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Archiv der Kategorie Pfarrer Topits
Zinnowitz 2009
18.7.2010 von eduard.
„In den Dünen sitzen,
nichts sehen als Sonne,
Nichts fühlen als Wärme,
nichts hören als die Brandung,
zwischen zwei Herzschlägen glauben:
Nun ist Frieden.“ (G. Kunert)
Zeit und Ort der Abfassung des Berichts
Kururlaub im Ostsseebad Zinnowitz auf Usedom aufgrund meiner Tagebuchaufzeichnungen vom September 2009. Erst im Sommer darauf bei meinem zweiten Kuraufenthalt hatte ich mein Laptop dabei und konnte diese Niederschrift vollenden.
Vorausgehende Überlegungen
Wie kam es zu meiner Kur an der Ostsee in Zinnowitz?
Letztes Jahr hatte ich eine schwere Stirnhöhlenoperation durchzustehen.(Pansinusitis!) Hinzukam die Begradigung der Nase und Durchstoßen der Nebenhöhlen. Ich verließ das Krankenhaus(HNO- Klinik in Erlangen) nach einem vierwöchigen Aufenthalt mit der dringenden Empfehlung, demnächst eine Kur an der Küste vorzunehmen. Der eine Professor meinte, die Nordsee sei für die Nase das Beste. Der andere im gleichen Hause wiederum war der Ansicht, sie sei eben doch zu rauh für mich, ich müsste ja auch meine Bronchien berücksichtigen. Deshalb sei die Ostsee ideal, aber das Wetter müsse passen. Im äußersten Fall sei Norditalien z. B. Toscana zu empfehlen, auf keinen Fall Sizilien. Nach dem Krankenhausaufenthalt bekam ich zwar besser Luft durch die Nase als vorher, aber nun fingen die Bronchien an zu rebellieren und ich bekam einige Monate hindurch ganz heftige Asthmaanfälle, die mich Tag und Nacht peinigten. Plötzlich wie sie kamen, waren sie auch wieder weg. Dennoch bestand Handlungsbedarf. Nun hatte ich immer noch keine konkrete Empfehlung, aber auch kein Geld. Denn ich hatte mich bei meinem 40-jährigen Priesterjubiläum schwer verschulden müssen. Vor 12 oder 13 Jahren hatte ich mit den Bamberger Seelsorgern an einer Studienwoche „Auf den Spuren des hl. Bischofs Otto in Pommern“ teilgenommen. Wir waren in Greifswald als Gäste der evangelischen Landeskirche untergebracht und unternahmen von hier aus einen Tagesausflug auch auf die Insel Usedom. So kamen wir auch in das Ostseebad Zinnowitz mit dem Ottoheim. Ich erinnerte mich, dass ich dort sehr gut und leicht atmen konnte. Als im Frühjahr im Amtsblatt für Urlaubsvertretungen in Zinnowitz geworben wurde, stand mein Entschluss fest. Ich rief sogleich an, aber man sagte mir, ich möge später noch mal anfragen. Nun folgte bei mir eine sehr unsichere Zeit, bedingt durch mein Springerdasein als Rentner für Urlaubsvertretungen. So konnte ich erst Ende Juli für die zweite Septemberhälfte verbindlich planen. Doch jetzt bekam ich keinen Platz mehr im Ottoheim. Kurz entschlossen ging ich zum Reisebüro und erkundigte mich nach einem anderen Quartier. Das gelang auch. Auch löste ich gleichzeitig die Fahrkarte. Das war auch gut so, denn beinahe wäre auch jetzt wiederum etwas inzwischen gekommen, bedingt durch die Sterbebegleitung einer krebskranken Frau, die ich bei meiner Urlaubsvertretung begonnen hatte.
Reise nach Zinnowitz
Meine Schwester Elfriede brachte mich am 15. Sept. 2009 mit dem Auto zum Bahnhof nach Bamberg. Die Abfahrt mit dem ECE erfolgte mit zehnminütiger Verspätung. Ich hatte den Wagen Nr. 21 zugewiesen bekommen mit Platz 55. Da mir der Platz wenig behagte und ich ja die Zeit nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Schreiben nutzen wollte und reichlich Platz vorhanden war, machte ich mich auf den Plätzen am Tisch in der Mitte des Wagens breit. Die Zeit verging bei meinen Griechisch- Übungen wie im Flug. Um 13.30 trafen wir in Berlin - Gesundbrunnen ein. Ich hatte noch 20´ Zeit zum Umsteigen. Das war gar nicht so schwierig, denn der Express nach Strahlsund fuhr gleich nebenan los. Bei Züssow sollte ich dann in die Bäderbahn umsteigen, die über Wolgast, Zinnowitz bis Swinemünde fährt. Auch im Express hatte ich einen Platz reservieren lassen. Ich betrat also den Wagen Nr. 9 und wollte dann meinen Platz Nr. 155 einnehmen. Doch der war besetzt von einer gut gebauten Dame, die sich über beide Plätze breitgemacht hatte und vor sich hindöste. Gegenüber auf der anderen Seite war noch ein Platz frei, neben einem sehr schlanken Gebilde. Die Frau gestattete mir neben ihr Platz zu nehmen. Wir kamen recht bald ins Gespräch. Mir fiel zwar auf, dass sie in kurzen Abständen jeweils ein SMS erhielt, aber weil ich links etwas steif bin - in Folge meines Sturzes vor einem Jahr-, übersah ich das Schildchen auf ihrer Jacke. Als ich ihr mitteilte, dass ich nach Zinnowitz möchte, sagte sie, dass auch sie dort hinführe, ja dass sie dort wohne und bei der Polizei arbeite. Nun stellte auch ich mich als Pfarrer i. R. vor. Wir unterhielten uns über verschiedene Themen. Spannend wurde es, als wir sogar einen gemeinsamen Bekannten ausmachten: den ehemaligen Bürgermeister von Zinnowitz Dr. Krug, dessen Frau aus meiner ehemaligen Gemeinde(Pommersfelden) stammte. Ich hatte sie seinerzeit getraut und auch ihre drei Kinder getauft. Bürgermeister Dr. Krug sei immer noch in guter Erinnerung, - so Frau Schmelzer - da er sich für viele Vorhaben eingesetzt hatte, und so manche Projekte angeschoben habe. Er wäre auch vermutlich gerne hier geblieben, hätte man seine hauptamtliche Stelle nicht in eine ehrenamtliche umgewandelt. Weiterhin erzählte mir meine Nachbarin von dem alten Wickinger –Fest der „Vineta“, das ich bei meinem ersten Besuch hier vor Jahren am Rande mitbekommen hatte. Es geht zurück auf die Sage von der versunkenen Stadt. Zuweilen jedoch hörte man immer noch die Glocken der Stadt.
Wir fuhren durch die spätsommerliche Landschaft. Die weite Ebene ist nur begrenzt von Waldgürtel und Baumreihen entlang der Straßen.
Nach einiger Zeit machte mir die Polizistin ein ganz tolles Angebot: „Meine Eltern kommen mich in Züssow abholen und wir haben noch einen Platz im Auto frei. Wenn Sie wollen, dürfen sie mit uns mitfahren.“ Und ob ich wollte? Bei meinem vielen Gepäck, war das für mich eine riesengroße Erleichterung. Das bedeutete auch einen Zeitvorteil von mindestens einer Stunde. Mit dem Auto fuhren wir bei Wolgast mit seinem Operettenhaus und Paulskirche über den Peenestrom auf die Insel Usedom.
Der Name kommt vom slawischen „Utznam“, was soviel heißt wie “An der Mündung“ liegend. In wenigen Minuten erreichten wir Zinnowitz. Auf dem Papier, das ich aus meinem Ordner vor der Abfahrt herausgenommen hatte, stand „Pension Moll“. Die Eltern der Polizistin brachten mich auch dorthin. Denn sie wohnten ganz in der Nähe vor der Kirche. Die Beamtin als gute Menschenkennerin ging mit mir in die Pension hinein und meinte noch: „Mal sehen, ob es klappt?” Als ich im Haus vorsprach, wusste kein Mensch etwas von meiner Buchung oder Reservierung. Erst jetzt dämmerte es mir, dass das Papier, das ich in Händen hielt, nur die Bestätigung der ersten Anfrage durch das Reisebüro war. Weil die Pension darauf nicht reagierte hatte, suchte mir das Reisebüro einen Platz in einem Strandhotel. Ich bekam auch die Buchung ausgehändigt, hatte sie jedoch nicht dabei , lediglich die Anfrage bei der Pension Moll. Inzwischen hatte ich die Sache vergessen. Erst jetzt tauchte in meinem Hinterkopf die Bezeichnung: „Zinnowitzer Hof“ auf. Von einem solchen Hotel wusste die Kellnerin wiederum nichts. Was war geschehen? Ich hatte die zweite Bestätigung mit der tatsächlichen Reservierung wo anders hinterlegt und nicht bei den Fahrkarten abgeheftet. In der Eile des Aufbruchs hatte ich nur das Abgeheftete mitgenommen und gar nicht angeschaut. So kam es zu dem Missverständnis. Jetzt war guter Rat teuer. Ich schaute auf die Uhr. Es war ung. 3/4- 5 Uhr. Mein rettender Anker ging von der Überlegung aus: Um die Zeit müsste mein Reisebüro noch besetzt sein und ich tat instinktiv das einzig richtige. Ich rief mit dem Handy das Reisebüro in Höchstadt an. Ich hatte Glück, die Kollegin von Frau Ruppert schaute nach und nannte mir ein Strandpalais in der Dünenstraße, die Hausnummer sei unwichtig. Einer inneren Eingebung folgend, bestand ich jedoch darauf, dass sie mir auch die Hausnummer mitteilen möge. Erst nach einigem Suchen fand sie die und gab mir die Hausnummer 10 durch. Das sollte für mich gleich von entscheidender Bedeutung werden. Als endlich das Taxi kam, brachte mich der Fahrer in das Strandpalais. Dort wusste man jedoch nichts von meiner Buchung und verlangte von mir die Bestätigung der Reservierung. Nach einigem Hin- und Her, kam ich auf die Hausnummer zu sprechen. Ich sagte: dass ich soeben mit meiner Agentur telefoniert hätte und man mir die Hausnummer 10 für die Dünenstraße durchgegeben hätte. Erst jetzt klärte sich das Missverständnis auf. Es gab noch ein zweites Strandhotel, das hier hatte die Hausnummer 11. Dort wiederum hieß es, dass die Zentrale Rezeption im Preußen Hof zu suchen sei. Hier wusste man dann auch von meiner Buchung bescheid. Ich atmete erleichtert auf, bezahlte die Taxe für den Aufenthalt und eine Mitarbeiterin der Rezeption brachte mich zu meinem eigentlichen Aufenthaltsort: Das war nun tatsächlich der „Zinnowitzer Hof“, aber in der Dünenstraße 24. Das Problem war, dass es nur eine Rezeption für ung. 5 - 7 Hotels gibt, die alle vom „Preußenhof“ aus verwaltet werden. Das vorhergehende Hotel gehörte zu einer anderen Kette. Ich bekam das Zimmer und Schlüssel mit der Belegungsnummer 12. Es war ein schöner großer Raum – im imperialen Stil mit Balkon, Vorraum, Dusche mit Nasszelle und Küchennische. Noch am gleichen Abend besorgte ich mir im Edeka/Kaufland Wasser und das Wichtigste für den nächsten Tag und beehrte die Eltern mit einem bescheidenen Blümlein. Hier erfuhr ich, dass sie Schmelzer heißen.
Am anderen Tag ging ich auf die Suche nach dem Ottoheim. Es war ein ziemlich weiter Weg. Denn das kirchliche Haus der Erzdiözese Berlin lag fast 1-1/2 Km von meinem Aufenthalt entfernt, in der Dr. Wachsmann-Straße 29. Im Hof traf ich auf eine Gruppe Senioren, die gerade auf den Bus zu einer Besichtungsfahrt warteten. Schwester Lucia von den Vöcklabrucker Franziskanerinnen, erteilte mir bereitwillig Auskünfte über die Gottesdienstordnung. Zaghaft fragte ich auch gleich, ob denn auch die Möglichkeit zum Mitzelebrieren bestünde. Am darauffolgenden Tag, der ein Mittwoch war, hatte sie schon alles in der Sakristei vorbereitet gehabt. Ich war beeindruckt! Dort lernte ich auch den Inselpfarrer Andreas Sommer kennen, der eigentlich in Heringsdorf wohnt und von dort stets rüber kommt. Die Schwestern boten zusätzlich zu den 3 Messfeiern an Wochentagen jeweils auch ein Morgenlob(7.30) und ein Abendlob (18.00) an. Das bereitete die andere Schwester vor, namens Agnes. Sie vereinbarte mit mir am Freitagabend eine Führung durch Haus und Anlage.
Rundgang durch das St. Otto- Heim
Eine Frau aus Lübeck stiftete um 1900 auf halber Strecke zum Ottoheim in Berlin, auf Zinnowitz ein Gasthaus, das als Kinderheilstätte eingerichtet werden sollte. 1914 wurde es fertig. Im darauf folgenden I. Weltkrieg richtete die Wehrmacht hierein Lazarett ein. Am 16. Januar 1916 kamen Breslauer Marienschwestern bzw. Ursulinnen hierher. Sie fanden sämtliche Scheiben eingeschlagen vor. Das Grundstück wurde von der Diözese ihnen übereignet. Sie betreuten und pflegten 40 bedürftige Kinder. Dazu errichteten sie Holzbaracken, in denen bald 300 Jugendliche Platz hatten. Sie standen vor der Alternative entweder ein Lazarett oder ein Kinderheim zu errichten. Im II. Weltkrieg gab es dann doch wieder hier ein Lazarett, später siedelten sie Waisenkinder an. Das wurde von der DDR toleriert. Dennoch gab es Versuche das Haus aufzulösen. So kam 1963 eine Räumungsklage vom Landkreis Wolgast. Durch die Intervention des Bischofs beim Innenministerium beließ man das Haus jedoch und richtete es aus auf Kinderchorkurse ein. Mit Hilfe der Gemeinden betreuten die Schwestern jetzt Vorschulkinder und bis zu 300 Schüler außerhalb der Ferienzeit. Tätig waren hier 40 Schwestern mit ihrem Noviziat und auch etliche Kindergärtnerinnen. Man stattette die Räume klinikmäßig aus. Hier erfolgte ab nun die Ausbildung von Gruppenleiterinnen, die dann nach Berlin gingen. Auch der Bischof verbrachte stets seinen Urlaub hier an der Küste. 1964 sind bei Schweißarbeiten die Baracken weggebrannt. Die Väter errichteten sie jedoch recht bald wieder. Dabei haben auch Jugendliche mit Hand angelegt. Nach der Wende haben Erzbistum und Kassen die Kosten nicht mehr übernommen. Die Schwestern zogen sich zurück in ihr Mutterhaus und das Haus wurde 1994 vom Erzbistum zum Verkauf freigegeben. Doch daraus wurde nichts. 2005 kamen zwei Schwestern von den Vöcklabrucker Franziskanerinnen: Schw. Lucia und Schw. Agnes. (Die Kongregation ist aus Oberösterreich)
Der Kirchenraum war schon 1916 errichtet, die Kirchenfenster sind erst 1996 fertig worden. Die Muttergottesfigur ist eine Kopie einer Madonna aus dem 16. Jh. mit Türkenkopf zu ihren Füßen. Das Hänge- Kreuz mit Korpus im Großen Saal stammt ebenfalls aus dem 16. Jh. Die Gemeindegottesdienste sind bis dahin im Pfarrhaus gefeiert worden, das sich ganz wo anders, in der Waldhausstraße befand. 2003 entsteht der Altar aus vielen Hundert von Abfällen. 2006 kam die Altarinsel hinzu und bei der gleichen Renovierung legte man den Fußboden aus Kalkplatten vom Meeresboden. Die 800 Katholiken aus der Gemeinde kamen aus den verschiedensten Gebieten. Erst 2004 ist Zinnowitz Pfarrort geworden. Im Dritten Reich formierte sich hier eine Widertandsbewegung „Ter Morchen“ . Pfr. Plonka ist von der GESTAPO ausgespäht worden. Durch den Anschluss Oberösterreichs unterlag das Land nicht mehr den Konkordatsbestimmungen. Mehrere wurden zwangsversetzt z.B. nach Stettin. Hier bildete sich ein aktiver Widerstandskreis Stelauer Kreis. Zusammen mit dem Ingenieur Hagen sind an einem Tag alle verhaftet worden, unter ihnen auch Pfr. Dr. Wachsmann . Seine Hinrichtung fand in Brandenburg statt. Die Beisetzung erfolgte im Pfarrhof. Daran erinnert die Ter- Morchen- Straße mit Gedenkhaus. Nach dem Krieg wandelten sich fast alle braune Gebiete in rote und nach der Wende wieder umgekehrt. Ter Morchen ist hingerichtet worden, wie auch alle anderen aus dem Kreis, außer Pfr. Plonka und Oberin Raphaela Falke. Die Gedenktafel außen ist verschwunden. Sie erinnerte an die Tochter, die vor EDEKA im Park 2006 überfahren worden war. 2005 entstand die Meditationskapelle außerhalb der Kirche. Im gleichen Jahr erfolgte die Generalsanierung. Seit 2005 bietet das Haus Exerzitien im Frühjahr und im Herbst an.
Bald erkannte ich, dass ich zwecks Versorgung ohne Fahrrad nicht auskomme. Ich hatte bei der Buchung nur Frühstück dabei, für das ich jeweils kleine rote Kärtchen erhalten hatte. Im Zinnowitzer Hof , gibt es ein italienisches Restaurant: „Picolo mondo“. Hier konnte ich zu Mittag essen. Es gab sehr gute Speisen mit sämtlichen Leckerbissen der mediteranären Küche und auch jeweils eine Suppe. Auch konnte ich Kinderportionen bestellen, die immer noch ausgiebig für eine einzelne Person waren. Bald jedoch war ich mit der für mich geeigneten Speisekarte durch. Natürlich hätte ich hier auch Getränke jeder Art bekommen können und auch ein Abendessen. Aber ich musste mit meinem Geld sehr haushalten. Denn das Hotelzimmer kostete mich für die 12 Tage unf. 800 €. So gelang es mir im Schnitt mit 10-12 € beim Mittagessen auszukommen. Zwei freundliche Kellnerinnen, Frau Draß und Frau Ajeta, bedienten die Gäste und überbrachten die Wünsche und Bestellungen an die Küche. Später suchte ich den direkten Kontakt mit dem italienischen Koch namens Ivo, um mein Italienisch ein wenig zu üben. In der Küche half noch seine kroatische Frau Maritza. Morgens zeigte ich Frau Ajeta oder Frau Draß die rote Essenskarte und sie fragte mich ganz mütterlich mit den Worten, mit denen sie auch ihre weiteren Gäste begrüßte: „Na, alles in Ordnung?“. Dieses „Na“ scheint mir für den Usedomer Landstrich irgendwie typisch zu sein. Im Speisesaal entdeckte ich also gleich einen wunderschönes Gedicht über den Dünensand:
Dünensand
Einst kam die Woge und rollte an Land,
die erste von allen. Ein Körnchen Sand
ließ sie am Ufer sinken.
Das sah der Schwestern eine im Nah´n,
und sieh! Schon hat sie dasselbe getan,
mit ihr die andern, die flinken!
Drauf kam der Wind vom Meere herauf
und bließ die Körnchen alle zuhauf;
sie lagen geschichtet zum Hügel.
Nun bringen die Wogen manch ´tausend Jahr
Wohl Körnchen um Körnchen dem Ufer dar;
Der Wind regt seine Flügel.
Und siehe! Da hebt sich an brandender See
empor der Düne stattliche Höh:
aus Körnchen zusammengelesen.
Und fragst Du, wer also sie hat gelegt?
Das war, was Welle und Wind bewegt,
der Ewigkeit Pulschlag gewesen.“
W. Reepel
Fahrt nach Swinemünde, 21. September 2009
Die Fahrt unternahm ich nicht mit dem Schiff, sondern mit der Usedomer Bäder Bahn (UBB). So war ich in einer Stunde dort, mit dem Schiff hätte es mindestens 3 Stunden gebraucht. Die UBB besteht aus funkelnagelneuen Wagen und die Bahnhöfe entlang der Bäderstraße sind so schön hergerichtet wie nirgends sonst in Deutschland. Auch die Trassen und Gleise der Stecke sind vorbildlich instandgehalten. Man kann selbstverständlich auch sein Fahrrad mitnehmen. (Zusatzpreis 4 €) Sonst macht die Tageskarte 12 € aus. Damit kann man hin und auch zurück fahren. Die Bahnhöfe sind zum Teil in Backseintechnik errichtet, was besonders in Ahlbeck zum Ausdruck kommt.
Wie eine Perlenkette reihen sich die einzelnen Seebäder und Feriendörfer dem Meeresufer entlang. Von Peenemünde bis Swinemünde erstreckt sich einer der schönsten und längsten Sandstrände über 45 Km. Nördlich von Zinnowitz liegt die Insel Ruge mit ihrem Leuchtturm. Parallel zum Schienennetz verläuft die B 111, zuweilen kommen sich die beiden auf Tuchfühlung nahe, besonders bei der Engstelle. Bei Bad Zempin verengt sich die Insel auf 330 m (nach anderen Angaben 1,5 km) An mehreren Stellen konnte ich aus dem Zug den Strand der Ostsee sehen und andererseits das Achterwasser, das vom Peenestrom gespeist wird, der es auch mit dem Kleinen Haff verbindet. Die Insel weist zum Achterwasser hin drei Halbinseln auf. Es ist ein bewaldetes Gebiet zwischen Bazin und Swinemünde. Wegen seiner malerischen Schönheit trägt es die Bezeichnung: „Usedomer Schweiz“. Die Seenlandschaft wird von üppigen Grünanlagen gesäumt. Es gibt insgesamt 14 Süßwasserseen, die vom Schmelzwasser gespeist sind. Bei Bazin sieht man einen großen Binnensee seitlich der Fahrbahn. Insgesamt 280 Vogelarten zählt man auf der Insel. Die Mantelmöwe erreicht eine Flügelspannbreite von 1,60 und die Silbermöwe 1,35. Auch gibt es die Lachmöwe. Vom Kormoran, der mehr Fische frisst als die Fischer fangen, gibt es 14.000 Brutpaare. Die Zahl der Seeadler beläuft sich auf ung. 70 Vögel, davon 20 alte und 50 junge. In den Gewässern schwimmt der Drei- Farben- Fisch. Als seltenes Gewächs gibt es hier die Stranddistel. Der Weißdorn ist überall anzutreffen. Das Wasser der Ostsee weist einen Salzgehalt von nur 0,8 % auf.
Von Albeck-Grenze geht es fast nahtlos über nach Swinemünde. Beim Halt der UBB in Swinemünde – es scheint nicht der eigentliche Bahnhof zu sein- warteten mehrere Kutschen und ein halbes Dutzend Taxis. Als ich noch nachdachte, ob ich nun den Weg rechts oder links nehmen sollte, sprach mich ein Taxifahrer an und erbot sich mich für 5 € bis zur Stadtmitte zu fahren. Da mir nur 1-1/2 Stunden zur Verfügung standen, sagte ich sofort zu und dem war auch gut so. Allein hätte ich mich wohl verlaufen. Daraufhin setzte der Taxifahrer – ein guter Psychologe - noch eins drauf. Er erklärte sich bereit mich mit 20 € durch die ganze Stadt und zu den wichtigsten Kirchen zu fahren und mich dann wieder zur UBB zurück zu bringen. Er sprach ziemlich gut deutsch. Die erste Kirche, zu der er mich brachte, war die ehemalige evangelische Christuskirche. Charakteristisch war ihr Turm . Die restliche Kirche flankierten 4 Ecktürme . Auch das Turmkreuz wies ein Blattmotiv auf, was sich von unten recht kunstvoll ansah. Von der nächsten ehemaligen evangelischen Kirche stand nur noch der Turm. Das Schiff ist im Krieg zerstört und nicht mehr wieder aufgebaut worden. Erst die vierte Kirche war von Anfang an eine katholische. Sie ist 1895 erbaut worden und verfügt über wunderschöne Buntfenster mit verschiedenen Motiven, aus der Welt des Meeres. So z. B.. Die Berufung der Apostel als Menschenfischer, der Sturm auf dem See und Verklärung Christi, Durchzug durchs Rote Meer bei den Fenstern auf der Südseite. Vor der Kirche lag ein großer schwerer Anker mit Kreuz. Das Altarfenster der Aspis zeigte Maria als Meerstern. Die Kirche trug denn auch die lateinische Bezeichnung für Meerstern: „Stella maris“. Die dritte Kirche, an der wir vorbeikamen, war die Garnisonskirche. Sie glich eher einem großen Saal als einem Gotteshaus. Da nur der Vorraum geöffnet war, konnte ich aus dem Inneren nicht all zu viel mitbekommen. Auch erinnere ich mich nicht mehr an das Altarbild. Die 5. Kirche war ehemals eine evangelische Christuskirche, die jetzt von den Katholiken genutzt wird. In der Mitte hing ein Segelboot ung. 1-1/2 m lang. Die 6. Kirche war eine moderne Kirche mit zeltförmigen Turmaufsatz. Dazwischen befanden sich die zwei Glocken. Drei Fenster, die an die Bullaugen erinnerten, wie sie auf einem Schiff üblich sind, bestimmten die Fassade. Auch diese Kirche war nur im Vorraum zugänglich. Die 7. Kirche war ein kleiner moderner Bau.
Das Rathaus erinnerte mich an eine Zisterzienser- Kirche mit ihrem Dachreiter, in dem die Glocke der Turmuhr die Stunden schlug. Es war gerade 12.00 als wir dort ankamen. Vor dem Rathaus in der Parkanlage befindet sich ein Quellbrunnen mit einem Gedenkstein für die Marinesoldaten , die auf hoher See umgekommen sind. Es ist also gewissermaßen eine Art Kriegerdenkmal. Darüber sprudelt die Quelle, an der sich die Sperlinge laben. Das Rathaus blickt auf den Hafen hinab. Er scheint in der Mündung der Swine untergebracht zu sein, denn vom offenen Meer war nichts zu sehen. Die Stadt zählt heute 50.000 Einwohner. Vor dem Krieg waren es 35.000. Der Bombenangriff 1945 zerstörte 80 % der Häuser. Damals hielten sich Zehntausend Flüchtlinge dort auf, so dass die Gesamtzahl der Menschen auf gut 100.000 anwuchs. Davon fanden mit Sicherheit zumindest 20.000 den Tod. Die wiederaufgebauten Stadtgebiete außen weisen keinen Bezug zur einstigen Altstadt auf. Es sind zwei Welten. Auf der gesamten Insel Usedom soll es 14 alte Kirchen geben.
Fahrt nach Peenemünde, 23. September 2009
Ich wollte ursprünglich zuerst nach Usedom und ein anderes mal nach Peenemünde. Mit diesem Vorsatz fuhr ich mit dem Rad zum Bahnhof. Am Schalter befand sich eine sehr freundliche junge Frau, die ein Kind erwartete. Sie riet mir von Usedom ab, da dieser Weg einen ganzen Tag erfordere. Man müsste über den Schmollensee und eine Verbindung mit einem Bahnbus sei ungewiss. Das erleichterte ganz wesentlich meine Entscheidung, denn so viel Zeit hatte ich diesmal nicht. Also führ ich nach Peenemünde. Nach nur einer Viertelstunde Bahnfahrt kam ich dort an. Ich ging einfach den Leuten nach und kam so auf das Gelände mit den Raketenversuchsstationen Ost und West. Zunächst bekamen wir einen Oberbunker zu sehen mit 2 m dicken Betonwänden. Auf dem Gelände stand eine Rampe auf der mit einem Förderband Kohle zur Energiegewinnung direkt vom Schiff gefördert wurde. Daneben standen verschiedene Raketen und Flugzeugtypen jüngeren Baudatums aus sowjetischen Beständen (Mig) Ein Besucher bemängelte mit Recht im Beschwerdebuch, dass man gerade hier kein einziges deutsches Flugzeug zeigte. Warum wohl? Handelt es sich um einfache Gedankenlosigkeit oder doch um ein Politikum?
Vor dem Ausstellungsgebäude stand ein Exemplar von der legendären V3. Damit gelang am 3. Oktober 1942 erstmals der Flug ins Weltall bzw. in die Zone der Schwerelosigkeit. Die Versuchsrakete von flüssigem Sauerstoff angetrieben, erreichte immerhin eine Höhe von 85 km und hatte eine Reichweite von 190 km. Nach diesem Durchbruch erfolgte die Fertigung in Serie. Ihre Einschläge wurden zum Schrecken wurden zum Schrecken der Bevölkerung Englands. Die erhoffte demoralisierende Wirkung blieb jedoch aus. Der militärische Nutzen des Geschosses war eh fragwürdig, weil man damit noch keine Ziele genau anpeilen konnte. Nebenan sahen wir eine schräge Abschussrampe von 48 m Länge. Die Ausstellung selbst war in zwei Stockwerken untergebracht. Sie zeigte Fotos vom Abschuss und Einschlag der Raketen und wie man ihre Bahn überwachte. Werner Freiherr von Braun und der aus Siebenbürgen stammende Heinz Oberth waren die eigentlichen Erfinder. Sie verwirklichten, was Jule Vernes Romane in phantasievollen Zügen ausgemalt hatten. In Wirklichkeit gestaltete sich das Unternehmen als weitaus schwieriger. Unter anderem ging es um die Schaltstellen. Auch waren die Raketen leichtes Zielobjekt der alliierten Bomber. Schwierig war es auch die vielen Einzelversuche zu koordinieren und dann die erfolgreichen voranzubringen.
Die Führung durch die Ausstellung ließ eine klare Richtung vermissen. Erst an den Schautafeln konnte man sich in etwa orientieren. Einen Teil des Hafens konnte ich auch Fotografieren. Auf jeden Fall legten hier mehr Schiffe an als im Hamburger Hafen. Auf dem Heimweg sah ich noch eine Kapelle der Versöhnung, die ich fotografierte. Auch gelang es mir noch Besorgungen zu machen.
Am Abend wohnte ich einer Filmvorführung über „Maria Magdalena“ bei im evangelischen Gemeindezentrum, das nicht bei der Kirche ist, sondern erst in der nächsten Seitenstraße(Bergstraße 12 ung. 150 m von der Kirche entfernt). MM kam ins Gespräch wegen des Films „Das Sakrileg“. Der jetzt gesehene Film jedoch ging von christlichen Vorstellungen aus. MM erinnert sich im Gespräch mit ihren Freundinnen über ihre Erlebnisse unterwegs mit Jesus und den Jüngern. Die Hauptperson spielte ihre Rolle gut. Manchmal jedoch gingen Szenen und Begebenheiten zu schnell vonstatten, wie z. B. die Taufe Jesu im Jordan, die Auferweckung der Jairustochter oder des Jungen Mannes von Nain. Der Übergang zwischen den einzelnen Szenen war m. M. nach etwas zu abrupt. Die Herausforderung der beim Ehebruch ertappten Sünderin wirkte echt. Lediglich die Kreuzigung wirkte etwas unecht, desgleichen die Darstellung des Schmerzes der Mutter Maria.
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E-Mail 18.07.2010
18.7.2010 von eduard.
Liebe Freunde,
anbei Gedanken des letzten Sonntags, die ich als Ferienpredigt in der St. Otto Kirche in Zinnowitz, auf Usedom an der Ostsee gehalten habe. Auch wenn sie nicht aktuell zum neuen Sonntag passt, mag sie Euch(Sie) doch etwas in Urlaubsstimmung versetzen. Hinzu füge ich meinen Reisebericht über meinen ersten Ferienaufenthalt dort. Der schmorte schon lange in meinem Hinterkopf, aber erst im diesjährigen Urlaub fand ich Zeit, um ihn zu vollenden. Was ich diesmal alles an Schönem erleben durfte, darüber ein andermal. Hoffentlich wird es nicht wieder ein Jahr vergehen, bis dazu komme den Bericht nieder zu schreiben.
Mit den besten Segens- und Urlaubswünschen
Euer
Internetpfarrer
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15. Sonntag im Jahreskreis, Zinnowitz, 11. 07.2010
11.7.2010 von eduard.
Deuteronomium 30, 10-14: Psalm 69,14-37; Kolosser 1,15-20; Lukas 10, 25-37
Wir haben hier jeden Tag das Meer vor Augen mit seinem Wind und seinen Wellen, mit Wasser und Strömungen. Soweit das Auge reicht bis zum Horizont nichts als Wasser. Das Meer hat seine Gesetzmäßigkeiten aber auch seine Überraschungen, die sich in Wetterkapriolen bemerkbar machen. Um die Kurgäste zu schützen sind Sicherheitsbojen angebracht an den Stellen, wo es plötzlich tiefer und gefährlich wird.
Auch in der Lesung aus dem Buch Deuteronomium ist die Rede vom Meer. Die Gebote und Gesetze Gottes lassen sich mit den Sicherheitsbojen des Meeres vergleichen. Sie möchten unsere Freiheit keineswegs einschränken, sondern markieren Gefahrenstellen. Dazwischen befindet sich der große Raum der Freiheit. Das Halten der Gebote ist so gesehen nicht schwer und es liegt nahe auf der Hand, dass wir dies tun. Denn sie sind zu unserem Wohle da. Deswegen müssen wir nicht übers Meer schiffen, um es vom anderen Ufer zurück zu holen. Stellen wir uns vor, wir hätten etwas ganz wichtiges auf einem Ausflug am anderen Ufer zurück gelassen. Dann müssten wir noch mal die Reise dahin unternehmen, um es zu holen – wenn dies überhaupt möglich erscheint. Gottes Wort und seine Weisung sind uns jeder Zeit nahe und gegenwärtig, können auch nicht verloren gehen. Es ist in deinem Mund und deinem Herzen grundgelegt. So kannst du es halten.
Vom Meer geht es im Evangelium ins Gebirge. Wer von den Bergen Jerusalems hinab nach Jericho geht, sieht zur rechten das Tote Meer. Dabei muss er über enge Gebirgspässe hindurch. Da kann es schon mal vorkommen, dass Alleinreisende Pilger von Banden überfallen werden. Sie lauern im Hinterhalt und überfallen Einzelgänger. In diese Gegend verlegt Jesus seine Erzählung vom Barmherzigen Samariter. Indem er den verwundeten und verletzten Fremden entdeckt, ihn pflegt und in die Herberge bringt, erweist er sich als der Vollbringer des wichtigsten Gebotes der Gottes- und der Nächstenliebe. Ich wage den Vergleich: Was die Sonne für die Strandbesucher, dass ist für uns die Liebe zu Gott und was die Brise wohltuendes wirkt, das bewirkt die Nächstenliebe. Beides gehört zum Urlaub zusammen. Das Hauptgebot gab es schon im Alten Bund, jedoch an zwei verschiedenen Stellen. Erst Jesus zieht die beiden Aspekte zu einem einzigen Gebot zusammen und erweitert seine Gültigkeit auf alle Menschen.
Bei einem Ausflug nach Bad Ischl in Österreich, verlor ich den Anschluss an meine Gruppe und den Bus. Es war Sonntagabend und der letzte Bus nach Salzburg ging in 5 Minuten. Allerdings hatte ich nur noch 5 DM in der Tasche, die Fahrt kostete jedoch 12. Ich hatte in der Kaiservilla ein zu teures Buch über die „Sissi“ gekauft. Während ich mein Anliegen beim Busfahrer vorbrachte und mich schämte wie nie im Leben, sprangen 3 – 4 Fahrgäste auf und wollten für mich die Differenz erlegen. Wie ist die Sache ausgegangen? Bei der nächsten Kreuzung erblickte ich plötzlich am Parkplatz meinen eigenen Bus.
In Jesus Christus hat sich die Gottes- und Nächstenliebe dermaßen verdichtet, dass er gleichsam der Erstgeborene der ganzen Schöpfung, der Erstgeborene der Toten geworden ist. „Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen.“
Psalm 69: „Ich bin elend und voller Schmerzen, doch deine Hilfe, ob Gott, wird mich erhöhen… Ich bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade, erhöre mich in deiner großen Huld. Gott, hilf mir in deiner Treue.“ So wollen wir uns bemühen so zu leben und zu handeln, wie es unserem Glauben entspricht.
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13. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen/NEA, 27.06.2010
27.6.2010 von eduard.
1 Könige 19,16-21; Ps. 16,1-11; Galater 5,1-13-18 Lukas 9,51-62
ERÖFFNUNGSVERS
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände, jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.
HOMILIE
Nach meinem Abitur und vor meinem Eintritt ins Priesterseminar las ich ein Buch über das Wirken von P. Damian de Veuster. Er ist erst letztes Jahr am 11. Oktober von Papst Benedikt im Petersdom heilig gesprochen worden. Er ist 1840 in Tremelo, Belgien als 7. Kind einer Bauernfamilie geboren worden. Sein Vater schickte ihn an die Handelsschule, er aber sehnte sich nach einem Leben in der kirchlichen Mission. Der Ruf war in ihm so stark, dass er mit 20 Jahren in das belgische Mutterhaus der Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens in Löwen eintrat. Schon nach drei Jahren (1863) wurde er in die Mission auf die Hawaiiinseln entsandt. Dort erbaute er mehrere Kapellen. Doch der Ruf wurde in ihm noch stärker und als es um die Seelsorge für die Leprakranken auf der Insel Molokai ging, meldete er sich freiwillig dorthin. Das bedeutete das? Wer einmal dort war, konnte nicht mehr zurück. Denn die Ansteckung war so gut wie sicher. Dort verband der Pater die Wunden der Kranken und tröstete ihre nicht weniger verwundeten Seelen. So wurde er zum Apostel der Leprakranken. Schließlich infizierte er sich mit der tödlichen Krankheit und starb 4 Jahre später. (15. April 1889 in Kalawao auf Molokai) Dieses Buch hat mich ungemein fasziniert.
1. Als ich nach Beispielen für die radikale Nachfolge Christi suchte, fiel mir Damian de Veuster fiel mir ein, im Sinne des Evangeliums: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes!“. Er hat tatsächlich nicht mehr zurück geblickt. Aus Gesprächen mit Landwirten erfuhr ich, dass das Pflügen in früheren Zeiten eine äußerst anstrengende Arbeit war. Man musste sich mit beiden Armen auf die Hörner des Pfluges stemmen. Ganz besonders schwierig wurde es beim umwenden. Da drohte die Pflugschar aus der Furche zu springen. Wer also so pflügt, der muss sich voll und ganz auf den Pflug konzentrieren. Der palästinensische Pflug war schwer zu führen, noch dazu auf dem dortigen Ackerland, auf dem es viele Steine gab. Pflügen verlangt ganze Hingabe an das Werk. Die radikale Nachfolge für das Reich Gottes, verlangt zuweilen auch die Trennung von der eigenen Familie und von allem, was Heimat in dieser Welt bietet. Denn der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Selbst die unruhigsten Tiere wie Füchse und Vögel haben ihr Heim und verlangen danach. In dem Zusammenhang ist das unmenschlich anmutende Wort zu verstehen: „Lass die Toten, ihre Toten begraben!“ Wer Jesus radikal nachfolgt, muss bereit sein zu wandern, ausgewiesen zu werden. Er muss es in Kauf nehmen auf Ablehnung von feindseligen Samaritern zu stoßen. Entscheidend ist, dass er wie sein Meister, sein Gesicht fest auf Jerusalem richtet. Nach Jerusalem gehen, bedeutete für Jesus Leiden, Kreuzestod und Verherrlichung.
2. Auch in der Lesung aus dem 1. Buch der Könige ist von Nachfolge die Rede. Der Prophet Elischa wird von Elija beim Pflügen berufen. Die 12 Gespanne beziehen sich wohl auf die 12 Stämme Israels. Dabei spielt der Mantel des Elija eine große Rolle. Es war das Zeichen für das Prophetenamt.“ Du gehörst jetzt zu meinem Mantel und teilst mein Los als Prophet. Elischa bittet wie der Mann im Evangelium um Aufschub um sich von Vater und Mutter zu verabschieden. Darin scheint Elija nicht so radikal zu sein wie Jesus. Auf jeden Fall gab es ein Abschiedsessen.
3. Wer es fertig bringt sich mit Gottes Hilfe von solchen Bindungen zu lösen und dem Herrn nachzufolgen, der erlangt eine unbeschreibliche innere Freiheit. Und dies sagt Paulus zu allen Christen: „Ihr seid zur Freiheit berufen!“ Was heißt das? Wir haben es in der Hand uns vom Geist leiten zu lassen oder den niedrigen Begierden. Der Galaterbrief liefert uns eine Gebrauchsanweisung, wie sie als Packungsbeilage den Medikamenten beigefügt ist. Zunächst geht es um die Zusammensetzung der Freiheit aus Zwanglosigkeit und der Möglichkeit auszuwählen und zu entscheiden und sich zu informieren. Hersteller ist Gott selbst. Sein Sohn Jesus Christus hat diese Freiheit wieder hergestellt und der Heilige Geist schenkt sie uns immer wieder neu. Überdosierung erfolgt dort, wo ich die Freiheit eines anderen verletze. Dann gilt es sich der Erste-Hilfe- Maßnahmen des Heiligen Geistes zu unterwerfen: einsehen, bereuen, entschuldigen, neu anfangen, wieder gut machen. Gegenanzeigen bestehen in den Scheinfreiheiten, denen wir zuweilen erliegen. In dem Zusammenhang ist das Kleingedruckte unbedingt zu beachten. Es enthält nämlich alles, an dem unser Herz krankhaft hängt. Das kann u. U. zu Nebenwirkungen führen, wie von den anderen missverstanden zu werden. Trotz dieses Risikos wirkt die eigene innere Freiheit ansteckend auf andere. So eingenommen ist die christliche Freiheit unbegrenzt haltbar.
Psalm 16 fasst die Gedanken zusammen:
„Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir. Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr: mein ganzes Glück bist du allein.“ AMEN.
Liedvorschläge: 520, 1-3; 457;528,3; 530,6;622;459;461;558,1+4+5; 894
Kyrierufe:
Herr Jesus Christus, du erfüllst den Willen des Vaters. Kyrie, eleison!
du hast uns zur Freiheit berufen. Kyrie, eleison. Christe, eleison!
Du bist die Erfüllung und das Glück derer, die dir nachfolgen! Kyrie, eleison!
C) 13. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen/NEA, 27.Juni 2010
Lasst uns unser Herz auf Gott hin ausrichten. Er kommt denen entgegen, die es wagen, ihm nachzufolgen:
1. Wir bitten für alle, die in einem kirchlichen Beruf arbeiten und Verantwortung tragen: Schenke ihnen das Licht des Heiligen Geistes für ihre Aufgaben und bewahre sie vor Enttäuschung…
ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!
2. Wir bitten für alle, die in Politik, Wirtschaft, Industrie, Handel und Landwirtschaft tätig sind, um Erschließung neuer Lebensmöglichkeiten…
ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!
3. Wir bitten für die 12 jungen Menschen, die in Spanien vom Zug überfahren wurden, wie auch für die 14 Schwerverletzten, die lebenslange Schäden davon tragen…
ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!
4. Wir bitten für alle, die schwer krank sind und dem Tod entgegen gehen: Schenke ihnen die Gewissheit, dass sie mit dir den Weg gehen…
ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!
5. Wir bitten für alle unsere Verstorbenen: Schenke ihnen die Fülle der Auferstehung…
ALLE: Du zeigst den Pfad zum Leben!
Gott, du schenkst uns deinen Geist, der uns wagen lässt, deinem Ruf zu folgen. So ermutigst Du uns, wo wir unsicher sind. Erhöre nun unsere Bitten, durch Christus unseren Herrn. AMEN.
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12. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen und NEA, 20. 06.2010
20.6.2010 von eduard.
1 Sacharja 12,10-11; 13,1; Ps 63,2-9; Galater 3,26-29; Lukas 9,18-24
Wen halten Sie für den geeigneteren Kandidaten für das Bundespräsidentenamt: Gauck oder Wulf? Die Zeitungen veröffentlichten in den letzten Tagen die letzten Ergebnisse über die Umfrage nach dem Bundespräsidentenamt: Auch sonst werden fast monatlich die Popularitätswerte namhafter Politiker abgefragt und veröffentlicht: wie bei der Bundeskanzlerin Merkel oder den Präsidenten der Vereinigten Staaten Obama, wie auch der einzelnen Minister. Meinungsumfragen sind wieder mal an der Tagesordnung. Danach richten sich gewisse wirtschaftliche Trends und nicht zuletzt sind Meinungsumfragen ein Instrument der Meinungsmache.
Eine solche Umfrage startet im heutigen Evangelium auch Jesus bei seinen Jüngern: „Für wen halten mich die Leute?“ Die Jünger kamen ja immer wieder mit dem Volk in Kontakt, sei es bei ihrer Aussendung oder bei der Nahrungsbeschaffung oder beim Auskundschaften von Übernachtungsmöglichkeiten. Sie bekamen die unterschiedlichsten Aussagen zu hören: Einige hielten Jesus für Johannes den Täufer. Von dem war bekannt, dass er am Jordan Umkehr und Buße verkündete, aber persönlich hatten ihn doch nur wenige zu Gesicht bekommen. Außerdem dürfte bekannt gewesen sein, dass er der Verwandter Jesu war. Die anderen gaben vor, Jesus sei der Elija. Das war der große Prophet in Israel, der als der große Nothelfer des Volkes galt. Und die Israeliten waren überzeugt, dass vor dem Kommen des Messias Elija wieder erscheinen werde, um seine Ankunft anzukündigen und vorzubereiten. Interessant ist, dass Elija in einem Atemzug mit Johannes genannt wird. Jesus wird später selbst Johannes den Täufer als den wiedergekommenen Elija bezeichnen, um auf die Erfüllung der Zeichen hinzuweisen.
Dann aber kommt die spannende Gretchenfrage an die Jünger: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Denn Jesus identifiziert sich mit keiner der Umfragegestalten des Volkes, weder mit Johannes noch mit Elija. Petrus, der öfters als Sprecher der Apostel auftrat, formuliert das Bekenntnis so: „Für den Messias Gottes.“ Der Evangelist Matthäus 16,16 setzt noch eins drauf: “Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Beim seinem Verhör vor dem Hohen Rat, fragt der Hohenpriester Jesus ausdrücklich: „Ich beschwöre dich beim lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes?“ Darauf antwortet Jesus ganz klar und unmissverständlich: „Du hast es gesagt!“. Wenn Jesus der Messias und der Sohn des lebendigen Gottes ist, dann hat das Konsequenzen bezüglich seiner Autorität, mit der er seine Lehren vorbringt und seiner Vollmacht, mit der er seine Werke tut.
Eine erste Konsequenz, mit der weder die Jünger noch wir gerechnet hätten: ist, dass er vieles erleiden, ja sogar getötet werden müsse. Aber am dritten Tag stellt er seine Auferstehung in Aussicht. Der Prophet Sacharja nimmt gleichsam voraus, dass die Soldaten den Erlöser am Kreuz mit der Lanze durchbohren, wenn er schreibt: „Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.“ Selbst die geheimnisvolle Quelle, die der Prophet verheißt, lässt sich mit dem Blut und dem Wasser vergleichen, das aus der geöffneten Seite Jesu flossen.
Der Brief des Apostels Paulus an die Galater greift den Gedanken der Sohnschaft Gottes auf. Wenn Christus im wahrsten Sinne des Wortes Sohn des Lebendigen Gottes ist, dann haben auch wir Anteil an seiner Sohnschaft bzw. Kindschaft. Denn wir sind auf seinen Tod und seine Auferstehung hin getauft. Uns alle verbindet das gemeinsame Gewand aller Getauften, das wir damals angezogen oder das uns damals angekleidet worden ist. Es lässt sich gewiss auch eine Verbindung mit dem ungeteilten Leibrock Jesus herstellen, der von den Soldaten unter dem Kreuz nicht zerteilt wurde, sondern wegen seiner Schönheit ganz blieb.
Bleibt für uns selbst noch zu überlegen: Für wen halten wir den Menschensohn? Für einen guten, vorbildlichen und hilfsbereiten Menschen, einen Revolutionär, Heiler oder Sozialreformer? Oder doch für wesentlich mehr: für den Sohn des lebendigen Gottes. Davon hängt vieles auch in unserem Leben ab. Denn er ruft auch uns in seine Nachfolge. Das ist nicht immer einfach und schon gar nicht leicht. Denn es heißt, dass wir täglich unser Kreuz auf uns nehmen sollen. Aber wir tragen es nicht allein, sondern mit ihm zusammen. Und Gott ist immer noch die größte Macht, die es gibt. „Gott, mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir.“
C) 12. Sonntag im Jahreskreis, Emskirchen und NEA, 20.06.2010
Das Kreuz, das Menschen in ihrem Leben auf sich nehmen müssen, hat viele Formen. Oft erscheint es denen, die es zu tragen haben, schier unerträglich. Darum rufen wir zum lebendigen Sohn Gottes, indem wir bei den einzelnen Bitten flehen: Herr, steh ihnen bei!
1.- Unsere Kirche und die gesamte Christenheit leiden unter Spaltung und Zerrissenheit. Für sie bitten wir:
Herr, steh ihnen bei!
2.- Unser Staat und unsere politische Kultur sind von Respektlosigkeit und Streitsucht heimgesucht, der immer mehr Volksvertreter zum Opfer fallen. Für sie bitten wir:
Herr, steh ihnen bei!
3. - Die Schere zwischen Arm und reich geht auch bei uns immer mehr auseinander. Für die Notleidenden und Harz IV- Empfänger bitten wir:
Herr, steh ihnen bei!
4. - Viele Menschen leiden an schweren und unheilbaren Krankheiten oder an Behinderungen und Depressionen. Für sie bitten wir:
Herr, steh ihnen bei!
5. - Die Ölpest droht die Weltmeere zu verseuchen. Der Bürgerkrieg in Tadschikistan, Überschwemmungen und Zusammenstöße bei der Bahn und im Verkehr fordern viele Todesopfer und Verletzte. Für sie bitten wir:
Herr, steh ihnen bei!
6.- Viele unter uns trauern um liebe Menschen, die jung von uns gegangen sind und die wir sehr vermissen. Für sie bitten wir:
Herr, steh ihnen bei!
Herr, unser Gott, wir danken dir, das du uns mit deiner Gottheit und Menschheit nahe bist. Dich loben wir und preisen dich mit dem Vater und dem Heiligen Geist jetzt und in alle Ewigkeit. AMEN.
Liedvorschläge: 616; 475; 476: 676,1; 530,1; 620, 483; 540; 919
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10. Sonntag im Jahreskreis, Schlüsselfeld, 6. Juni 2010
6.6.2010 von eduard.
1 Könige 17,17-24; Psalm 30, 2- 13; Galater 1,11-19; Lk 7,11-17
Am heutigen Sonntag, den 6. Juni erinnern wir uns des D- Days des Jahres 1944. Es war der Tag, an dem die Landung alliierter Truppen mit über 34.000 Mann in der Normandie begann. An diesem Tag starben auf Seiten der angreifenden Landetruppen 10.000 Soldaten, auf deutscher Seite 4.000- 9.000. Wie viele Mütter haben damals wohl ihre Söhne verloren und wie viele Ehefrauen ihre Männer, wie viele Kinder ihre Väter?
Auf diesem Hintergrund erlangt das heutige Evangelium von der Auferweckung des einzigen Sohnes einer Witwe in Nain - eine ganz eigene Betroffenheit. Der Evangelist Lukas thematisiert ganz besonders das unendliche Erbarmen Gottes, das in Jesus sichtbar wird. Auch im alten Bund gab es eine ähnliche Geschichte. Der große Prophet Elija erbarmt sich der Witwe von Sunan, die ihren einzigen Sohn verloren hatte. In beiden Erzählungen stimmen die Schlusssätze überein: „und er gab ihn seiner Mutter zurück.“ Der neue Blickwinkel, den uns Lukas zeigt, nimmt die Frau in den Mittelpunkt des göttlichen Erbarmens. Witwen und Waisen standen fast am Ende der sozialen Leiter. Wenn eine Frau heiratete, dann hatte ihr Ehemann für sie zu sorgen. Er galt gleichsam als ihre Kranken- und Pflegeversicherung in einer Person. Wenn er aber starb, dann blieben nur noch die Kinder. Die mussten dann für den Unterhalt der Mutter aufkommen. Wenn auch sie starben, dann blieb sie nicht nur mit ihrem Schmerz, sondern auch mit ihrem Versorgungsanspruch auf der Strecke.
Der Evangelist berichtet nicht nur von einer Mutter, die ihren Sohn verloren hatte. Jesus sieht in ihr auch eine Witwe, die durch alle Maschen des Gesetzes durchgefallen war. Sie hat jetzt niemand mehr, der für sie sorgt. Als Jesus sie sah, hat er Mitleid mit ihr, wurde von Erbarmen geradezu überwältigt. So erbarmt er sich aller verzweifelten Menschen. „Weine nicht!“ ruft er allen vom Verlust eines lieben Menschen Betroffenen zu. Von ihm heißt es in der Offenbarung des Johannes: „Ich habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt.“(Offenbarung. 1,18) „Und wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.“ (Johannes 14,19)
Der zu Tode gekommene junge Mann, dem der Atem ausgeht, ist möglicherweise jeder von uns. Uns allen geht über kurz oder lang der Atem aus, der Schwung, die sprühende Lebendigkeit. In der Sprache der Bibel bedeuten atemlos und leblos zu sein, gleichzeitig geistlos zu werden. Und wo man den Geist loswird, dort stellen sich die ersten Zeichen des Todes ein. So geist- und leblos machen die Werke des Gesetzes, die losgelöst von Gottes Gnade und Güte vollbracht werden.
Überlieferungen und Traditionen sind zwar wichtig, aber sie dürfen nicht allein bestimmend sein. Hinzukommen muss die Liebe und das Handelns aus Liebe und Rücksicht.
C) Allgemeines Gebet der Gläubigen am 10. Sonntag im Jahreskreis, Schlüsselfeld, 6.6.2010
Herr Jesus Christus, du nimmst die Menschen wahr und wendest dich ihnen zu. So tragen wir dir voll Vertrauen unsere Bitten vor:
1. Wir bitten dich für die Verantwortlichen, damit sie einen
guten Bundespräsidenten wählen, der den Bürgerinnen und
Bürgern mit gutem Beispiel vorangeht…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
2. Wir bitten dich für unsere Gemeinden: damit sie Orte der Begegnung werden, die suchende Menschen einladen…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
3. Wir bitten dich für die Menschen, die ihr Leben in den Dienst anderer stellen: dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind und diese ernsthaft wahrnehmen…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
4. Wir bitten dich für die Kranken und Sterbenden: dass sie in den Stunden des Abschieds Gottes Nähe spüren und ihm ihr Leben anvertrauen…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
5. Wir bitten dich für unsere Verstorbenen: damit sie bei dir
ewig glücklich sind und dass wir ihren Tod aufarbeiten kön-
nen…
ALLE: Gott nimmt sich seines Volkes an!
Vater im Himmel, du bist ein Freund des Lebens. Darum hast du uns Jesus, deinen Sohn geschenkt, der uns ein Leben in Liebe und Hingabe vorgelebt hat. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen – heute und an allen Tagen unseres Lebens bis in Ewigkeit. AMEN.
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E-Mail 06.06.2010
6.6.2010 von eduard.
Liebe Bibel- Freunde,
nach mehrwöchiger Unterbrechung nehme ich die Sendungen für die Internetgemeinde wieder auf. War nämlich 2 Wochen als Hausgeistlicher auf Kur, zwei Tage mit Erkältung zu Bett gelegen, danach zwei Tage in Ingolstadt und 4 Tage in Südmöhmen. Habe zwar in der Zwischenzeit gepredigt, aber es fehlte mir einfach physisch die Zeit diese niederzuschreiben, bzw. zu verschicken.
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Internetpfarrer
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Fronleichnam, Frensdorf, 3. Juni 2010 - 8.30 Uhr
3.6.2010 von eduard.
Genesis 14,18-20 ; Psalm 110,1-5; 1 Korinther 11,23-26; Lukas 9,1-17
Im ersten Hochgebet, im Römischen Messkanon, gibt es eine kurze Strophe in der es heißt: „Blicke versöhnt und gütig darauf nieder(auf diese Opfergabe) …wie die heilige Gabe, das reine Opfer deines Hohenpriesters Melchisedech.“
Wer war dieser Melchisedech und welchen Bezug hat seine Erwähnung im Hochgebet? Darauf möchte uns die erste Lesung antworten.
Nach der Schlacht der Könige im Siddimtal am Toten Meer, geriet auch Abrahams Neffe Lot mit seiner Familie in Gefangenschaft. Auch seine ganze Habe nahmen sie mit. Als Abraham davon erfuhr, verfolgte er die siegessicheren Heere des Königs Kedor- Laomer mit seinen Hausknechten. Es gelang ihm durch einen nächtlichen Überraschungsangriff Lot mit seiner ganzen Familie und Habe zu befreien. Auf dem Heimweg vor der Stadt Salem(Jerusalem) kam der Priesterkönig Melchisedek ihm entgegen, brachte Brot und Wein heraus und segnete Abraham. Das Buch Genesis sagt von ihm geheimnisvoll aus, dass er „Priester des Höchsten Gottes“ war. Wie dem auch war, entscheidend ist, dass Abraham durch ihn gesegnet wird.
Psalm 110 weissagt vom kommenden Messias, dass er Priester auf ewig sein wird, „nach der Ordnung des Melchisedeks“
Der Hebräerbrief 7,1 deutet diese Ordnung als ein zeitloses Priestertum ohne Anfang und Ende. Er wendet die Stellen vom Priesterkönig Melchisedek, auf Jesus Christus an. Im Brot und Wein herbeibringenden Melchisedek sieht der Verfasser ein Vorbild für den Erlöser, der beim Letzten Abendmahl Brot in seinen Leib und Wein in sein Blut verwandelte. In der Lesung klingen ein wenig sogar die Gabengebete an.
Im Tempel zu Jerusalem gab es vor dem Vorhang des Allerheiligsten einen langen Tisch auf dem die Priester jede Woche 12 Schaubrote neu auflegten. Hinzu kam das Wein- und Trankopfer, wie auch eine Wasserspende.
Brot und Wein an sich sind noch keine eucharistische Gaben und ihr Herbeibringung bei der Gabenbereitung bedeutet noch nicht das Messopfer. Die zweite Lesung aus dem 1 Korintherbrief berichtet uns vom Geschehen des Letzten Abendmahles, bei dem Jesus Brot und Wein in seinen eigenen Leib und in sein Blut wandelte mit dem Auftrag an die Apostel und ihre Nachfolger: „Tut dies… zu meinem Gedächtnis!“
Das Evangelium wiederum beschreibt beim Erzählen der wunderbaren Brotvermehrung in Ansätzen die Eucharistiefeier der Urkirche. Den 12 Aposteln entsprechen die 12 Körbe mit den übrig gebliebenen Brotstücken, den 5 Broten, die Menschenmenge von 5.000, die sich zu Gruppen zu je 50 niedersetzten. Schon im natürlichen Bereich ist Brot kostbar. Unendlich kostbarer ist die hl. Eucharistie.
Die erneuerte Liturgie des II. Vatikanischen Konzils hebt stärker als davor den Kelch mit dem Hl. Blut hervor. Verehrungswürdig sind beide Gestalten. Die heilige Hostie kann natürlich leichter vorgezeigt werden. Im KZ- Dachau, wo tausende Priester harte Zwangsarbeit leisten mussten, gelang es ihnen eine Monstranz aus Holz anzufertigen und so nicht nur die hl. Messe zu feiern, sondern auch Anbetung zu halten. Daraus schöpften sie in ihrem Leiden und Sterben Kraft und Zuversicht.
Lieder: 875,1-3; 906; Antwortpsalm: beten+ Sequenz 870,1+2+10; 467; 872; 823; 482; 873+546,1-3; 503
ZUR LITURGIE: da bei der Prozession bei allen vier Altären Fürbitten stattfinden, können diese in der Eucharistiefeier m. M. nach wegfallen. Es empfiehlt sich das I. Hochgebet zu nehmen.
A ) Fronleichnam, Frensdorf, 3. Juni 2010 - 8.30 Uhr
Gott, du kennst und weißt um die Anliegen und Sorgen unseres Lebens. In gläubigem Vertrauen auf deine Gegenwart beten wir in dieser Stunde zu dir:
1. Für die Priester, die der Eucharistie vorstehen und allen die im Gottesdienst und bei der Prozession mitwirken: Lass sie aus der Größe dieses Geheimnisses leben…
ALLE: Christus, höre uns!
2. Für alle Menschen, die in unserer Gemeinde leben und arbeiten: Lass uns verständnisvoll miteinander umgehen…
ALLE: Christus, höre uns!
3. Für unsere Mitmenschen, die versuchen ihren Lebenshunger in der Konsum- und Spaßgesellschaft zu stillen: Lass sie die wahren Werte des Lebens erkennen…
ALLE: Christus, höre uns!
4. Für alle, die unter dem schlechten Wetter und der Wirtschaftskrise leiden: lass sie in der Eucharistie Kraft finden, um ihr Kreuz tragen und ihr Leben für andere einsetzen zu können…
ALLE: Christus, höre uns!
5. Für uns selber, die wir uns in deinem Namen versammeln: lass uns mutige und glaubwürdige Zeugen deiner Gegen- wart sein…
ALLE: Christus, höre uns!
6. Für unsere Verstorbenen: Lass sie deine Verheißung im ewigen Leben erfahren…
ALLE: Christus, höre uns!
Guter Vater, im heiligen Sakrament bist du uns ganz nahe. Für dieses große Geschenk danken wir dir, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschest in Ewigkeit. AMEN.
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4. Sonntag im Jahreskreis, Gremsdorf, 24.4. und Emskirchen, 25.4.2010
25.4.2010 von eduard.
Apostelgeschichte 13,14.43b - 52
Offenbarung 7,9.14b-17
Johannes 10,27-30
Vor langer Zeit herrschte in Arabien der König Hatim Tai. Ein anderer König wollte ihm sein Reich wegnehmen. Um unnötiges Blutvergießen der Seinen zu vermeiden, trat Hatim Tai zurück und zog sich in eine einsame Berggegend zurück. Doch der neue König konnte sich nicht an den Gedanken gewöhnen, dass sein Vorgänger noch am Leben ist und setzte deshalb eine Belohnung von 5000 Goldstücken aus, um den alten König zu fangen. Eines Tages vernahm Hatim Tai in seiner Höhle das Gespräch eines armen Holzfällers, das er mit seiner Frau führte wegen der ausgesetzten Belohnung. Zusammen mit dem Holzfäller trat er vor den neuen König und stellte sich, um der armen Familie die 5.000 Goldstücke zu sichern. Von soviel Großzügigkeit war der fremde König so überwältigt, dass er mit seinem Heer abzog und Hatim Tai wieder den Thron überließ. Könige trugen früher den Ehrentitel Hirte des Volkes. Wir kennen einen, der nicht nur sein Leben für die Menschen riskiert hat, sondern es auch tatsächlich hingegeben hat.
1. Der gute Hirt sorgt für die Schafe, die ihm anvertraut sind. Es gibt aber noch andere Schafe, die nicht aus dem gleichen Pferch sind, auch sie muss er rufen und sich um sie kümmern. Er kennt sie und sie folgen seiner Stimme. Im hl. Land ging der Hirt stets seiner Herde voraus, und stieß von Zeit zu Zeit einen Laut aus, der typisch für seine Herde war oder er blies eine Melodie auf der Flöte. Auch Überfälle und wilde Tiere können der Herde nichts anhaben. Denn der Schäfer schützt und verteidigt seine Tiere. Ja, er gibt sogar sein Leben für sie hin. Wir erfahren, dass der Menschenhirt Jesus Christus ist, der mit dem Vater eins ist. Deshalb hat er ihn auch von den Toten auferweckt und schenkt denen, die ihm folgen ebenfalls „ewiges Leben“. Wie der Sohn in der heiligen Dreifaltigkeit eins ist mit dem Vater und dem Heiligen Geist, so sollen auch die Menschen einer Gemeinde ein Herz und eine Seele sein. Die Mitglieder einer guten Familie, werden sich immer wieder bemühen, gemeinsam die Mahlzeiten einzunehmen und sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Auch in unserer Zeit sind die Gemeinschaft der Familie und die Gemeinschaft der Gemeinde und Kirche von reißenden Wölfen bedroht.
2. Der Herr hat Paulus und Barnabas aufgetragen: „Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.“ Das heißt, dass sie ihre Berufung darin sehen, das Evangelium vom Guten Hirten, der sein Leben hingab für seine Schafe, bei den Heiden zu verkünden. Das brachte ihnen aber seitens ihrer Landsleute nicht nur Eifersucht, sondern auch Verfolgung ein. Es hat damals schon Leute gegeben, die gegen die Glaubensbooten hetzten. Und es gelang ihnen sogar sie aus ihrem Gebiet zu vertreiben. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen und wandten sich einem anderen Gebiet zu.
3. In der Offenbarung sieht der Seher eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen, die sich um den Thron und um das Lamm versammeln, um zu dienen und anzubeten.
Mit dem Lamm ist der auferstandene und verklärte Christus gemeint, eben das Osterlamm, das Tod und Sünde besiegt hat. - Auch hier haben wir wiederum den Grundgedanken, dass das Heil für alle Menschen bestimmt ist, die durch die Botschaft der Jünger und Missionare zum Glauben kommen. „Das Lamm wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Die Gott anbeten hatten ihrerseits große Drangsale und Bedrängnisse durch zu stehen.
Die Menschen, die zu Boten Gottes bestellt sind, ob dies im priesterlichen, bischöflichen oder Laiendienst in der Kirche ist, werden immer Angriffen ausgesetzt bleiben. Alle Welt schlägt Gottes Boten. Wer Jesus nachfolgt, wird von der Welt immer geschlagen werden, weil er sich kraft seines Auftrages einmischen muss in die den Prozess der Selbstverherrlichung und Selbstrechtfertigung der Menschen. Es lässt sich unschwer nachweisen, dass die Atheisten wutentbrannt waren über das öffentliche Sterben Papst Johannes II. und über den Erfolg der ersten Jahre des Pontifikats von Benedikt XVI. Deshalb haben sie alle Mittel und Wege benützt, um diesen Einfluss zurück zu drängen. Ihre Machenschaften haben gerade in den letzten Tagen ein hohes Maß an Gehässigkeit und Feindschaft erreicht. Umso dringlicher wird es für die Getreuen, dass sie auf den Hirten schauen und das Lamm, und auf sein Wort und seine Stimme hören. Das erfolgt vornehmlich in der Anbetung. Die Verehrung der Eucharistie und die Anbetung des anwesenden Herrn, halten letztendlich die Herde zusammen, sei es die konkrete Gemeinde vor Ort oder die große Kirche weltweit.
Der Kehrvers fasst es so zusammen: „Freut euch, wir sind Gottes Volk; erwählt durch seine Gnade.“ (GL 646,1)
C) 4. Sonntag der Osterzeit, Gremsdorf Anstalt, 24. April und Emskirchen, 25. April 2010
Herr Jesus Christus, du bist der gute Hirte aller, die dir folgen. Im Vertrauen darauf bitten wir dich:
1.- Lass deine Kirche immer mehr zu einer Lebensgemeinschaft aller Völker und Nationen mit dir werden, die ermutigt und stärkt…
ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!
2.- Nimm dich aller Menschen an, die unter Friedlosigkeit, Ungerechtigkeit und dem Krieg in Afghanistan zu leiden haben…ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!
3.- Rufe auch heute junge Menschen in deine Nachfolge und gib ihnen Mut gegen den Strom einer gleichgültigen und feindlich gesinnten Welt zu schwimmen…
ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!
4. – Mehre in unseren Gemeinden die Zahl der Menschen, die für geistliche Berufe beten und dafür werben…
ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!
5.- Schenke unseren Verstorbenen das Leben in Fülle und sei du der Lohn unserer verstorbenen Wohltäter…
ALLE: Der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld!
Herr Jesus Christus, du und der Vater sind eins. Dir sei mit dem Vater und dem Heiligen Geist Dank und Lobpreis heute und in Ewigkeit. AMEN.
ZUR LITURGIE
Liedvorschläge, die sich auf den Guten Hirten beziehen:
474,1+3; 475; 476;
- Antwortpsalm nach der 1. Lesung: 646,1 oder 535,6; 718; oder 827 „Mein Hirt ist Gott der Herr…“(Diözesananhang)
- Halleluja 531,1 oder 530,2
- Gabenlied: 226; Präfation Nr. 5 von der Osterzeit
- Sanctus und Agnus Dei 481;482;
- Kommunion: 827 oder 225 oder 829 oder 640
- Dankgesang 227 „Danket Gott, denn er ist gut
- Schlusslied 576 oder 222
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E-Mail 24.04.2010
24.4.2010 von eduard.
Liebe Bibelfreunde,
anbei ein sehr interessanter Ostersegen, den mir eine Einsenderin zur Verfügung gestellt hat. Er lässt sogar kreativ werden, sobald man beginnt ihn auszumalen und auszuführen.
Der 4. Sonntag der Osterzeit gilt als Sonntag des Guten Hirten oder Sonntag der Geistlichen Berufungen. Da die Schriftlesungen, vor allem das Evangelium im Lesejahr C diesmal etwas kürzer ausfallen, kann man etwas mehr singen.
In diesen Tagen haben Presse und Medien immer wieder die Frage aufgeworfen, was ist Wahrheit, was ist Lüge. Manche Journalisten meinen vollmundig, das
sehr genau zu wissen, vor allem, wenn es um andere geht.
Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 1993) definiert dies so: “Die Lüge besteht darin, dass man Unwahres sagt in der Absicht zu täuschen”
(Augustinus, mend.4,5)- Die Lüge ist der unmittelbare Verstoß gegen die Wahrheit. Lügen heißt gegen die Wahrheit reden oder handeln, um jemanden zu täuschen, der ein Recht hat, sie zu kennen. Da die Lüge die Verbindung des Menschen mit der Wahrheit und dem Nächsten verletzt, verstößt sie gegen die grundlegende Beziehung des Menschen und seines Wortes zum Herrn.” (2483) Gleichzeitig heißt es in 2507: “Die Rücksicht auf den guten Ruf und die Ehre der Menschen verbietet üble Nachrede und Verleumdung in Haltung und in Worten.”
Das dies zuweilen zu einer Gratwanderung führt, liegt auf der Hand. Denn Wahrheit ist eine sehr komplexe Wirklichkeit, die oftmals von den Beteilig- ten unterschiedlich wahrgenommen wird. Auch gibt es Grauzonen in Absicht und Erinnerung. Das hängt von den verschiedenen Filtern ab, mit denen wir einer Gegebenheit oder einem Erlebnis begegnen, die wiederum von vielen Faktoren, wie Erziehung und Prägung bestimmt sind. So kann es geschehen, dass widersprüchliche Aussagen über ein und denselben Vorgang möglich sind.
Deshalb empfiehlt es sich in Behauptungen, in denen man nicht ganz sicher ist, von dem persönlichen Eindruck zu sprechen, wobei nicht auszuschließen ist, dass auch eine andere Sicht der Dinge möglich sein könnte, die sich meiner Wahrnehmung entzogen hat. Folgende Redewendungen scheinen mir dabei nützlich zu sein: “Nach meinem Eindruck…nach meiner Wahrnehmung…Wenn
ich Sie richtig verstanden habe…”
Generell sollte man bei der Wahrheitsfindung die 3 Siebe des Sokrates beherzigen und anwenden. Eines Tages kam ein Schüler zu ihm und wollte ihm den neuesten Tratsch aus der Stadt erzählen. “Halt!” fiel ihm der Weise ins Wort - Hast du das, was du mir erzählen willst, schon durch die drei Siebe laufen lassen: 1.”Ist das, was du mir sagen willst, auch wirklich wahr? D.h.
hast du es selber gesehen und dich davon überzeugt?” - 2. “Wenn es wahr ist, ist es auch gut und nützlich?” und “Wenn es wahr und gut ist, ist es auch unbedingt notwendig, dass du dies weitersagst?”
Somit verabschiede ich mich für 2 Wochen von der Internetschleife, in denen ich als Hausgeistlicher nach Bad Wörishofen fahre und zugleich eine Kur durchführe. Auf dem Laptop habe ich noch keinen Internetanschluss und von einem fremden Rechner, kann ich zwar meine E-Mail-Post abrufen und beantworten, aber keine neuen Briefe schreiben.
Somit wünsche ich Ihnen(Euch) eine gute Vorbereitung auf den Sonntag und eine gute Zeit
Euer(Ihr) Internetpfarrer Topits
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