes.“

Liebe ehemalige Schülerinnen und Schüler. Erinnert Euch! Wie oft haben wir uns sonntags schon in aller Herrgottsfrüh und in aller Stille um den Volksaltar geschart und einen eigenartigen Jugendgottesdienst gefeiert, ohne Lieder und ohne Instrumente und ohne Glockengeläute, - es wäre sonst zu gefährlich gewesen - damit ihr um 3/4 - 9 Uhr schon nebenan in der Schule sein konntet.
Wehe wenn ein Jugendlicher beim Gottesdienst oder beim Religions-unterricht, der im Pfarrhaus stattfand, ertappt wurde. Dann gab es Repressalien, vom Ausschluss aus der Jugendorganisation bis zur öffent-lichen Diffamierung und vor allem schlechte Noten bei Betragen. Heute sagten wir, gäbe es einen Verweis. Einmal musstet ihr sogar in der Schule den Fußboden bis spät in die Nacht hinein schrubben, aber am anderen Tag kamt ihr mit leuchtenden Augen wieder zu mir und sagtet: „Wir kommen trotzdem wieder zur Kirche und zur Katechese. Ja es gelang uns zeitweilig sogar mit den Jugendlichen einen kirchlichen Arbeitskreis zu gründen, wo viele von Euch Referate über verschiedene Themen vorgetragen haben, sich in der Kunst des Redens und der Diskussion übten.

2. Hubert folgte der Stimme seiner Berufung und lebte zunächst 7 Jahre hindurch als Einsiedler in den Ardennen. Hier suchte er jeden Tag seinen Gott und fand ihn auch. Aber auch die Menschen suchten und fanden ihn. Später spürten ihn seine Anhänger in der Einsamkeit auf und machten ihn nach der Ermordung seines Vorgängers und Lehrers Lambert im Jahre 705, zum Bischof von Togern- Maastricht. Damals gab es noch sehr viele Heiden in den Ardennen. So zeigt ihn das Orzydorfer Altarblatt mit dem Bischofsstab und dem Putto, einem Engelchen, der ihm die Mitra zu-schwenkt.
Die Legende, wie immer man sie deuten mag, ist Zeichen der inneren Ausei-nandersetzung und des Kampfes des berufenen Menschen mit seiner Welt.

Wer vor 40 oder genauer gesagt vor 46 Jahren in meiner Heimat den Priesterberuf ergreifen wollte, der musste sich auf mancherlei Verfolgung und auf mancherlei Widerstand gefasst machen. Ein bekannter Priester bereitete mich darauf mit den Worten Jesu vor: „Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen. Der Schüler kann nicht über den Meister!“ Als ich den geistlichen Beruf in mir gegen Ende meiner Gymnasialzeit verspürte, da erhielt ich von kaum von jemand Zustimmung oder Unterstützung. „So einen Beruf erlernt man in unserer Zeit nicht! - hieß es von allen Seiten. „Das ist Selbstmord“ tönten die anderen. Meine Freunde, Bekannten und Verwandten zogen sich von mir zurück und mieden mich, als hätte ich die Pest. Es war gefährlich mit einem zukünftigen Priester in Verbindung zu stehen. Auch fuhren sie schweres Geschütz dagegen auf und versuchten nur alles Erdenkliche zu tun, um mich davon abzubringen. So kam ich nach meiner Priesterweihe am 21. April 1968 und nach Abschluss meiner Studien in Karlsburg und nach den Sommerferien zu euch und hielt am Fest des hl. Erzengels Michael, am 29. September 1968 den ersten Got-tesdienst in der Orzydorfer Pfarr-Kirche. Es war für mich ein starkes und beglückendes Erlebnis. Anschließend ernannte mich mein Ordinarius, - Bischof hatten wir keinen-, zum Pfarrverweser. Heute sind es auch fast auf den Tag genau 40 Jahre, dass ich erstmals das Patronatsfest mit euch beging. Wir Priester bezeichnen die erste Seelsorgestelle als unsere erste große Liebe. Und so war es auch bei mir. Es war eine sehr intensive Beziehung, die immer noch fort wirkt. Und ich glaube nicht, dass zwei junge Menschen eine nur annähernd innige Beziehung zueinander aufbauen, wie ein Neupriester zu seiner ersten Gemeinde. Wenn ich im Bus den Namen Orzydorf nennen hörte oder im Zug an Orzydorf vorbei fuhr, wurde es mir jedes Mal warm ums Herz und mein Herz begann stets höher zu schlagen.

3. Das Orzydorfer Altarblatt zeigt Hubertus des Weiteren als Kirchen-bauer. Nach einiger Zeit verlegte der neue Bischof seinen Sitz von Maastricht in das aufstrebende Lüttich. Dort ließ er einen neun Dom bauen. Die Kirchen galten damals vor allem als Ort der Taufe. Hubertus hat viele Menschen zum Glauben an Gott und zur Taufe geführt. An diese Bautätigkeit erinnert der begonnene Bau im Hintergrund des Bildes. Das Gerüst steht mitten im grünen Urwald.
- Nun Kirchen habe ich keine gebaut, aber mit Eurer Hilfe gelang es unsere Kirche außen und Innen so schön zu sanieren und zu restaurieren, dass sie heute noch ein Schmuckstück ist. Beim ersten Kirchweihgottesdienst, den ich um diese Zeit herum bei Euch hielt, drohte der Luftzug, der durch die undichten Fenster und Scheiben entstand, die Kerzen am Altar auszulöschen. Die Fensterrahmen waren durchgefault und die Scheiben hingen nur noch locker darin. Die meisten von uns wissen ja noch, wie schwierig man damals an Baumaterialien, an Farben, Steine, Holz, Eisen und Blech gelangen konnte. Es war wirklich wie ein Wunder. Alles half und stand zusammen.-

Was noch viel wichtiger ist: Es gelang auch die Kirche der Herzen zu erneuern. Die Kirche im Herzen - das ist Sinn und Zweck jeden äußerlichen Kirchenbaus. Wir haben es in erbitterten Auseinandersetzungen mit den Behörden durchgesetzt, dass die Kirchweihpaare auch zum Gottesdienst kommen konnten, dass sie sich dann in einem weiteren Schritt in der Banat-Schwäbischen Tracht kleiden durften, und was wohl das Schönste war: die jungen Trachtenpaare zwischen 15 und 20 an der Zahl erklärten sich bereit: nicht nur zur Kommunion zu gehen, sondern vorher auch zur Beichte. So erfuhren viele junge Menschen die Kirche des Herzens, dass ihr Herz sich zum Tempel des Heiligen Geistes wandelte. Damit ist euere Jugend geheiligt worden. Daraus könnt ihr heute noch viel Kraft und Segen schöpfen. Durch die jährliche Volksmission, - die staatlich strengstens verboten war- gelang es auch die Erwachsenen wieder für den Sakramenten- Empfang zu gewinnen. Es ist uns in jenen Jahren tatsächlich vieles gelungen: Junge Eltern und Familien fingen an, wieder zum Gottesdienst zu gehen. Das Glaubensleben blühte auf. Die Kirche erwachte in den Seelen. Ich habe es erlebt, wie eine Gemeinde sich bekehrt hat. Das war ein so nachhaltiges Erlebnis, das es bis heute noch nachwirkt. Auch wenn wir heute den Eindruck haben, dass so alles im kirchlichen Leben bei uns zurückgeht, so geben wir die Hoffnung nicht auf, dass es nicht vieler Menschen und Christen bedarf, die Salz der Erde und Licht der Welt für ihre Zeit sind.

Die Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils bereitete bei den hellen Orzydorfer keinerlei Schwierigkeiten. (Aus keiner anderen Gemeinde des Banats gingen so viele Akademiker und Universitätsprofessoren hervor!) Die Einführung der Muttersprache ist deshalb als längst überfällig ausdrücklich begrüßt worden. Es gab damit keinerlei Schwierigkeiten. Wir hatten gute deutsche Schulen und das bis zu letzt. Das Lenaulyzeum war wohl eine Eliteschule. (Die meisten Frauen hatten schon vor dem Krieg in Temeschburg die Schule bei den Notre- Dame- Schwestern besucht, die es für Kindergarten und Volkschule auch in Orzydorf selbst gab. Viele Männer, hatten in der Banatia studiert.)

Die neuen Texte und Übersetzungen des erneuerten Messritus von Kyrie, Gloria, Credo, Sanktus, Lamm Gottes, Vaterunser saßen in wenigen Tagen. Schwieriger war es das Kirchenvolkslied wieder heimisch zu machen, das während des Josephinismus abhanden und in der ungarischen Zeit meinem Volksstamm buchstäblich geraubt worden war. So war das Kirchweihlied „Ein Haus voll Glorie schauet“ in Orzydorf völlig unbekannt, wie auch das bereits in den dreißiger Jahren eingeführte Diözesangesangbuch. Als ich nach Orzydorf kam, hat fast niemand aus dem Kirchenraum die Lieder mitgesungen. So begann ich mit den Kindern zu üben und dann mit den Erwachsenen und habe so gut ich´s konnte beim Gottesdienst selber kräftig mitgesungen. Ihr erinnert euch sicher noch an die großen Plakate und Col-lagen mit den Liedern, die ich mit großen Buchstaben auf Zeichenpapier schrieb, in Rahmen abhefte, die man bewegen, drehen und auswechseln konnte. Denn es gab keine Bücher und es durfte auch nichts vervielfältigt werden. Selbst Abzüge waren strengstens verboten. Lediglich Durchschläge mit der Schreibmaschine waren möglich.
Zu den schönsten Aufgaben meines Berufes zählte auch in Orzydorf: Tränen zu trocknen und Not zu lindern. Ich durfte und konnte dies. Das ist nicht mein Verdienst. Gott ist es, der mir die Gabe des Tröstens geschenkt hat. Bei einem Priesterjubiläum feiern wir auch nicht das Werk eines Menschen, sondern Gottes Gnade, die durch ihn wirkt und vermittelt wird.

Mit unserem Scanner sind wir jetzt auf dem Orzydorfer Hubertusbild von rechts nach links gefahren und möchten nun das, was wir gesichtet, erlebt und erfahren haben in unsere Gegenwart einfügen. Lasst uns jetzt auch in die Vertikale gehen und nach oben hin scannen. Hubertus schaut auf dem Altarbild himmelwärts, sein Blick ist nach oben gerichtet, wobei er viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Nach 40 Jahren wird es langsam auch für mich Zeit und für viele von uns nach oben zu blicken. Unsere irdische Heimat haben wir verloren, hier eine neue Heimat gefunden. Nun erhoffen wir uns auch die wahre Heimat im Himmel.

Drum gilt es für uns, dass wir Schritt halten mit der Entwicklung der Zeit und uns auch im Glaubensleben stetig fortbilden. Die neuen Computer bekommen vom Hersteller regelmäßig Programme zusätzlich übertragen. „Up- daten“ nennt man das. „Daten wir up“ auch bezüglich der Fortbildung und Ausübung unseres Glaubens. So habe auch ich mir als Losung für das 40-jährige Priesterjubiläum die Worte aus dem Philipperbrief gewählt: „Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Be-rufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt.“ (Philipper 3, 13 - 14) Schwingen nicht die beiden Engel auf dem Altarblatt, die ganz oben, vom Himmel kommen dem Hubertus die Siegeskrone bereits zu? Auf jeden Fall rötet sich der Himmel bereits im Hintergrund und der neue Tag bricht an mit Christus, der Sonne der Auferstehung.

Bischof Perisset wird Päpstlicher Nuntius in Deutschland

Bischof Perisset ,der in Orzydorf die Dreifaltigkeit einweihte wird Päpstlicher Nuntius in Deutschland

Treffen des Vorstandes der HOG Orzydorf

Am 14.10.2007 fand in Ettenheimmünster die Vorstandssitzung der HOG Orzydorf statt. Besonders erfreulich ist es, dass das Orzydorfer Friedhofsbuch in diesem Jahr erschienen ist und bei Eduard Ortmann, Tel. 0911/713525 bestellt werden kann. Die enorme Leistung der beiden Autoren Kierer & Kierer wurde nochmals gewürdigt. Dieses Werk sollte in keinem Orzydorfer Haushalt fehlen.
Bei der Vorstandssitzung wurde eine Bilanz des Treffens in Nürnberg am 26. Mai 2007 gezogen sowie Ideen für das Treffen im Jahr 2009 gesammelt. Es wurden Möglichkeiten besprochen um die Teilnehmerzahl zu steigern.
Die Kassenwartin Elisabeth Rodenkirchen legte den Kassenbericht zum 14.10.2007 vor.
Der Vorstand der HOG Orzydorf

Orzydorfer Heimattreffen in Nürnberg

Das Orzydorfer Treffen am 26. Mai war auch dieses Jahr ein Erfolg und ein gelungenes Fest. Bedauerlicherweise fanden nur 300 Orzydorfer den Weg nach Nürnberg. Immer mehr Landsleute bleiben zu Hause. Viele fragten sich enttäuscht, wo ihre Schulkameraden, Nachbarn und Freunde geblieben sind? Warum bekommen die Bemühungen des Vorstandes, die Orzydorfer zusammenzubringen, nicht mehr Resonanz?
Schon morgens um acht waren unsere fleißigen Helfer mit dem Aufbau in der Meistersingerhalle beschäftigt, bei denen wir uns sehr herzlich bedanken. Der schöne Blumenschmuck wurde übrigens von unserer Landsmännin Simona Forga geliefert, die einen Blumenladen in Zirndorf betreibt.
Noch rechtzeitig kam ein Fahrer der Druckerei mit dem sehnsüchtig erwarteten „Orzydorfer Friedhofsbuch“ an. – Endlich -.
In langjähriger Arbeit haben unsere Landsleute Georg Kierer und Reiner Kierer ein umfangreiches Werk erstellt, das für unsere Landsleute eigentlich ein Muss in ihrer Bibliothek sein sollte. Dieses Buch können Sie bei Eduard Ortmann unter der Tel. Nr. 0911/713545 zum Preis von 50 Euro einschließlich Versandkosten bestellen.
Das Fest begann mit einem Pfingstgottesdienst, zelebriert von unserem Heimatpfarrer Egmont Franz Topits. Die von Willi Michl, mit seiner wunderbaren Tenorstimme vorgetragenen Lieder, am Klavier begleitet von Dr. Franz Metz, gaben der Messe einen besonders feierlichen Rahmen. Willi Müller, als Vorsänger, stimmte die Lieder der Gottesdienstgemeinde an. Bei den Lektoren bedanken wir uns für ihren Beitrag.
Nach dem Gottesdienst spielte das „Original Stauferland Echo“ unter der Leitung von Helmuth Josef Keller und unserem Landsmann Johann Ortmann. Unter den Klängen eines Marsches und der Choreographie von Frau Slavik zogen die Trachtenpaare ein. Erfreulich ist zu sehen, dass immer mehr Orzydorfer Jugendliche unsere Tracht tragen wollen. Übrigens eine der schönsten im Banat.
Den Vorstrauß ersteigerte dieses Jahr Elisabeth Anselm für ihre Enkel Franziska und Lorenz Anselm. Frau Anna Dermendsin, Frau Luise Müller und Franziska und Lorenz Anselm trugen wunderschöne Gedichte vor. Auch die Tombola war erfolgreich. Der Erlös geht an ein soziales Projekt in unserer alten Heimat. Unser bisheriger Vorsitzender, Johann Ortmann bat, sich aus dem Vorstand zurückziehen zu dürfen. Die Ortsgemeinschaft bedankte sich und schenkte ihm zum Abschied ein Exemplar des neuen Friedhofsbuches. Zum neuen Vorsitzenden wurde Karl Scheible gewählt. Hannelore Helmer wurde als neues Mitglied in den Vorstand aufgenommen. Die Adressen aller Vorstandsmitglieder finden Sie auf unserer Homepage www.orzydorf.de. Da können Sie sich auch viele Fotos von unserem Treffen ansehen und auch herunterladen.
Nach dem Abendessen wurde bis weit nach Mitternacht ausgiebig getanzt.
Einige Unverbesserliche feierten noch in der Hotelbar bis zum Morgengrauen.
Pfingstsonntag fand ein Klassentreffen der Jahrgänge 1962 und 1963 statt. Ein Bericht dazu erscheint auch in dieser Zeitung.

Der Vorstand der HOG Orzydorf

Päpstlicher Nuntius in Orzydorf

Für ein Wochenende war Orzydorf für uns der Nabel der Welt. Eine Reisegruppe ehemaliger Orzydorfer machte sich auf den Weg in ihre alte Heimat. Es gab diesmal einen besonderen Anlass: die frisch renovierte Dreifaltigkeitssäule sollte eingeweiht werden. Hohe kirchliche Prominenz hatte sich angemeldet: der päpstliche Nuntius Erzbischof Jean Claude de Perisset und Diözesanbischof Martin Roos.

Eine große Überraschung bescherte uns schon im Vorfeld der Reise unser Heimatpfarrer Franz Egmont Topits mit der Ankündigung, uns auf dieser Reise zu begleiten. Natürlich war dies für uns eine große Ehre.

Die Anreise verlief wie erwartet zügig durch ein nun freies Europa: keine Wartezeiten an den Grenzen, freundliches und nettes Personal, kurze Pass- und Zollkontrollen und schon breitete sich in einem satten Grün die weite und flache Banater Landschaft aus.

Freitags wurden wir in Orzydorf im Rathaus von Bürgermeister A. Sobolu begrüßt. Neben dem traditionellen Brot und Salz, hatten die Mitarbeiter köstliche Platten mit vielen Banater Leckereien zubereitet. Ein wunderbares Gefühl, so herzlich in seiner alten Heimat empfangen zu werden.

Samstags fuhr ein Teil der Reisegesellschaft mit unserem Pfarrer Topits nach Maria Radna. Schon im Bus beteten und sangen wir die, teilweise schon fast vergessenen, Gebete und Lieder an die Mutter Gottes. In Maria Radna war großer Wallfahrtstag. Die Messe in fünf Sprachen, vom päpstlichen Nuntius Erzbischof J. C. de Perisset, von Diözesanbischof M. Roos und einer großen Zahl an Priestern, darunter auch unser Pfarrer Topits, zelebriert, war ein besonderes Erlebnis.

Auf der Rückfahrt besuchten wir die Gedenkstätte unseres Heimatschriftstellers Adam Müller-Guttenbrunn sowie die Kirche in Guttenbrunn.

„Sonntag dann der große Tag, der wohl in die Geschichte von Orzydorf eingehen wird“ schrieb Pfarrer Topits in sein Reisetagebuch. Morgens besuchten wir den Friedhof und schmückten anschließend die Kirche mit unzähligen roten Rosen und Nelken. Währenddessen probte der Chor unter der Leitung unseres Fahrers Werner Zippel noch ein letztes Mal. Hans Ortmann stellte das Mikrofon auf und Pfarrer Topits bereitete seine Predigt vor. Ein hektisches Treiben, ein Durcheinander, das nicht enden wollte. Kurz vor 11 Uhr füllte sich die Kirche immer mehr, jeder wollte dabei sein. Der Gottesdienst, ein Erlebnis der besonderen Art, begann mit dem feierlichen Einzug von Pfarrer Topits, dem griechisch-katholischen Pfarrer Felician Vasile Kadar und mit dem ehemaligen Pfarrer von Vinga Miklos Nakov, Drei Jugendliche in deutscher, rumänischer und ungarischer Tracht und die Ministranten zogen voran, gefolgt vom Bürgermeister, stellvertretendem Bürgermeister, Gemeinderäten, Kirchengemeinderäten und Mitgliedern der HOG Orzydorf. In drei Sprachen wurde die Messe gelesen. Pfarrer Kadar beschloss sein Grußwort mit dem Psalmwort „Wie gut und wie schön ist es, wenn Brüder beisammen wohnen…“. Die Pfingstpredigt von Pfarrer Topits bezog sich auf den christlichen Begriff der Heimat und war bei der Zusammensetzung der Gläubigen aus verschiedenen Völkerschaften treffend gewählt. Nostalgie machte sich breit, die zum Schluss mit dem Lied „Glocken der Heimat“ ihren Höhepunkt erreicht. Die Glocken klangen so wehmütig, als wüssten sie, dass wir am Folgetag Abschied nehmen mussten. Allein dieses Erlebnis war die Reise wert.

Im Orzydorfer Kultursaal begannen schon am Samstag die Vorbereitungen für die große Feier nach dem Pfingstgottesdienst. Zwei Schweine wurden geschlachtet, frische Krammeln, Blut- und Leberwurst für die Vorspeise, Braten für den Hauptgang vorbereitet. Die Tische wurden eingedeckt und geschmückt. Den Service übernahmen die Angestellten des Rathauses. Punkt 13 Uhr stand das Essen auf dem Tisch - einfach köstlich-. Nachmittags wurde Frau Cornelia Ardelean von der HOG Orzydorf geehrt und beschenkt: u. a. mit einer Trachtenpuppe angefertigt von Magdalena Kierer. Frau Ardelean setzte sich schon als Bürgermeisterin von Orzydorf sehr für die Renovierung der Dreifaltigkeitssäule ein, ohne sie wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen. Auch Bürgermeister A. Sobolu, der sich nach der Amtsübernahme konsequent für die Renovierung eingesetzt hat, als auch dem Orzydorfer Gemeinderat, der nicht zuletzt auch Mittel dafür freigab, wurde gedankt. Natürlich dankten wir nochmals den vielen Landsleuten, die mit ihren Spenden zur Renovierung beigetragen haben.

Um 16 Uhr trafen wir uns an der Dreifaltigkeit, um sie zu schmücken und für die Einweihungsfeier vorzubereiten. Beim großen Einzug zur Andacht in unsere Kirche nahmen neben dem Erzbischof Jean Claude de Perisset und dem Diözesanbischof Martin Roos auch Generalvikar László Böcskei, sowie weitere 15 Priester aller drei Konfessionen, sowie Schüler des Gerhardinums aus Temeswar teil. Nach Begrüßungsreden von Pfarrer Velciov, Frau C. Ardelean vom griechisch-katholischen Gemeinderat sowie Frau E. Rodenkirchen im Namen der HOG Orzydorf und Ansprachen der beiden Bischöfe (siehe extra Spalte) und dem Andachtsgebet gingen wir gemeinsam zur Dreifaltigkeitssäule. Erzbischof de Perisset sprach das Weihegebet und segnete das Denkmal. Bürgermeister Sobolu bedankte sich im Namen der Gemeinde und Pfarrer Topits sprach das Schlusswort.

Nach einem gemeinsamen Abendessen im Kultursaal verabschiedeten sich die geistlichen Gäste. Bei Hora, viel Raki und Wein ließen auch wir, gemeinsam mit den Einheimischen, diesen wunderbaren Tag ausklingen.

Die HOG Orzydorf überreichte am Sonntagnachmittag eine Spende an die Direktorin der Schule, Frau Dumitra Popescu in Orzydorf, die zur Erneuerung der Fußböden eingesetzt wird. Darauf hin lud sie uns zu einem Besuch der Schule ein. Dienstag Vormittag empfingen uns die Schüler mit selbst gebastelten Blumen, mit spontan vorgeführten Theatereinlagen und Liedern. Wir besuchten fast alle Klassenräume, die uns viel kleiner vorkamen als zu unserer Zeit, den Schulhof und im Lehrerzimmer standen Erfrischungen bereit. Erstaunt waren wir über den Deutschunterricht, die Begeisterung der Kinder und die vielen jungen, angagierten Lehrerin und Lehrer, allen voran die Direktorin. Viele Erinnerungen an unsere Schulzeit mussten verarbeitet werden.

Bei einer gemeinsamen Abschlusssitzung am Montag Abend ließen wir alles Erlebte noch einmal Revue passieren. Die vielen Eindrücke können wir ohnehin erst zu Hause verarbeiten.

Der Vorstand der HOG Orzydorf bedankt sich bei allen Teilnehmern dieser Reise. Wir bedanken uns bei Bürgermeister A. Sobolu und seinem Team für alles, was sie für uns getan haben. Selbstverständlich war das nicht.

Der Vorstand der HOG Orzydorf

Weihnachtsbrief 2004

Liebe Orzydorfer,

der Vorstand der HOG Orzydorf wünscht Ihnen, liebe Landsleute, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2005!

Für uns Mitglieder des Vorstandes geht ein besonders erfolgreiches und erfreuliches Jahr 2004 zu Ende. Die Reise nach Orzydorf im Mai dieses Jahres war für alle 43 Landsleute ein unvergessliches Erlebnis. Der Empfang durch die Bürgermeisterin, die Begegnung mit ehemaligen Landsleuten, das Wiedersehen des Friedhofs, der Kirche, der Häuser, die Fahrt nach Maria Radna, in das Bad Calacea, die Besichtigung des „Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses“ in Temeswar und als Höhepunkt der Festgottesdienst am Sonntag in unserer ehemaligen schönen Kirche und das anschließende Fest im alten „Camin“ waren sehr beeindruckend und wird allen Teilnehmern in ewiger, guter Erinnerung bleiben. Ein ausführlicher Bericht dieser Reise erschien in der „Banater Post“ vom 10. Juli diesen Jahres. Ebenso ist ein Büchlein mit vielen Bildern, aber auch mit Kirchen- und Volksliedern und Gedichten entstanden. Dieses Büchlein kostet 12,- € inkl. Versand und kann bei Elisabeth Rodenkirchen, Lautenbachstr. 25, 77955 Ettenheim, Tel. 07822/30417 bestellt werden.

Bei der Abschlussbesprechung mit den Reiseteilnehmern wurde einstimmig der Wunsch geäußert, die Zeugen unserer Vergangenheit in Orzydorf wieder in Stand zu setzen und zu pflegen. Im Friedhof sollen der Eingang und der Hauptweg immer sauber sein und das Gras soll ca. 4 Mal im Jahr gemäht werden. Die Kirche ist in einem sehr guten Zustand. Lediglich kleine Reparaturen sollen dazu beitragen, dass dies auch weiterhin so bleibt. Die Beleuchtung der Altäre wurde während unseres Aufenthalts repariert. Die Beleuchtung am Marienaltar, die Ausrichtung der Orgelpfeifen (die Orgel kann leider nicht mehr repariert werden) und die Verglasung des kleinen Frontfensters sollen nächstes Jahr durchgeführt werden. In einem sehr schlechten Zustand ist die Dreifaltigkeitssäule. Wir haben schon Kostenvoranschläge eingeholt und wollen dieses Denkmal nächstes Jahr reparieren lassen. Zur Finanzierung dieser kleineren und größeren Vorhaben, sind wir natürlich auf Ihre Mithilfe angewiesen. Wir haben uns Folgendes überlegt: Ein Teil der Einnahmen vom Verkauf der Videokassetten unserer Reise liegen schon auf einem Extrakonto. Der Erlös vom Verkauf des Büchleins geht ebenfalls auf dieses Konto. Die Einnahmen aus Straußversteigerung und Tombola bei unserem nächsten Orzydorfer Treffen wollen wir ebenso dafür verwenden. Den jährlichen Beitrag von 8,- € wollen wir auf 10,- € erhöhen. Davon gehen wieder 3,- € auf das Extrakonto. Natürlich bitten wir Sie auch um Spenden. Diese können Sie mit beiliegendem Zahlschein mit Ihrem jährlichen Beitrag gemeinsam überweisen. Die Spendenliste wird in gewissen Abständen in der „Banater Post“ veröffentlicht. Wir danken Ihnen jetzt schon ganz herzlich für Ihre Mithilfe. Im Jahre 2006 wollen wir wieder eine Busreise nach Orzydorf organisieren und am Dreifaltigkeitssonntag die Dreifaltigkeitssäule im Rahmen einer Festveranstaltung einweihen. 

Am 14. Mai 2005 findet das nächste Orzydorfer Treffen statt. Wir laden Sie ganz herzlich ein und hoffen, dass auch dies ein unvergessliches Erlebnis für alle Teilnehmer wird. Das Festprogramm liegt diesem Schreiben bei. Wir bitten Sie uns wieder tatkräftig zu unterstützen. Wir freuen uns immer wieder über neue Ideen für Ausstellungen und Beiträge (Ansprechpartner Elisabeth Rodenkirchen), sowie über Sachspenden zur Tombola (Ansprechpartner Bruno Eipert, Tel. 089/86308815 und Karla Rehlinger, Tel. 06838/80513). Wer unsere schöne Kirchweihtracht, Festtagskleidung oder Arbeitstracht tragen möchte, melde sich bitte bei Elisabeth Rodenkirchen.

Da Herr Georg Kierer und Herr Rainer Kierer an der Herausgabe eines Friedhofbuches arbeiten, bitten wir Sie zum Treffen Bilder, älteren oder neueren Datums von Ihren Gräbern, vom Friedhof oder von Orzydorf im Allgemeinen mitzubringen. Diese werden vor Ort in einen Computer eingescannt und sie können sie sofort wieder mit nach Hause nehmen. Wer sonstiges wertvolles Informationsmaterial besitzt möge dies bitte mitbringen. Wir werden es kopieren und sofort zurückschicken.

Vom Saarland aus (Ansprechpartner Karl Scheible, Tel. 06806/78603), bei genügend Teilnehmern auch von Rastatt aus (Ansprechpartner Eva-Maria Helmer, Tel. 07222/155870), werden Busfahrten nach Nürnberg organisiert.

Wir freuen uns folgende Nachrichten an Sie weitergeben zu dürfen. Es heirateten in diesem Jahr: Michaela, geb. Gier und Rudolf Keul sowie Heike, geb. Kiefer und Günther Speichert. Den jungvermählten Paaren wünschen wir viel Glück auf ihrem gemeinsamen Lebensweg.

Auch für Nachwuchs wurde gesorgt. Wir gratulieren den Eltern Bianca Fritz und Martin Wallrodh zur Geburt ihrer Tochter Eva-Maria, Cornelia, geb. Lambrecht und Domenico Cuschera zur Geburt ihrer Tochter Sophie, Roswitha Rieder und Reinhard Schulz zur Geburt ihrer Tochter Franziska, Elke, geb. Schuld und Dieter Reis zur Geburt ihres Sohnes Denis, Heike und Günther Speichert zur Geburt ihrer Tochter Cara-Maria und Ingrid Anselm und Marc Böhle zur Geburt ihrer Tochter Lilly. Den jungen Erdenbürgern wünschen wir Gesundheit und ein langes Leben.

In diesem Jahr verstarben: Josef Adam in Wien/Österreich, Pfarrer Stephan Ackermann in Schwabach, Anna Brück, geb. Kremer in Neulussheim, Otto Dedek in München, Margaretha Eipert, geb. Kremer in Nürnberg, Juliane Frank, geb. Specht in Pasching/Österreich, Margaretha Jäger, geb. Esslinger in Orzydorf, Katharina Keller in Homburg, Nikolaus Klemann in Schwabhausen, Josef Komancsek in Seelbach, Nikolaus Krisamer in Vaihingen/Enz, Elisabeth Leichnam, geb. Albert in Weissenburg, Josef Natsch in Oer-Erkenschwick, Anton Müller in Rosstal, Anna Rausch, geb. Dissler in Rastatt, Anna Scheible in Maxdorf, Stefan Scheible in Mannheim, Ordensschwester Bernadette (Magdalena Schwarz) in Temeswar, Nikolaus Schwemlein in Rastatt, Frieda Waasz, geb. Wels in Enger-Bödinghausen, Margaretha Weiss, geb. Klemens in Erfurt, Martin Weissenbacher in Freiburg, Katharina Viel, geb. Schmidt in Dietramszell und Josef Zornek in Raubling. Den Hinterbliebenen sprechen wir unsere tief empfundene Anteilnahme aus.

Wir sind ihnen sehr dankbar, wenn sie uns Neuigkeiten aus ihrer Familie direkt mitteilen. Gretl Schwemlein kann jederzeit angerufen werden (Tel. 06838/2384). Dann kann sie diese Nachrichten sofort an die „Banater Post“ weiterleiten.

Weitere Informationen und Nachrichten können sie auf unserer Homepage www.orzydorf.de nachlesen.

Auf der Rückseite der Einladung zum Orzydorfer Treffen haben wir auf Wunsch der Landsmannschaft der Banater Schwaben in München eine Beitrittserklärung kopiert. Wer noch nicht Mitglied ist und die „Banater Post“ beziehen möchte, kann diese Beitrittserklärung ausfüllen und an die angegebene Adresse schicken.

Wir hoffen auf ihr zahlreiches Erscheinen beim Orzydorfer Treffen im nächsten Jahr und grüßen alle Landsleute ganz herzlich.

Der Vorstand der HOG Orzydorf

Orzydorfer trauern um Schwester Bernadette

Schwester Bernadette wurde am 3. Juni 1923 in Sanktanna, als Tochter der Landwirtseheleute Johann und Magdalena Schwartz geboren. Mit zwei Brüdern und zwei Schwestern erlebte sie eine glückliche Kindheit. Mit 12 Jahren folgte sie ihrer Tante, Schwester M. Engelberta Henger, und trat in die Kandidatur der Notre-Dame-Schwestern in Temeswar ein, wo sie zur Kindergärtnerin ausgebildet wurde.
Von 1958 bis 1972 war sie Kantorin und Religionslehrerin in Orzydorf.
In schwierigen Zeiten organisierte sie den Religionsunterricht, bereitete die Kinder in unserem Dorf auf die Erstkommunion vor. Mit viel Liebe schmückte Sie unsere Kirche, gestaltete mit dem von ihr geleiteten Kirchenchor Gottesdienste. Unvergessen sind die Krippenspiele zur Mitternachtsmette an Weihnachten, die sie mit den Kindern einstudierte.
Neben ihrem unermüdlichen Einsatz für die Kirche, erteilte Sie Unterricht in Orgel/Harmonium, Geige und Akkordeon. Sie organisierte Wallfahrten nach Maria Radna, die für viele ein unvergessenes Erlebnis geblieben sind. Ihr Wirken in Orzydorf beeinflusste die junge Nachkriegsgeneration nachhaltig. Ohne Sie wäre ein religiöses Leben in unserem Dorf nur schwer vorstellbar gewesen.
Von 1972 bis 1978 half sie in Temeswar der damaligen Provinzoberin, Schwester M. Domitia Hora, die zugleich Organistin an der Klosterkirche und Religionslehrerin war. Ab 1978 übernahm sie dann Chor und Religionsunterricht in drei Sprachen bis sie 1994 zur Provinzrätin gewählt wurde. Es war ihr immer eine große Freude, wenn sie in „ihrer“ Klosterkirche aushelfen durfte.
Schwester Bernadette war eine begnadete Erzieherin, die nicht nur von den Kindern, sondern auch den Eltern aufgesucht und um Rat gefragt wurde. Sie war eine selbstlose Seele: Nichts für sich, alles immer nur für andere. Die Armen, vor allem die armen Kinder, waren ihre Lieblinge. Sie war ein froher Mensch. Auch wenn das Leben manchmal schwer war, verlor sie nicht ihren Frohsinn und Humor.
Ihre Krankheit trug sie mit viel Geduld. Am 20. Oktober 2004 verstarb Magdalena, M. Bernadette Schwartz in Temeswar.
Die Orzydorfer gedenken ihr in Dankbarkeit.

G. u. W. Müller
K. Scheible