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Sankt Sebastian - Ein frühchristlicher Märtyrer – topaktuell im Dreifrankeneck

Geiselwind / Rambach / Reichmannsdorf: Der Heilige Sebastian ist der Kirchenpatron von, Rambach und Reichmannsdorf. Sein Gedenktag am 20. Januar  wird infolge eines Gelöbnisses  besonders festlich in Geiselwind begangen.

Sebastian (griech. / latein.: = der Verehrung Würdige) war nach dem Zeugnis des hl. Ambrosius ein Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren. Er gehörte der Prätorianergarde als Hauptmann am kaiserlichen Hof Diokletians an, der dort ungeachtet des Verbotes seinen christlichen Glauben weiter bekannte und viele zum Christentum bekehrte. Seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren.

Wahrscheinlich im Jahr 288 ließ der Legende nach der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Die Witwe des Märtyrers Kastulus namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die “cloaca maxima”, die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn an der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad Catacumbas.

Diese gehörte zu den sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms.

Die Verehrung des Hl. Sebastian in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Im Jahr 680 soll in Rom eine Pestepidemie erloschen sein, nachdem man seine Reliquien durch die Straßen trug. Außerdem ist bekannt, daß man in Pestzeiten zum Schutz gegen die Seuche sog. “Sebastianspfeile” trug.

Das erste Martyrium des Heiligen wurde zum beliebten Thema in der Kunst der Renaissance; der unbekleidet am Baum stehende Märtyrer beliebtes Thema der Aktmalerei. 

Der hl. Sebastian ist der Patron der Brunnen, der Sterbenden, Schützengilden, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisengießer, Zinngießer, Steinmetze, Gärtner, Gerber, Töpfer, Bürstenbinder und Leichenträger; gegen Pest und Seuchen.[1]

Pestplagen sind auch der Grund für die bis heute starke Verehrung Sebastians in unserer Gegend.

Geiselwind:
In Geiselwind konnte bisher trotz sorgfältiger Recherchen der eindeutige Grund für die besonderen Feierlichkeiten am Sebastianstag („Sebastiani“) nicht festgestellt werden. Nach allgemeiner Meinung gilt es aber als sehr wahrscheinlich, daß hier ein Pestgelöbnis abgelegt wurde. Einen Hinweis dafür liefert das Altarbild des Hl. Sebastian im rechten Seitenaltar der Geiselwinder Pfarrkirche. In früheren Jahren war der Sebastianstag in Geiselwind mit bis zu sieben Beichtvätern und bis zu fünf Geistlichen, die teilweise sogar von Bamberg (Dom) nach Geiselwind kamen, um dieses sog. Hochamt zu zelebrieren. Etwa bis zur Gebietsreform wurde an Sebastiani in Geiselwind nicht gearbeitet, sondern ein Feiertag gehalten.

Auch im Jahr 2010 wird tradtitionsgemäß am 20. Januar um 10.00 Uhr ein Festgottesdienst unter Beteiligung von auswärtigen Geistlichen und am Nachmittag eine Festandacht gefeiert. Am Sonntag nach Sebastiani wird natürlich auch wieder der traditionelle Sebastianimarkt ausgerichtet.

Rambach:
Der mündlichen Überlieferung zufolge haben in Rambach drei Männer als einzige Überlebende einer Pestepedemie während des 30jährigen Krieges an der heute noch bestehenden Wegkapelle an der Abzweigung der Hirtengasse das Gelübde abgelegt, bei Abwendung der Seuche eine Sebastianskirche zu bauen und am Sebastianstag („Bastelsdooch“) zu Ehren des Heiligen einen Fast- und Abstinenztag zu halten. Das heißt, daß an diesem Tag auf Fleischspeisen verzichtet wird und jeder sich mit einer einmaligen Sättigung begnügt. Aus diesem Anlaß gibt es in einigen Familien die sog. „Bastelssuppe“ – eine Brotsuppe ohne Fleischzusatz; das mehr oder weniger geheime Rezept wird jeweils von einer Generation an die andere weitergegeben.

Dieser Tag war ursprünglich kein Feiertag im eigentlich Sinn, sondern wurde bis in die 30er Jahre unseres Jahrhunderts nur als Fast- und Abstinenztag begangen, an dem am Vormittag ein sog. Hochamt und am Nachmittag eine Andacht gefeiert wurde. In der Amtszeit von Bürgermeister Fritz Ott wurde jedoch, dem Beispiel von Geiselwind und Reichmannsdorf folgend, dieser Tag ein arbeitsfreier Feiertag, der von vielen Rambachern bis heute so in Ehren gehalten wird. Auch die Rambacher Ministranten, die die Schlüsselfelder Volksschule besuchen, haben an diesem Tag schulfrei.

Traditionsgemäß wird auch in diesem Jahr der Sebastianstag mit einem Festgottesdienst usw. begangen. Am Sonntag danach wird dann Kirchweih gefeiert, die neben den kirchlichen Feierlichkeiten hauptsächlich in den Privathäusern bzw. mangels eines eigenen Gasthauses jährlich wechselnd in zwei Schlüsselfelder Wirtschaften abgehalten wird.

Beide Festtage, „Bastelsdooch“ und Kirchweih, sind auch heute noch für viele ein willkommener Anlaß, die Rambacher Kirche oder Angehörige zu besuchen.

Reichmannsdorf:
Im Gegensatz zu Geiselwind und Rambach beruht in Reichmannsdorf die Sebastiansverehrung nicht auf der Abwendung von Pestplagen. Lorenz Truchseß von Pommersfelden, geb. 1473, Domherr von Mainz und Würzburg, ließ die in Reichmannsdorf bereits bestehende Sebastianskirche restaurieren und erweitern. Gleichzeitig wurde auch eine Gruftkapelle erbaut. In diesem Zusammenhang stiftete er auch viele Reliquien und erwirkte die Erlaubnis, diese zur öffentlichen Verehrung ausstellen zu dürfen. Daneben sorgte er dafür, daß das Patronatsfest feierlich gestaltet  und eine Prozession abgehalten wurde.

1693 wurde eine Kollekte zum Neubau der Reichmannsdorfer Kirche gestattet, so daß davon ausgegangen werden kann, daß die jetzige „alte Kirche“ (= der heutige Seitenbau) um diese Zeit gebaut worden ist. Der Hochaltar dieser Kirche stammt aus dem Jahr 1704. Das Altarblatt zeigt den hl. Sebastian. Gestiftet wurde dieser Altar von Wolf Philipp Freiherr von Schrottenberg. In der Nähe des Hochaltars hängt das Bronze-Epitaph des Stifters und seiner Familie.[2]

Heute wird das Patronatsfest jeweils am Sonntag nach dem Sebastianstag gefeiert. Die Prozession durch Reichmannsdorf, an der sich auch die örtlichen Vereine mit ihren Fahnenabordnungen beteiligen, schließt sich dem Festgottesdienst am Vormittag an. Die Festandacht am Nachmittag beschließt die Feierlichkeiten. (gp)


[1] Ausführungen nach Angaben des ökumenischen Heiligenlexikons im Internet unter www.heiligenlexikon.de

[2] nach Ausführungen in der Festschrift: 25 Jahre SC Reichmannsdorf, 1978

2. Sonntag im Jahreskreis, Höchstadt/Gremsdorf, 16.1.2011

Jesaja 49,3-6; Ps 40,2- 10; 1 Korinther 1,1-3; Joh 1,29-34

Liedvorschläge: 265; 907; 170,1; 530,8; 622; 434; 435;554.. Zum Dank: 825,1+2 und zum Auszug 577,1+4

Im letzten Jahr ereignete sich die größte Umweltkatastrophe aller Zeiten. Im Golf von Mexiko war eine Bohrinsel explodiert. Durch den Sturz kam es zur Zerstörung der Leitungen und aus dem Bohrloch  flossen Millionen Tonnen Rohöl täglich ins Meer. Damit hätte man den Energiebedarf der Menschheit auf Jahre hinaus decken können. Was aber noch schlimmer zählt: das Meer wurde so stark verschmutzt, dass die Fische und Vogelwelt starben, die Strände für die Urlauber waren unbrauchbar geworden. Alles bedeckte eine dicke schmierige Schlammschicht. Aus purer Profitgier hatte man es versäumt Sicherungen einzubauen.

Ist das nicht ein Gleichnis für die Welt, die von Leid und Sünde gezeichnet ist? Es ist die „Sünde“, die seit der Ursünde unsere ganze Welt immer wieder heimsucht und bedeckt. Gleichzeitig ist es der Raum der göttlichen Schöpfung, der davon betroffen ist. Hier ereignet sich aber auch die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen. Christus  ist der einzige, der die gesamte Sündenlast der Welt auf sich geladen und weggenommen hat. Aus Liebe zu uns Menschen setzt Jesus seine ganze Gerechtigkeit für uns bei Gott seinem Vater ein. Der Tod des Gerechten ist immer auch ein Teil seines Wirkens, ohne den alles nur unvollkommenes Stückwerk bliebe.

Johannes vergleicht das Erlösungswerk des Herrn mit einem Lamm. Bei der Taufe Jesu zeigte er auf ihn und sagte: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt.“ Wie kann ein Lamm so etwas bewirken und worin besteht der Vergleichspunkt? Wie kann es die Sünden wegtragen.  Das Lamm verfügt über ein blendend weißes Fell. Weiß ist die Farbe der Unschuld. Der Erlöser ist das Unschuldslamm Gottes. Das ist eine Bezeichnung für den vollkommenen Gerechten. Nur er kann bei Gott für uns eintreten und ihn mit seinem Anblick versöhnen, für die vom Schlamm der Sünde befleckte Menschheit. Dei weiße Wolle saugt den Schmutz gleichsam auf und reinigt die verunreinigte Welt. So hat man auch beim Ausbruch der Ölpest versucht das Öl aus dem Meer abzupumpen und die Strände mit den betroffenen Vögeln zu waschen und zu reinigen.     

Hinzu kommt noch der Vergleichspunkt mit dem geduldigen Leiden eines Lammes, das vor seinem Schwerer und Schlächter verstummt. Durch seinen Opfertod am Kreuz hat Jesus die Sünde der Welt gesühnt und somit Vergebung für uns von seinem Vater  erwirkt.

Das Bildwort vom Lamm Gottes hat Eingang in die christliche Liturgie gefunden und wird in jeder hl. Messe gebetet oder gesungen. Zwischen den Jahren 687 und 701 regierte als Papst Sergius I. Er stammte aus   einer syrischen Familie in Palermo– er war also Nichtrömer und Nichtgrieche, sondern Syrer. In seiner Zeit fand auf Befehl des Kaisers eine große Kirchenversammlung statt, genannt die Trullanische. Die Delegierten fassten den seltsamen und wenig erleuchteten Beschluss: dass Christus nicht mehr als „Lamm Gottes“ dargestellt werden dürfe, wie es überhaupt verboten sei Bilder in der Kirche zu haben und diese zu verehren. Die Bischöfe der Trullanischen Kirchenversammlung traten nun mit ihrem Beschluss auch an den aus dem Osten stammenden Papst. Sergius I. weigerte sich standhaft einen solchen Beschluss gut zu heißen. Kaiser Justinian von Ostrom wollte ihn deshalb unter Druck setzen und nach Konstantinopel dem heutigen Istambul entführen. Häscher werden ausgeschickt um den Papst zu kidnappen oder notfalls zu ermorden, aber der Anschlag misslingt.

Also gut sagte Papst Sergius I.: Im Oströmischen Reich  darf das Bild vom Lamm Gottes nicht mehr in den Kirchen verehrt werden, drum singen wir es jetzt im Abendland als Lied in jeder hl. Messe des lateinischen Ritus. Damit verband  der Papst  seine Hoffnung, dass die Zeit des Bildersturmes vorübergehen werde. Und so geschah es auch. Das Lamm-Gottes-Lied versöhnte wieder Ost und West, vor allem dessen letzte Strophe: „gib uns deinen Frieden!“

Der Evangelist Johannes hat sich den Ausspruch seines ersten Lehrers tief eingeprägt. Und er ist es auch der Christus, das Lamm Gottes in der Herrlichkeit des Himmels thronen lässt. Dreißig mal spricht er in der Geheimen Offenbarung davon. Christus unser Osterlamm ist am Kreuz geschlachtet und thront jetzt in Herrlichkeit. Den Himmel selbst und das ewige Leben  bezeichnet er als das Lamm Gottes. So sehen wir es auch über dem Tabernakel unserer Kirche.

So spannt das Agnus- Dei – Lied einen weiten Bogen vom Vorübergang des Herrn zur Rettung der Israeliten bis zur Wiederkunft des Herrn zur Rettung aller. Es gleicht im Gefüge der Messgesänge einem kostbaren Kristall, in dem die Heilsgeheimnisse der Christen wie farbenreiche Lichter glühen, die purpurnen Farben des Blutes und die goldenen Lichter des Sieges.  Es drängt uns,  diesen Glauben weiter zu vermitteln. Wo wir Gottes Liebe in unserem Leben aufleuchten lassen, gelingt dies auch. So hat Madeleine Delbrél (+1964) ihrem atheistischen Wohnviertel von Ivry bei Paris die Botschaft des Evangeliums gebracht. Ihr Einsatz für Arbeitslose, Alleinerziehende, Obdachlose und Orientierungslose diente als Ort, wo sie von ihrem Glauben Zeugnis ablegen konnte. So prägte sie das Wort: „Überall, wo die Liebe Eingang findet, verwandelt sie unser Leben in Brennstoff!“

A)         Fürbitten zum 2. Sonntag im Jahreskreis,H/ G, 16.01.11

Zu den Gebetsanliegen wiederholen wir alle: Nimm an unser Gebet! Gütiger Gott, in Jesus, deinem Sohn, hast du uns gezeigt, wie du selber bist: groß und wunderbar in allem, was du tust. Im Vertrauen auf deine Güte, bitten wir dich:

1.       Befähige alle getauften Christen zu einem glaubwürdigen Zeugnis unter den Menschen. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

2.       Lass den Dialog der Religionen trotz der jüngsten Anschläge in Ägypten und Irak weiter gehen und dem Frieden in der Welt dienen. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

3.       Steh den Opfern der Überschwemmungen und Schlammlawinen bei in Brasilien, Australien, Pakistan und auch bei uns. Gott, unsere Hoffnung:  

ALLE: Nimm an unser Gebet!

4.       Offenbare dich der Menschen, die vermehrt nach Sinn und Orientierung suchen und bewahre sie vor falschen Heilbringern. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

5.       Schenke unseren Familien Zusammenhalt und Mut für die Gemeinschaft in den Vereinen. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

6.       Erfülle unsere Verstorbenen mit deiner Liebe, damit sie für immer glücklich sind. Gott, unsere Hoffnung:

ALLE: Nimm an unser Gebet!

Bei dir, Gott, ist die Quelle des Lebens. Du hast dein Reich unter uns aufgerichtet in Jesus, deinem Sohn. In ihm wirst du es vollenden, damit dein Heil bis an die Ende der Erde reicht.

Wir loben dich und danken dir, jetzt und in Ewigkeit. AMEN.

Fest der Taufe Jesu, Gremsdorf, 10.01.2011

Jesaja 42,5- 7; Psalm 29 ,1-10; Apostelg. 10,34-38;  Matthäus 3,13-17

Liedvorschläge: 635 mit einem Taufgedächtnis zum Bußakt MB 1172 mit Gang durch die Kirche; 457; 152,1(zu Psalm 29) 530,6; 910; 146 (mit Rückblick auf Epiphanie); 459;461; Kommunion: 134 (nach kurzer Stille): zur Danksagung: 144,4+5 und zum Auszug nochmals im Nachklang zum Fest Erscheinung 147.   

ERÖFFNUNG

Mit dem Fest der Taufe Jesu schließt die Weihnachtszeit und beginnt die Reihe der Wochen im Jahreskreis. Von der ehemals langen Weihnachtszeit kommt dann nur noch ein farblicher Tupfer an Lichtmess dran. Das an Erscheinung geweihte Wasser, mit dem wir uns jetzt besprengen,  soll uns jetzt an unsere eigene Taufe erinnern. (Besprengung mit Gang durch die Kirche)

HOMILIE

Klaus Berger, von dessen Kommentar in der Tagespost ich auch die Anregung zu den folgenden Gedankengängen übernehme, vergleicht die Berichte von der Kindheit und der Taufe Jesu mit den  Buntglasfenstern, die sich um eine Lichtquelle anordnen.

 

Der Bericht über die Taufe Jesu bildet nämlich eine Parallele zu seiner Kindheitsgeschichte. Beide heben hervor: Jesus Christus stammt vom Heiligen Geist und ist Sohn Gottes. Wie in der Kindheitsgeschichte besteht bei der Taufe eine enge Beziehung zu Johannes. Der Täufer besitzt aber weder den Heiligen Geist noch ist er Gottes Sohn und gibt dies auch offen zu. In den Kindheitsberichten sind es Engel, die die Ankunft des Erlösers verkünden und offenbaren, bei der Taufe ist es Gottes Stimme selbst, die mitteilt: „Das ist mein geliebter Sohn.“ und er sieht den Heiligen Geist wie eine Taube auf ihn herab kommen. Diese Schriftstelle ist verwandt mit der Aussage des Gottesknechtliedes bei Jesaja: „Das ist mein Erwählter…Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt.“ Der Naturpsalm 29 lässt die Stimme des Herrn über den Wassern erschallen und donnern. Ein Gewitter auf offener See ist ein sehr beeindruckendes Naturereignis. 

Es handelt sich dabei nicht um eine Adoption. Denn Gottes Sohn ist Jesus schon von Anfang an, vom Zeitpunkt seiner Empfängnis an. Denn von Maria heißt es: „Und sie empfing vom Heiligen Geist.“ Diese Botschaft wird immer mehr Menschen verkündet und das Matthäusevangelium endet mit der Aussendung der Jünger, um es allen Völkern mitzuteilen.

Gottes Kind wird man immer nur durch den Heiligen Geist. Dass Jesus bei seiner Taufe nochmals ausdrücklich den Heiligen Geist empfängt, ist Ausweis seiner Vollmacht, die ihren Ursprung schon im Anfang seines Lebens hat. Auch in der Apostelgeschichte heißt es, dass Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft.

Ist das bei uns nicht auch ähnlich? Auch wir haben schon durch die Taufe den Heiligen Geist empfangen. Denn sie geschieht ja im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Bei der Weihe des Taufwassers heißt es ausdrücklich: „Dieses Wasser empfange vom Heiligen Geist die Gnade deines eingeborenen Sohnes…Durch deinen Sohn steige herab in dieses Wasser die Kraft des Heiligen Geistes.“  

Bei der Firmung empfangen wir eine zusätzliche Begabung durch den Heiligen Geist: „Empfange die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!“

Beim Empfang des Bußsakramentes, der Beichte: „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes den  Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden.“

Bei der Krankensalbung: Durch diese heilige Salbung… stehe er dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes.“ Auf dem Sterbebett, wenn wir Abschied von dieser Welt nehmen:  heißt es: Mach dich auf den Weg Schwester, Bruder in Christus Im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters… im Namen Jesu Christi, im Namen des Sohnes des lebendigen Gottes und im Namen des Heiligen Geistes, der über ausgegossen worden ist.“

So ist unser ganzes Leben gerahmt vom Dreifaltigen Gott und stets erfüllt vom Heiligen Geist. AMEN.

A ) Allgemeines Gebet : Taufe Jesu, Sambach, 9.1.2010

Zu den einzelnen Gebets - Anliegen wiederholen wir den Satz: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

Jesus Christus ist in unsere Schuld eingetaucht, damit wir in ihm rein gewaschen werden und unser Beten zu Gott erheben können. Darum bitten wir:

1. - Für alle getauften Christen: um die sichtbare Einheit aller, die an Christus glauben…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

2.- Für alle, die in ihrem Leben nach einem Neuanfang suchen: um die Kraft zur richtigen Entscheidung und zum Durchhaltevermögen…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

3. - Für unsere koptischen Mitchristen, die dies Jahr unter Morddrohungen und Polizeischutz Weihnachten feiern mussten: um friedlichere Zeiten…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

4. - Für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Australien, weltweit und auch bei uns: um schnelle Hilfe für die Betroffenen…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

5. - Für unsere verstorbenen Schwestern und Brüder, die im Tod dem Gekreuzigten gleich geworden sind: um die Vollendung ihrer Taufe im ewigen Leben…

ALLE: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden!

Gott, du hast deinen Sohn in unser Leben und Sterben gegeben, damit wir durch dich neue Menschen sind. Darum lobpreisen wir dich in dieser Zeit und in alle Ewigkeit. AMEN

Erscheinung des Herrn, Gremsdorf , 6. 1.2011

Jesaja: 60,1-6; Psalm 72,1-2. 7-8.10-13; Epheser 3,2-6; Mat. 2,1-12

Liedvorschläge: 139; 129; 927,4-6; 153; 146; 941,1; 959; Kommunion: 555Dankgesang 135; 147.

PREDIGT

Zu meinen schönsten Weihnachtsgeschenken zählt ein Film, den mir eine Teilnehmerin unserer Internetgemeinde überspielt hat. Er zeigt Aufnahmen vom Weltraumteleskop Hubble über das Weltall: neue Galaxien, wie neue Sterne entstehen oder verlöschen, Riesensterne explodieren. Nach Meinung vieler Astronomen, beginnend mit Kepler, handelte es sich beim Weihnachtsstern um eine Konjunktion zweier Planeten, d.h. deren Bahnen sich optisch kreuzten. Jupiter, der Königsstern kreuzte seine Bahn mit dem Saturn, dem Stern der Völker aus Palästina und das ganz erfolgte auf dem Hintergrund des Sternbildes der Fische. Im vermeintlichen Geburtsjahr Jesu - unsere gegenwärtige Zeitrechnung ist nicht ganz genau - gab es gleich dreimal solche Konjunktionen.

Wie dem auch sei, bei der Ankunft der Sterndeuter, erschrak Herodes und ganz Jerusalem mit ihm. Damit sind die Hohenpriester gemeint, der Hohe Rat der Ältesten, bestehend aus ung. 70 Personen, damit sind die Mächtigen, die Reichen und Geschäftsleute gemeint, nicht aber die gesamte Bevölkerung und schon gar nicht die Armen und Notleidenden.

Herodes und seine Konsorten befürchten, sobald dieser Neue König an die Macht kommt, werden sie keinerlei Macht und keinen Einfluss mehr ausüben. Denn die Karten werden dann auf jeden Fall neu gemischt.  Ja, seine und ihre Tage werden dann gezählt sein. Deshalb fasst Herodes all sogleich den Plan: Das Kind muss weg, muss getötet werden. Dabei geht er behutsam und listig vor, damit die Sterndeuter ja nichts davon merken. Ja, er missbraucht sie sogar für seine Zwecke, um genau auszukundschaften, wo sich der neugeborene Königssohn befindet. Jetzt schon tun sich die Mächte zusammen, die vorhaben, Jesus später zu kreuzigen. Doch sie vermögen seine Botschaft nicht aufhalten.

Warum tun sich die Religionsführer Israels so schwer mit der Geburt eines neuen Messias- Königs? Warum handeln sie nicht und bekennen sich zu ihm, zumal sie ziemlich genau über Ort und Zeit seiner Geburt bescheid wissen? Sie hätten doch die Zukunft in der Hand haben können, aber sie wollten sie nicht. Sie wollten, dass eben alles beim Alten bleibe. Auch ist der Weg von der Einsicht bis zur Durchführung ein sehr weiter.

Der Sohn Gottes ist Gottes neuer Bund, d.h. Gottes neue Kontaktaufnahme mit den Menschen. Gott will durch den neuen Wein in neuen Schläuchen wirken. Dem jungen Messiaskönig traut Gott zu, seinen Bund zu erneuern. Auch wir wollen Neues in unserem Glaubensleben zulassen. Die jugendlichen Sternsinger verbreiten dazu einen Hauch an Freude und viel Mut. Mit der frohen Botschaft gehen sie in die Häuser unserer Pfarrgemeinde und schreiben mit der geweihten Kreide: CMB: „Christus Mansionem  Bedenicat“ (Christus segne dieses Haus!) Die Kreide, die in früheren Zeiten zum Teil als Medikament Verwendung fand,  erinnert einerseits an die Mhyrre,  andererseits aber darauf, dass nach Überzeugung der damaligen Menschen, die weiße Farbe für die Dämonen unsichtbar war und die Menschen besser schützen konnte.

E-Mail 08.01.2011

Liebe Freunde,

die Heiligen Drei Könige kommen dies Jahr auch in der Mailschleife mit Verspätung an, obwohl es da keine Eisglätte gab.
Das Fest der Taufe Jesu morgen wirft die Grundfrage auf: gehört es noch zum Weihnachtskreis, oder ist es schon der Jahreskreis? Meiner Meinung nach ist es noch weitgehend vom Epiphaniegedanken als Theophanie, Erscheinung zum öffentlichen Leben gekennzeichnet. Warum man aber nicht den darauf folgenden Sonntag mit dem 1. Sonntag im Jahreskreis bezeichnet, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht weiß jemand aus der Mailschleife bescheid. Dafür jetzt schon vielen Dank.
Zum Weihnachtsrätsel kamen viele gute Antworten. Vielen Dank!

1. Das längste Evangelium dem Text nach steht bei Lukas, obwohl Matthäus 28 Kapitel und Lukas nur 24 hat. Die Kapitel bei Lukas sind nämlich unvergleichlich länger.

2. Johannes der Täufer ist ein halbes Jahr älter als Jesus. Der Verkündigungsengel informiert nämlich Maria, dass ihre Verwandte ebenfalls einen Sohn erwartet, und dass sie schon im 6. Monat sei.

3. Über den ersten Märtyrer lässt sich disputieren. Gewiss sind die Unschuldigen Kinder chronologisch gesehen die ersten, aber bei den Erwachsenen ist Johannes vor Stephanus hingerichtet worden. Nimmt man als Kriterium für das Martyrium das entschlossene Sterben für Christus und den christlichen Glauben, so steht Stephanus an der Spitze, denn Johannes starb wegen seiner Vorhaltung an die unrechtmäßige Ehe des Königs Herodes.

Mit den besten Segenswünschen
Euer(Ihr) Internetpfarrer Topits

Rückschau 2010

Liebe Freunde,

wenn ich die Ereignisse und Geschehnisse des zu Ende gehenden Jahres 2010 betrachte, so entdecke ich einige wichtige sog. rote Fäden. Mein Hauptziel war an den liturgischen Projekten zu arbeiten. Nun habe ich die eine Arbeit über die Umsetzung der liturgischen Beschlüsse der Konzilskonstitution „Sacrosanctum Concilium“ in den Ortsgemeinden mit einer Umfrage und Erhebung einigermaßen abgeschlossen.(Geschätzter Umsetzungsfaktor 30%) Leider kamen zu wenige Rückmeldungen aus unserer unmittelbaren Gegend. Vielen Dank auch allen, die mir dabei geholfen haben! Nun habe ich unter Anleitung  von  Professor Dr. Martin Stuflesser, Würzburg  eine größere Arbeit begonnen und zwar über die Gabenbereitung(Offertorium), wobei es um Vergleichswerte mit den Ostkirchlichen Riten(DDr. Németh)  und den Diözesangebetbüchern geht. Langsam gerate ich jedoch unter Zeitdruck, denn nur noch ein Jahr genieße ich die Privilegien eines Seniorstudenten, danach muss ich für die Studiengebühren selbst aufkommen. Größere  Ereignisse auf dem Gebiet waren ein Gespräch mit Zeitzeugen der Liturgiereform, wie auch das Symposion mit Karl Kardinal Lehmann am 4. Dezember. Herr OSTR Franz Bauer  bringt mir jetzt das NT- Griechisch bei. 

Wichtige Fortbildungen fanden statt mit dem Banater Priesterkreis in Ingolstadt, wo ich in der Fastenzeit auch einen Einkehrtag hielt, eine intensive Woche mit Gregorianischen Choral Prof. Klöckner in Münsterschwarzach,  über Trauerarbeit und Begleitung Sterbender in Werdenfels.  Es folgte zwei Wochen später noch eine Einkehrwoche mit Pfr. Ringseisen, mit dem ich schon im Februar eine hatte.  Studienreisen führten mich als geistlicher Begleiter mit dem Kolpingwerk nach Südböhmen und mit der Seelsorgerwoche in die Lausitz.  Vorträge hielt ich über den Rosenkranz bei den Dominikanerinnen vom Heiligen Grab in Bamberg, über Assisi bei den Senioren und über Südböhmen bei der Kolpingfamilie Höchstadt. Jubiläen gab es in der Verwandtschaft zwei: den 90. GT meines Großonkels Toni Hess und die diamantene Hochzeit seines Bruders Josef Hess mit Tante Kathi. In Bamberg feierte der Kreisverband sein 25-jähriges Bestehen.

Mein gesundheitlicher Zustand blieb generell stabil, dank auch meiner Tätigkeit als temporärer Hausgeistlicher der Malersdorfer Schwestern(3 x 2 Wochen). Auch konnte ich während der großen Hitzewelle im Juli drei schöne Urlaubswochen an der Ostsee verbringen. Gestärkt an Leib und Seele stellte ich mich den wachsenden Seelsorgsaufgaben der Urlaubsvertretungen hier und vor allem in Neustadt/Emskirchen, Sterpersdorf und Gremsdorf, wie auch zu punktuellen Aushilfen in drei Dekanaten, wie auch in der Anstalt der Barmherzigen Brüder und in zunehmenden Maße in meinen ehemaligen Gemeinden. Auf Betreiben meines Dekans ernannte mich das Ordinariat zum „Subsidiar“, was soviel bedeutet wie „ein in der Seelsorge helfender Geistlicher“. Nicht wissend um die wahre Bedeutung der neuen Wortschöpfung, erhielt ich von mehreren Seiten Anrufe und Glückwünsche!  Dankbar bin ich, dass ich jetzt wenigstens am Sonntag eine feste Gottesdienstgemeinde  habe (Gremsdorf) und das die Leute und Kinder so gut mitmachen. Denn schließlich bin ich nach wie vor gerne Seelsorger, wenn auch nur als  bescheidener Mitarbeiter im Weinberge des Herrn. Als solcher durfte ich mehrmals taufen und zwar auch in meiner Verwandtschaft: Fiona Zimmermann, Enkelin einer Cousine väterlicherseits aus Kemmern und den zweiten Sohn meines Neffen Elmar in Pommersfelden. Mit ihm zusammen wurde getauft Dominik Kriebel aus Reckendorf. Beehrt hatte mich auch eine Familie aus Steppach mit der Taufe ihrer Erstgeborenen Amelie Karbacher. Es folgten in der Osterzeit die Kindergartenkinder Viktoria und Dennis Zeiser hier und im Mai Sophie Zeiler aus Limbach in Pommersfelden. Im November taufte ich aus dem Siegismunder Bekanntenkreis Leonie Novy, eine Woche später einen Noel in Etzelskirchen und am 1. Advent in Gremsdorf gleich zwei Kinder: Lena und Max. So mancher Gemeindepfarrer hat keine 11 Taufen zu Verzeichnen gehabt. Bei den Trauungen war es auch bei mir heuer, dem Trend entsprechend, etwas mager bestellt. Selber hielt ich nur eine einzige richtige Trauung in Neustadt: Stefan und Radmilla Schultheiß. Mitgewirkt habe ich dann noch bei zwei weiteren Trauungen: Christian und Susanne Zwanziger, Uehlfeld und Christian und Susanne Plätzer.   Umso häufiger waren hingegen die Beerdigungen. Im Bekanntenkreis verstarben: Bayer Kunigunda, geb. Behr, die Oma von Evi Dotterweich und Thomas Pröls aus Schlüsselfeld und in Sambach habe mitgewirkt bei: Maar Herbert und Durmann Agnes, in Scheinfeld Hofmann Lina; in Höchstadt: Amtmann Margareta, geb. Scharold und Maier Maria, geb. März; Schwandner Sonja (Lonnerstadt); in  NEA: Füzfa Magdalena, die Frau des ehemaligen Mesners und Landsmännin aus Sanktanna;   Dedek Franziska; Opholz Alex; Lantin Günter, geb. Goebbels; Peschkit Marga;  Krämer Marianne, geb. Tasler(Münchsteinach), Günther Cäcilia(Emskirchen).    

Durch einen gegebenen Anlass trat ich der Selbsthilfegruppe der Wachkommapatienten bei und konnte bis jetzt fast jede monatliche Runde der Angehörigen besuchen. Auch besuchte ich hin und wieder die Tafel und die Seniorenheime. Im Krankenhaus werde ich auch häufig gebraucht. Dort geht es meist um Versehgänge und Krankensalbungen. Leider habe ich schon zwei Gefäße für das Krankenöl dabei verloren. Der heilige Antonius schiebt auch sonst schon bei mir Überstunden. Kürzlich kam auch mein Reisepass abhanden. Einiges findet sich wieder, wie z. B. mein Ladegerät für die Kamera, anderes bleibt verlegt. Die Runde der Hauskranken musste wegen meiner häufigen Abwesenheit einige Male warten. Die Not im Lande nimmt immer mehr zu. Viele Menschen haben nicht mal das Nötigste zum Überleben. Wenn dann noch Krankheit oder Sucht hinzukommt, sieht es schwierig aus. Es ist schön, wenn man helfen kann, aber zuweilen übersteigen die gestellten Anforderungen die eigenen schwachen Kräfte. Abends gibt es dann noch sehr oft Telefonseelsorge. Einige Freude bereitet mir die Internetgemeinde mit ihrem Gedankenaustausch. Auch in diesem Jahr durfte ich sehr viele Menschen und Familien kennen lernen, einigen wenigen konnte ich vielleicht helfen, manche trösten oder wieder aufrichten. Ihnen und Euch allen gesegnete Feiertage von

Eurem(Ihren) Internetpfarrer Egmont Franz Topits

Neujahr 2011, Hochfest der Gottesmutter Maria, Gremsdorf

Numeri 6,22-27; Psalm 67,2-8; Galater 4,4-7; Lukas 2,16-21

Liedvorschläge: 851/1+2+3; 820; 149,4; 530,6; 851,4-6; 469; 470,1+2; 850; 135;  577,1+4

Auf dem Friedhof in Bad Wörishofen entdeckte ich vor einem Jahr ein interessantes Grab. Es gehörte einem Uhrmacher. Auf dem Grabstein war tatsächlich eine Uhr eingemeißelt mit einem großen Zeiger nach Oben. Darunter stand der Grabspruch:

 „Meine Zeit liegt in deinen Händen.“ (Psalm 31,16a) oder nach der Einheitsübersetzung „In deiner Hand liegt mein Geschick.“ (Psalm 31,16a)

Neujahr hat es mit der Zeit zu tun. Das neue Jahr ist erst wenige Stunden alt, und liegt wie ein soeben geborenes Kind vor uns.  Was wird in den folgenden 365 Tagen alles auf uns zukommen? Das wissen wir noch nicht, aber wir wissen, dass auch die Zeit des neuen Jahres in Gottes Händen liegt.

Die Kirche gibt uns einen Wegweiser mit. Es ist Maria. Sie nimmt uns an der Hand und führt uns in das neue Jahr ein. Sie bedenkt mit uns auch die Ereignisse des alten Jahres und hilft sie uns zu sortieren. Für sie war einiges recht bedeutsam: Der Besuch des Engels, ihre eigenartige Schwangerschaft und die Probleme ihres Bräutigams damit, die Geburt ihres Sohnes in einem Stall, die Sorge um das Kind, die Besuche der Hirten und ihre eigenartige Erzählung von der Botschaft des Weihnachtsengels, die Huldigung der Sterndeuter aus dem Osten. Es braucht Zeit, bis sie alles verarbeiten und nachvollziehen konnte, dass sie von Gott ein Kind zur Welt gebracht hat.

Noch nicht vermag sie die Zukunft des Kindes erahnen. Dass er sobald als Kleinkind vor den Tötungsabsichten des Königs Herodes nach Ägypten flüchten muss und dass er später im Tempel zurückbleibt und dann nach seiner Lehre seinen eigenen Wege mit den Jüngern geht bis zu seinem Leidensweg und Kreuzestod. Aber eines weiß Maria von Anfang an: Gott wird mich dabei begleiten und wird mir beistehen. Meine Zeit steht in seinen Händen. Daraus schöpft sie Kraft und Mut, ihren Lebensweg zu beschreiten und zu meistern.

Mit Maria bedenken auch wir die Ereignisse des vergangenen Jahres. Was lassen wir hinter uns? Wo gehen wir hin?  Was geschah in unserer Pfarrgemeinde?  einige Kinder sind durch die Taufe, Erstkommunion und Firmung in unsere Pfarrgemeinde und die Kirche aufgenommen worden, andere haben geheiratet, wiederum andere sind gestorben oder gar ausgetreten. Wir bedenken auch unser persönliches Leben: unsere Erkrankungen, Freuden und Leiden. Ein Jahr sind wir älter geworden und näher an die Ewigkeit heran gekommen.

Und mit ihr an der Hand wollen wir uns mutig in das Neue Jahr hineinwagen. Was wird sich verändern, was bleibt beim Alten? Keiner weiß, was das neue Jahr bringen wird, aber eines ist sicher: Gott ist bei uns, das zeigt uns Maria. Die Hirten gingen als Verwandelte zurück zu ihren Herden und ihrem Alltag. Sie hatten eigentlich nur ein Kind gesehen, aber sehr viel mitgenommen. Denn sie hatten in diesem Kind ihren Erlöser und Heiland erkannt. Sie stehen für die, die genauer hinsehen und dann als Zeugen der Frohen Botschaft auftreten.

Es geht ja darum, dass wir als Christen einer erfüllten Zeit entgegen gehen. Acht Tage nach seiner Geburt vollendet sich die Geburt des Messias  gewissermaßen mit seiner Namensgebung. Der Name des Kindes: „Jesus“ ist auch für uns Programm: „Gott rettet“ - „Gott hilft“. Er vermittelt uns den Segen Gottes, wie ihn Aaron, der Bruder  des Mose für sein Volk erfleht hat: „Gott lasse sein Angesicht über dich leuchten.“ d.h. er strahle dich an. Gott erhebt sein Gesicht über dich und schaut dich gütig an. Besser kann das Neue Jahr nicht beginnen. „Denn der Herr krönt das Jahr mit seinem Segen. Auch seine Zeit liegt in den Händen Gottes!“

FÜRBITTEN ZUM JAHRESWECHSEL 2010/2011 Gremsdorf 

In Gottes Namen beginnen wir das neue Jahr. Voll Vertrauen bitten wir ihn:

1. Für die  Kinder, die in diesem Jahr in der Pfarrkirche  getauft worden sind, damit sie von ihren Eltern eine gute christliche Erziehung erhalten…
2. Für die Brautpaare, die in diesem Jahr hier geheiratet haben, damit
sie miteinander glücklich werden…
3. Für die 7 Kinder, die am Weißen Sonntag  zur  Erstkommunion gin
gen und die  Neugefirmten: Festige sie in ihrem Aufgabenbe-   reich…
4. Für die vielen guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  in Kirchen
verwaltung, Pfarrgemeinderat,  Mesnerdienst, Organisten, Lektorenkreis und Kommunionhelfer, Blumenschmuck und Kirchenputz,   Kindergarten, Kinder- und Familiengottesdienstkreis, Jugendgruppe;  für die  Ministranten, wie auch für die  vielen Helferinnen und Helfer aus der ganzen Pfarrgemeinde und für alle die gespendet haben; Schenke uns auch weiterhin eine gute  Zusammenarbeit…
5.  Für die Verstorbenen dieses Jahres um letzte Vollendung und Er
füllung…
6. Gewähre uns auch im Neuen Jahr gedeihliches Wetter, Frieden und

Eintracht, dass unsere Arbeitsplätze erhalten bleiben und dass es uns  gelingt den Armen hier und weltweit tatkräftig zu helfen…
Ewiger Gott, du begleitest unseren Lebensweg mit deinem Segen. Wir danken dir und loben und preisen dich heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. AMEN.

 

Weihnachten, Am Morgen, Gremsdorf, 25.12.2010 - 9.00

Jesaja 62,11-12; Psalm 97,1-12; Titus 3,4-7; Lukas 2,15-20

Liedvorschläge: 143,1-3; 129; 927,1-3; 149,2; 530,7; 356; 847;941,1; 959: 138+848; Dank: 132,1-3; 849,1-3

ERÖFFNUNGSVERS

Ein Licht strahlt heute über uns auf, denn geboren ist uns der Herr. Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst, Vater der kommenden Welt. Seine Herrschaft wird kein Ende haben.

HOMILIE

Mit feierlichen Worten, die der Ausdrucksweise des damaligen Hofstils entsprechen,  beschreibt der Apostel Paulus in seinem Brief an Titus zwei Eigenschaften Gottes, die sich in der Menschwerdung seines Sohnes, Jesus Christus besonders gezeigt haben:

Es ist zunächst Gottes Güte. Gott ist vor allem der Gute, das höchste Gut. In seiner unfassbaren Güte tritt er dem Menschen nicht als Richter und Rächer entgegen, sondern als der, der sich seiner erbarmt. Deshalb erweist er sich ihnen auch in seiner Menschenfreundlichkeit. Gott offenbart sich als Freund der Menschen, als unser Freund. Obwohl der Abstand vom Geschöpf zum Schöpfer ein unendlicher ist, lässt er sich in liebender Weise zu uns herab - lässt uns den Abstand sozusagen nicht verspüren. Mit der Geburt Jesu, mit seinem ganzen  Leben, Leiden und Sterben bricht diese Wende in die Geschichte der Menschen ein. Sie bedeutet gleichzeitige eine Wende auch im Leben des Einzelnen.

Schließt sich der Christ durch seinen Glauben dieser Mensch gewordenen Güte und Freundlichkeit Gottes an, dann rettet ihn Gott vom ewigen Verderben durch das Bad der Wiedergeburt, das uns zu einer Neuschöpfung macht. Durch die Taufe wird der Keim eines neuen, übernatürlichen Lebens in die Seele des Menschen eingesenkt. Damit wird ihm der Begin eines höheren Lebens geschenkt. Es ist das Geschenk, das auch den Hirten in der hl. Nacht zuteil geworden ist.

 

Mit der Geburt von Oben ist die Erneuerung im Heiligen Geist verbunden. Er ist im reichen Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter. So wird der Mensch in der Taufe  durch die Gabe des Gottesgeistes neu geschaffen, eine „neue Schöpfung“.

Das wiederum bedeutet eine Umwandlung des bisherigen Lebens. Diese Rettung kann  aber nie das Werk des Menschen sein, sondern das Werk des göttlichen Erbarmens, des dreifaltigen Gottes. Der Apostel ruft jedem einzelnen Christ in der jungen Gemeinde diese Wende in Erinnerung, die durch die christliche Taufe eintrat. Als solche erweisen sie sich wie die Hirten als Verkündiger und Vervielfältige der Frohen Botschaft der hl. Weihnacht.

Laien sind das Herzstück der kirchlichen Arbeit im Süden von Honduras, die von der Aktion ADVENIAT unterstützt wird. Lorenzo Aguilar kümmert sich um die Wasserversorgung, für die Mühlabfuhr und sorgt für die Ausbildung  von rund 1.500 Laien in seiner Diözöse Choluteca. Einige davon übernehmen die Aufgabe Wort-Gottes- Feiern am Sonntag zu halten, dort, wo kein Priester verfügbar ist die hl. Messe zu feiern. Meistens reichen zwei engagierte Laien, um einer Gemeinde neues Leben einzuhauchen, meint er Lorenzo. 

Durch seine Gnade sind wir gerechtfertigt. Alles verdanken wir seiner unbegreiflichen Liebe. So sind wir auch eingesetzt als Erben des ewigen Lebens, weil wir in der Taufe an Kindesstatt angenommen sind. Noch besitzen wir nicht das ewige Leben in seiner Fülle,  wohl aber die unerschütterlich Hoffnung darauf.

So hat der Herr auch uns gewonnen und wir gehen vor ihm her und vor allem folgen ihm nach. Denn siehe „jetzt kommt deine Rettung. Siehe, er bringt seinen Siegespreis mit.“ AMEN.

A) Weihnachten am Morgen, Gremsdorf , 25.12. 2010

Aus dem Dunkel dieser Welt, in den Nöten und Sorgen, die uns bedrängen, rufen wir zu Jesus Christus, der heute als Retter erschienen ist:

 

1.       Für die Christenheit, die aus vielen Kirchen und Bekenntnissen besteht:  um Einheit im Glauben, in der Liebe und in der Wahrheit…+

2.       Für das Land, in dem  Christus geboren wurde und gelebt hat: um einen gerechten und dauerhaften Frieden…+

3.       Für die Kirche in Lateinamerika; dass sie, durch unser Adveniat- Opfer ermutigt, für Gerechtigkeit und Menschenwürde eintritt…

Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich!

4.       Für die Menschen, deren Herz von Misstrauen oder Hass erfüllt ist: um die Bereitschaft zur Versöhnung…+

5.       Für alle, die sich in diesen Tagen einsam und traurig fühlen, weil sie krank oder verlassen sind: dass sie wahre Gemein-schaft erfahren und froh werden…

Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich!

6.       Für alle, die durch Gesang, Gebet oder Gestaltung der Kirche und der Gottesdienste den Dienst der Engel und der Hirten an der Krippe wahrnehmen…+

7.       Für unsere Verstorbenen: um die ewige Freude in deinem Reich des Lichtes und des Friedens…

Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich!

Darum bitten wir dich, himmlischer Vater, durch deinen Sohn Jesus Christus: er ist der Abglanz deiner Herrlichkeit und das Abbild deines Wesens. Dir sei Preis und Dank in alle Ewigkeit. AMEN.

Heilige Nacht, Gremsdorf, 24.12. 2010 - 20.00 Uhr

Jesaja 9,1-6; Ps 96, 1- 13; Titus 2,11-14; Lukas 2,1-14

Liedvorschläge: 848,1-3; Ankündigung; Erst beim Gloria die Lichter einschalten 927,1-3; 149,2; 530,7; 356;138, 823; 482; Kommunion: 140 + 847, Dank: 846,1-3; Schluss bei Kerzenlicht: 849,1-3

ERÖFFNUNGSVERS:
Freut euch im Herrn, heute ist ns der Heiland geboren. Heute ist der wahre Friede vom Himmel herabgestiegen.

ANKÜNDIGUNG
Die Nachricht im FT vom 9. Dezember 2010 sorgte für einige Sensation. Weltpremiere am Berliner Univeristätsklinikum Charité. Einem Team aus Geburtsmedizinern und Radiologen ist es erstmals gelungen, die Geburt eines Kindes mit dem Kernspintomographen MRT vollständig aufzuzeichnen. „Wir haben alle Details, von denen wir bislang nur durch Tastuntersuchungen wussten, genau sehen können“, berichtete  Chefarzt Beinder. „Wir konnten genau sehen, wie sich das Kind in den Geburtskanal einpasst. Die Bilder waren faszinierend und haben einmal mehr bestätigt, dass eine Geburt ein Wunder ist. Wenn wir künftig genauer wissen, wo kritische Phasen sind, können wir möglicherweise auch frühzeitig einen Geburtsstillstand verhindern.“  

Auch im Mittelpunkt der Weihnachtsberichterstattung steht die Geburt eines Kindes. Wenn schon die Geburt eines jeden Kindes ein Wunder ist, dann ist die Geburt Jesu Christi, des Retters erst recht eines.  Das Lukasevangelium fasst das Ereignis in kurzen knappen Sätzen zusammen: „Als sie in Betlehem waren, brachte Maria ihr erstgeborenes Kind, einen Sohn zur Welt.“ Nach neuesten Erkenntnissen und Ausgrabungen befand sich Jesu Geburtsort also nicht außerhalb der Stadt, sondern in Betlehem selbst. Die Geburtskirche steht eigentlich am Ostrand der alten Stadtsiedlung. Mit der Herberge oder Gasthaus, in der es keinen Platz mehr gab, mag nach Auslegung einiger Bibelforscher eine Karawanserei gemeint sein. Das war ein umfriedeter Platz, an dem Kamele, Pferde und Esel ausgespannt wurden. Das bedeutet nämlich das griechische Urwort „katalyma“(Ausspannungsort). In letzter Zeit meint man darunter jedoch verstehen zu müssen, den großen Schlaf- Saal eines Gasthauses. Wegen der Überbelegung eignete er sich weniger für eine Geburt und deshalb zog die hl. Familie in den Stall, der sich unweit davon befand, damit Maria in aller Ruhe ihr Kind zur Welt bringen konnte. Heute noch gibt es mehrere solcher Stallungen, die halb in einer Grotte eingefügt sind.

Es heißt, dass Maria ihr Kind in  Windeln wickelte oder besser gesagt einhüllte. Ein Kind, das aus der Wärme des Mutterschoßes hervorgekommen ist, braucht viel Wärme. Die vermitteln die Windeln. Dem damaligen Brauch entsprechend wickelte man die Kinder sehr fest in solche Lappen ein. Eigentlich geschah dies noch bis vor gar nicht so langer Zeit, weil man der Ansicht war, dass nur so die Glieder des Kindes gerade wachsen.

Und dann ist die Sache mit der Futterkrippe. Im Urtext heißt es folgerichtig, dass Maria das Kind in die Krippe hinauflegte. Die Geburt vollzog sich ja am Boden und die Futterkrippe befand sich demnach in ung.  ein Meter- Höhe  oder mehr über dem mit Heu und Stroh bedeckten Boden des Stalles. Wie war diese Krippe wohl beschaffen. Aus den Schriften des Kirchenvaters Hieronymus, der 385 von Rom nach Betlehem zog und dort die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, erfahren wir, dass er sich mächtig geärgert haben soll, als man die Krippe aus Lehm mit Gold und Silber auswechselte. Demnach könnte die Krippe teilweise mit Lehm bestrichen worden sein, teilweise mag sie aus Balken bestanden haben. In der Kirche Santa Maria Maggiore zeigt man einen Schrein mit zwei Hölzern von der Krippe Jesu in Betlehem. Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, soll sie von ihrer Reise ins Heilige Land nach Rom mitgebracht haben. Ich habe mir diese beiden Balken genau angesehen, als ich vor 10 Jahren mit der Diözesanwallfahrt in Rom war. Kaiser Konstantin ließ auch über der Geburtsgrotte 338 eine große Basilika errichten, die z. T. heute noch steht. Zurzeit soll das Dach erneuert werden.

Erst der  Engel enthüllte den Hirten das Geheimnis des damals zu Betlehem auf die Welt gekommenen Kindes. Er ist der lang ersehnte Messias- Retter, Christus, der Herr. Das ist Grund zur Freude. Schon beim Propheten Jesaja lesen wir: „Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude…Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“

Vom Wunder der Geburt in der hl. Nacht strahlt große Freude aus, bis in unsere Zeit hinein. Sie wird allen Menschen zuteil, dem ganzen Volke. Freude heißt wieder Hoffnung haben, neuen Mut schöpfen. Auch uns gilt die Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“  Denn „erschienen ist uns Gottes Gnade, um alle Menschen zu retten.“       

A) Fürbitten für die Heilige Nacht , Gremsdorf , 24. 12. 10
Wenden wir uns vertrauensvoll an Gott, unserem Vater, der uns im Geheimnis dieser Heiligen Nacht seinen Sohn geschenkt hat:

1.       – für alle Menschen auf Erden und besonders in Betlehem,  Lateinamerika und Afghanistan, die in Kriegsgebieten leben müssen: Lenke die Herzen der Mächtigen zum Frieden und zur Versöhnung…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

2.       Für die Menschen unter uns, die einsam, verzweifelt und hoffnungslos sind, weil sie krank, unglücklich oder arbeitslos sind: lass sie Menschen finden, die sie trösten und aufrichten…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

3.       Für die Kinder und die Jugendlichen, deren Eltern sich getrennt haben, damit sie nicht Opfer der Auseinandersetzungen werden, die ihr Kinderparadies zerstören…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

 

4.       Für die Christen aller Bekenntnisse, die aus der Botschaft der heiligen Weihnacht leben und ihr Leben auf  Gott ausrichten …

Denn heute ist uns der Retter geboren!

5.       Für alle unsere Verstorbenen, die Opfer des Straßenverkehrs, besonders für die, mit denen wir in Liebe verbunden waren: Schenke ihnen ewiges Leben in deiner Nähe…

Denn heute ist uns der Retter geboren!

Ewiger und unendlich großer Gott, höre unser Beten in dieser Nacht, die von deiner Geburt geheiligt ist. Denn in dir wissen wir alle unsere Sorgen und Anliegen, unsere Freude und unseren Dank aufgehoben. Der du mit dem Sohn und dem Hl. Geist lebst und liebst heute und in Ewigkeit. AMEN.

Byzantinische Hymnen zum Weihnachtsfest

Mach dich bereit, Betlehem! Für alle steht Eden wieder offen. Schmücke dich, Ephrata! Denn der Baum des Lebens sprosst in der Höhle aus der Jungfrau. Als geistiges Paradies erwies sich ihr Leib, darinnen die göttliche Frucht. Wenn wir von ihr essen, werden wir leben; wir werden nicht sterben wie Adam. Christus wird geboren, um das einst gefallene Bild wieder aufzurichten.

So sprach Josef zur Jungfrau: Maria, was für ein Anblick ist das, den ich sehe? Ich bin ratlos und stumm und erschrocken im Geiste! Trenne dich also bald von mir! Anstatt der Ehre hast Du mir Schande, anstatt der Freude Trauer, anstatt des Lobes Schmach gebracht! Ich ertrage nicht länger die Schmähung der Menschen. Als Unschuldige habe ich dich von den Priestern des Tempels in Empfang genommen, und was sehe ich nun?

Sage uns, Josef, wie führst du die Jungfrau nach Betlehem, die du an den Pforten des Heiligtums empfangen hast, da sie Mutter werden soll! - Nachdem ich die Propheten erforscht habe und durch einen Engel belehrt wurde, glaube ich, dass Maria auf unerklärliche Weise Gott zur Welt bringen wird.

Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken, das Wunder dieses Tages lasst uns künden: die Trennwand ist gefallen, das Flammenschwert zieht sich zurück, der Cherub gibt den Lebensbaum frei, und ich hab wieder Anteil an des Paradieses Seligkeit, wovon mein Ungehorsam einstens mich vertrieb. Denn das unwandelbare Bild des Vaters, das Abbild seiner Ewigkeit nimmt die Gestalt seiner Knechte an, geht hervor aus jungfräulicher Mutter, und erleidet dennoch keine Veränderung, denn was er war, ist er geblieben: der wahrhaftige Gott, und was er nicht war, hat er angenommen: Er ward Mensch aus Menschenliebe, so lasst uns zu ihm rufen: Geboren aus einer Jungfrau, Gott erbarme dich unser!

Himmel und Erde sollen sich heute prophetisch freuen, Engel und Menschen im Geiste zusammen feiern, denn Gott erschien im Fleische allen, die in Finsternis und Schatten saßen und ward aus einer Jungfrau geboren. Höhle und Krippe nahmen ihn auf, Hirten verkünden das Wunder… Uns aber lasst uns unwürdigen Mundes mit den Worten der Engel auch unser Lob darbringen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, denn gekommen ist die Sehnsucht der Völker, ja sie ist gekommen und hat uns errettet aus der Knechtschaft des Feindes.